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''Salzburg den 29/2 [18]80 Meine inigstgeliebten Theuren! Heute gielt das Schreiben hauptsächlich, der Fanzi'' [Fany] '', weil ich ihr zum Nammensfeste scheinfslich [schrift-?] meine herzlichen Glückwünsche bringen will; Liebe Fany ich wünsche dir alles Gute, was dich beglücken kann, besonders für alle, die Gesundheit, weil man alles, was kömmt, leichter erträgt. Ich wünsche auch von ganzen herzen, das deine Kindlein in jeder Rüchtung gedeien mögen. Behalte mir liebe Fany auch ein kleines Plätz[c]hen in deinen Herzen, bethen thue ich viel für Euch. Beyliegend sende ich 6 fl [Gulden] 5 verwenden für Dich, oder was du für nothwendig findest, 1 fl gehört der kleinen / Fany nebst herzlichen Glückwunsch zum Nammenstag. Es wird mich recht freuen wen sie denen Eltern durch gehorsamm recht viele Freude bereitet.''
 
''Salzburg den 29/2 [18]80 Meine inigstgeliebten Theuren! Heute gielt das Schreiben hauptsächlich, der Fanzi'' [Fany] '', weil ich ihr zum Nammensfeste scheinfslich [schrift-?] meine herzlichen Glückwünsche bringen will; Liebe Fany ich wünsche dir alles Gute, was dich beglücken kann, besonders für alle, die Gesundheit, weil man alles, was kömmt, leichter erträgt. Ich wünsche auch von ganzen herzen, das deine Kindlein in jeder Rüchtung gedeien mögen. Behalte mir liebe Fany auch ein kleines Plätz[c]hen in deinen Herzen, bethen thue ich viel für Euch. Beyliegend sende ich 6 fl [Gulden] 5 verwenden für Dich, oder was du für nothwendig findest, 1 fl gehört der kleinen / Fany nebst herzlichen Glückwunsch zum Nammenstag. Es wird mich recht freuen wen sie denen Eltern durch gehorsamm recht viele Freude bereitet.''
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''Wie es in Salzburg jetzt zugeht, das ist ordentlich unheimlich. Es ist ganz unbegreiflich wie dieses Unglück<ref>Brand im [[Hauptbahnhof Salzburg]] am 19. Jänner 1880; vgl. vorangehenden Brief vom 7. Februar 1880.</ref> geschehen konnte bey einen so kleinen Brand, es ist kein zimmer außgebrant, und 5 Menschenleben – eigentlich 6 sind ums leben gekommen, der Herr und Frau, und ein Knab von 5 Jahren, und die Frau von 5 Monnath in der Hoffnung also 4 Menschenleben die Famile lebte sehr gut mitsammen, der Herr Frauengruber wie seine Frau, waren alle sehr beliebt. dan der Schumachermeister Mayer, und die Köchin vom Schwarzenberger. Gestern wurden sie alle Begraben, für Salzburg im höchsten aufputz, mit dieser / neuen Gesellschaft. das Baartuch ganz Gold stof[f] dan diese pracht Wägen, dan diese menge Liberee [? Livree], und diese menge Kränze mit Bändern und Schriften an den Bändern Wägen mit 4 Pferden gezogen. Ich glaube man könte bey einen Fürsten auch nicht mehr geschichten machen. In die Tausend Menschen waren um die Weg größten theil zu sehen. Ich werdet gewiß auch schon gehört haben, das so viele Thro=briefe [Droh-] herum gelegt werden das sie die Stadt an allen 4 Enden anzünden wollen, und der 3 t[e] Theil des Bahnhofes soll in 14 Tagen abbrenen, es ist dieß ein sehr unbehagliches Gefühl. Es ist nun schon bald ganz unnathürlich, denckt Euch gestern Abend als den letzten Februar um ½ 10 gerade als wir zu Bette gehen / wollten, wurden wir durch 3 rasche Kanonenschüße aufgeschreckt, es war aber glücklicher, nicht viel daran es brante in der Linzergaße beim Kauman Martin, ebenerdig ich glaube in einen Mistfaß. die 3 Personen glaubt man sind erstickt, weil wie der Herr die Thire aufmachte so viel Rauch kamm, das er zurück pralte, da ging eben die Schwester von der Frau mit den größre[n] Knaben die Stiege hinunter, die Schwester sagte noch, schauts das bald weiter kommts, der Herr hat aber einen sehr dücken Hals gehabt, und so glaubt man er sey sogleich erstükt, die Frau wollte ihm vieleicht noch helfen, und dan wird auch sie, und das Kind, das Bewustsein ver loren haben, und erstückten. Neuhofer Fritz ist auch am selben Tag auf einer kleinen Reise auf den Weg gestorben Frey Karl am Sammstag. Der Rauchenbichler am Freutag. Lebt recht wohl viele Grüße von Bekanten. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Spángler
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''Wie es in Salzburg jetzt zugeht, das ist ordentlich unheimlich. Es ist ganz unbegreiflich wie dieses Unglück<ref>Brand im [[Hauptbahnhof Salzburg]] am 29. Jänner 1880; vgl. vorangehenden Brief vom 7. Februar 1880.</ref> geschehen konnte bey einen so kleinen Brand, es ist kein zimmer außgebrant, und 5 Menschenleben – eigentlich 6 sind ums leben gekommen, der Herr und Frau, und ein Knab von 5 Jahren, und die Frau von 5 Monnath in der Hoffnung also 4 Menschenleben die Famile lebte sehr gut mitsammen, der Herr Frauengruber wie seine Frau, waren alle sehr beliebt. dan der Schumachermeister Mayer, und die Köchin vom Schwarzenberger. Gestern wurden sie alle Begraben, für Salzburg im höchsten aufputz, mit dieser / neuen Gesellschaft. das Baartuch ganz Gold stof[f] dan diese pracht Wägen, dan diese menge Liberee [? Livree], und diese menge Kränze mit Bändern und Schriften an den Bändern Wägen mit 4 Pferden gezogen. Ich glaube man könte bey einen Fürsten auch nicht mehr geschichten machen. In die Tausend Menschen waren um die Weg größten theil zu sehen. Ich werdet gewiß auch schon gehört haben, das so viele Thro=briefe [Droh-] herum gelegt werden das sie die Stadt an allen 4 Enden anzünden wollen, und der 3 t[e] Theil des Bahnhofes soll in 14 Tagen abbrenen, es ist dieß ein sehr unbehagliches Gefühl. Es ist nun schon bald ganz unnathürlich, denckt Euch gestern Abend als den letzten Februar um ½ 10 gerade als wir zu Bette gehen / wollten, wurden wir durch 3 rasche Kanonenschüße aufgeschreckt, es war aber glücklicher, nicht viel daran es brante in der Linzergaße beim Kauman Martin, ebenerdig ich glaube in einen Mistfaß. die 3 Personen glaubt man sind erstickt, weil wie der Herr die Thire aufmachte so viel Rauch kamm, das er zurück pralte, da ging eben die Schwester von der Frau mit den größre[n] Knaben die Stiege hinunter, die Schwester sagte noch, schauts das bald weiter kommts, der Herr hat aber einen sehr dücken Hals gehabt, und so glaubt man er sey sogleich erstükt, die Frau wollte ihm vieleicht noch helfen, und dan wird auch sie, und das Kind, das Bewustsein ver loren haben, und erstückten. Neuhofer Fritz ist auch am selben Tag auf einer kleinen Reise auf den Weg gestorben Frey Karl am Sammstag. Der Rauchenbichler am Freutag. Lebt recht wohl viele Grüße von Bekanten. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Spángler
    
[Seite 1, auf dem Kopf:] ''An Kinder und Rosa viele herzliche Grüße der kleine Rudolf hat am 28 t[en] Februar den 1 t[en] Zahn bekommen er ist wohl, und sehr lebhaft. Es war ein Zimerbrand, entstanden durch eine um gestossene Betrolium Lampe.''
 
[Seite 1, auf dem Kopf:] ''An Kinder und Rosa viele herzliche Grüße der kleine Rudolf hat am 28 t[en] Februar den 1 t[en] Zahn bekommen er ist wohl, und sehr lebhaft. Es war ein Zimerbrand, entstanden durch eine um gestossene Betrolium Lampe.''