Leopoldskroner Weiher: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 22. November 2008, 20:34 Uhr
Der Leopoldskroner Weiher ist ein kleines Gewässer im südlichen Stadtgebiet von Salzburg in der Riedenburg.
Geschichte
Es ist das letzte Überbleibsel eines riesigen Sees, der sich nach der Eiszeit im Salzburger Becken gebildet hatte. Zur Zeit der Salzburger Erzbischöfe diente er als Fischweiher (neben Weihern in Liefering und dem Waginger See in Bayern).
Schwimmschule
Im 19. Jahrhundert war am Ufer, wo heute das Freibad Leopoldskron steht, 72 Jahre lang eine Schwimmanlage im Weiher. Sie wurde vom Offizierskorps des Salzburger Hausregiments Erzherzog Rainer Nr. 59 betrieben. Im Sommer als Schwimmschule, im Winter als Eislaufbahn, nebenbei wurde das Eis an Wirte verkauft[1].
1828 fasste Regimentskommandant Oberst Franz Schmidt von Ehrenberg den Entschluss, im Leopoldskroner Weiher eine Schwimmschule für den Unterricht der Soldaten zu erbauen. Nach Gesprächen mit dem Besitzer des Weihers, Leopold Graf von Firmian konnte im Herbst 1829 der erste Pachtvertrag unterzeichnet werden. Es entstand eine Herrenschwimmschule mit zehn Umkleidekabinen. Im Herbst 1842 begann man mit dem Bau einer Damenschwimmschule und vergrößerte die Herrenschwimmschule.
Immer wieder kam es mit der Familie Firmian, in deren Besitz der Weiher stets geblieben war, zu Streitereien bezüglich der Pachtsumme. Am 1. November 1900 schließlich gab das Regiment die Schwimmschulen dann doch auf, weil ihnen die Pacht von 5000 Gulden jährlich zu teuer wurde.
Feste
Es gab zu jener Zeit auch rauschende Feste am Ufer des Weihers. So etwa am 24. August 1855 zur Vorfeier des Namenstags von König Ludwig von Bayern, dem mittlerweile das Schloss Leopoldskron gehörte. 36 Schiffe mit Lampions verziert beförderten die Ehrengäste, die von einem Floss aus von der Salzburger Liedertafel unterhalten wurden. Zwei Musikkapellen spielten auf und ein Feuerwerk begeisterte die 6000 Besucher, die sich am Ufer des Weihers eingefunden hatten.
Kaiser Franz Joseph I.
Anlässlich seines Besuches in Salzburg vom 21. bis 23. August 1867, bei dem er mit Kaiser Napoléon III. zusammentraf, schwamm der Kaiser täglich hier. Und er gab dem Schwimmmeister 50 Gulden Trinkgeld (oder Spende?).
Natur
Durch die Urtümlichkeit des Uferbereichs südöstlich vom Schloss Leopoldskron und den drei Inseln im Weiher wurde der Weiher zu einem Landschaftsschutzgebiet erklärt. Im Sommer ist der Weiher bei Fischern beliebt, im Winter, wenn das Eis trägt, bei Eisläufern.
Verkehr
Die südöstlich am Weiher entlang führende König Ludwig-Straße ist für den Verkehr gesperrt bis zur Einmündung des Zwieselwegs.
Daten
Der Weiher liegt 431 m ü. NN., ist rund 650 m lang und an seiner breitesten Stelle (Schloss Leopoldskron) rund 220 m breit.
Bildergalerie
Fußnote
- ↑ Es gab ja noch keine Kühlschränke; daher wurde im Winter Eis auf Seen und Weihern gebrochen und an Brauereien und Wirte verkauft, die es in Eiskellern horteten, um so ihre Getränke kühlen zu können
Quellen
- Heimatkunde Stadt Salzburg, Josef Hübl
- Salzburger Miniaturen 3, Karl Heinz Ritschel, [[Otto Müller Verlag], 2004, ISBN 3-7013-1086-6