Salzburgleitung: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
K (zusammengeführt)
Zeile 3: Zeile 3:
 
==Hintergrund==
 
==Hintergrund==
 
Mit der Salzburgleitung wird das letzte offene Teilstück in dem für die Stromversorgung Österreichs nötigen Übertragungsnetz (380-kV-Ring) geschlossen. Die zu geringe Kapazität der bestehenden Leitungen führt beim Stromtransfer zwischen dem Norden und dem Süden des Landes zu erheblichen Problemen. Errichter ist die VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG), ein Tochterunternehmen des Verbunds. Dieses Unternehmen steht mit 51 Prozent im Eigentum der Republik Österreich.  
 
Mit der Salzburgleitung wird das letzte offene Teilstück in dem für die Stromversorgung Österreichs nötigen Übertragungsnetz (380-kV-Ring) geschlossen. Die zu geringe Kapazität der bestehenden Leitungen führt beim Stromtransfer zwischen dem Norden und dem Süden des Landes zu erheblichen Problemen. Errichter ist die VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG), ein Tochterunternehmen des Verbunds. Dieses Unternehmen steht mit 51 Prozent im Eigentum der Republik Österreich.  
 +
 +
142  Kilometer Kabel will die Austrian Power Grid zwischen den beiden  Gemeinden  auf 410  Masten aufhängen. Der ungefähre Trassenkorridor  führt direkt  vorbei an  ein paar Häusern in [[Fusch an der  Großglocknerstraße]],  durch  [[Kuchl]], über ein [[Natura-2000]]-Gebiet  bei [[Bad Vigaun]], an  einer  neu errichteten Wohnsiedlung in  [[Elsbethen]] und über den  [[Gaisberg]]. 203  Häuser  werden weniger  als 200 Meter von der 380-kV-Leitung entfernt  sein,  weitere 300 liegen  näher als 400 Meter. Das sind die Abstände, die  das    [[Landeselektrizitätsgesetz]] (LEG) für Häuser bzw. Siedlungen    vorschreibt.
  
 
Das Projekt zwischen St. Peter am Hart (Oberösterreich) und [[Elixhausen]] (Salzburg, [[Flachgau]]) wurde im März [[2007]] nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung von den Behörden der Länder Oberösterreich und Salzburg genehmigt. Gegen diese Entscheidung wurde von Gegnern der Freileitung berufen, eine endgültige Entscheidung muss der Umweltsenat innerhalb von sechs Monaten treffen.  
 
Das Projekt zwischen St. Peter am Hart (Oberösterreich) und [[Elixhausen]] (Salzburg, [[Flachgau]]) wurde im März [[2007]] nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung von den Behörden der Länder Oberösterreich und Salzburg genehmigt. Gegen diese Entscheidung wurde von Gegnern der Freileitung berufen, eine endgültige Entscheidung muss der Umweltsenat innerhalb von sechs Monaten treffen.  
Zeile 14: Zeile 16:
 
Am [[28. Jänner]] [[2008]] stellte [[Jörg Zillmer|Dipl.-Ing. Jörg Zillmer]] dem [[Salzburger Landtag]] ein Gutachten über die umstrittene 380-Kilovolt-Leitung vor. Es kommt zum Schluss, dass eine unterirdische Teilverkabelung der Leitung sinnvoll und machbar ist.
 
Am [[28. Jänner]] [[2008]] stellte [[Jörg Zillmer|Dipl.-Ing. Jörg Zillmer]] dem [[Salzburger Landtag]] ein Gutachten über die umstrittene 380-Kilovolt-Leitung vor. Es kommt zum Schluss, dass eine unterirdische Teilverkabelung der Leitung sinnvoll und machbar ist.
  
==Weblinks==
+
== Bescheid ==
[http://www.salzburgleitung.at Projekt Salzburgleitung]
+
Anfang Dezember 2010  verschickte das Wirtschaftsministerium einen Bescheid, der dem Bund das  Recht für zwei Jahre ab [[13. Dezember]] [[2010]] gibt, fremde  Grundstücke zu betreten und darauf Vorarbeiten für die Errichtung der  380-kv-Leitung vorzunehmen. Die Vorarbeiten werden mit Begehungen,  Vermessungsarbeiten, Kartierungen, Untersuchungen der Bodenbeschaffung,  Bohrungen, der Errichtung von temporären Messstellen,  Quellenuntersuchungen oder der Festlegung von Maststandorten vor Ort  umschrieben.
 +
 
 +
Am 6. Dezember 2010 wurde bekannt, dass  das Land Salzburg den Bescheid beim Verfassungsgerichtshof anfechten  will. Man möchte vor der Umweltverträglichkeitsprüfung wissen, ob das  Landeselektrizitätsgesetz oder das Starkstromwegerecht des Bundes gelte.
 +
 
 +
== Widerstand ==
 +
[[Doris  Bernhofer]], kaufmännische  Angestellte bei der Firma [[Porsche  Salzburg]], hat sich dem Kampf  gegen die 380-kv-Salzburgleitung  verschrieben.
 +
 
 +
== Weblinks und Quellen ==
 +
{{homepage|http://www.salzburgleitung.at}}
 +
* [http://www.salzburg.gv.at/pol/380kv.htm www.salzburg.gv.at 380 kv]
 +
*[http://www.salzburger-fenster.at/schwerpunkte/380-kv/588-380-kv-leitung-die-genauen-trassen-plaene-fuer-den-abschnitt-von-kaprun-bis-elixhausen-.html  Salzburger Fenster der genaue Trassenverlauf] 
 +
* [http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/583381/Hochspannungsleitung_Ueber-410-Masten-in-die-Dose diepresse.com]
 +
{{Quelle TN|[[9. Dezember]] [[2010]]}}
  
 
[[Kategorie:Versorgung und Entsorgung]]
 
[[Kategorie:Versorgung und Entsorgung]]
 +
 +
[[Kategorie:Energie]]
 +
[[Kategorie:Aktuelle Ereignisse]]

Version vom 12. Dezember 2010, 21:12 Uhr

Als Salzburgleitung wird die 380-kV-Freileitung von St. Peter/Hart (Oberösterreich, Innviertel) bis zum Umspannwerk Tauern (Salzburg, Pinzgau) bezeichnet.

Hintergrund

Mit der Salzburgleitung wird das letzte offene Teilstück in dem für die Stromversorgung Österreichs nötigen Übertragungsnetz (380-kV-Ring) geschlossen. Die zu geringe Kapazität der bestehenden Leitungen führt beim Stromtransfer zwischen dem Norden und dem Süden des Landes zu erheblichen Problemen. Errichter ist die VERBUND-Austrian Power Grid AG (APG), ein Tochterunternehmen des Verbunds. Dieses Unternehmen steht mit 51 Prozent im Eigentum der Republik Österreich.

142 Kilometer Kabel will die Austrian Power Grid zwischen den beiden Gemeinden auf 410 Masten aufhängen. Der ungefähre Trassenkorridor führt direkt vorbei an ein paar Häusern in Fusch an der Großglocknerstraße, durch Kuchl, über ein Natura-2000-Gebiet bei Bad Vigaun, an einer neu errichteten Wohnsiedlung in Elsbethen und über den Gaisberg. 203 Häuser werden weniger als 200 Meter von der 380-kV-Leitung entfernt sein, weitere 300 liegen näher als 400 Meter. Das sind die Abstände, die das Landeselektrizitätsgesetz (LEG) für Häuser bzw. Siedlungen vorschreibt.

Das Projekt zwischen St. Peter am Hart (Oberösterreich) und Elixhausen (Salzburg, Flachgau) wurde im März 2007 nach einer Umweltverträglichkeitsprüfung von den Behörden der Länder Oberösterreich und Salzburg genehmigt. Gegen diese Entscheidung wurde von Gegnern der Freileitung berufen, eine endgültige Entscheidung muss der Umweltsenat innerhalb von sechs Monaten treffen.

Die Salzburgleitung ist durchgehend als Freileitung und großteils auf der bereits bestehenden Trasse geplant. Eine – auch nur teilweise – unterirdische Verkabelung ist laut den Errichtern aus technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Gründen nicht sinnvoll.

Die Gegner der Freileitung fordern eine – zumindest teilweise – Verkabelung und berufen sich darauf, dass es weltweit zahlreiche Beispiele für unterirdische Verkabelungen von Leitungen mit 380 kV und mehr gibt. Die Errichter der Salzburgleitung verweisen darauf, dass es sich bei den angeführten Fallbeispielen um Versorgungsleitungen (z. B. großer Städte) handelt, deren Kapazität bei einem Ausfall durch eine Vielzahl paralleler Zuleitungen ersetzt werden kann.

Bei der Salzburgleitung handelt es sich jedoch um eine Übertragungsleitung. Bei einer Panne bestehe die Gefahr eines österreich- oder europaweiten Black-outs. Die Reparatur einer unterirdischen Kabelleitung dauert im Schnitt zwanzig Mal so lange wie die einer Freileitung.

Am 28. Jänner 2008 stellte Dipl.-Ing. Jörg Zillmer dem Salzburger Landtag ein Gutachten über die umstrittene 380-Kilovolt-Leitung vor. Es kommt zum Schluss, dass eine unterirdische Teilverkabelung der Leitung sinnvoll und machbar ist.

Bescheid

Anfang Dezember 2010 verschickte das Wirtschaftsministerium einen Bescheid, der dem Bund das Recht für zwei Jahre ab 13. Dezember 2010 gibt, fremde Grundstücke zu betreten und darauf Vorarbeiten für die Errichtung der 380-kv-Leitung vorzunehmen. Die Vorarbeiten werden mit Begehungen, Vermessungsarbeiten, Kartierungen, Untersuchungen der Bodenbeschaffung, Bohrungen, der Errichtung von temporären Messstellen, Quellenuntersuchungen oder der Festlegung von Maststandorten vor Ort umschrieben.

Am 6. Dezember 2010 wurde bekannt, dass das Land Salzburg den Bescheid beim Verfassungsgerichtshof anfechten will. Man möchte vor der Umweltverträglichkeitsprüfung wissen, ob das Landeselektrizitätsgesetz oder das Starkstromwegerecht des Bundes gelte.

Widerstand

Doris Bernhofer, kaufmännische Angestellte bei der Firma Porsche Salzburg, hat sich dem Kampf gegen die 380-kv-Salzburgleitung verschrieben.

Weblinks und Quellen

"Salzburger Woche", Ausgabe "Tennengauer Nachrichten", 9. Dezember 2010