Kirchliche und weltliche Grundherrschaften in Hof: Unterschied zwischen den Versionen

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==Geschichte==
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Auf dem  Gebiet der heutigen Gemeinde [[Hof bei Salzburg]], welches von insgesamt 32 km langen Grenzen zu den Nachbargemeinden [[Ebenau]], [[Koppl]], [[Plainfeld]], [[Thalgau]], [[Fuschl am See]] und [[Faistenau]] umschlossen ist und [[1960]] Hektar Grund umfasst, lebten zur Zeit der Grundentlastung rund 730 Personen. 81 Güter, samt Äckern, Wiesen, Wald und Gewässern, waren im Eigentum von insgesamt 16 Grundherrschaften.  
Auf dem  Gebiet der heutigen Gemeinde [[Hof bei Salzburg]] (vor 1951 Gemeinde Hof), welches von insgesamt 32 km langen Grenzen zu den Nachbargemeinden [[Ebenau]], [[Koppl]], [[Plainfeld]], [[Thalgau]], [[Fuschl am See]] und [[Faistenau]] umschlossen ist und [[1960]] Hektar Grund umfasst, lebten zur Zeit der Grundentlastung rund 730 Personen. 81 Güter, samt Äckern, Wiesen, Wald und Gewässern, waren im Eigentum von insgesamt 16 Grundherrschaften.  


Nur zwei Güter, das [[Schloss Fuschl|Jagdschloss Fuschl]] und die Wirtstaverne (der heutige Postwirt) waren freieigen; der jeweilige Schlossherr und der Wirt waren Eigentümer ihrer Güter und nur der landesfürstlichen Gerichtsbarkeit unterworfen.
Nur zwei Güter, das [[Schloss Fuschl|Jagdschloss Fuschl]] und die Wirtstaverne (der heutige Postwirt) waren freieigen; der jeweilige Schlossherr und der Wirt waren Eigentümer ihrer Güter und nur der landesfürstlichen Gerichtsbarkeit unterworfen.

Version vom 19. Juli 2015, 11:02 Uhr

Skizze

Kirchliche und weltliche Grundherrschaften in Hof bei Salzburg im Flachgau.

Geschichte

Auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Hof bei Salzburg (vor 1951 Gemeinde Hof), welches von insgesamt 32 km langen Grenzen zu den Nachbargemeinden Ebenau, Koppl, Plainfeld, Thalgau, Fuschl am See und Faistenau umschlossen ist und 1960 Hektar Grund umfasst, lebten zur Zeit der Grundentlastung rund 730 Personen. 81 Güter, samt Äckern, Wiesen, Wald und Gewässern, waren im Eigentum von insgesamt 16 Grundherrschaften.

Nur zwei Güter, das Jagdschloss Fuschl und die Wirtstaverne (der heutige Postwirt) waren freieigen; der jeweilige Schlossherr und der Wirt waren Eigentümer ihrer Güter und nur der landesfürstlichen Gerichtsbarkeit unterworfen.

  1. Hofurbar (Erzbischof als Grundherr): 42 Güter: 37 in Elsenwang, Gitzen und Hof, fünf in Vorderelsenwang.
  2. Domkapitel: 18 Güter: 14 in Hinterschroffenau, vier in Vorderelsenwang.
  3. Der Landständische Salzburgische Militär-St. Ruperti-Ritterorden: Mühlgrub (Rauchhaus), Waldachgut (Landauer), zweites Waldachgut = heutiges Zuhaus zu Landauer.
  4. Vikariatskirche St. Jakob in Koppl: Oberhirschberg und Unterhirschberg.
  5. Oblai (Stiftungsverwaltung des Domkapitels für Ritterlehen, keine bäuerliche Leiheform, sondern eigenes Lehenrecht!): Beutellehen Unterhöfner.
  6. Erzstift St. Peter, Amt Seekirchen: Strumeck.
  7. Augustinerkloster Mülln: Kleinschlag.
  8. Stadtpfarrkirche St. Andrä in Salzburg: Mitterschlaggütl.
  9. Vikariatskirche Hof, anschließend St. Peter und dann Hofurbar: Vorderlebach
  10. Graf Plaz (St. Jakob am Thurn): Bäckerhaus, Kasparnbauer, Schwaighof.
  11. Graf Kuenburg: Oberengelbrecht und Unterengelbrecht.
  12. Graf Lodron: Großschlag und Waldachmühle (heute Gössl).
  13. Ibetsbergersche Herrschaft: Lanzenreit (urspr. “Landtsreith“).
  14. Freiherr von Lassberg: Schroffenauergut (größtes Gut in Hof).
  15. Spängler, vorher Herrschaft Lodron: Hütterergut.
  16. Graf Überacker: Karlgut.

In Hof, Gitzen und Elsenwang (42 Güter, sechs Grundherrschaften) waren 37 Güter hofurbar. Hinterschroffenau (19 Güter, sechs Grundherrschaften) gehörte mit Ausnahme von fünf Gütern dem Salzburger Domkapitel. Besonders zergliedert war das Gebiet der heutigen Ortschaft Vorderelsenwang, dessen 20 Güter im Eigentum von 10 verschiedenen Grundherrschaften waren.

Der unter Punkt 10 angeführte Schwaighof (Familienname Enzinger) wurde zum Ursprung einiger Enzinger-Stammfolgen auf Bauernhöfen am Högl im Rupertiwinkel. Der zweite Sohn des Schwaighofbauern Rupert Enzinger in Hof (Bauer von 1793-1826), Philipp Josef Enzinger, geb. am 1. Mai 1795, heiratete 1825 beim Holzmeisterbauern am Stoißberg ein. Dessen Sohn Petrus, geb. am 29. Jänner 1840 wurde Süßenbauer in Teisendorf und dessen Bruder Ludwig, geb. am 20. August 1845 wurde Beylechnerbauer am Reitberg. Ein Enkel von Rupert Enzinger, der älteste Sohn von Philipp, Josef Enzinger, geb. am 11. November 1825 wurde Mayrbauer in Ottmaning (Bauer von 1873-1897, zuerst noch Holzmeisterbauer von 1862-1973) und begründete an diesem Hof die Stammfolge der Enzinger, nachdem 1873 das Holzmeistergut verkauft und dafür das Mayrbauerngut erworben worden war. Die aktuellen Hofinhaber, die ihre Wurzel am Schwaighof in Hof bei Salzburg haben:

  1. Mayrbauer in Ottmaning: Josef (V.) Enzinger, geb. am 29. April 1960, Bauer seit 1986, verheiratet mit Christine Tannbichler, vier Kinder.
  2. Beylechner am Reitberg: Ludwig Enzinger, geb. am 1. Oktober 1952, verheiratet mit Gertrud Neumaier, eine Tochter.
  3. Süßenbauer in Teisendorf: Peter (III.) Enzinger, geb. 1961.

Siehe auch

Quellen

  • Grundbuch Thalgau: Vermerk der Grundherrschaften auf den A-Blättern.
  • Stiftsarchiv Erzstift St. Peter: Angaben über Beutellehen und Ruperti-Ritterorden, Landesarchiv Salzburg: Findbücher
  • Familie Höfner Johann, 5322 Hof bei Salzburg, Schloss-Str. 7: Urkunden über Freimachung des Beutellehens

Autoren

Literatur

  • Gerhard Ammerer : Verfassung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit von Matthäus Lang bis zur Säkularisation (1519 - 1803) - Aspekte zur Entwicklung der neuzeitlichen Staatlichkeit. In: Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs, Stadt und Land, Bd. II, Neuzeit und Zeitgeschichte, Teil 1, Salzburg 1988, S. 325-374, hier 352-357.
  • Heinz Dopsch : Recht und Verwaltung. In: Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger (Hrsg.): Geschichte Salzburgs. Stadt und Land. Vorgeschichte, Altertum, Mittelalter. Bd.I/2, Salzburg 1988. S. 867-950, hier S. 868- 875.
  • Heinz Dopsch : Kleine Geschichte Salzburgs. Salzburg 2001, S. 61-66.
  • Heinz Dopsch : Steinbrünning und seine Herrschaftsgeschichte. In: Das Salzfass, Neue Folge. Heimatkundliche Zeitschrift des Historischen Vereins Rupertiwinkel, 7 (1971), 1/2, Festschrift zur 700-Jahr-Feier der Steinbrünninger Kirche. S. 2-40, hier S. 15-23.
  • Heinz Dopsch: Von den Anfängen menschlicher Siedlung bis zum Ende der erzbischöflichen Herrschaft (1803) und zum Übergang Salzburgs an Österreich (1816). In: Gemeinde Plainfeld (Hrsg.): Geschichte von Plainfeld. Salzburg 2003, S. 27- 82, hier S. 62-75.
  • Heinz Dopsch : Länder und Landesgrenzen bis 1803. In: EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein (Hrsg.): Heimat mit Geschichte und Zukunft. Trostberg 2004, S. 49-57.
  • Peter Eigner/Andrea Helige: Österreichische Wirtschafts- und Sozialgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert. 175 Jahre Wiener Städtische Versicherung. Wien 1999. S. 56-57.
  • Enzinger, Kurt: Die Enzinger vom Högl. Stammfolgen eines Rupertiwinkler Bauerngeschlechts aus fünf Jahrhunderten. In: MGSL 138 (1998), S. 565 -569.
  • EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein (Hrsg.): Heimat mit Geschichte und Zukunft. Trostberg 2004.
  • Hanns Haas: Vormärz, Revolution und Neoabsolutismus. In: Dopsch, Heinz/Spatzenegger, Hans (Hrsg.): Geschichte Salzburgs. Stadt und Land. Neuzeit und Zeitgeschichte. Bd.II/2, Salzburg 1988, S. 661-717, hier S 709-712.
  • Gerhard Jagschitz : Erbhof und Politik. In: Dworsky, Alfons/ Schider Hartmut (Hrsg.): Die Ehre Erbhof. Salzburg, Wien 1980, S. 69-81, hier S. 69.
  • Österreichische Kunsttopographie, Band XI, III. Teil, Wien 1913, S. 409 (Grundherren: Platz, Lodron etc.).
  • Herbert Klein: Ritterlehen und Beutellehen in Salzburg. In: MGSL, Ergänzungsband 1965, Festschrift zum 65. Geburtstag von Herbert Klein, S. 325-378. (Erstveröffentlicht in: Bd. 80, 1940, S. 87-128). Signatur GES: 502 W6 Klein 2.
  • Franz Ortner: Das Erzbistum Salzburg in seiner Geschichte. Mittelalter, Missionszentrum und Kulturträger, Bd. 2, Strasbourg 1995. Titelblattrückseite und S. 26.
  • Peter Putzer: Staatlichkeit und Recht nach der Säkularisation. In: Dopsch, Heinz/Spatzenegger, Hans (Hrsg.): Geschichte Salzburgs. Stadt und Land. Neuzeit und Zeitgeschichte. Bd. II/2, Salzburg 1988, S. 620-659.
  • Roman Sandgruber: Ökonomie und Politik. Österreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Wien 1995, S. 233-235. (Österreichische Geschichte, hrsg. von Herwig Wolfram).
  • Günter Stierle: Der „Landständisch Salzburgische Militär Sankt Ruperti Ritterorden“. In: MGSL 140 (2000) S. 143-168.

Weblinks