Gänsegeier: Unterschied zwischen den Versionen
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Gänsegeier kommen in Nordafrika in Marokko und Algerien, in Europa auf der Iberischen Halbinsel, auf Sardinien, in Südfrankreich und in weiten Teilen des Balkans vor. Auch Teile der Arabischen Halbinsel werden von der Art besiedelt. Darüber hinaus ist der Gänsegeier in Teilen Asiens heimisch. In den [[Alpen]] und auch im [[Nationalpark Hohe Tauern]] ist er ein Sommergast, der in Gruppen von sechs bis zwölf Tieren im kreisenden Suchflug nach verendeten Tieren Ausschau hält und mit etwas Glück dabei beobachtet werden kann. | Gänsegeier kommen in Nordafrika in Marokko und Algerien, in Europa auf der Iberischen Halbinsel, auf Sardinien, in Südfrankreich und in weiten Teilen des Balkans vor. Auch Teile der Arabischen Halbinsel werden von der Art besiedelt. Darüber hinaus ist der Gänsegeier in Teilen Asiens heimisch. In den [[Alpen]] und auch im [[Nationalpark Hohe Tauern]] ist er ein Sommergast, der in Gruppen von sechs bis zwölf Tieren im kreisenden Suchflug nach verendeten Tieren Ausschau hält und mit etwas Glück dabei beobachtet werden kann. | ||
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Aktuelle Version vom 15. Oktober 2025, 22:43 Uhr
Der Gänsegeier (Gyps fulvus), auch Weißkopfgeier genannt, ist eine Greifvogelart aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Er ist ein jährlicher Sommergast in den Hohen Tauern und auch Besuchern des Zoos Salzburg nicht unbekannt.
Anmerkungen aus Salzburger Sicht
Wenn Gundula, ein einer ehemaligen Gefangenschaftspopulation entstammendes freifliegendes Gänsegeierweibchen, ihre im Zweitage-Rhythmus erfolgende Fütterung im Salzburger Zoo versäumt, machen sich über ihren Verbleib nicht nur die Zoomitarbeiter Gedanken, es halten auch viele Salzburger in den umliegenden Bergen Ausschau nach Gundula. Und wer den Flug der Bartgeier im Krumltal beobachten will, kann gelegentlich auch eine Schar kreisender Gänsegeier sichten.
Beschreibung
Der Gänsegeier zählt zu den großen Altweltgeiern, wiegt bis zu acht Kilogramm und verfügt über eine Flügellänge von bis zu 75 cm. Er weist ein zweifarbiges Gefieder auf. Kopf und Hals sind dicht mit weißen Daunen bewachsen, der Schnabel erscheint gelblich und ist an der Basis blassgrau gefärbt. Die Beine und die Zehen sind grau und unbefiedert. Weibchen und Männchen sind annähernd gleich groß und gleich schwer.
Verbreitungsgebiet und Lebensraum
Gänsegeier kommen in Nordafrika in Marokko und Algerien, in Europa auf der Iberischen Halbinsel, auf Sardinien, in Südfrankreich und in weiten Teilen des Balkans vor. Auch Teile der Arabischen Halbinsel werden von der Art besiedelt. Darüber hinaus ist der Gänsegeier in Teilen Asiens heimisch. In den Alpen und auch im Nationalpark Hohe Tauern ist er ein Sommergast, der in Gruppen von sechs bis zwölf Tieren im kreisenden Suchflug nach verendeten Tieren Ausschau hält und mit etwas Glück dabei beobachtet werden kann.
Er brütet in senkrechten bzw. sehr steilen Felsklippen, in wilden Schluchten und Felsformationen, die seinen Ansprüchen genügen. Seine Nahrung sucht der Gänsegeier in überwiegend offenen und trockenen Landschaften wie Steppen, Halbwüsten, Berghängen und Hochplateaus. Er kommt von 0 bis 3 000 m ü. A. vor und kann fliegend bis in Höhen von 3 500 m beobachtet werden.
In den Hohen Tauern kommen sie erst seit dem großen Unglück beim Viehtrieb über den Felber Tauern im Jahr 1878 vor, bei dem etwa 100 Stück Vieh ums Leben kam.[1]
Ringmeldung
Es macht Sinn, beim Beobachten von Vögeln oder bei der Auffindung von toten Vögeln auch einen Blick auf eine eventuelle Beringung zu werfen. Ringfunde können jederzeit nach Radolfzell[2] gemeldet werden und sind ein aktiver Beitrag zur wissenschaftlichen Erfassung und zum Schutz der Vögel Europas. Wer einen Ringfund meldet, erhält nachfolgend einen Lebenslauf des betreffenden Vogels, was sehr interessant sein kann.
Bildergalerie
Gundula, das Gänsegeierweibchen, im Anflug zur Fütterung über dem Zoo Salzburg
weitere Bilder
Gänsegeier – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Gänsegeier"
- Eigene Beobachtungen
Einzelnachweise
- ↑ Das große Tauernunglück beim Viehtrieb am Felber Tauern im Jahre 1878 Chronik Tauernhaus Spital, Mittersill abgerufen am 17. August 2013
- ↑ www.ab.mpg.de