Französische Republik

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Frankreich war Anfang des 19. Jahrhunderts kurz Herrscher über das Land Salzburg.

Name

Der Name Frankreich leitet sich vom Volksstamm der Franken ab, die im 5. Jahrhundert die römische Herrschaft über Gallien beendeten. Das Fränkische Reich war die Keimzelle sowohl für Frankreich wie für Deutschland.

Einwohner

65 Millionen (Stand 2009) bei 93 Einwohner pro Quadratkilometer; Ethnische Gruppen: Franzosen (94 Prozent), Algerier, Portugiesen, Marokkaner, Italiener und weitere kleine Minderheiten; Sprachen: Französisch (Amtssprache), regionale Dialekte und Sprachen sind u. a. Provençalisch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch, Flämisch; Religionszugehörigkeit: Katholiken 90 Prozent, Protestanten zwei Prozent; Juden und Muslime je ein Prozent und Religionslos sechs Prozent;

Größere Städte

Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten: Paris 2,1 Mio., Marseille 808.000, Lyon 445.000, Toulouse 390.000, Nizza 343.000, Straßburg 264.000, Nantes 270.000 (die Einwohner­angaben beziehen sich auf die Kerngebiete der Städte, mit ihren Umlandgemeinden ergibt sich folgendes Bild: Paris 9,6 Mio., Lyon 1,3 Mio., Mar­seille 1,3 Mio., Toulouse 608.000, Lille 950.000, Bordeaux 685.000, Dijon 226.000);

Staat

Frankreich ist eine Republik - Verfassung der Volksrepublik von 1958 (mit starker Stellung des Präsidenten, der für 7 Jahre direkt gewählt wird und den Regierungschef ernennt); Änderungen 1962 und Juni 1992 - Parla­ment aus 2 Kammern: Senat mit 321 Mitgliedern (davon 13 aus den Übersee-Ländern von Frankreich und 12 von den Auslandsfranzosen) und Nationalver­sammlung mit 577 Mitgliedern für 9 Jahre bzw. 5 Jahre gewählt; Frankreich ist in 96 Departements innerhalb von 22 Regionen und 5 Übersee-Départe­ments, 322 Arrondissements und 3.208 Kantone ein-geteilt; Korsika besitzt einen Sonderstatus; National-feiertag ist der 14. Juli; Präsident: Nicolas Sarkozy, Premierminister: François Fillon;

Geschichte

"Gallia est omnis divisa in partes tres" - so beginnt Cäsars Bericht "De bello Callico" über die Eroberung Galliens von 58 bis 51 v. Chr. Nach dem Krieg gab es diese 3 Teile Galliens nicht mehr, das Land war vereinigt. Es wäre übertrieben, darin die Geburtsstunde der französischen Nation zu sehen, aber immerhin gab es nun in etwa die Grenzen, die durch Jahrhunderte Frankreich markieren sollten. Im 5. Jahrhundert strömten zahlreiche Stämme aus Germanien ein und vermischten sich mit den Bewohnern. Der Franke Chlodwig I. begründete das Fränkische Reich und nahm um 500 das Christentum an. Karl Martell vollbrachte eine für die Zukunft Europas entscheidende Tat, als er 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend schlug, dass sie sich letztlich hinter die Pyrenäen zurückzogen und diese nie wieder überschritten.

Pippin der Jüngere begründete 751 die Dynastie der Karolinger. Sein Sohn Karl - den die Deutschen Karl den Großen und die Franzosen Charlesmagne nennen - vereinte das Frankenreich mit Sachsen, Bayern und Oberitalien. Anno 800 ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen. Unter Karls Enkeln wurde das Reich wieder geteilt. Noch bevor die Karolinger 987 ausstarben, brachen für Frankreich unruhige Zeiten an, einzelne Herzogtümer und Grafschaften gingen eigene Wege. Die Wikinger verunsicherten die Küsten Westeuropas und eroberten im Norden die Normandie; Eleonore, die Herzogin von Aquitanien, heiratete den späteren englischen König Heinrich II. und verstärkte so den Einfluss der Engländer im Land. Der Aufstieg der Kapetinger war verbunden mit einem kulturellen Höhenflug.

Hinzu kamen religiöse Erneuerungsbewegungen. Den größten Zulauf hatten die Katharer. Sie drohten, die Kirche zu spalten, so dass der Papst schließlich zum Kreuzzug gegen sie aufrief. Sie wurden weitgehend zerschlagen, alle Quellen gezielt zerstört. Ähnlich wie den Katharern erging es 100 Jahre später den Tempelrittern. Philip der Schöne, König von Frankreich, benötigte viel Geld und warf deshalb ein Auge auf den reichen Orden. Er beschuldigte dessen Mitglieder der Unzucht und Blasphemie. Sie wurden verurteilt, viele verbrannt und das Vermögen eingezogen. Hartnäckigster Gegner Frankreichs waren die Engländer. Neben der Pest, die schrecklich wütete, war der Hundertjährige Krieg (1339 - 1453) gegen England die zweite Geißel im Lande. Da schien nur noch ein Wunder zu helfen. Es ereignete sich in Gestalt eines Mädchens aus Lothringen: Jeanne d'Arc oder Johanna von Orleans. Schön und keuch - so wollte sie Frankreich retten und den Dauphin krönen. Beides gelang ihr. Dass sie danach der Ketzerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, ist der menschliche Teil der Legende. An ihrem Ruhm und der späteren Heiligsprechung änderte das nichts. Jeanne d'Arc ist bis heute eine der Lichtgestalten Frankreichs.

Unter Ludwig XI. blühte das Land auf. Doch neues Unheil drohte. diesmal kam es aus Deutschland und nannte sich Reformation. Der Glaube spaltete das Land, er spaltete Familien. Schreckliche Metzeleien ("Bartholomäusnacht" in Paris) waren die Folge. Der Protestant Heinrich IV. musste katholisch werden, um den Thron besteigen zu können ("Paris ist eine Messe wert"). Doch ihm gelang es schließlich, die Religionskriege zu beenden. Die Nachfolger Heinrichs stärkten das Königtum weiter, gelenkt von den Kardinälen Richelieu und Mazarin. Frankreich wurde von Paris aus zentral verwaltet, alle Macht lag beim König, das Zeitalter des Absolutismus brach an. Den Höhepunkt erreichte der Absolutismus unter Ludwig XIV., dem "Sonnenkönig". Er verlegte den Hof ins prunkvolle Versailles und begann Händel mit den Hugenotten. Die antworteten mit einer Massenflucht ins protestantische Ausland. Die kostspieligen Kriege hatten das Land erschöpft und die Staatsfinanzen zerrüttet. Die Bauern und Arbeiter waren verarmt, das Bürgertum wollte mehr Mitbestimmung, die Monarchie hatte ihre Faszination verloren. Es kam zu Unruhen.

Am 14. Juli 1789 stürmte eine aufgebrachte Menge die Bastille, das Symbol der alten Willkürherrschaft. Die Revolution war da. Die siegreichen Revolutionäre - angetreten mit der Devise "Liberte, Egalite, Fraternite" krempelten alles um und führten eine neue Zeitrechnung ein, schafften die Religion ab, verpassten dem Land die Aufteilung in Departements und erfanden die Guillotine. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus der Befreiung eine Schreckensherrschaft. Der König mitsamt seiner Gattin Marie Antoinette wurde 1793 öffentlich hingerichtet. Doch 1799 mussten die Führer selbst, Danton und Robespierre, die Guillotine besteigen und ihr Leben lassen. Dem nachfolgenden fünfköpfigen Direktorium mangelte es an Persönlichkeiten, es verzettelte sich in äußeren Kämpfen und wurde am 9. November 1799 durch einen Staatsstreich vom Konsulat abgelöst. Erster Konsul: Napoleon Bonaparte. Als Feldherr hatte er sich bereits einen Namen gemacht, jetzt musste er sich als Staatsmann bewähren.

Er baute zahlreiche Straßen, deren Verlauf noch heute gilt, und führte ein neues bürgerliches Gesetzbuch ("Code civil") ein, das ebenfalls noch heute gültig ist. 1804 krönte er sich zum Kaiser und schickte sich an, Westeuropa zu erobern, zunächst sehr erfolgreich. Gestoppt werden konnte Napoleon vor Moskau. Dann ging es Schlag auf Schlag: Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig, Verbannung nach Elba, Rückkehr von Elba und noch einmal der Versuch, die Macht zurück zu erobern, Niederlage bei Waterloo, Exil auf St. Helena, Tod. 1870, nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen, wurde der Kaiser Napoleon III. (ein Neffe Napoleon Bonapartes) abgesetzt und die Dritte Republik wurde ausgerufen.

In Europa hatten sich mittlerweile zwei Machtblöcke gebildet - einerseits der Dreierbund Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn, andererseits die Triple-Entente aus Frankreich, Großbritannien und Russland. Es kam zum Ersten Weltkrieg, bei dem allein Frankreich 1,6 Millionen seiner Menschen verlor. Als Hitler seine Expansionsgelüste in die Tat umzusetzen begann, gehörte Frankreich zu den Mitunterzeichnern des Münchener Abkommens: Für die Franzosen war der Zweite Weltkrieg nach knapp 11 Monaten vorüber - mit nur einem Drittel der Verluste des 1. Weltkrieges. Frankreich wurde zunächst im Norden, später ganz von deutschen Truppen besetzt. In Vichy regierte Marschall Phillippe Petain das Land - ein Regime von Hitlers Gnaden. Andere Franzosen gingen in den Untergrund und kämpften in der Resistance weiter. Charles de Gaulle vereinigte vom Londoner Exil Teile der Streitkräfte unter seiner Führung und beteiligte sich 1944 aktiv an der Befreiung des Landes. Als eine Reaktion auf Vichy und persönliche Machtfülle einzelner wurde nach dem Krieg die Vierte Republik geschaffen. Doch die Vielzahl der Regierungskrisen und die Teilnahme der stets gleichen Politiker an ständig neu- und umgebildeten Regierungen diskreditierten das Regime erheblich. Dazu kam, das die Kolonien ihre Unabhängigkeit anstrebten. 1954 verloren die Franzosen Indochina, 1956 wurden Marokko und Tunesien selbständig.

Und in Algerien, das als Mutterland galt, entbrannte der Freiheitskampf der FLN. Wieder einmal war der Retter in der Not Charles de Gaulle. Mit Sondervollmachten für 6 Monate ausgestattet, führte er 1958 per Volksabstimmung eine neue Verfassung ein und beendete 4 Jahre später den Krieg in Algerien. Die Fünfte Republik war geschaffen. Erster Präsident war Charles de Gaulle. Im Frühjahr 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, Arbeiter schlossen sich an. De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. Doch zehn Monate später verlor er eine Vertrauensabstimmung und zog sich aus der Politik zurück. Er starb 1970.

De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von Francoise Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert. Die 80er Jahre waren geprägt vom Aufstieg des Front national unter Jean-Marie Le Pen und von der Schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden.

Die korsischen Nationalisten fordern von der Pariser Regierung die Freilassung von 43 "politischen Häftlingen". Die von Premierminister Lionel Jospin in Gang gebrachte Aussöhnung sei vor allem wegen der Frage der Häftlinge "in Schwierigkeiten", sagte der Nationalistenführer Jean-Guy Talamoni bei den 20. Internationalen Tagen, zu denen sich am 4. und 5. August 2001 rund 300 Nationalisten in Corte im korsischen Hochland versammelten. Der französische Innenminister Daniel Vaillant bekräftigte indes, die Frage der Häftlinge stehe "nicht auf der Tagesordnung". Den 43 Häftlingen wird die Beteiligung an "terroristischen Aktivitäten" zur Last gelegt. Acht von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die übrigen 35 sitzen in Untersuchungshaft. Im Mai hatte die Pariser Nationalversammlung für Korsika eine größere Selbstständigkeit beschlossen.

Im Vorfeld der Internationalen Tage von Corte, an denen auch Delegationen aus dem Baskenland, Sardinien und der Bretagne teilnahmen, wurden auf der französischen Mittelmeerinsel mehrere Anschläge verübt. Die Befreiungsfront FLNC bekannte sich zu sieben Anschlägen, die geringe Schäden anrichteten, nicht jedoch zu zwei fehlgeschlagenen Briefbombenattentaten auf die Anwälte Jean-Guy Talamoni und HÚl*ne Mattei. Im Golf von Ajaccio wurde am Freitag ein Sprengsatz entschärft, der an der Urlaubsresidenz eines Firmenchefs aus der Pariser Region angebracht worden war.

Das französische Super-Wahljahr beginnt am 21. April 2002 mit dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten wurde auf den 5. Mai festgelegt, wie Abgeordnete der Pariser Nationalversammlung mitteilten. Für den 9. und 16. Juni sind die beiden Durchgänge der Parlamentswahl angesetzt. Der entscheidende Durchgang der Präsidentschaftswahl dürfte nach allen Umfragen eine Wiederauflage des Duells von 1995 bringen, bei dem sich Jacques Chirac knapp gegen den derzeitigen Premier Lionel Jospin durchsetzte. Auch jetzt liegt Chirac in der Wählergunst vorn.

Der umstrittene Korsika-Plan der französischen Regierung hat die letzte parlamentarische Hürde genom-men. Die Pariser Nationalversammlung stimmte am 18.12.2001 in dritter Lesung für den Gesetzentwurf der Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin. Das Reformwerk sieht mehr Autonomie für Korsika vor und soll den bewaffneten Konflikt mit den radikalen Nationalisten auf der Mittelmeerinsel beenden.

Die von der Nationalversammlung bestätigten Reformen ermöglichen es dem korsischen Regionalparlament, in Frankreich gültige Gesetze gemäß den Erfordernissen auf der Insel abzuändern. Zudem soll die korsische Sprache in Kindergärten und Schulen unterrichtet werden. Der Jospin-Plan ist der erste Versuch einer Regierung in Paris, den seit 25 Jahren andauernden bewaffneten Kampf der korsischen Nationalisten durch Zugeständnisse zu beenden.

Im Mai 2007 gewann Nicolas Sarkozy, der Präsidentschaftskandidat der UMP, mit gut 53 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl. Sarkozy folgte Jacques Chirac im Amt des französischen Staatspräsidenten.

Die Franzosen in Salzburg

Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik. Zwischen 12. und 14. Dezember 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden - die Schlacht am Walserfeld.

Dann bildete Salzburg zunächst mit Passau, Eichstätt und Berchtesgaden ein Kurfürstentum, mit dem Großherzog Ferdinand III., dem Bruder von Kaiser Franz II., für den Verlust der Toskana entschädigt wurde. Aber 1804 standen erneut die Franzosen in Salzburg.

Nach positiven Anfängen der neuen Regierung, die zur Errichtung einer medizinischen Fakultät führten, fiel Salzburg schon drei Jahre später, 1806, an Österreich. Nur die exponierte Lage an der Grenze zu Bayern, einem Verbündeten Napoleons, sicherte damals den Fortbestand des Landes.

1809 wurde Salzburg zum dritten Mal von französischen Truppen besetzt. Es kam zum Freiheitskampf der Salzburger gegen die Franzosen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters Joachim Haspinger, eines Gefährten des Tiroler Bauernführers Andreas Hofer, griffen auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den Pass Lueg zeichneten sich Joseph Struber, der Wirt vom Stegenwald, Anton Wallner aus Krimml und Johann Panzl aus Mühlbach im Pinzgau mit ihren Schützen besonders aus. Auch der Pass Strub war heiß umkämpft.

Nach dem Scheitern des Freiheitskampfes erpresste die französische Verwaltung unter Marschall Lefèbvre enorme Kontributionszahlungen aus dem völlig verarmten und verschuldeten Land. Die General-Landesadministration war 1809/10 während der französischen Okkupation die oberste Verwaltungsbehörde im Land Salzburg.

Quellen