Salzburger Sahara Dramen: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Das Drama, das die Welt in Atem hielt, begann am [[23. März]] 2003. Die Geiselnehmer hätten die Europäer auf das große Unrecht bei der Wahl in Algerien im Jahr 1992 aufmerksam machen wollen, als mehr als 80 Prozent der Wähler zu Gunsten des Islam gestimmt hätten. Das algerische Militär habe das Wahlergebnis aber nicht gelten lassen, zitierte Ingo Bleckmann, ein Salzburger Unternehmen, der die Geiselhaft miterlebte, ein Gespräch mit den Entführern. | ||
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| + | Es wurde viel spekuliert, ob und weshalb die beiden Reisengruppen, eine deutsche und eine österreichische, in Nähe der algerischen Grenze oder sich gar bereits auf algerischen Staatsgebiet befanden, obwohl dieses Gebiet der Sahara als gefährlich bekannt gewesen war. Tatsache ist, dass beide Gruppen im freien Gelände von Rebellen aufgehalten und in Geiselhaft genommen wurden. | ||
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| + | Die Gründe, weshalb es gerade in diesen Teil der Sahara immer wieder Abenteurer zieht, liegen in der Faszination der Landschaft, die gerade in diesem Teil der Sahara besonders erlebbar ist. Ein weiterer Grund lag darin, dass zwar die Lybische Wüste ebenso attraktiv wäre, aber die Einreise nach Lybien sehr kompliziert war (und ist). Daher reisten alle Sahara-"Expeditionen" über Tunesien ein und versuchten dann entweder auf dem Landweg weiter nach Lybien zu reisen oder sich in grenznahen südtunesischen Sahara-Zonen aufzuhalten. Natürlich dürfte auch bei manchen ein gewisser ''Nervenkitzel'' dabei sein, sich südtunesischen Grenzen zu nähern und diese auch manchmal bewusst zu überqueren. | ||
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| + | Seit [[18. Februar]] [[2008]] werden die beiden [[Hallein]]er Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner in der südtunesischen Wüste vermisst. Aktuell gibt es für südliche Grenzgebiete in Tunesien zu Algerien eine partielle Reisewarnung vom Außenministerium, da sich dort um militärische Sperrgebiete handelt. Ob die beiden Salzburger irrtümlich über die algerische Grenze geraten sind oder eine Panne auf tunesischem Territorium hatten, ist zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels noch nicht bekannt. | ||
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| + | ==Reisen in touristisch kaum erschlossene Länder mit Geländewagen== | ||
| + | Es gab und gibt immer wieder Salzburger, die solche Abenteuerreisen organisierten und organisieren, wie beispielsweise Michael Pliberschnig oder Karl-Peter Rothenwänder. Auch das ehemaliger Salzburger Reisebüro [[mosaik reiseservice]] bot in Zusammenarbeit mit Pliberschnigg ähnliche Reisen in die Lybische Wüste zu den Mandaraseen, nach Südtunesien und entlang der Elfenbeinküste sowie auf Island an. | ||
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| + | Die Problematik in Reisen vor allem in Sahara-Gebieten besteht in der Weite des Landes. Oft liegt der nächste Militärstützpunkt (Lybien) hunderte von Kilometern entfernt. Bei einem schweren Motorradunfall einer der Kinigadner-Brüder in der lybischen Wüste musste der Schwerstverletzte Tage lang warten, bis er von einem Militärhubschrauber ausgeflogen werden konnte. Auch der Komfort bei solchen Wüstenreisen ist sehr spärlich. Da Wasser für eine gesamte Reise in Kanistern mitgeführt werden muss, fällt die tägliche hygienische Wässer denkbar mager aus. Gekocht wird selbst und nach einem warmen Tag fallen in der Nacht oft die Temperaturen in der Sahara unter null Grad. | ||
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| + | Reisen in Saharagegenden können aus klimatisch-wetterbedingten Umständen nur in den europäischen Wintermonaten durchgeführt werden. | ||
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| + | ==Weblinks== | ||
| + | * [http://www.algeria-watch.org/de/artikel/touristen/chronologie.htm die Chronologie der Geiselaffäre] | ||
| + | * [http://www.algeria-watch.org/de/artikel/artikel_2003.htm alle Artikel 2003 über die Geiselaffäre] | ||
| + | * [http://www.salzburg.com/sn/salzburg/artikel/442756.html Salzburger Nachrichten: Die Ankunft der Geiseln in Salzburg] | ||
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| + | ==Quellen== | ||
| + | * [http://www.salzburg.com/sn/salzburg/artikel/445327.html Salzburger Nachrichten 19. Mai 2003] | ||
| + | * Eigenartikel von [[Benutzer:mosaico|Peter Krackowizer]] | ||
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| + | [[Kategorie:Gesellschaftliches]] | ||
Version vom 8. März 2008, 18:10 Uhr
Es hat bereits einmal ein Drama mit Salzburgern in der Sahara gegeben.
Die Geiselaffäre 2003
Als in den Abendstunden des 14. Mai 2003 eine Boeing 737 der Lauda Air um 19:55 Uhr am Airport Salzburg mit den befreiten Geiseln von Algier landete, war ein langes Warten zu Ende. 52 Tage waren 17 Europäer, darunter 10 Österreicher, in der Gewalt von 30 Geiselnehmern in der algerischen Sahara. Bei der spektakulären Befreiungsaktion, die eine Spezialeinheit der algerischen Armee mit Unterstützung von Hubschraubern mit Raketen durchführte, wurde das Lager in der algerischen Wüste auf einem Hügel gestürmt. Nach ihrer Landung in Salzburg wurden sie mit einem Bus von Schweighofer & Zöhrer, der direkt bei der Maschine die Rückkehrer und etwa 40 Angehörige aufnahm, in die Schwarzenbergkaserne gefahren, wo sie einer medizinischen Durchuntersuchung unterzogen wurden.
Das Drama, das die Welt in Atem hielt, begann am 23. März 2003. Die Geiselnehmer hätten die Europäer auf das große Unrecht bei der Wahl in Algerien im Jahr 1992 aufmerksam machen wollen, als mehr als 80 Prozent der Wähler zu Gunsten des Islam gestimmt hätten. Das algerische Militär habe das Wahlergebnis aber nicht gelten lassen, zitierte Ingo Bleckmann, ein Salzburger Unternehmen, der die Geiselhaft miterlebte, ein Gespräch mit den Entführern.
Von den acht Salzburgern nahmen sieben - es fehlte die Tochter des Reiseleiters Gerhard Wintersteller, die im Krankenhaus behandelt wurde - an einer international beachteten Pressekonferenz nach ihrer Rückkehr in Salzburg teil.
Wie kam es zu der Geiselnahme
Es wurde viel spekuliert, ob und weshalb die beiden Reisengruppen, eine deutsche und eine österreichische, in Nähe der algerischen Grenze oder sich gar bereits auf algerischen Staatsgebiet befanden, obwohl dieses Gebiet der Sahara als gefährlich bekannt gewesen war. Tatsache ist, dass beide Gruppen im freien Gelände von Rebellen aufgehalten und in Geiselhaft genommen wurden.
Die Gründe, weshalb es gerade in diesen Teil der Sahara immer wieder Abenteurer zieht, liegen in der Faszination der Landschaft, die gerade in diesem Teil der Sahara besonders erlebbar ist. Ein weiterer Grund lag darin, dass zwar die Lybische Wüste ebenso attraktiv wäre, aber die Einreise nach Lybien sehr kompliziert war (und ist). Daher reisten alle Sahara-"Expeditionen" über Tunesien ein und versuchten dann entweder auf dem Landweg weiter nach Lybien zu reisen oder sich in grenznahen südtunesischen Sahara-Zonen aufzuhalten. Natürlich dürfte auch bei manchen ein gewisser Nervenkitzel dabei sein, sich südtunesischen Grenzen zu nähern und diese auch manchmal bewusst zu überqueren.
2008: Zwei Halleiner werden als vermisst gemeldet
Seit 18. Februar 2008 werden die beiden Halleiner Andrea Kloiber und Wolfgang Ebner in der südtunesischen Wüste vermisst. Aktuell gibt es für südliche Grenzgebiete in Tunesien zu Algerien eine partielle Reisewarnung vom Außenministerium, da sich dort um militärische Sperrgebiete handelt. Ob die beiden Salzburger irrtümlich über die algerische Grenze geraten sind oder eine Panne auf tunesischem Territorium hatten, ist zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels noch nicht bekannt.
Reisen in touristisch kaum erschlossene Länder mit Geländewagen
Es gab und gibt immer wieder Salzburger, die solche Abenteuerreisen organisierten und organisieren, wie beispielsweise Michael Pliberschnig oder Karl-Peter Rothenwänder. Auch das ehemaliger Salzburger Reisebüro mosaik reiseservice bot in Zusammenarbeit mit Pliberschnigg ähnliche Reisen in die Lybische Wüste zu den Mandaraseen, nach Südtunesien und entlang der Elfenbeinküste sowie auf Island an.
Die Problematik in Reisen vor allem in Sahara-Gebieten besteht in der Weite des Landes. Oft liegt der nächste Militärstützpunkt (Lybien) hunderte von Kilometern entfernt. Bei einem schweren Motorradunfall einer der Kinigadner-Brüder in der lybischen Wüste musste der Schwerstverletzte Tage lang warten, bis er von einem Militärhubschrauber ausgeflogen werden konnte. Auch der Komfort bei solchen Wüstenreisen ist sehr spärlich. Da Wasser für eine gesamte Reise in Kanistern mitgeführt werden muss, fällt die tägliche hygienische Wässer denkbar mager aus. Gekocht wird selbst und nach einem warmen Tag fallen in der Nacht oft die Temperaturen in der Sahara unter null Grad.
Reisen in Saharagegenden können aus klimatisch-wetterbedingten Umständen nur in den europäischen Wintermonaten durchgeführt werden.
Weblinks
- die Chronologie der Geiselaffäre
- alle Artikel 2003 über die Geiselaffäre
- Salzburger Nachrichten: Die Ankunft der Geiseln in Salzburg
Quellen
- Salzburger Nachrichten 19. Mai 2003
- Eigenartikel von Peter Krackowizer