Joseph Mohr in Hof bei Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach den Forschungen von Pfarrer Andreas Radauer (seit 2009 [[Elixhausen]], vorher [[Mühlbach am Hochkönig]] und [[Bischofshofen ]]) ist es denkbar, dass Joseph Mohr während seiner Zeit in Hof oder Hintersee das spezielle „Stille-Nacht-Lied“ für Kinder reimte und vertonte, von dem noch zwei Strophen erhalten sind. Das Lied ist ein so genanntes „Ansingelied“, mit dem die Kinder Neujahrswünschen gegangen sind. Die Forschungen von Frau O. Univ. Prof. Dr. Gerlinde Haid († 2012) brachten andere Ergebnisse. Das erwähnte Lied ist älter als das berühmte „[[Stille Nacht, Heilige Nacht|Stille Nacht]]“, dessen Anfangsmotiv es eines Tages übernommen hatte. Die Verbindung zu Mohr kann sie nicht bestätigen.  
 
Nach den Forschungen von Pfarrer Andreas Radauer (seit 2009 [[Elixhausen]], vorher [[Mühlbach am Hochkönig]] und [[Bischofshofen ]]) ist es denkbar, dass Joseph Mohr während seiner Zeit in Hof oder Hintersee das spezielle „Stille-Nacht-Lied“ für Kinder reimte und vertonte, von dem noch zwei Strophen erhalten sind. Das Lied ist ein so genanntes „Ansingelied“, mit dem die Kinder Neujahrswünschen gegangen sind. Die Forschungen von Frau O. Univ. Prof. Dr. Gerlinde Haid († 2012) brachten andere Ergebnisse. Das erwähnte Lied ist älter als das berühmte „[[Stille Nacht, Heilige Nacht|Stille Nacht]]“, dessen Anfangsmotiv es eines Tages übernommen hatte. Die Verbindung zu Mohr kann sie nicht bestätigen.  
  
Vielleicht treffen sich einmal beide Forschungsergebnisse, wenn Mohr ein altes Hirtenlied vorgefunden hätte (vielleicht sogar bei der damals sehr musikalischen Familie des  Ederbauern auf dem [[Thalgauegg]]) und dieses Lied melodisch und textlich in Anlehnung an das „Original-Stille-Nacht“ zu dem vorliegenden Lied umgestaltet hat?
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Vielleicht treffen sich einmal beide Forschungsergebnisse, wenn Mohr ein altes Hirtenlied vorgefunden hätte; vielleicht sogar bei der damals sehr musikalischen Familie Enzinger (Ederbauer) auf dem [[Thalgauegg]] und dann dieses Lied melodisch und textlich in Anlehnung an das „Original-Stille-Nacht“ zu dem vorliegenden Lied umgestaltet hat?
  
 
;Die überlieferten Strophen des Liedes lauten:
 
;Die überlieferten Strophen des Liedes lauten:

Version vom 10. Januar 2014, 20:31 Uhr

Von September 1827 bis Jänner 1828 wirkte Joseph Mohr in Hof als Vikariats-Provisor. Die Gedenktafel in der Hofer Pfarrkirche erinnert daran. Anschließend kam er für neun Jahre nach Hintersee. Hof heißt erst seit 1951 Hof bei Salzburg. In seiner Zeit als Vikariats-Provisor in Hof taufte er acht Kinder.

Datei:Taufen in Hof durch J. Mohr.pdf.

Joseph Mohr taufte in Hof acht Kinder

.

Die Gedenktafel

In Hof wird eine Seesorgestelle zum ersten Male 1502 erwähnt. Unter den rund 40 Seelsorgern seit der Vikariatserhebung der Seelsorgestelle im Jahre 1785 befindet sich auch Josph Mohr. Eine Gedenktafel im südlichen Eingangsraum mit folgender Inschrift erinnert an ihn:

IN PIAM MEMORIAM

(Zum frommen Gedenken)

Der Dichter des Weihnachtsliedes "Stille Nacht"

R.D. Joseph Mohr

(R.D. = Referendissimus Dominus = Hochwürdigster Herr)

wirkte in Hof von September 1827

bis Jänner 1828 als Vikariats-Provisor

(Vikariat = Seelsorgestelle einer Mutter-Pfarre - die Mutterpfarre von Hof war Thalgau. Provisor = in diesem Falle Seelsorger des Vikariats).


Unbekanntes

Was weithin unbekannt ist:

Nach den Forschungen von Pfarrer Andreas Radauer (seit 2009 Elixhausen, vorher Mühlbach am Hochkönig und Bischofshofen ) ist es denkbar, dass Joseph Mohr während seiner Zeit in Hof oder Hintersee das spezielle „Stille-Nacht-Lied“ für Kinder reimte und vertonte, von dem noch zwei Strophen erhalten sind. Das Lied ist ein so genanntes „Ansingelied“, mit dem die Kinder Neujahrswünschen gegangen sind. Die Forschungen von Frau O. Univ. Prof. Dr. Gerlinde Haid († 2012) brachten andere Ergebnisse. Das erwähnte Lied ist älter als das berühmte „Stille Nacht“, dessen Anfangsmotiv es eines Tages übernommen hatte. Die Verbindung zu Mohr kann sie nicht bestätigen.

Vielleicht treffen sich einmal beide Forschungsergebnisse, wenn Mohr ein altes Hirtenlied vorgefunden hätte; vielleicht sogar bei der damals sehr musikalischen Familie Enzinger (Ederbauer) auf dem Thalgauegg und dann dieses Lied melodisch und textlich in Anlehnung an das „Original-Stille-Nacht“ zu dem vorliegenden Lied umgestaltet hat?

Die überlieferten Strophen des Liedes lauten
2. Strophe:
Stille Nacht, heilige Nacht, wir bringen dem Kindlein ein Opfer dar.
I bring eahm an Stritzl, i bring eahm a Oar.
I bring eahm an Budern, a paar Reißtl Haar, i bring eahm a Täüberl a zwoa.
3. Strophe:
Stille Nacht, heilige Nacht, wir wünschen enk alln a glückselig`s Neu`s Jahr.
Wir wünschen Georgius, Leonhardus ins Haus, dass alles Unglück muss weichen hinaus.
Wir Kinder, wir gehen nach Haus.
Erläuterung
Reißtl Haar: Zopf aus Hanf,
an Oar: Ein Ei,
Budern: Butter

Siehe auch

Quellen

  • Radauer, Andreas, Pfarrer, Kan. KR.: Brief an Martin Gschwandtner vom 6. Juni 2000 mit Notenblatt
  • Mündliche Informationen von Pfarrer Radauer an Martin Gschwandtner am 19.11.2001
  • Haid, Gerlinde, Univ. Prof.: Transkription des Liedes, Eugendorf 1996
  • Scriptor Das "Stille Nacht" für Kinder