Wahl des Salzburger Erzbischofs

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Die Wahl des Salzburger Erzbischofs ist ein kirchenrechtlicher Sonderfall.

Salzburg ein kirchenrechtlicher Sonderfall

Während der Papst in der Regel freie Hand bei der Bestellung von Bischöfen hat, liegt in der Erzdiözese Salzburg kirchenrechtlich eine Sonderfall vor: Das Salzburger Domkapitel, das aus zwölf Priestern besteht, hat das Recht, aus einem von Rom vorgelegten Dreiervorschlag den künftigen Erzbischof in geheimer Abstimmung zu wählen. Der Papst muss die Wahl dann noch bestätigen. Sobald der vatikanische Vorschlag in Salzburg eintrifft, hat das Domkapitel 90 Tage Zeit, um den Erzbischof zu wählen.

Anhand eines Domkapitelprotokolls aus dem Jahr 1772 konnte die Salzburger Archivarin Ulrike Engelsberger 2012 "erstmals", wie sie sagt, den Kapitelsaal lokalisieren, in dem die Erzbischöfe gewählt worden sind: Es ist der heute Senatssitzungssaal der Universität Salzburg an der Kapitelgasse.[1]

Wahl 2013

Erzbischof Alois Kothgasser hatte nach seinem 75. Geburtstag (2012) beim Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) sein Rücktrittsgesuch eingereicht und um Entpflichtung von der Verantwortung für die Erzdiözese Salzburg gebeten. Doch durch den Rücktritt des Papstes verzögerte sich dessen Antwort. Erst am 4. November 2013 nahm dann der neue Papst Franziskus dieses Gesuch an und beauftragte Alois Kothgasser gleichzeitig bis zur Wahl des neuen Erzbischofs als Administrator der Erzdiözese zu bleiben. Er darf in dieser Funktion allerdings keine weitreichenden Entscheidungen mehr treffen.

Am Dienstag, den 5. November traf dann der Dreiervorschlag aus dem Vatikan in Salzburg ein. Die Wahl eines Nachfolgers für Erzbischof Alois Kothgasser begann an jenem Dienstag mit einem unerwartet öffentlichen Paukenschlag. Entgegen allen bisherigen Gepflogenheiten hat der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, das versiegelte Kuvert mit den Namen der drei Kandidaten in einem halb öffentlichen Rahmen überreicht. Wohl in der Überzeugung, dass das Domkapitel mit dem Dreiervorschlag zufrieden sein werde, händigte der Nuntius das Schreiben am Dienstagabend nach einem Festgottesdienst der Bischofskonferenz im Benediktinerstift Michaelbeuern an Domdechant Hans-Walter Vavrovsky aus.

Allein diese Vorgangsweise sorgte in Salzburg schon für eine optimistische Stimmung. Diese wurde noch durch eine Andeutung des scheidenden Erzbischofs gestützt. Kothgasser soll gesagt haben, die Domherren würden ins Schwitzen kommen, weil sie sich zwischen drei sehr guten Kandidaten entscheiden müssten.

Die weitere Vorgangsweise liegt wieder bei Nuntius Zurbriggen. Dieser möchte die notwendigen offiziellen Akte rasch über die Bühne bringen, um möglichen Indiskretionen zuvorzukommen. Die Wahl erfolgte dann am Wochenende 9./10. November 2013. Demnach dürfte der Vertreter des Papstes in Österreich am Montag, den 11. November 2013, die Bestätigung für den Gewählten in Rom einholen.

Anschließend muss noch die Zustimmung der Bundesregierung eingeholt werden, die - was bisher nicht geschah - allgemeine politische Gründe gegen den Gewählten vorbringen könnte. Bereits Dienstagmittag, den 12. November 2013, könnte der neue Erzbischof dann offiziell in Rom verlautbart werden.

Quellen

  1. "Salzburger Nachrichten", 28. Juni 2012 "Er war der Letzte seiner Art"