Hans-Jörg Kaiser

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Hans-Jörg Kaiser (* 1953 in Obertrum arbeitet für den Internationalen Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) und beobachtet in dessen Auftrag die Salzburger Altstadt im Hinblick auf den Titel UNESCO Weltkulturerbe.

Vorgestellt

Mit Spannung wurde im Frühjahr 2012 seine Stellung­nahme für das umstrittene Bau­vorhaben auf dem Dr.-Franz-Rehrl-Platz in der rechtsseitigen Altstadt in der Altstadtschutzzone 1 er­wartet - Hans-Iörg Kaiser hielt das überarbeitete Projekt aber noch nicht in Händen. Den Tunnelplänen hatte er bereits vorab eine Absage erteilt.

Hans-Jörg Kaiser arbeitet seit 2009 Jahren ehrenamtlich für ICOMOS, den Internationalen Rat für Denkmalpflege, der die UNESCO unterstützt. Der Ar­chitekt beobachtet die Entwick­lung in den Weltkulturerbe­stätten Salzburger Altstadt und der Kulturlandschaft Hallstatt - Dachstein - Salzkammergut.

Den Rehrlplatz sieht der ge­bürtige Obertrumer als Präze­denzfall, wie mit dem Weltkul­turerbe in der Stadt Salzburg umgegangen wird. Denn die nächsten

Projekte in Salzburg in der Schutzzone 1 stünden mit dem Neubau des Hallenbads und mit der geplanten Wohnbebau­ung im Priesterhausgarten an. "Es geht um eine generelle Hal­tung: Die Stadt muss sich be­wusst sein, dass sie behutsam mit ihrem Erbe umgeht." Sorge macht ihm beim ge­planten "Panoramabad" die Höhe, "das Bad muss mit dem Schloss Mirabell im Gleichklang sein und darf sich nicht in den Vordergrund stellen".

Generell konstatiert Kaiser den Trend zu "austauschbaren Architekturen" - "einfache Ku­ben, die überall in der Land­schaft oder in jeder Stadt ste­hen könnten". Die Architekten sollten seiner Meinung nach viel mehr auf den Ort eingehen - seine Proportionen, Materia­lien und seine Geschichte.

Seine ungeteilte Zustimmung findet auch der neue Unipark in Salzburg-Nonntal nicht. "An sich ist es ein gelungener Bau, aber aus den Proportionen der Umgebung heraus ge­schält." Geplant hat ihn das Ar­chitekturbüro Storch, Ehlers & Partner. Von den Architekten aus Hannover stammt auch das Siegerprojekt für den Dr.­Franz-Rehrl-Platz mit rund 50 hochwertigen Wohnungen so­wie Geschäften und Büros.

Hans-Iörg Kaiser ist haupt­beruflich Denkmalpfleger der Stadt Steyr in Oberösterreich. Diese Position hat er seit 1994 inne. Der Kontakt zu ICOMOS ist durch die Bemühungen "seiner" Stadt entstanden, UNESCO-Weltkulturerbe zu werden. "Damals bin ich zur Mitarbeit eingeladen worden."

Seine Vorliebe für Baukunst wurde während seiner HTL­-Zeit am Rudolfskai in Salzburg geweckt. Er studierte Architek­tur am Institut für Baukunst, Kunstgeschichte und Denkmal­pflege der Technischen Univer­sität Wien. Die universitäre Karriere schien vorgezeichnet, doch er schlug den Weg in die Praxis ein. Heute unterrichtet Kaiser an der FH Wien, einige Jahre war er auch Gastprofes­sor in Ferrara (Italien). Der zweifache Vater wohnt mit seiner Frau in Linz, kommt aber oft in seinen Heimatort Obertrum. Salzburg-Runden gehören dazu. "Wenn ich Gäs­ten die Altstadt zeige, ist der Abschluss immer die Bäckerei von St. Peter."

Quelle