Paraswammerdamia albicapitella: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Paraswammerdamia albicapitella''' (''Tinea albicapitella'' Scharfenberg, 1805) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Yponomeutidae]].
 
'''Paraswammerdamia albicapitella''' (''Phalaena albicapitella'' Scharfenberg, 1805: 803-804) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Yponomeutidae]].
 
==Diagnose==
Neben der auffallenden Weißfärbung von Kopf und Thorax ist für die Art der in der Mitte unterbrochene, dunkle Mittelstreifen am Vorderflügel charakteristisch. Zu sicheren Erkennung kann allerdings oft eine Genitaluntersuchung erforderlich sein.
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
Von ''P. albicapitella'' gibt es nur zwei fragliche Angaben durch Mitterberger (1909) aus der Zone II nach Embacher et al. (2011). Mitterberger meldet die Tiere als ''[[Swammerdamia caesiella]]'' von den Barmsteinen bei [[Kaltenhausen]] (15.7.1908) und vom [[Nockstein]] (22.7.1908). Diese Angaben beziehen Embacher & Kurz (2009) auf ''P. albicapitella'', allerdings konnten die Belegexemplare im Biologiezentrum in Linz nicht aufgefunden werden. Ebenfalls fraglich ist ein neuer Nachweis durch G. Hufler aus dem Süden von Saalfelden (Zone III, [[Schieferalpen]]) vom 28.6.2020, der nur fotografisch dokumentiert ist. Die Fundorte liegen zwischen rund 660 und 940 m Höhe ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2022). Über den Lebensraum der Art in Salzburg liegen keine Angaben vor, und auch die Anzahl der Generationen pro Jahr ist unbekannt. Die bisherigen Funde stammen aus dem Juni und Juli.
Von ''P. albicapitella'' gab es nur zwei fragliche Angaben durch Mitterberger (1909) aus der Zone II nach Embacher et al. (2025). Mitterberger meldete die Tiere als ''Swammerdamia caesiella'' von den Barmsteinen bei Kaltenhausen (15.07.1908) und vom Nockstein (22.07.1908). Diese Angaben beziehen Embacher & Kurz (2008) auf ''P. albicapitella'', allerdings konnten die Belegexemplare im Biologiezentrum in Linz nicht aufgefunden werden. Ebenfalls fraglich ist ein neuer Nachweis durch G. Hufler aus dem Süden von Saalfelden (Zone III, Schieferalpen) vom 28.06.2020, der nur fotografisch dokumentiert ist. Die Fundorte liegen zwischen rund 660 und 940 m Höhe (Kurz & Kurz 2026). Über den Lebensraum der Art in Salzburg liegen keine Angaben vor, und auch die Anzahl der Generationen pro Jahr ist unbekannt. Die bisherigen Funde stammen aus dem Juni und Juli.
 
==Nachbarfaunen==
Huemer (2013) meldet die Art aus allen österreichischen Bundesländern. Aus Oberösterreich sind nur über 100 Jahre alte Funde aus dem Alpenvorland und dem Alpengebiet publiziert (Klimesch 1991), die zudem nicht überprüft sind. In Bayern dagegen ist ''P. albicapitella'' rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2021).


==Biologie und Gefährdung==
==Biologie und Gefährdung==
Über die Biologie der Art in Salzburg liegen keinerlei Angaben vor ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2022). Nach Hannemann (1977) sollen die Raupen an ''[[Prunus spinosa]]'' (Schlehe) fressen. Eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung ist mangels Daten nicht möglich.
Über die Biologie der Art in Salzburg liegen keinerlei Angaben vor (Kurz & Kurz 2026). Nach Lepiforum (2026) leben die Raupen an ''[[Prunus spinosa]]'' (Schlehe), gelegentlich auch an Weißdorn-Arten. Eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung ist mangels Daten nicht möglich (Einstufung DD nach Embacher et al. 2025).


==Weiterführende Informationen==
==Weiterführende Informationen==
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{{Fauna und Flora Projekt}}
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==Quellen==
==Quellen==
*Embacher, G. & M. Kurz 2009. Yponomeutidae, Ypsolophidae, Plutellidae und Acrolepiidae (Lepidoptera) des Landes Salzburg. Beiträge zur Entomofaunistik 9: 3-11.
*Embacher, G. & M. A. Kurz 2008. Yponomeutidae, Ypsolophidae, Plutellidae und Acrolepiidae (Lepidoptera) des Landes Salzburg. Beiträge zur Entomofaunistik 9: 3-11.
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{{Quelle Embacher et al. 2024}}
*Hannemann, H.-J. 1977. Kleinschmetterlinge oder Microlepidoptera III. Federmotten (Pterophoridae) Gespinstmotten (Yponomeutidae) Echte Motten (Tineidae). - In: Dahl, F. 1925. Die Tierwelt Deutschlands. 63. Teil. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 275 pp., 17 Taf.
*Haslberger, A. & A. H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2022. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 10 Juli 2022].
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
*Klimesch, J. 1991. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 7. Microlepidoptera II. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-301.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000-2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: https://nkis.info [online 2026.02.10].
*Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2026: ''Paraswammerdamia albicapitella'' (Scharfenberg, 1805). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2026.02.10].
*Mitterberger, K. 1909. Verzeichnis der im Kronlande Salzburg bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 49: 195-552.
*Mitterberger, K. 1909. Verzeichnis der im Kronlande Salzburg bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 49: 195-552.
[[Kategorie:Wissenschaft]]
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[[Kategorie:Naturwissenschaft]]
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[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Biologie]]
[[Kategorie:Fauna]]
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[[Kategorie:Insekt]]
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[[Kategorie:Schmetterling]]
[[Kategorie:Schmetterling]]
[[Kategorie:Kleinschmetterling]]
[[Kategorie:Kleinschmetterling]]

Version vom 15. Februar 2026, 10:38 Uhr

Friuli-Venezia Giulia, Pordenone, Vivaro, Magredi dell Cellina, 2008.06.07

Paraswammerdamia albicapitella (Phalaena albicapitella Scharfenberg, 1805: 803-804) ist eine Art aus der Ordnung Lepidoptera, Familie Yponomeutidae.

Diagnose

Neben der auffallenden Weißfärbung von Kopf und Thorax ist für die Art der in der Mitte unterbrochene, dunkle Mittelstreifen am Vorderflügel charakteristisch. Zu sicheren Erkennung kann allerdings oft eine Genitaluntersuchung erforderlich sein.

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]

Von P. albicapitella gab es nur zwei fragliche Angaben durch Mitterberger (1909) aus der Zone II nach Embacher et al. (2025). Mitterberger meldete die Tiere als Swammerdamia caesiella von den Barmsteinen bei Kaltenhausen (15.07.1908) und vom Nockstein (22.07.1908). Diese Angaben beziehen Embacher & Kurz (2008) auf P. albicapitella, allerdings konnten die Belegexemplare im Biologiezentrum in Linz nicht aufgefunden werden. Ebenfalls fraglich ist ein neuer Nachweis durch G. Hufler aus dem Süden von Saalfelden (Zone III, Schieferalpen) vom 28.06.2020, der nur fotografisch dokumentiert ist. Die Fundorte liegen zwischen rund 660 und 940 m Höhe (Kurz & Kurz 2026). Über den Lebensraum der Art in Salzburg liegen keine Angaben vor, und auch die Anzahl der Generationen pro Jahr ist unbekannt. Die bisherigen Funde stammen aus dem Juni und Juli.

Nachbarfaunen

Huemer (2013) meldet die Art aus allen österreichischen Bundesländern. Aus Oberösterreich sind nur über 100 Jahre alte Funde aus dem Alpenvorland und dem Alpengebiet publiziert (Klimesch 1991), die zudem nicht überprüft sind. In Bayern dagegen ist P. albicapitella rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2021).

Biologie und Gefährdung

Über die Biologie der Art in Salzburg liegen keinerlei Angaben vor (Kurz & Kurz 2026). Nach Lepiforum (2026) leben die Raupen an Prunus spinosa (Schlehe), gelegentlich auch an Weißdorn-Arten. Eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung ist mangels Daten nicht möglich (Einstufung DD nach Embacher et al. 2025).

Weiterführende Informationen

Allgemeine Informationen und Hilfe:

Naturkundliche Gesellschaft

Über das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora
Das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.


Quellen

  • Embacher, G. & M. A. Kurz 2008. Yponomeutidae, Ypsolophidae, Plutellidae und Acrolepiidae (Lepidoptera) des Landes Salzburg. Beiträge zur Entomofaunistik 9: 3-11.
  • Haslberger, A. & A. H. Segerer 2021. Fünf Jahre "Checkliste der Schmetterlinge Bayerns". Eine Erfolgsgeschichte der bayerischen Insektenfaunistik auf neuestem Stand (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 111. Online-Supplement S6. Aktualisierte Checkliste (Hauptkatalog). Stand: 15.09.2021: 74 pp.
  • Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
  • Klimesch, J. 1991. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 7. Microlepidoptera II. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1-301.
  • Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000-2026. Naturkundliches Informationssystem. URL: https://nkis.info [online 2026.02.10].
  • Lepiforum e.V. [Hrsg.] 2008-2026: Paraswammerdamia albicapitella (Scharfenberg, 1805). URL: https://lepiforum.org/wiki/ [online 2026.02.10].
  • Mitterberger, K. 1909. Verzeichnis der im Kronlande Salzburg bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 49: 195-552.