Halleiner Weihnachtsspiel

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Das Halleiner Weihnachtsspielist die Berarbeitung eines alten alpenländischen Volksschauspiels.

Geschichte

1919, in den Anfängen der Salzburger Festspiele, war die Inszenierung des Halleiner Weihnachtsspiels von Max Mell in der Franziskanerkirche in der Altstadt von Salzburg als zweites Stück neben dem Jedermann vorgesehen gewesen[1].

Von 1953 bis 2003 wurde das Stück in Hallein von Linde Moldan organisiert. Dann schlief es ein, bis 2011 der Kulturverein Hallein unter der Leitung von Friedrich Bahner das Stück neu aufgriff. Die schon lange gehegte Idee von Kurt Schwaiger, Carl Orffs "Weihnachtsspiel" unter seiner Regie durch das ELtheater Hallein und mit Musikerinnen und Musikern aus der Region aufzuführen, konnte für den Advent 2011 umgesetzt werden. Die musikalische Konzeption und die Leitung der aufwendigen Produktion wurde von Wolfgang Guttmann übernommen.

Die dramaturgische und musikalische Aufbereitung des Werks erfolgte so, dass es den, vom Publikum erwarteten traditionellen Gepflogenheiten eines Weihnachtsspiel einerseits gerecht wird, andererseits der Musik und dem Libretto Orffs folgend, neue, der Zeit entsprechenden Elemente enthält. Alle fünf Veranstaltungen im Ziegelstadl Hallein im Advent 2011 waren ausverkauft.

Halleiner Weihnachtsspiel 2011

Neues Halleiner Weihnachtsspile „A Stern kummt auf“ nach Carl Orff

Mitwirkende: ELtheater Hallein, Instrumentalsolisten des Halleiner Weihnachtsspiels, Bläser der Bergknappenmusikkapelle Bad Dürrnberg, Vokalensemble der Universität Mozarteum Salzburg und der Kinderchor der Volksschule Hallein-Burgfried;

Regie: Kurt Schwaiger

Musikalische Konzeption und Leitung: Wolfgang Guttmann

Inhalt

Es gibt drei zentrale Gruppen im Stück: die Hexen, die das Böse, die Unterwelt darstellen, die Engel, die das Licht, den Himmel repräsentieren und die Hirten, die zwischen den Hexen und Engeln stehen, die zwischen Glauben und Unglauben schwanken. Die Handlung des Stücks an sich wurde auf den Wintersteig am Fuße des Dürrnbergs verlegt.

Die Oberhexe befragt ihre Glaskugel und sieht eine junge Frau. Der Chor der Hexen fragt Was tut sie, die Frau? Wo kommt sie her?. Als die Oberhexe noch einen jungen Mann und einen Esel sieht, fragt der Chor nach: An Esl, an Mann und a blutjunge Frau`? Wo ziehen sie hin, die drei, wo ziehen sie hin?. Es folgt ein Chor der Engel, der Lieder in lateinischer Sprache singt.

Dann entsteht das Bild eines Wintersturms am Wintersteig, Hirten, die nach ihren Schafen auf der Berchtesgadner Seite des Dürrnbergs schauen wollten, mussten ob des Schneesturms umkehren, retteten dabei eine Frau aus den Schneemassen. Die Hirten rasten in einer Hütte, legen sich zum Schlafen nieder. Da wacht einer auf und beginnt von seinem eigenartigen Traum zu erzählen. Er erzählt, er sei in die Berge gestiegen, bis ans Ende der Welt, hätte von einer Steinplatte in die Tiefe geschaut und einen riesigen Zug Menschen gesehen. In diesem Zug waren die drei Heiligen Könige, von denen einer den Hirten fragte, wo denn hier Bethlehem sei. Der Hirte, der diesen Ort nicht kannte, fragte nach und konnte doch keine Antwort geben. Da mischte sich der dunkelhäutige Weise ein und meinte, man solle den Hirten in Ruhe lassen. Er kenne sich ja doch nicht in der Verheißung aus und die Karawane zog weiter. Nun beginnt ein anderer Hirte von seinem Traum zu erzählen. Er folgte dem hellen Schein bei einer von drei Hütten, sah darin die aus dem Schnee gerettete Frau mit einem Toten in ihrem Schoss, Josef kocht im Hintergrund, Esel, Ochs, Josef und Maria schauen erwartungsvoll auf den Wald, der plötzlich aufbricht, helles Licht dringt durch ihn, der Himmel öffnet sich und Engel singen das 'Gloria'.

Diese Erzählung quittiert ein Hirte mit der Aussage "A Rumplmettn für die Mettnacht". Unterbrochen wird dieser Hirtenteil durch den Engelchor, der Schlaf Kindlein, schlaf und gib uns die ewige Ruh' singt.

Dann setzt eine heftige Diskussion der Hirte ein. Einer von ihnen meint, sie hätten alle Spinnweben im Hirn, sie fantasierten. Ein anderer erwidert, dass man Träume auch auslegen könne. Die Frau im Schnee, die der andere Hirte gerettet hatte, hat sich dir angezeigt im Traum, woraufhin dieser aufbricht zu dem Stall, in den er die Frau gebracht hatte. Mittlerweile hat sich das Wetter beruhigt, der Himmel hat aufgeklart. Die Hirten brechen auf mit Ausnahme des einen Ungläubigen. Der will anstelle zur Frau (und zum Licht) lieber nach den Schafen schauen.

Die Hexen werfen sich gebrochen, niedergeschmettert auf die Bühne. Versagt hätten sie, das Kind nicht daran gehindert, auf die Welt zu kommen, lamentiert die Oberhexe. Da tritt der Teufel in Erscheinung. Wartet ab, meint er, die Menschheit, wenn's notwendig ist, bringt jeden ans Kreuz. Die Hexen mögen sich jetzt mehr auf die Menschen konzentrieren.

Engel erscheinen und singen "Grazie", die Hirten samt dem Kinderchor, der immer mit Kerzen die Bühne betritt, gesellt sich zum Engelchor. Das Dunkle ist überwunden, nicht mehr zu sehen.

Aus.

Die Texte der Hirten sind in lokaler Mundart gehalten, bei der Musik hat Prof. Wolfgang Guttmann neben Werken von Carl Orff auch Weihnachts-Liedsätze aus dem Orff-Schulwerk sowie Musik von Franz Burkhart und Cesar Bresgen mit ergänzenden Kompositionen von Wilhelm Keller verwendet

Quellen und Fußnoten