Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
(→Team) |
|||
| Zeile 30: | Zeile 30: | ||
Die kija Salzburg setzt parallel zu ihren laufenden Tätigkeiten themenbezogene Schwerpunkte. Das Projekt ''"MutMachen"'' stellt Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen ehrenamtliche MutMacherInnen zur Seite, die ihnen Halt geben und Aufmerksamkeit schenken. | Die kija Salzburg setzt parallel zu ihren laufenden Tätigkeiten themenbezogene Schwerpunkte. Das Projekt ''"MutMachen"'' stellt Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen ehrenamtliche MutMacherInnen zur Seite, die ihnen Halt geben und Aufmerksamkeit schenken. | ||
| − | ''"Call and Mail"'' ist ein Projekt, bei welchem Jugendliche via Internet (Skype, E-mail) Jugendliche beraten. Die Niedrigschwelligkeit und die Anonymität des Internets machen diese Beratung für Jugendliche besonders attraktiv. | + | ''"Call and Mail"'' ist ein Projekt, bei welchem Jugendliche via Internet (Skype, E-mail) Jugendliche beraten. Die Niedrigschwelligkeit und die Anonymität des Internets machen diese Beratung für Jugendliche besonders attraktiv. Im Rahmen des zweijährigen Regionalprojektes "kija on tour - wir kommen euch entgegen!" fährt das Beratungsteam der kija Salzburg mit dem Beratungsmobil in die ländlichen Gemeinden des Bundeslandes, um vor Ort Beratungen abieten zu können. |
==Erfolge== | ==Erfolge== | ||
Version vom 18. Mai 2010, 12:17 Uhr
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg ist eine weisungsfreie Einrichtung des Landes Salzburg, die sich für die Rechte der Kinder und Jugendlichen im Bundesland Salzburg einsetzt und diese berät und unterstützt. Sie ist Sprachrohr für junge Menschen.
Geschichte
Im Jahr 1989 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Kinderrechtskonvention, ein Jahr später trat sie in Kraft. Im September 1992 ratifizierte Österreich die Konvention. Damit war der Grundstein gelegt, um in jedem Bundesland Österreichs eine Kinder- und Jugendanwaltschaft zu errichten.
Gesetzliche Grundlage
Das Jugendwohlfahrtsgesetz und die UN-Kinderrechtskonvention bilden die juristische Basis der Kinder- und Jugendanwaltschaft. Die 54 Artikel der UN-Kinderrechtskonvention, beispielsweise das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Bildung oder das Recht auf Schutz vor Gewalt, dienen der kija Salzburg als Handlungsgrundlage. Die kija Salzburg ist an das Sozialreferat des Landes Salzburg angegliedert, die Paragrafen 13 und 14 der Salzburger Jugendwohlfahrtsordnung regeln die Aufgaben und Befugnisse der kija Salzburg und schreiben ihre Weisungsfreiheit fest. 2005 wurde die UN-Kinderrechtskonvention in die Landesverfassung des Bundeslandes Salzburg aufgenommen, trotz mehrjähriger Bemühungen der österreichischen Kinder- und Jugendanwaltschaften wurde sie aber noch nicht in der Bundesverfassung verankert.
Aufgaben
Die kija Salzburg hat den gesetzlichen Auftrag, die Rechte und Interessen Minderjähriger im Einzelfall zu vertreten, sowie auf gesellschaftlicher Ebene verbesserte Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. In diesem Sinne wird sie zwar auch von Eltern und LehrerInnen als Anlaufstelle genutzt, der Fokus liegt jedoch immer bei den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Bei der Einzelfallberatung informiert das ExpertInnen-Team der kija Salzburg die KlientInnen über ihre Möglichkeiten. In weiterer Folge wird z.B. ein Therapieplatz organisiert oder ein Vermittlungsgespräch zwischen den jungen Menschen und ihrern Eltern, Behörden oder Institutionen vorgeschlagen - immer in Absprache mit dem/der Betroffenen. Kommt ein Problem gehäuft vor, versucht die kija Salzburg dieses nicht nur im Einzelfall zu bewältigen, sondern auch strukturell zu lösen. Eine weitere Aufgabe aus dem Bereich der Interessensvertretung ist die Prüfung und Begutachtung künftiger Gesetze und Verordnungen bezüglich ihrer Kinder- und Jugendverträglichkeit. Durch Informationskampagnen, öffentliche Stellungnahmen sowie Dialoge mit EntscheidungsträgerInnen wird der gesellschaftliche Diskurs zu den Kinderrechten angeregt.
Team
Das Team der kija Salzburg, an dessen Spitze Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt steht, setzt sich aus ExpertInnen aus den Bereichen Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie und Recht zusammen. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem Sekretariat bilden die Beraterinnen das Kernteam. Außerdem engagieren sich zahlreiche freie MitarbeiterInnen im Rahmen von Projekten für die kija Salzburg. Die kija Salzburg hat 4,25 Vollzeit-Dienstposten aufgeteilt auf mehrere Teilzeit-Anstellungen zur Verfügung.
Zahlen/Fakten
Die Anfragen von Kindern und Jugendlichen an die kija Salzburg umfassen Themen von Arbeitslosigkeit bis Zwangsverheiratung, wobei rund die Hälfte der Fälle den familiären Bereich, insbesondere Scheidung und Trennung, betreffen. Rund 40 Prozent der Anfragen kommen von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die Anzahl der Mädchen und Jungen ist nahezu ausgeglichen. Seit der Gründung der kija Salzburg ist die Zahl der Anfragen stark angestiegen: Waren es im Jahr 1993 erst 138 Anfragen, so beriet die kija Salzburg im Jahr 2009 3.235 Kinder und Jugendliche.
Projekte
Die kija Salzburg setzt parallel zu ihren laufenden Tätigkeiten themenbezogene Schwerpunkte. Das Projekt "MutMachen" stellt Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen ehrenamtliche MutMacherInnen zur Seite, die ihnen Halt geben und Aufmerksamkeit schenken. "Call and Mail" ist ein Projekt, bei welchem Jugendliche via Internet (Skype, E-mail) Jugendliche beraten. Die Niedrigschwelligkeit und die Anonymität des Internets machen diese Beratung für Jugendliche besonders attraktiv. Im Rahmen des zweijährigen Regionalprojektes "kija on tour - wir kommen euch entgegen!" fährt das Beratungsteam der kija Salzburg mit dem Beratungsmobil in die ländlichen Gemeinden des Bundeslandes, um vor Ort Beratungen abieten zu können.
Erfolge
- Der kija Salzburg Schwerpunkt zu sexueller Gewalt an Kindern führte zu einer generellen Sensibilisierung des Gerichts im Umgang mit Betroffenen (z.B. kontradiktorische Einvernahme, Zuständigkeitskonzentration u. a.), besonders hervorzuheben ist jedoch der durchgesetzte Rechtsanspruch auf Prozessbegleitung für die Opfer von sexueller Gewalt.
- Gründung des SOS-Clearinghouse zur Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Salzburg;
- 2005 wurde die UN-Kinderrechtskonvention in der Salzburger Landesverfassung verankert;
- Das von der kija Salzburg mitgetragene Modellprojekt "Kinderbeistand" wurde mit 1.1.2010 gesetzlich verankert. Der Kinderbeistand gibt Kindern und Jugendlichen bei hochstrittigen Eltern-Trennungsprozessen vor Gericht eine Stimme;
- Eine Klage der kija Salzburg beim Arbeits- und Sozialgericht führte zu einem richtungsweisenden Urteil mit Auswirkungen auf die Salzburger Pflegegeldverordnung. Seither haben Eltern behinderter Kleinkinder die Möglichkeit, Pflegegeld zu beantragen. Vor diesem Urteil wurde den Eltern das Pflegegeld mit dem Hinweis darauf, dass alle Kinder bis zum dritten Lebensjahr auf Pflege angewiesen seien, abgesprochen.
- Alle Einzelfälle, in welchen die richtige Hilfe zur richtigen Zeit zu einer positiven Wendung im weiteren Lebensverlauf der Ratsuchenden führte.
Ziele
- Verankerung der UN-Kinderrechtskonvention in der Bundesverfassung;
- Ausbau von Ombudsstellen, an die sich Kinder und Jugendliche in allen Lebenslagen vertrauensvoll wenden können;
- Personelle und finanzielle Verbesserungen im Bereich der Kinder- & Jugendwohlfahrt;
- Verpflichtende und bindende Prüfung aller Gesetze und Erlässe bezüglich ihrer Kinder- und Jugendverträglichkeit;
- Ausbau der regionalen kija-Beratungsstellen, damit die Kinderrechte allerorts gleichermaßen garantiert werden;
- Ausbau der Gewalt- und Mobbingprävention durch den verstärkten Einsatz von VertrauenslehrerInnen, SchulsozialarbeiterInnen, Peer-Mediation, durch die verpflichtende Einführung des Unterrichtsfaches "Soziales Lernen" und die Errichtung einer Gewalt- und Mobbingpräventionsstelle;
- Reform des Schulbereichs mit dem Ziel, Schule als einen qualitativen Lebensraum für Kinder und Jugendliche zu gestalten, der ihnen Raum für ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten bietet und in welchem sie entsprechend gefordert und gefördert werden;
- Therapeutische Einrichtung für Mütter mit Kindern in Krisen.
Kontakt
Aufgrund der Sanierung des regulären Standortes der kija Salzburg am Museumsplatz 4 (neben dem Haus der Natur), ist die kija Salzburg vorübergehend umgezogen, derzeitiger Standort (voraussichtlich bis zum Frühjahr 2011):
Friedenstraße 11, 5020 Salzburg Tel.: 0662/430550 Fax: 0662/430550-3010 E-mail: kija@salzburg.gv.at [1]
Links
Quellen
- Tätigkeitsberichte der kija Salzburg