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== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
 
Das "[[Salzburger Volksblatt]]" berichtet in seiner Ausgabe vom [[7. April]] [[1881]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18810407&query=%22August+Schwarz%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 7. April 1881, Seite 2</ref>
 
Das "[[Salzburger Volksblatt]]" berichtet in seiner Ausgabe vom [[7. April]] [[1881]]:<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=18810407&query=%22August+Schwarz%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 7. April 1881, Seite 2</ref>
<blockquote>''Gestern Vormittags kurz nach 9 Uhr signalisirten von der [[Festung Hohensalzburg|Festung]] herab drei Alarmschüsse einen Brand innerhalb der Stadt. Das Heizhaus auf dem [[Salzburg Hauptbahnhof|österreichischen Bahnhofe]], so hieß es, steht in Flammen. Dem war jedoch nicht so; es brannte vielmehr der kleine Rauchenbichler-Hof oberhalb des Gasthauses »zum [[Pflanzmann]]«. Mächtige Rauch- und Feuersäuien stiegen aus dem genannten Objekte himmelan und gaben Zeugniß von der Zerstörungswuth des entfesselten Elementes, das sich mit Riesenschnelligkeit über das ganze weitläufige Gebäude verbreitet hatte. Wie Augenzeugen sagten, so war der Brand auf dem Heuboden zum Ausbruche gelangt. In den großen Heu- und Futtervorräthen fand das Feuer reichliche Nahrung; bald schlugen die Flammen auch schon aus allen Fugen des Daches hervor. Das an den  Stall und Heuboden sich an­lehnende Wohngebäude für die Hausleute und das Gesinde konnte dem rasch um sich greifenden Elemente nicht Widerstand leisten und war bereits rettungslos verloren, ehe noch Hilfe am Platze war. Zum Un­glück befand sich außer der kranken Bäuerin fast nie­mand im Haus als der Schreckensruf »Feuer« er­tönte. Die arme Frau raffte in ihrer Angst zusammen, was sie an Werthsachen finden konnte, darunter auch eine Brieftasche, in der sich ein Betrag von 1000 [[Gulden|fl]]., weniger 13—14 fl., befand. Sie erreichte glücklich das Freie, bemerkte aber zu spät, daß sie die werthvolle Brieftasche aus ihrer Flucht aus dem brennen­den Gebäude verloren hatte. Der Weg ins Haus zurück war ihr bereits verschlossen, da dort, wo ihr Fuß vor wenigen Minuten noch geweilt hatte, bereits ein Feuerherd loderte; so wurde dieser bedeutende Be­trag von den Flammen vernichtet. Inzwischen waren die nächsten Nachbarn zur Hilfe herbei geeilt und brachten rasch dar Vieh aus dem fast schon brennen­ dem Stalle hinaus und in Sicherheit. Der Besitzer der Hofe, Hr. Berger, der unweit mit Ackern be­schäftigt war, erfuhr von dem Brande erst, als das Feuer schon nicht mehr unterdrückt werden konnte.
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<blockquote>''[[6. April|Gestern Vormittags]] kurz nach 9 Uhr signalisirten von der [[Festung Hohensalzburg|Festung]] herab drei Alarmschüsse einen Brand innerhalb der Stadt. Das Heizhaus auf dem [[Salzburg Hauptbahnhof|österreichischen Bahnhofe]], so hieß es, steht in Flammen. Dem war jedoch nicht so; es brannte vielmehr der kleine Rauchenbichler-Hof oberhalb des Gasthauses »zum [[Pflanzmann]]«. Mächtige Rauch- und Feuersäuien stiegen aus dem genannten Objekte himmelan und gaben Zeugniß von der Zerstörungswuth des entfesselten Elementes, das sich mit Riesenschnelligkeit über das ganze weitläufige Gebäude verbreitet hatte. Wie Augenzeugen sagten, so war der Brand auf dem Heuboden zum Ausbruche gelangt. In den großen Heu- und Futtervorräthen fand das Feuer reichliche Nahrung; bald schlugen die Flammen auch schon aus allen Fugen des Daches hervor. Das an den  Stall und Heuboden sich an­lehnende Wohngebäude für die Hausleute und das Gesinde konnte dem rasch um sich greifenden Elemente nicht Widerstand leisten und war bereits rettungslos verloren, ehe noch Hilfe am Platze war. Zum Un­glück befand sich außer der kranken Bäuerin fast nie­mand im Haus als der Schreckensruf »Feuer« er­tönte. Die arme Frau raffte in ihrer Angst zusammen, was sie an Werthsachen finden konnte, darunter auch eine Brieftasche, in der sich ein Betrag von 1000 [[Gulden|fl]]., weniger 13—14 fl., befand. Sie erreichte glücklich das Freie, bemerkte aber zu spät, daß sie die werthvolle Brieftasche aus ihrer Flucht aus dem brennen­den Gebäude verloren hatte. Der Weg ins Haus zurück war ihr bereits verschlossen, da dort, wo ihr Fuß vor wenigen Minuten noch geweilt hatte, bereits ein Feuerherd loderte; so wurde dieser bedeutende Be­trag von den Flammen vernichtet. Inzwischen waren die nächsten Nachbarn zur Hilfe herbei geeilt und brachten rasch dar Vieh aus dem fast schon brennen­ dem Stalle hinaus und in Sicherheit. Der Besitzer der Hofe, Hr. Berger, der unweit mit Ackern be­schäftigt war, erfuhr von dem Brande erst, als das Feuer schon nicht mehr unterdrückt werden konnte.
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''Mit Entsetzen gewahrte er das Unheil, dem zu steuern Menschenhände nicht mehr im Stande waren. Die [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg|freiwillige Feuerwehr von Salzburg]] langte kaum eine halbe Stunde nach Abgabe der Alarmschüsse am Brand­platze an; Spritzen aus den Nachbargemeinden und von Kasern (Baron [[August Freiherr von Schwarz|August Schwarz]]) waren schon früher erschienen. Die Löscharbeiten stießen auf große Hindernisse, da Wassermangel herrschte. Erst als von Seite der Feuerwehr der Hydrophor in Thätigkeit gesetzt war und das Wasser aus dem [[Plainbach]]e in die langen Schläuche pumpte, die den ganzen Rauchenbichl hinauf bis zur Brandstelle gelegt waren, erst dann war es möglich, dem Feuer energischer zu Leibe zu rücken. Der Getreidekästen glich einer mächtigen Feuersäule und wurde erst nach harten Anstrengungen eingegriffen und das brennende Getreide gelöscht.
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''Mit Entsetzen gewahrte er das Unheil, dem zu steuern Menschenhände nicht mehr im Stande waren. Die [[Freiwillige Feuerwehr der Stadt Salzburg|freiwillige Feuerwehr von Salzburg]] langte kaum eine halbe Stunde nach Abgabe der Alarmschüsse am Brand­platze an; Spritzen aus den Nachbargemeinden und von [[Kasern]] (Baron [[August Freiherr von Schwarz|August Schwarz]]) waren schon früher erschienen. Die Löscharbeiten stießen auf große Hindernisse, da Wassermangel herrschte. Erst als von Seite der Feuerwehr der Hydrophor in Thätigkeit gesetzt war und das Wasser aus dem [[Plainbach]]e in die langen Schläuche pumpte, die den ganzen Rauchenbichl hinauf bis zur Brandstelle gelegt waren, erst dann war es möglich, dem Feuer energischer zu Leibe zu rücken. Der Getreidekästen glich einer mächtigen Feuersäule und wurde erst nach harten Anstrengungen eingegriffen und das brennende Getreide gelöscht.
    
''Der Wohntrakt brannte bis auf den Boden nieder, ebenso der Heuboden und Stall, von welchem nur die vier gemauerte« Wände unversehrt blieben. Ein neuer Anbau aus Mauerwerk, in welchem ein Wagenaufseher der [[Westbahnstrecke|Westbahn]] mit Frau und Kindern wohnte, blieb ziemlich unversehrt, nur der Dachstuhl wurde vernichtet. Der günstigen Windrichtung war es zu danken, daß der große Rauchenbichlerhof, der kaum 100 Schritte von dem Brandobjekte entfernt ist, ver­schont blieb. Um 1 Uhr war man des Brandes end­lich Herr geworden. Gerettet war von der Wohnungs­einrichtung und den anderen Fährnissen des Hofbesitzers fast nichts geworden, und ist der Schaden, den der Bedauernswerthe erleidet, ein sehr bedeutender, der durch den Assekuranz-Bettag von 5000 fl. beiweitem nicht gedeckt erscheint. Wie das Feuer zum Ausbruch gelangt ist, konnte bis jetzt nicht eruirt werden. Man vermuthet, daß vielleicht der Kamin schadhaft war und in Folge dessen das Sparrenwerk im Dachraume in Brand gerathen war.
 
''Der Wohntrakt brannte bis auf den Boden nieder, ebenso der Heuboden und Stall, von welchem nur die vier gemauerte« Wände unversehrt blieben. Ein neuer Anbau aus Mauerwerk, in welchem ein Wagenaufseher der [[Westbahnstrecke|Westbahn]] mit Frau und Kindern wohnte, blieb ziemlich unversehrt, nur der Dachstuhl wurde vernichtet. Der günstigen Windrichtung war es zu danken, daß der große Rauchenbichlerhof, der kaum 100 Schritte von dem Brandobjekte entfernt ist, ver­schont blieb. Um 1 Uhr war man des Brandes end­lich Herr geworden. Gerettet war von der Wohnungs­einrichtung und den anderen Fährnissen des Hofbesitzers fast nichts geworden, und ist der Schaden, den der Bedauernswerthe erleidet, ein sehr bedeutender, der durch den Assekuranz-Bettag von 5000 fl. beiweitem nicht gedeckt erscheint. Wie das Feuer zum Ausbruch gelangt ist, konnte bis jetzt nicht eruirt werden. Man vermuthet, daß vielleicht der Kamin schadhaft war und in Folge dessen das Sparrenwerk im Dachraume in Brand gerathen war.