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''Von der Großmutter [&nbsp;[[Fanny Kobler]], Anm.] erhielt ich zu meiner größten Beruhigung einen Brief daß sie sich wieder ganz wohl befindet, Gott Lob und Dank daß sie auch diese schwere Krankheit wieder glücklich überstanden. Sie schrieb mir auch, daß es Dir samt Hr. Gemahl und den lieben Kindern ganz gut geht und das Ihr Eure Versetzung von Wien erwartet<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] war ab November 1874 am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 Bezirksrichter in Pottenstein, Niederösterreich, wurde.</ref> was mich sehr überraschte; Großmutter drückte auch ihr Bedauern aus, daß sie dich vielleicht deßhalb heuer nicht zu sehen bekömmt; aber ich denke Du wirst es schon möglich machen können, und Dir und Deinen lieben Mädis eine Sommerfrische gönnen, und der Großmutter die Freude des Wiedersehens! Die Theres wird im Juli wieder nach Gastein gehen und da ist es der Großmutter Wunsch das ich während der Zeit zu ihr auf Besuch komme, was ich auch schon zugesagt habe, den bis dahin hoffe ich doch etwas gesünder zu werden, den diesen Winter ging es mir wirklich schlecht, diese fort währende Kränkeln machte mich schon ganz verzagt, besonders meine kranken Augen; jetzt geht es mir wohl etwas beßer, aber meinen Katahrr kann ich gar nicht los werden, ich bin schon viele Wochen nicht mehr ausgegangen der Hr. Doktor sagt bei schlechten Wetter und besonders'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] ''wenn der Wind geht soll ich nicht ausgehn, wegen den Augen, du kannst dir denken liebe Fanni wie traurig mich das oft macht – Nun mit Gottes Hilfe und wenn die beßere Jahreszeit kommt wird es ja doch wieder gut werden! Ob wir dieses Jahr noch in Grein zu verbleiben haben, ist noch unbestimmt, wenn mein Mann nicht einen beßern Post bekommt, so wäre es mir wohl lieber wenn wir hier bleiben könnten, den ich fürchte das Wandern weil es immer so viel Geld kostet und auch sonst viele Unannehmlichkeiten im Gefolge hat. – Mein Mann ist Gottlob doch immer so ziemlich gesund, worüber ich sehr froh bin, er läßt dir achtungsvoll die Hand küßen und beyde empfehlen wir uns deinen guten Gemahl'' [Rest der Seite abgeschnitten, kaum erkennbar:] ''vielmals […] grüße ich herzlichst''<ref>Betti Katzinger starb am 9. August 1881 in Grein, Oberösterreich.</ref>
 
''Von der Großmutter [&nbsp;[[Fanny Kobler]], Anm.] erhielt ich zu meiner größten Beruhigung einen Brief daß sie sich wieder ganz wohl befindet, Gott Lob und Dank daß sie auch diese schwere Krankheit wieder glücklich überstanden. Sie schrieb mir auch, daß es Dir samt Hr. Gemahl und den lieben Kindern ganz gut geht und das Ihr Eure Versetzung von Wien erwartet<ref>[[Franz Xaver Gregor Spängler]] war ab November 1874 am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 Bezirksrichter in Pottenstein, Niederösterreich, wurde.</ref> was mich sehr überraschte; Großmutter drückte auch ihr Bedauern aus, daß sie dich vielleicht deßhalb heuer nicht zu sehen bekömmt; aber ich denke Du wirst es schon möglich machen können, und Dir und Deinen lieben Mädis eine Sommerfrische gönnen, und der Großmutter die Freude des Wiedersehens! Die Theres wird im Juli wieder nach Gastein gehen und da ist es der Großmutter Wunsch das ich während der Zeit zu ihr auf Besuch komme, was ich auch schon zugesagt habe, den bis dahin hoffe ich doch etwas gesünder zu werden, den diesen Winter ging es mir wirklich schlecht, diese fort währende Kränkeln machte mich schon ganz verzagt, besonders meine kranken Augen; jetzt geht es mir wohl etwas beßer, aber meinen Katahrr kann ich gar nicht los werden, ich bin schon viele Wochen nicht mehr ausgegangen der Hr. Doktor sagt bei schlechten Wetter und besonders'' ./. [Zeichen zum Seitenwechsel] ''wenn der Wind geht soll ich nicht ausgehn, wegen den Augen, du kannst dir denken liebe Fanni wie traurig mich das oft macht – Nun mit Gottes Hilfe und wenn die beßere Jahreszeit kommt wird es ja doch wieder gut werden! Ob wir dieses Jahr noch in Grein zu verbleiben haben, ist noch unbestimmt, wenn mein Mann nicht einen beßern Post bekommt, so wäre es mir wohl lieber wenn wir hier bleiben könnten, den ich fürchte das Wandern weil es immer so viel Geld kostet und auch sonst viele Unannehmlichkeiten im Gefolge hat. – Mein Mann ist Gottlob doch immer so ziemlich gesund, worüber ich sehr froh bin, er läßt dir achtungsvoll die Hand küßen und beyde empfehlen wir uns deinen guten Gemahl'' [Rest der Seite abgeschnitten, kaum erkennbar:] ''vielmals […] grüße ich herzlichst''<ref>Betti Katzinger starb am 9. August 1881 in Grein, Oberösterreich.</ref>
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==== Brief vom 2. Juni 1880 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br />
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''Baumkirchen<ref>Baumkirchen, Innsbruck-Land bzw. Hall in Tirol, hatte seit dem 16. bzw. seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis vor dem Zweiten Weltkrieg ein Bad-Haus mit Kurbetrieb; vgl. Wikipedia und www.geschichte-tirol.com. Bereits im Juni 1877 war Antonia Spängler in Baumkirchen, vgl. den Brief vom 27. Juni 1877.</ref> den 2/6 [18]80. Meine inigstgeliebten Theuren! Schon lange – lange wartete ich auf ein Schreiben von Euch weil Franz im vorigen Brief mir schrieb, er wird mir es sogleich mittheilen wen er etwas erfährt bis wan er seinen Urlaub erhält. Nun schreibst du auch dießmal nicht ein Wort davon, ich bin schon sehr begierig, wie es mit kommen ist; ich freue mich schon es zu hören, ich freue mich auf alle ungemein. Ich bin auch Eur[e]twegen schon so früh ins Bad gegangen damit von meiner Seite kein Aufenthalt ist. /''
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''Die beiden Kindlein müßen schon allerliebst sein, Tonerl wird klein sein aber deßto lieber wen sie schon so herum läuft. Der kleine Rudolf ist noch nicht'' [darüber:] ''(allein) gelauffen wie ich am 25 t[en] von Salzburg weg bin, aber wo er nur ein wenig sich anhalten ist er gegangen, die ganze lang vom Kindszimmer weil überal etwas war, wo er sich halten konnte, es war ihm schon genug wen er sich mit der flachen hand halten konnte, er ist sehr lieb, und kent uns alle außeinander besonders lieb hat er seinen Papa, wie er ihm nur ansichtig wird langt er darnach. Aber sprechen thut er noch nichts. / Die kleine Franzerl stelle ich mir schon recht gesetzt vor, die Tonel ein schlauer Mucks [?], kurz und gut ich habe schon eine rechte Sensucht nach Euch.''
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''Mir und Therese geht es Gottlob ganz gut hier, die Witterung ist größtentheil sehr kalt, wir suchen alles Warme um uns nicht zu verderben, wir gehen Täglich ein paarmal Spatziren dan spielen wir wider, Baden und so vergeht uns die Zeit sehr schnel. Der Schne [!] liegt oft beynahe ganz herunter, ist aber auch in einer Stunde wider weg. Wir sind hier recht zufrieden, die Kost ist gut und genug. Das Zimmer sehr gut und nett, sehr / wenig Leute sind hier, ich glaube es ist die Kälte schuld. ich glaube es sind gewiß nicht mehr als 12 Personen hier, sammt 2 Kindern welche 2 Frauen bey sich haben. Das die Prozesion in Wien gewiß sehr schön und großartig in Wien [!] geweßen läßt sich leicht dencken wir waren in Hall bey deren Evangelium sie war auch sehr feyerlich. Mir hat schon die Toda Amalie einmal gesagt, und auch Anton hat mir einmal gesagt von einen Fräulein welche in Salzburg waren, also hat er sich doch einmal dazu entschloßen ich freue mich und w[ü]nsche ihm herzlich Glück. Lebt nun alle recht wohl küßt mir die Kindlein Tonel wird ihr Namenstag geschenck in Salzburg bekommen Mit Tausend küßen an Alle auch Rosa verbleibe ich Eure treue Mutter Spángler''
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[Seite 1 oben, auf dem Kopf:] ''Von Schwester Therese viele Grüße an alle.''
 
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