"Wolf - Das Mystical": Unterschied zwischen den Versionen
(Die Seite wurde neu angelegt) |
(ergänzt) |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | '''"Wolf - Das Mystical"''' wird anlässlich "1100 Jahre heiliger [[Wolfgang von Regensburg|Wolfgang]]" im | + | [[Datei:Wolf Das Mystical Premiere.jpg|thumb|Am Premierenabend.]] |
| + | [[Datei:Wolf Das Mystical 01.jpg|thumb|Im Bild Arthur Büscher, Rita Sebeh und Rebecca Soumagne als die drei Weisen.]] | ||
| + | [[Datei:Wolf Das Mystical Ortler Franzobel.jpg|thumb|Von links Komponist Gerd Hermann Ortler und Liberetto Franzobel.]] | ||
| + | [[Datei:Wolf Das Mystical 02.jpg|thumb|thumb|Im Bild die Krönung des Wolfgang - Konstantin Zander.]] | ||
| + | [[Datei:Wolf Das Mystical 03.jpg|thumb|Im Bild: Konstantin Zander als Wolfgang und Kaj Lucke als Teufel.]] | ||
| + | '''"Wolf - Das Mystical"''' wird anlässlich "1100 Jahre heiliger [[Wolfgang von Regensburg|Wolfgang]]" im Frühjahr [[2024]] auf der eigens entworfenen Salzkammergut-Seebühne vor dem Gebäude des [[Ferienhort Ried|Ferienhorts Ried]] am [[Wolfgangsee]] gespielt. | ||
== Über die Bühne == | == Über die Bühne == | ||
| Zeile 11: | Zeile 16: | ||
Das Libretto von "Wolf - Das Mystical" stammt vom Schriftsteller Franzobel, der "alle wichtigen Wolfgang-Geschichten" eingebaut hat. Die vom Südtiroler Gerd Hermann Ortler komponierte Musik wird von vier Bläsern, einem Streicherquartett und einer Rockband gespielt. Regie führt Victoria Schubert. | Das Libretto von "Wolf - Das Mystical" stammt vom Schriftsteller Franzobel, der "alle wichtigen Wolfgang-Geschichten" eingebaut hat. Die vom Südtiroler Gerd Hermann Ortler komponierte Musik wird von vier Bläsern, einem Streicherquartett und einer Rockband gespielt. Regie führt Victoria Schubert. | ||
| − | Tickets für die Uraufführung | + | Tickets für die Uraufführung am [[23. Mai]] 2024 kosteten bis zu 150 Euro, an den weiteren neun Terminen, die alle ausverkauft waren, reichten die Preise von 28 bis 98 Euro. |
| − | == | + | ==== Über den Inhalt ==== |
| + | Das Stück, das eine genreübergreifende, mystische und mitreißende Komposition von Gerd Hermann Ortler und ein Libretto von Franzobel vereint, bot Hit-verdächtige Songs ebenso wie anspruchsvolles Musiktheater. Regie führte Viktoria Schubert, die auch als Co-Autorin an den Texten der Lieder mitwirkte. Für die Choreografie zeichnete Jerôme Knols verantwortlich, die musikalische Leitung lag bei Kapellmeister Christoph Huber. | ||
| + | |||
| + | In der Rolle des Bischofs Wolfgang von Regensburg war Konstantin Zander zu sehen, Kaj Lucke mimte den Teufel in seiner Rolle als Helfer und Widersacher am Wolfgangsee. Bianca Basler spielte Wolfgangs Lebensfreundin Kathi, ''Broadway World Austria'' Awards-Preisträger James Park übernahm die Rolle des Heinrich, Martin Bermoser trat als Vater in Erscheinung, und Dennis Kozeluh war als Papst Benedikt VII. zu sehen. | ||
| + | |||
| + | Im Zuge des Mysticals und der Auskopplung des ersten "Wolf"-Songs wurde das Lied „Kein Heiliger / No Saint“ von der legendären Opus-Band gemeinsam mit den Schick Sisters und in Zusammenarbeit mit Franzobel, Viktoria Schubert und Gerd Hermann Ortler neu interpretiert. | ||
| + | |||
| + | Die Inszenierung (Viktoria Schubert) lebte von flotten Tanzszenen (Jerome Knols), großen Songs und lebendiger Personenregie. Das zeitgemäße Lichtdesign (Stephanie Erb) und ein exzellenter Sound (Christoph Hall) trugen die Musik durch mystische ebenso wie Show-Momente. Die 20 Darsteller stellten den Heiligen in sich ständig wandelnde Kontexte, etwa als Domschüler, als Aussätzige, als lasterhafte Römer und schließlich als forderndes Volk, Wolfgang möge ein Heiliger werden, den sie verehren und von dem manche auch gut leben können. | ||
| + | |||
| + | ==== Das Lebens Wolfgangs zwischen Gottes Werk und Teufels Zutun ==== | ||
| + | Wolf-das Mystical beleuchtete die großen Fragen des menschlichen Daseins und behandelte das Leben des heiligen Wolfgang 1100 Jahre nach den historischen Ereignissen. Franzobels Libretto entführte in ein farbenfrohes Gedankenspektakel und eine fantastische Zeitreise. Der Autor führte durch das bewegte Leben des Namensgebers des Wolfgangsees und präsentiert es in einer Mischung aus Szenen, Rückblenden und modernen Kommentaren. | ||
| + | |||
| + | Wolfgang, aus einfachen Verhältnissen stammend, schafft es bis zum Bischofsamt. Unterstützt von seinem Schulfreund Heinrich. Der Teufel begleitet ihn Zeit seines Lebens als ein Geist, der Böses will und Gutes schafft. Am Abersee, so der alte Name des Wolfgangsees, konkurrieren beide um Seelen: der Teufel um deren Fang, Wolfgang um gottgefällige Taten. Ein entscheidender Hackweitwurf ermöglicht den von Wolfgang versprochenen Kirchenbau, der nur mit teuflischer Hilfe gelingt. Die erste Seele, die die Schwelle der Kirche übertritt, gehört dem Teufel – ein armer Wolf muss dran glauben. So wird die Kirche vollendet und der Teufel ausgetrickst. | ||
| + | |||
| + | Im Verlauf der Handlung ringt Wolfgang mit seiner eigenen Identität, sucht nach einem Gleichgewicht zwischen Bescheidenheit, Bodenständigkeit und Glauben. Obwohl ihm das Heiligsein zunächst fremd ist, erkennt er seine Bestimmung durch seine Taten. Dadurch fordert Wolf das Publikum auf, sich mit verschiedenen Vorstellungen von Heiligkeit auseinanderzusetzen. | ||
| + | |||
| + | Kirche und Gesellschaft werden kritisch hinterfragt, und der Text integriert kontinuierlich aktuelle Bezüge. Ergänzt wird die Handlung durch die humorvollen und oft scharfsinnigen Kommentare der „Drei Weisen Frauen“, die als postmoderner Kontrast zum [[mittelalter]]lichen Geschehen dienen. Diese Elemente, zusammen mit der dynamischen Inszenierung, der beeindruckenden Landschaft und den herausragenden Stimmen, sorgten für einen unvergesslichen Abend im mystischen Musiktheater. | ||
| + | |||
| + | == Anreise == | ||
| + | Bereits die Anreise zum temporären Theater war ein Erlebnis. An Bord der [[Wolfgangsee-Schifffahrt]] wurden die Besucher von den Anlegestellen der Wolfgangsee-Gemeinden in 20 Minuten zur Seebühne am Fuße des [[Falkenstein]]s gebracht. Die Schiffe konnten nahezu zeitgleich 800 Personen befördern und sorgten so für einen reibungslosen Ablauf. | ||
| + | |||
| + | == Bilder == | ||
| + | {{Bildkat}} | ||
| + | == Quellen == | ||
{{homepage|https://www.wolfmystical.at}} | {{homepage|https://www.wolfmystical.at}} | ||
* {{Quelle FN|22. November 2023}} | * {{Quelle FN|22. November 2023}} | ||
| + | * [https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20240523_OTS0196/neue-seebuehne-am-wolfgangsee-mit-franzobels-wolf-das-mystical-eroeffnet-bild www.ots.at/presseaussendung], 23. Mai 2024 | ||
[[Kategorie:Flachgau]] | [[Kategorie:Flachgau]] | ||
Version vom 28. Mai 2024, 08:28 Uhr
"Wolf - Das Mystical" wird anlässlich "1100 Jahre heiliger Wolfgang" im Frühjahr 2024 auf der eigens entworfenen Salzkammergut-Seebühne vor dem Gebäude des Ferienhorts Ried am Wolfgangsee gespielt.
Über die Bühne
Es ist die erste vollständig überdachte Seebühne Österreichs, die vor dem Ferienhort im St. Gilgener Ortsteil Ried am Wolfgangsee aufgebaut wird. Das Auftragswerk "Wolf - Das Mystical" mit der Uraufführung am 23. Mai kann deshalb auch bei Regen gezeigt werden. Vor Wind schützen nach Bedarf einsetzbare Seitenwände.
Architekt Eduard Neversal - er ist auch künstlerischer Geschäftsführer - nennt die neue Salzkammergut-Seebühne "ein mobiles modulares Theaterhaus für bis zu 800 Besucher". Nach der letzten Aufführung am 24. Juni wird die gesamte Bühnenkonstruktion rückgebaut und in den Bauhöfen der Wolfgangsee-Gemeinden gelagert. Die rund 1,7 Millionen Euro teure mobile Bühne soll aber auch an anderen Seen im Salzkammergut zum Einsatz kommen.
Über das Mystical
Weitere 950.000 Euro werden für die Erarbeitung des Stücks fällig. Neben den Wolfgangsee-Gemeinden St. Gilgen, St. Wolfgang und Strobl, die jeweils 75.000 Euro zahlen, steuert auch die Wolfgangsee Tourismus Gesellschaft dieselbe Summe bei. Jeweils 500.000 Euro kommen von den Ländern Salzburg und Oberösterreich. Finanzielle Unterstützung gibt es auch von der Kirche und weiteren Sponsoren.
Das Libretto von "Wolf - Das Mystical" stammt vom Schriftsteller Franzobel, der "alle wichtigen Wolfgang-Geschichten" eingebaut hat. Die vom Südtiroler Gerd Hermann Ortler komponierte Musik wird von vier Bläsern, einem Streicherquartett und einer Rockband gespielt. Regie führt Victoria Schubert.
Tickets für die Uraufführung am 23. Mai 2024 kosteten bis zu 150 Euro, an den weiteren neun Terminen, die alle ausverkauft waren, reichten die Preise von 28 bis 98 Euro.
Über den Inhalt
Das Stück, das eine genreübergreifende, mystische und mitreißende Komposition von Gerd Hermann Ortler und ein Libretto von Franzobel vereint, bot Hit-verdächtige Songs ebenso wie anspruchsvolles Musiktheater. Regie führte Viktoria Schubert, die auch als Co-Autorin an den Texten der Lieder mitwirkte. Für die Choreografie zeichnete Jerôme Knols verantwortlich, die musikalische Leitung lag bei Kapellmeister Christoph Huber.
In der Rolle des Bischofs Wolfgang von Regensburg war Konstantin Zander zu sehen, Kaj Lucke mimte den Teufel in seiner Rolle als Helfer und Widersacher am Wolfgangsee. Bianca Basler spielte Wolfgangs Lebensfreundin Kathi, Broadway World Austria Awards-Preisträger James Park übernahm die Rolle des Heinrich, Martin Bermoser trat als Vater in Erscheinung, und Dennis Kozeluh war als Papst Benedikt VII. zu sehen.
Im Zuge des Mysticals und der Auskopplung des ersten "Wolf"-Songs wurde das Lied „Kein Heiliger / No Saint“ von der legendären Opus-Band gemeinsam mit den Schick Sisters und in Zusammenarbeit mit Franzobel, Viktoria Schubert und Gerd Hermann Ortler neu interpretiert.
Die Inszenierung (Viktoria Schubert) lebte von flotten Tanzszenen (Jerome Knols), großen Songs und lebendiger Personenregie. Das zeitgemäße Lichtdesign (Stephanie Erb) und ein exzellenter Sound (Christoph Hall) trugen die Musik durch mystische ebenso wie Show-Momente. Die 20 Darsteller stellten den Heiligen in sich ständig wandelnde Kontexte, etwa als Domschüler, als Aussätzige, als lasterhafte Römer und schließlich als forderndes Volk, Wolfgang möge ein Heiliger werden, den sie verehren und von dem manche auch gut leben können.
Das Lebens Wolfgangs zwischen Gottes Werk und Teufels Zutun
Wolf-das Mystical beleuchtete die großen Fragen des menschlichen Daseins und behandelte das Leben des heiligen Wolfgang 1100 Jahre nach den historischen Ereignissen. Franzobels Libretto entführte in ein farbenfrohes Gedankenspektakel und eine fantastische Zeitreise. Der Autor führte durch das bewegte Leben des Namensgebers des Wolfgangsees und präsentiert es in einer Mischung aus Szenen, Rückblenden und modernen Kommentaren.
Wolfgang, aus einfachen Verhältnissen stammend, schafft es bis zum Bischofsamt. Unterstützt von seinem Schulfreund Heinrich. Der Teufel begleitet ihn Zeit seines Lebens als ein Geist, der Böses will und Gutes schafft. Am Abersee, so der alte Name des Wolfgangsees, konkurrieren beide um Seelen: der Teufel um deren Fang, Wolfgang um gottgefällige Taten. Ein entscheidender Hackweitwurf ermöglicht den von Wolfgang versprochenen Kirchenbau, der nur mit teuflischer Hilfe gelingt. Die erste Seele, die die Schwelle der Kirche übertritt, gehört dem Teufel – ein armer Wolf muss dran glauben. So wird die Kirche vollendet und der Teufel ausgetrickst.
Im Verlauf der Handlung ringt Wolfgang mit seiner eigenen Identität, sucht nach einem Gleichgewicht zwischen Bescheidenheit, Bodenständigkeit und Glauben. Obwohl ihm das Heiligsein zunächst fremd ist, erkennt er seine Bestimmung durch seine Taten. Dadurch fordert Wolf das Publikum auf, sich mit verschiedenen Vorstellungen von Heiligkeit auseinanderzusetzen.
Kirche und Gesellschaft werden kritisch hinterfragt, und der Text integriert kontinuierlich aktuelle Bezüge. Ergänzt wird die Handlung durch die humorvollen und oft scharfsinnigen Kommentare der „Drei Weisen Frauen“, die als postmoderner Kontrast zum mittelalterlichen Geschehen dienen. Diese Elemente, zusammen mit der dynamischen Inszenierung, der beeindruckenden Landschaft und den herausragenden Stimmen, sorgten für einen unvergesslichen Abend im mystischen Musiktheater.
Anreise
Bereits die Anreise zum temporären Theater war ein Erlebnis. An Bord der Wolfgangsee-Schifffahrt wurden die Besucher von den Anlegestellen der Wolfgangsee-Gemeinden in 20 Minuten zur Seebühne am Fuße des Falkensteins gebracht. Die Schiffe konnten nahezu zeitgleich 800 Personen befördern und sorgten so für einen reibungslosen Ablauf.
Bilder
"Wolf - Das Mystical" – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- "Salzburger Woche", Ausgabe "Flachgauer Nachrichten", 22. November 2023
- www.ots.at/presseaussendung, 23. Mai 2024