Bezirksärzte in Mittersill: Unterschied zwischen den Versionen

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So wurde der Standort Mittersill für ein zweites Physikat im Pinzgau beschlossen und die Finanzierung des Postens im Juli [[1805]] geregelt. Die Landschaft sollte von den 400[[Gulden|fl.]] an jährlichem Gehalt für den Landphysiker 385fl. übernehmen und das Bergwerk Mühlbach 15fl. tragen . Weitere Schritte zur Besetzung des Physikats mit einem geeigneten Kandidaten konnten aber nicht mehr gemacht werden, da der Krieg gegen Frankreich wieder ausbrach. Die Besorgung des Physikats von Mittersill wurde dem Arzt zu [[Zell am See]] übertragen.<ref>SLA k. k. Hofkommission II 507 g.</ref>
 
So wurde der Standort Mittersill für ein zweites Physikat im Pinzgau beschlossen und die Finanzierung des Postens im Juli [[1805]] geregelt. Die Landschaft sollte von den 400[[Gulden|fl.]] an jährlichem Gehalt für den Landphysiker 385fl. übernehmen und das Bergwerk Mühlbach 15fl. tragen . Weitere Schritte zur Besetzung des Physikats mit einem geeigneten Kandidaten konnten aber nicht mehr gemacht werden, da der Krieg gegen Frankreich wieder ausbrach. Die Besorgung des Physikats von Mittersill wurde dem Arzt zu [[Zell am See]] übertragen.<ref>SLA k. k. Hofkommission II 507 g.</ref>
  
[[1806]] wurde ein Versuch unternommen, das eigentlich bereits genehmigte Physikat zu besetzen und zwar mit [[Joseph Susan]]. Doch die "hohe Entscheidung" (des Kaisers) bleib aus und das Physikat weiter unbesetzt.<ref>SLA k. k. Hofkommission II 507 g.</ref>
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[[1806]] wurde ein Versuch unternommen, das eigentlich bereits genehmigte Physikat zu besetzen und zwar mit [[Joseph August Susan|Joseph Susan]]. Doch die "hohe Entscheidung" (des Kaisers) blieb aus und das Physikat weiter unbesetzt.<ref>SLA k. k. Hofkommission II 507 g.</ref>
  
 
Mittersill kam wieder gesamte Salzachkreis [[1810]] unter Bayerische Herrschaft. [[1814]] wurde die Organisierung des Medizinalwesens nach bayerischer Vorgabe durchgeführt und in der Folge zahlreiche Gerichtsärzte neu ernannt oder versetzt. In [[Kitzbühel]] und [[Hopfgarten]], [[Thalgau]] und [[Mittersill]] wurden zusätzliche Landgerichtsärzte eingesetzt.<ref>Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 18. März 1814, S. 389–392; Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 6. Oktober 1815, S. 1207 f.</ref> Mit dem Übergang von der bayerischen Herrschaft zu österreichischen änderte sich vorerst nichts.  
 
Mittersill kam wieder gesamte Salzachkreis [[1810]] unter Bayerische Herrschaft. [[1814]] wurde die Organisierung des Medizinalwesens nach bayerischer Vorgabe durchgeführt und in der Folge zahlreiche Gerichtsärzte neu ernannt oder versetzt. In [[Kitzbühel]] und [[Hopfgarten]], [[Thalgau]] und [[Mittersill]] wurden zusätzliche Landgerichtsärzte eingesetzt.<ref>Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 18. März 1814, S. 389–392; Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 6. Oktober 1815, S. 1207 f.</ref> Mit dem Übergang von der bayerischen Herrschaft zu österreichischen änderte sich vorerst nichts.  
  
[[1818/19]] fand die Organisierung der Distriktsphysikate statt, was das Ende für das Physikat Mittersill bedeutete.  In den Jahren 1822 und 1823 brachen Nervenfieber-Epidemien aus.<ref>Pfarrarchiv Mittersill Schachtel 136.</ref> Diese beiden Typhusepidemien im Hochpinzgau, beziehungsweise die daraus resultierenden Kosten für auswärtige Ärzte, brachten letztendlich die Erkenntnis, dass Mittersill einen eigenen Arzt benötigte. Durch eine Regierungsentscheidung vom 30. September 1826 wurde das Kreisamt in [[Salzburg]] aufgefordert, noch einmal um eine Bezirksarztstelle anzusuchen.
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1818/19 fand die Organisierung der Distriktsphysikate statt, was das Ende für das Physikat Mittersill bedeutete.  In den Jahren 1822 und 1823 brachen Nervenfieber-Epidemien aus.<ref>Pfarrarchiv Mittersill Schachtel 136.</ref> Diese beiden Typhusepidemien im Hochpinzgau, beziehungsweise die daraus resultierenden Kosten für auswärtige Ärzte, brachten letztendlich die Erkenntnis, dass Mittersill einen eigenen Arzt benötigte. Durch eine Regierungsentscheidung vom 30. September 1826 wurde das Kreisamt in [[Salzburg]] aufgefordert, noch einmal um eine Bezirksarztstelle anzusuchen.
  
 
Am 23. August 1827 wurde nun das Distriktsphysikat Mittersill endgültig errichtet. (siehe Abbildung)
 
Am 23. August 1827 wurde nun das Distriktsphysikat Mittersill endgültig errichtet. (siehe Abbildung)
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Eine ausführliche Beschreibung der Vorgänge findet sich in dem Artikel "'Medizinische Mobilität' am Beispiel des Physikats Mittersill".<ref>Eva Heitzinger-Weiser, 'Medizinische Mobilität' am Beispiel des Physikats Mittersill, in: Reise in den Pinzgau. Eine Kulturgeschichte zwischen Saumhandel und Urlaubsdestination, Hg., Martin Knoll, Peter F. Kramml, Joahnnes Lang, Alfred Stefan Weiß, Salzburg 2024, 292-316. </ref>
  
  
 
== Die Physiker/Bezirksärzte ==
 
== Die Physiker/Bezirksärzte ==
* [[1766]]–1803 unbekannt
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* [[1814]]–1819 [[Joseph Riedler]]
* [[1803]]–1804 [[Wolfgang Oberlechner]]
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* [[1819]]–[[1824]] [[Karl Pürstinger]] Besorgung durch den Bezirksarzt von Zell am See
* [[1804]]–1808 [[Felix Winkelhofer (Bezirksarzt)|Felix Winkelhofer]]
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* [[1823]]<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Sch. 150.</ref>–[[1827]] provisorisch dann definitiv [[Johann Baptist Tuaillon]], da Dr. Pürstinger seit Antritt seines Amtes immer kränklich war.  
* [[1808]]–1814 [[Anton Brandstätter (Bezirksarzt)|Anton Brandstätter]], ab Februar 1814: "Taxenbach, Gastein und Zell am See sämmtlich III. Klasse, mit dem Sitze Zell am See"<ref>Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt, 18. März 1814.</ref>
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* [[1827]]–1833 [[Paul Grießmayr]] Die Familie lebte am Marktplatz 30 im sogenannten „Hoferhaus“, das das große Handelshaus im Markt war und zu dieser Zeit dem Krämer und späteren Bürgermeister Chrisant Grießenauer (1791–1842) gehörte.
* [[1814]]–[[1824]] [[Karl Pürstinger]] ab 23. September "[[Saalfelden]], [[Taxenbach]] und Zell am See"<ref>Königlich-Baierisches Regierungsblatt 1814, 1563.</ref>
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* [[1833]]–1835 [[Joseph Ritter v Moczarsky]]
* [[1823]]<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Sch. 150.</ref>–[[1827]] provisorisch dann definitiv [[Johann Baptist Tuaillon]], da Dr. Pürstinger seit Antritt seines Amtes immer kränklich war.
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* [[1838]]–[[1839]] [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]]
* [[1827]]–1830 [[Joseph von Lasser zu Zollheim]]  
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* [[1839]]<ref>Linzer Zeitung 31. Jänner 1840, 1.</ref> - ? Franz Spitaler, der mit [[Ignaz von Kürsinger]] des Groß-Venediger erstmals besteigt und das Buch „Der Groß-Venediger in der norischen Central Alpenkette, seine erste Ersteigung und seine Gletscher in seiner gegenwärtigen und ehemaligen Ausdehnung" veröffetnlicht
* [[1830]]–[[1837]] [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]]
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* ab [[1840]] Joseph Kirchner (Mittersill<ref>Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Ges.-Angelegenheiten 1870, XI-XII.</ref> oder Zell am See<ref>Provinizialhandbuch 1846, 127-128.</ref>? eher Zell am See)
* [[1838]] unbesetzt, da Sauter nach Mittersill wechselt
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* [[1848]]<ref>Joseph Nader, Hg., Medicinal-Schematismus der österreichischen Monarchie 1848, Wien 1848, 62.</ref> ab wann? Joseph Ploy
* [[1839]]–1840 [[Innozenz Tallavania]]
 
* ab [[1841]] Joseph Kirchner
 
 
 
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
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Version vom 8. Dezember 2024, 15:51 Uhr

Die Errichtung des Physikates Mittersill OÖLA Landesregierungsarchiv 1787 1849 Allgemeine Reihe Schachtel 151

Das ist die (unvollständige) Liste der Bezirksärzte in Mittersill seit Errichtung des Physikates Mittersill im Jahr 1805. Im Salzburger Medizinalrat wurde 1803 im Jahr der Säkularisierung und der Errichtung des Kurfürstentums Salzburg auch die Einteilung der Physikats-Sprengel diskutiert. Bis dahin gab es im Pinzgau nur das Physikat Zell am See. Im „Entwurf einer neuen und besseren Verteilung der Physikate“ war zu lesen, dass die Bestimmung des Physikatssprengels zu Zell im Pinzgau "beynahe ans Lächerliche" grenzt, weil er ein Drittel des Herzogtums Salzburg umfasst. "Die Menschen welche in demselben leben, dürften allso ihres Lebens wegen ziemlich schlecht besorgt seyn."[1].

So wurde der Standort Mittersill für ein zweites Physikat im Pinzgau beschlossen und die Finanzierung des Postens im Juli 1805 geregelt. Die Landschaft sollte von den 400fl. an jährlichem Gehalt für den Landphysiker 385fl. übernehmen und das Bergwerk Mühlbach 15fl. tragen . Weitere Schritte zur Besetzung des Physikats mit einem geeigneten Kandidaten konnten aber nicht mehr gemacht werden, da der Krieg gegen Frankreich wieder ausbrach. Die Besorgung des Physikats von Mittersill wurde dem Arzt zu Zell am See übertragen.[2]

1806 wurde ein Versuch unternommen, das eigentlich bereits genehmigte Physikat zu besetzen und zwar mit Joseph Susan. Doch die "hohe Entscheidung" (des Kaisers) blieb aus und das Physikat weiter unbesetzt.[3]

Mittersill kam wieder gesamte Salzachkreis 1810 unter Bayerische Herrschaft. 1814 wurde die Organisierung des Medizinalwesens nach bayerischer Vorgabe durchgeführt und in der Folge zahlreiche Gerichtsärzte neu ernannt oder versetzt. In Kitzbühel und Hopfgarten, Thalgau und Mittersill wurden zusätzliche Landgerichtsärzte eingesetzt.[4] Mit dem Übergang von der bayerischen Herrschaft zu österreichischen änderte sich vorerst nichts.

1818/19 fand die Organisierung der Distriktsphysikate statt, was das Ende für das Physikat Mittersill bedeutete. In den Jahren 1822 und 1823 brachen Nervenfieber-Epidemien aus.[5] Diese beiden Typhusepidemien im Hochpinzgau, beziehungsweise die daraus resultierenden Kosten für auswärtige Ärzte, brachten letztendlich die Erkenntnis, dass Mittersill einen eigenen Arzt benötigte. Durch eine Regierungsentscheidung vom 30. September 1826 wurde das Kreisamt in Salzburg aufgefordert, noch einmal um eine Bezirksarztstelle anzusuchen.

Am 23. August 1827 wurde nun das Distriktsphysikat Mittersill endgültig errichtet. (siehe Abbildung) Eine ausführliche Beschreibung der Vorgänge findet sich in dem Artikel "'Medizinische Mobilität' am Beispiel des Physikats Mittersill".[6]


Die Physiker/Bezirksärzte

Quellen

  1. SLA churf. u. k. k. österr. Reg. XI. 025.
  2. SLA k. k. Hofkommission II 507 g.
  3. SLA k. k. Hofkommission II 507 g.
  4. Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 18. März 1814, S. 389–392; Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 6. Oktober 1815, S. 1207 f.
  5. Pfarrarchiv Mittersill Schachtel 136.
  6. Eva Heitzinger-Weiser, 'Medizinische Mobilität' am Beispiel des Physikats Mittersill, in: Reise in den Pinzgau. Eine Kulturgeschichte zwischen Saumhandel und Urlaubsdestination, Hg., Martin Knoll, Peter F. Kramml, Joahnnes Lang, Alfred Stefan Weiß, Salzburg 2024, 292-316.
  7. OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Sch. 150.
  8. Linzer Zeitung 31. Jänner 1840, 1.
  9. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Ges.-Angelegenheiten 1870, XI-XII.
  10. Provinizialhandbuch 1846, 127-128.
  11. Joseph Nader, Hg., Medicinal-Schematismus der österreichischen Monarchie 1848, Wien 1848, 62.