Bezirksärzte in Mittersill: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | * [[1823]]<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Sch. 150.</ref>–[[1827]] provisorisch dann definitiv [[Johann Baptist Tuaillon]], da Dr. Pürstinger seit Antritt seines Amtes immer kränklich war. | + | * [[1823]]<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Sch. 150.</ref>–[[1827]] provisorisch dann definitiv [[Johann Baptist Tuaillon]], da Dr. Pürstinger seit Antritt seines Amtes immer kränklich war. Auch er ist Bezirksarzt von Zell am See. |
| − | * [[1827]]–1833 [[Paul Grießmayr]]. Die Familie lebte am Marktplatz 30 im sogenannten „Hoferhaus“, das das große Handelshaus im Markt war und zu dieser Zeit dem Krämer und späteren Bürgermeister Chrisant Grießenauer (1791–1842) gehörte. | + | * [[1827]]–1833 [[Paul Grießmayr]] ist der erste k.k. Bezirksarzt von Mittersill. Die Familie lebte am Marktplatz 30 im sogenannten „Hoferhaus“, das das große Handelshaus im Markt war und zu dieser Zeit dem Krämer und späteren Bürgermeister Chrisant Grießenauer (1791–1842) gehörte. |
* [[1833]]–1835 [[Joseph Ritter v Moczarsky]] | * [[1833]]–1835 [[Joseph Ritter v Moczarsky]] | ||
* [[1838]]–[[1839]] [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]] | * [[1838]]–[[1839]] [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]] | ||
Version vom 8. Dezember 2024, 16:47 Uhr
Das ist die (unvollständige) Liste der Bezirksärzte in Mittersill seit Errichtung des Physikates Mittersill im Jahr 1805. Im Salzburger Medizinalrat wurde 1803 im Jahr der Säkularisierung und der Errichtung des Kurfürstentums Salzburg auch die Einteilung der Physikats-Sprengel diskutiert. Bis dahin gab es im Pinzgau nur das Physikat Zell am See. Im „Entwurf einer neuen und besseren Verteilung der Physikate“ war zu lesen, dass die Bestimmung des Physikatssprengels zu Zell im Pinzgau "beynahe ans Lächerliche" grenzt, weil er ein Drittel des Herzogtums Salzburg umfasst. "Die Menschen welche in demselben leben, dürften allso ihres Lebens wegen ziemlich schlecht besorgt seyn."[1].
So wurde der Standort Mittersill für ein zweites Physikat im Pinzgau beschlossen und die Finanzierung des Postens im Juli 1805 geregelt. Die Landschaft sollte von den 400fl. an jährlichem Gehalt für den Landphysiker 385fl. übernehmen und das Bergwerk Mühlbach 15fl. tragen . Weitere Schritte zur Besetzung des Physikats mit einem geeigneten Kandidaten konnten aber nicht mehr gemacht werden, da der Krieg gegen Frankreich wieder ausbrach. Die Besorgung des Physikats von Mittersill wurde dem Arzt zu Zell am See übertragen.[2]
1806 wurde ein Versuch unternommen, das eigentlich bereits genehmigte Physikat zu besetzen und zwar mit Joseph Susan. Doch die "hohe Entscheidung" (des Kaisers) blieb aus und das Physikat weiter unbesetzt.[3]
Mittersill kam wieder gesamte Salzachkreis 1810 unter Bayerische Herrschaft. 1814 wurde die Organisierung des Medizinalwesens nach bayerischer Vorgabe durchgeführt und in der Folge zahlreiche Gerichtsärzte neu ernannt oder versetzt. In Kitzbühel und Hopfgarten, Thalgau und Mittersill wurden zusätzliche Landgerichtsärzte eingesetzt.[4] Mit dem Übergang von der bayerischen Herrschaft zu österreichischen änderte sich vorerst nichts.
1818/19 fand die Organisierung der Distriktsphysikate statt, was das Ende für das Physikat Mittersill bedeutete. In den Jahren 1822 und 1823 brachen Nervenfieber-Epidemien aus.[5] Diese beiden Typhusepidemien im Hochpinzgau, beziehungsweise die daraus resultierenden Kosten für auswärtige Ärzte, brachten letztendlich die Erkenntnis, dass Mittersill einen eigenen Arzt benötigte. Durch eine Regierungsentscheidung vom 30. September 1826 wurde das Kreisamt in Salzburg aufgefordert, noch einmal um eine Bezirksarztstelle anzusuchen.
Am 23. August 1827 wurde nun das Distriktsphysikat Mittersill endgültig errichtet. (siehe Abbildung) Eine ausführliche Beschreibung der Vorgänge findet sich in dem Artikel "'Medizinische Mobilität' am Beispiel des Physikats Mittersill".[6]
Die Physiker/Bezirksärzte
- 1814–1819 Joseph Riedler
- 1819–1824 Karl Pürstinger Besorgung durch den Bezirksarzt von Zell am See
- 1823[7]–1827 provisorisch dann definitiv Johann Baptist Tuaillon, da Dr. Pürstinger seit Antritt seines Amtes immer kränklich war. Auch er ist Bezirksarzt von Zell am See.
- 1827–1833 Paul Grießmayr ist der erste k.k. Bezirksarzt von Mittersill. Die Familie lebte am Marktplatz 30 im sogenannten „Hoferhaus“, das das große Handelshaus im Markt war und zu dieser Zeit dem Krämer und späteren Bürgermeister Chrisant Grießenauer (1791–1842) gehörte.
- 1833–1835 Joseph Ritter v Moczarsky
- 1838–1839 Anton Sauter
- 1839[8] - ? Franz Spitaler, der mit Ignaz von Kürsinger den Groß-Venediger erstmals besteigt und das Buch „Der Groß-Venediger in der norischen Central Alpenkette, seine erste Ersteigung und seine Gletscher in seiner gegenwärtigen und ehemaligen Ausdehnung" veröffentlicht
- ab 1840 Joseph Kirchner (Mittersill[9] oder Zell am See[10]? eher Zell am See)
- 1848[11] ab wann? Joseph Ploy
Quellen
- ↑ SLA churf. u. k. k. österr. Reg. XI. 025.
- ↑ SLA k. k. Hofkommission II 507 g.
- ↑ SLA k. k. Hofkommission II 507 g.
- ↑ Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 18. März 1814, S. 389–392; Königlich Baierisches Salzach Kreis-Blatt, Salzburg den 6. Oktober 1815, S. 1207 f.
- ↑ Pfarrarchiv Mittersill Schachtel 136.
- ↑ Eva Heitzinger-Weiser, 'Medizinische Mobilität' am Beispiel des Physikats Mittersill, in: Reise in den Pinzgau. Eine Kulturgeschichte zwischen Saumhandel und Urlaubsdestination, Hg., Martin Knoll, Peter F. Kramml, Joahnnes Lang, Alfred Stefan Weiß, Salzburg 2024, 292-316.
- ↑ OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Sch. 150.
- ↑ Linzer Zeitung 31. Jänner 1840, 1.
- ↑ Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde: Ges.-Angelegenheiten 1870, XI-XII.
- ↑ Provinizialhandbuch 1846, 127-128.
- ↑ Joseph Nader, Hg., Medicinal-Schematismus der österreichischen Monarchie 1848, Wien 1848, 62.