Salzfass (Perkufe): Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Kollegienkirche Rupert von Worms Salzfass.jpg|thumb|[[Rupert von Worms]], als hl. Rupertus der Landespatron von Salzburg, in einer Darstellung mit [[Salzfass (Perkufe)|Salzfass]] in der Salzburger [[Kollegienkirche]].]]
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[[Datei:Saline Hallein Perkufen und Salzstöcke.jpg|thumb|Aus der [[Salzgewinnung|Salzproduktion]] in der [[Saline Hallein]]: links sieht man am Rande einer Sudpfanne die Perkufen, rechts, die weißen, bereits getrockneten Salzstöcke, werden von [[Salzträger]]n entfernt.]]
Das '''Salzfass''' in der Salinensprache ''Perkufe'', auch nur ''Kufe'' (auch ''Kuffe'' geschrieben) genannt, ist ein historisches Transportgefäß für [[Salz]] gewesen.
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Das '''Salzfass''' in der Salinensprache ''Perkufe'', auch nur ''Kufe'' (auch ''Kuffe'' geschrieben) genannt, ist ein historisches Holzgefäß, das bei der [[Salzgewinnung|Produktion]] von [[Salz]] in einer Saline Verwendung fand.
  
== Geschichte ==
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== In der Saline Reichenhall ==
Die Aufsicht über Pfannhäuser (Sudhäuser) hatte der Pfannhausverwalter. An jeder Pfanne waren 15 Personen beschäftigt unter der Aufsicht eines ''Perers''. Das noch feuchte Rohsalz wurde am Pfannenrand, ''Perstatt'' genannt, in Behälter gefüllt, die man ''Perkufen'' nannte. War das Salz ausgehärtet, hatte man nach dem Abzug der Perkufen Salzstöcke, die in [[Hallein]] ''Halleiner Fuder'' nannte. Diese wurden dann von [[Salzträger]]n zum Abtransport getragen. In Hallein war das die Verladung auf [[Salzschifffahrt|Salzschiffe]] auf der [[Salzach]].
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Der Salzbrei wurde in hölzerne, konische Gefäße – "[[Perkufe]]n" genannt – geschaufelt. Nach einer kurzen Trocknungszeit stürzte man die Perkufen und hob sie ab. Das auskristallisierte [[Salz]] war nun zu festen kegelförmigen Salzstöcken ("[[Fuder]]n") verbunden und wurde in das beheizte Härthaus zur vollständigen Trocknung getragen. Die trockenen "Fuder" zerhackte man in der Stoßstatt und füllte das Salz in Fässer. Die in Reichenhall übliche Versandeinheit war eine "Scheibe", ein Holzfass mit circa 68 Kilo Salz. Daneben gab es noch ein Fass mit 300 Kilogramm Inhalt, das "Krötel" genannt wurde. In den [[1780er]]-Jahren ersetzte man die Holzgebinde durch billige Jutesäcke.  
  
Ein trockenes Halleiner Fuder wog 100 Pfund, was einem Gewicht zwischen 56 bis 60 Kilogramm entsprach.
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== In der Saline Berchtesgaden ==
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Der Salzbrei wurde in ca. ein Meter hohe kegelförmige Holzbehälter, so genannte "Perkufen" gefüllt, die man zum Antrocknen kurz stehen ließ. Danach wurden die Perkufen gestürzt; der Inhalt war zu einem Salzkegel (Fuder) von etwa 60 kg geformt. Im Anschluss trocknete man diese im "Härthaus". Für den Transport auf Wagen oder Schiffen wurden die Kegel auf der "Stoßstatt" zerkleinert und das Salz in Fässer (Kufen) mit einem Füllgewicht von ca. 70 kg geschaufelt.
  
Für die Herstellung der Salzfässer waren die Küfer zuständig. An diese Handwerker erinnert heute noch der [[Küfertanz]].
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== In der Saline Hallein ==
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Die Aufsicht über Pfannhäuser (Sudhäuser) hatte der Pfannhausverwalter. An jeder Pfanne waren 15 Personen beschäftigt unter der Aufsicht eines ''Perers''. Der noch feuchte Salzbrei wurde am Pfannenrand, ''Perstatt'' genannt, in Behälter gefüllt, die man ''Perkufen'' (schmale, kegelförmige Holzbehältnisse) nannte. Perkufen wurden im Pfannhaus mit Salzbrei befüllt und nach einer kurzen Trocknungszeit gestürzt, anschließend mit Wärme zu "harten Fudern" (Salzkegel) getrocknet. Diese wurden später zerhackt und in Kufen gefüllt, die man in [[Hallein]] ''Halleiner Kufen'' nannte. Diese wurden dann von [[Salzträger]]n zum Abtransport getragen. In Hallein war das die Verladung auf [[Salztransport|Salzschiffe]] auf der [[Salzach]].
  
== Der "falsche" Salzheilige Rupert ==
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"[[Halleiner Kufe]]n" – Salzfässer mit ca. 70 kg Inhalt dienten als übliche Einweg-Gebinde für den Versand und Export.
Der Salzburger Landespatron [[Rupert von Worms]], der hl. Rupertus, wird mit dem Attribut eines Salzfasses zu seinen Füßen dargestellt.  
 
  
Zu dieser eigentlich geschichtlich falschen Darstellung war es erst im [[13. Jahrhundert]] gekommen. Bis dahin wurde Rupert von Worms stets als Bischof mit Buch und Bischofsstab (''Pastorale'') dargestellt.  
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Daneben gab es in sehr geringer Menge in Holzlatten verpackte "harte Fuder" (Salzkegel), die entweder als "Setzfuder" (Ersatzfuder) zum Nachfüllen von Kufen verwendet wurden oder als "gespöttelte Fuder" bzw. "Spöttersalz" an Deputatsempfänger oder für den Verkauf auf den Markt in der Stadt Salzburg gelangten.
  
Denn zu Lebzeiten von Rupert von Worms  (* um 650; † 716/718) gab es im Gebiet des heutigen [[Salzburg (Bundesland)|Bundeslandes Salzburg]] noch keine [[Salzgewinnung]]. Wohl wurde Rupert von seinem Gönner, dem [[Bayernherzöge in Salzburg|bayerischen Herzog]] [[Theodo II.]] mit Salzquellen ausgestattet, die den Reichtum Salzburgs begründeten. Diese aber befanden sich im damals wie heute bayerischen [[Bad Reichenhall|Reichenhall]].
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Für die Herstellung der Salzfässer waren die Küfer zuständig. An diese Handwerker erinnert heute noch der [[Küfertanz]].
 
 
Als nun am [[Dürrnberg (Berg)|Dürrnberg]] [[1185]] wieder mit der Salzgewinnung begonnen wurde (schon die [[Kelten]] hatten ja hier bereist früher Salz abgebaut), wandte sich Reichenhall stärker dem bayerischen Herzog zu. Nun hatte der Salzburger [[Erzbischof]] Angst, ihm könnten mit Reichenhall und ihrer [[Saline Reichenhall|Saline]] auch der hl. Rupert als Salzheiliger abhanden kommen. Eine List verhinderte dies. Bei den Auseinandersetzungen um den Salzheiligen identifizierte man das ''Salina'' in Salzburgs ältesten [[Salzburger Güterverzeichnis|Güterverzeichnissen]] nicht mit jener Saline in Reichenhall, sondern - mit der viel jüngeren - [[Saline Hallein|Saline]] in Hallein.
 
 
 
So kam der Heilige auf den Dürrnberg und erhielt sein Salzfass.
 
  
== Darstellungen von Salzfässern ==
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== Darstellungen von Perkufen ==
Neben der Darstellung mit Rupert von Worms kann man heute Salzfässer noch auf Gemälden in den [[Fürstenzimmer (Hallein)|Fürstenzimmern]] im Halleiner [[Keltenmuseum]] sehen.
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Salzträger-Darstellungen ein Salzfass tragend gibt es im Einfahrtsbereich in die [[Salzwelten Salzburg]] am Dürrnberg sowie in der Stadt Hallein auf Gemälden in den [[Fürstenzimmer (Hallein)|Fürstenzimmern]] im Halleiner [[Keltenmuseum]] sehen.
  
Salzträger-Darstellungen ein Salzfass tragend gibt es im Einfahrtsbereich in die [[Salzwelten Hallein bei Salzburg]] am Dürrnberg sowie in der Stadt Hallein
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Ein Typar (Siegelstempel) aus Bronze zeigt ein Stadtsiegel von Hallein mit der Umschrift "''SIGILLVM CIVIVM DE SALINA''", das ab etwa 1300 verwendet wurde. Das Siegelbild zeigt einen Salzträger mit der Salzstock auf der linken Schulter zwischen zwei Perkufen (Quelle 1, S 131).
  
== Quelle ==
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== Quellen ==
* [[Salz (Begleitbuch der Landessausstellung 1994)]]
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* Haus der bayerischen Geschichte (Hg.): ''Salz Macht Geschichte'', Katalog u. Aufsatzband Bayerische Landesausstellung 1995
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* [[Johannes Lang]]: ''Geschichte von Bad Reichenhall'', 2009. S. 35–567, 715–717, 829–830
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* [[Fritz Koller]]: ''Das Salzwesen'', in: Walter Brugger, [[Heinz Dopsch]], [[Peter Kramml]]: ''Geschichte von Berchtesgaden'', Band I., S. 737 ff.
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* Quelle 1: [[Salz (Begleitbuch der Landessausstellung 1994)]] S. 184, 219, 221, 225, 233-235
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* Quelle 2: [[Hallein. Ursprung und Geschichte der Salinenstadt]]
  
 
[[Kategorie:Salz]]
 
[[Kategorie:Salz]]
 
[[Kategorie:Salzgewinnung]]
 
[[Kategorie:Salzgewinnung]]
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[[Kategorie:Sprache]]
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[[Kategorie:Wort]]

Aktuelle Version vom 2. März 2023, 18:46 Uhr

Aus der Salzproduktion in der Saline Hallein: links sieht man am Rande einer Sudpfanne die Perkufen, rechts, die weißen, bereits getrockneten Salzstöcke, werden von Salzträgern entfernt.

Das Salzfass in der Salinensprache Perkufe, auch nur Kufe (auch Kuffe geschrieben) genannt, ist ein historisches Holzgefäß, das bei der Produktion von Salz in einer Saline Verwendung fand.

In der Saline Reichenhall

Der Salzbrei wurde in hölzerne, konische Gefäße – "Perkufen" genannt – geschaufelt. Nach einer kurzen Trocknungszeit stürzte man die Perkufen und hob sie ab. Das auskristallisierte Salz war nun zu festen kegelförmigen Salzstöcken ("Fudern") verbunden und wurde in das beheizte Härthaus zur vollständigen Trocknung getragen. Die trockenen "Fuder" zerhackte man in der Stoßstatt und füllte das Salz in Fässer. Die in Reichenhall übliche Versandeinheit war eine "Scheibe", ein Holzfass mit circa 68 Kilo Salz. Daneben gab es noch ein Fass mit 300 Kilogramm Inhalt, das "Krötel" genannt wurde. In den 1780er-Jahren ersetzte man die Holzgebinde durch billige Jutesäcke.

In der Saline Berchtesgaden

Der Salzbrei wurde in ca. ein Meter hohe kegelförmige Holzbehälter, so genannte "Perkufen" gefüllt, die man zum Antrocknen kurz stehen ließ. Danach wurden die Perkufen gestürzt; der Inhalt war zu einem Salzkegel (Fuder) von etwa 60 kg geformt. Im Anschluss trocknete man diese im "Härthaus". Für den Transport auf Wagen oder Schiffen wurden die Kegel auf der "Stoßstatt" zerkleinert und das Salz in Fässer (Kufen) mit einem Füllgewicht von ca. 70 kg geschaufelt.

In der Saline Hallein

Die Aufsicht über Pfannhäuser (Sudhäuser) hatte der Pfannhausverwalter. An jeder Pfanne waren 15 Personen beschäftigt unter der Aufsicht eines Perers. Der noch feuchte Salzbrei wurde am Pfannenrand, Perstatt genannt, in Behälter gefüllt, die man Perkufen (schmale, kegelförmige Holzbehältnisse) nannte. Perkufen wurden im Pfannhaus mit Salzbrei befüllt und nach einer kurzen Trocknungszeit gestürzt, anschließend mit Wärme zu "harten Fudern" (Salzkegel) getrocknet. Diese wurden später zerhackt und in Kufen gefüllt, die man in Hallein Halleiner Kufen nannte. Diese wurden dann von Salzträgern zum Abtransport getragen. In Hallein war das die Verladung auf Salzschiffe auf der Salzach.

"Halleiner Kufen" – Salzfässer mit ca. 70 kg Inhalt dienten als übliche Einweg-Gebinde für den Versand und Export.

Daneben gab es in sehr geringer Menge in Holzlatten verpackte "harte Fuder" (Salzkegel), die entweder als "Setzfuder" (Ersatzfuder) zum Nachfüllen von Kufen verwendet wurden oder als "gespöttelte Fuder" bzw. "Spöttersalz" an Deputatsempfänger oder für den Verkauf auf den Markt in der Stadt Salzburg gelangten.

Für die Herstellung der Salzfässer waren die Küfer zuständig. An diese Handwerker erinnert heute noch der Küfertanz.

Darstellungen von Perkufen

Salzträger-Darstellungen ein Salzfass tragend gibt es im Einfahrtsbereich in die Salzwelten Salzburg am Dürrnberg sowie in der Stadt Hallein auf Gemälden in den Fürstenzimmern im Halleiner Keltenmuseum sehen.

Ein Typar (Siegelstempel) aus Bronze zeigt ein Stadtsiegel von Hallein mit der Umschrift "SIGILLVM CIVIVM DE SALINA", das ab etwa 1300 verwendet wurde. Das Siegelbild zeigt einen Salzträger mit der Salzstock auf der linken Schulter zwischen zwei Perkufen (Quelle 1, S 131).

Quellen