Pfarrkirche zu den Hll. Leonhard und Hieronymus: Unterschied zwischen den Versionen
K |
|||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
[[Datei:Buchebenkirche.jpg|thumb|Buchebenkirche, Westansicht]] | [[Datei:Buchebenkirche.jpg|thumb|Buchebenkirche, Westansicht]] | ||
[[Datei:Kirche in Bucheben, Innenansicht.jpg|thumb|Kirche in Bucheben, Innenansicht]] | [[Datei:Kirche in Bucheben, Innenansicht.jpg|thumb|Kirche in Bucheben, Innenansicht]] | ||
| − | Die '''Kath. Pfarrkirche hll. Hieronymus und Leonhard ''' steht auf dem Bühel von [[Bucheben]], heute Kirchbühel genannt, der einen weitreichenden Ausblick in beide Richtungen des [[Hüttwinkltal]]es bietet. | + | Die '''Kath. Pfarrkirche zu den hll. Hieronymus und Leonhard ''' steht auf dem Bühel von [[Bucheben]], heute Kirchbühel genannt, der einen weitreichenden Ausblick in beide Richtungen des [[Hüttwinkltal]]es bietet. Sie ist seit [[1891]] die römisch-katholische Pfarrkirche von Bucheben in der Gemeinde [[Rauris]] und liegt 11 km südlich des Hauptortes im Hüttwinkltal. Das Patrozinium wird am 6. November (Leonhardstag) begangen, an dem an ''Leonhard von Limoges'' erinnert wird.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 271f.</ref><br/>Die Kirche und der Pfarrhof ist eines der denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Rauris mit der ObjektID: 60384 und 60382. |
| − | Die Kirche und der Pfarrhof ist eines der denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Rauris mit der ObjektID: 60384 und 60382. | ||
==Vorgeschichte== | ==Vorgeschichte== | ||
| Zeile 26: | Zeile 25: | ||
Datei:Kanzel, Wallfahrtskirche Maria Elend, jetzt Bucheben.JPG|Kanzel, bis 1783 in [[Wallfahrtskapelle Maria Elend|Maria Elend]] | Datei:Kanzel, Wallfahrtskirche Maria Elend, jetzt Bucheben.JPG|Kanzel, bis 1783 in [[Wallfahrtskapelle Maria Elend|Maria Elend]] | ||
</gallery> | </gallery> | ||
| + | |||
| + | ==Literatur== | ||
| + | * [[Josef Lahnsteiner|Lahnsteiner, Josef]], „Unterpinzgau - Zell am See, Taxenbach, Rauris“, Selbstverlag Hollersbach 1960 | ||
| + | |||
| + | == Anmerkungen und Einzelnachweise == | ||
| + | <references/> | ||
| + | |||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
* Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rauris | * Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rauris | ||
| − | + | ||
[[Kategorie:Kirche|Bucheben, Kirche]] | [[Kategorie:Kirche|Bucheben, Kirche]] | ||
[[Kategorie:Kirche (Bauwerk)|Bucheben, Kirche]] | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)|Bucheben, Kirche]] | ||
Version vom 12. Oktober 2015, 23:28 Uhr
Die Kath. Pfarrkirche zu den hll. Hieronymus und Leonhard steht auf dem Bühel von Bucheben, heute Kirchbühel genannt, der einen weitreichenden Ausblick in beide Richtungen des Hüttwinkltales bietet. Sie ist seit 1891 die römisch-katholische Pfarrkirche von Bucheben in der Gemeinde Rauris und liegt 11 km südlich des Hauptortes im Hüttwinkltal. Das Patrozinium wird am 6. November (Leonhardstag) begangen, an dem an Leonhard von Limoges erinnert wird.[1]
Die Kirche und der Pfarrhof ist eines der denkmalgeschützten, unbeweglichen Objekte der Gemeinde Rauris mit der ObjektID: 60384 und 60382.
Vorgeschichte
In der Zeit zwischen 1684 und 1776 ergingen zahlreiche, aber vergebliche Bittgesuche der Bevölkerung des Hüttwinkls um die Errichtung eines Vikariats in „Hinter-Rauris“ nach Salzburg. 1775 wurde erneut eine Bittschrift um eine Kirche verfasst. Als Unterzeichner scheinen Matthias Krakl, Nigglbauer von Hinterbucheben, Philipp Langreiter, Bauer am Fröstelberg, Wilhelm Rohrmoser zu Schranbach und Georg Laidreiter, Knappe am Schreiberhäusl, auf. Sie bitten um die Errichtung einer Kirche auf dem sog. Schmutzerbühel. Ihre Begründungen lauten:
„Im Winter sind die Wege oft derart verweht und durch Lahnen (Lawinen) verlegt, daß man nicht durchkommt, daß die Kranken sterben und nicht einmal die Leichen zum Friedhof gebracht werden können. Es ist vorgekommen, daß die Leiche aufgefrört und auf eine wegsamere Zeit aufbehalten werden musste, weil man mit einem Fuhrwerk nicht durchkam.“ Es standen damals 15 Häuser leer, aber 200 Personen hatten weiter als zwei Wegstunden bis zur Kirche in Rauris. Auch dieses Gesuch war erfolglos. Erst als der Erzbischof im Jahr 1783 beschlossen hatte in den abgelegenen Tälern doch neue Seelsorgestellen zu errichten, kam die Kirchenfrage in Bucheben erneut ins Rollen. Da sich die Bevölkerung auf keinen Standort einigen konnte, kam eine erzbischöfliche Kommission in den Hüttwinkl und wählte den Bühel in Bucheben als den geeignetsten Standort aus.
Kirchenbau und Einrichtung
1784 wurden die Kirche und das nebenstehende Vikariatshaus, in dem damals auch die Schule und die Lehrerwohnung Platz finden mussten, errichtet, beide Bauwerke plante Hofmaurermeister Jakob Pogensperger. Die Kirche steht auf einer Anhöhe, von der aus man weit talein- und auswärts blicken kann. Analog zum Empirestil weist sie einerseits einfache Bauformen auf, andererseits Rokokoelemente, insbesondere bei der Ausmalung und Einrichtung.
Die Kirche ist mit einer segmentbogigen Schale gewölbt, der Hochaltar mit einem Bild der Maria als Unbefleckte Empfängnis versehen, dessen Rahmen baldachinartig wirkt, neben diesem stehen der Hauptpatron Leonhard und, zu Ehren des damaligen Erzbischofs Hieronymus, dessen Namenspatron. Das Bild Maria Immaculata malte Virgil Groder 1902, die Buchebnerin Hanna Winkler, die sogenannte Schmutzer-Hanna, stand dafür Modell. Auf den Durchgängen neben dem Hochaltar sind Statuen der Apostel Petrus und Paulus angebracht, zur Linken der Kirche befindet sich ein einfacher Seitenaltar mit einem Bildnis der Pieta, darüber ein größeres Kruzifix. Gegenüber dem Seitenaltar ‚schwebt‘ die Kanzel, die von der 1783 abgetragenen Kirche Maria Elend stammt, woher auch Orgel, Uhr, Glocken und Kreuze kamen. (Anmerkung: heute steht dort die Wallfahrtskapelle Maria Elend). Nahezu alle übrigen Einrichtungsgegenstände in Kirche und Sakristei lieferte der Tischlermeister Leopold Hacksteiner aus Rauris. Als der Tiroler Orgelbauer Franz Reinisch II. (* 1840, † 1921) 1896 eine neue Orgel schuf, übernahm er das alte Instrument, das aus Maria Elend gestammt hatte, ohne dafür eine Entschädigung zu bezahlen, wie danach Pfarrer Johann Ghedina protestierend bemerkte, seither ist sie verschollen. Lediglich ein paar vergoldete Verzierungen dürften vom alten Gehäuse auf das neue übernommen worden sein.
Vom Vikariat zur Pfarre Bucheben
1891 wurde das Vikariat Bucheben zur Pfarre erhoben.
Bildergalerie
Kanzel, bis 1783 in Maria Elend
Literatur
- Lahnsteiner, Josef, „Unterpinzgau - Zell am See, Taxenbach, Rauris“, Selbstverlag Hollersbach 1960
Anmerkungen und Einzelnachweise
- ↑ Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 271f.
Quellen
- Liste der denkmalgeschützten Objekte in Rauris