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Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit rotem Prägestempel "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br />  
 
Sammlung in einem Bogen, gefaltet, mit der Aufschrift "Briefe von der Betti."<ref>Vergleiche Brief vom 27. August 1879</ref> Ein Bogen mit rotem Prägestempel "B K"; / = Seitenwechsel; […] = Auslassungen<br />  
 
''Grein am 25. Okt. 880. Liebe Großmutter! Von Deiner Hand ein Briefchen zu erhalten war für mich eine recht freudige Ueberraschung, ich danke Dir herzlichst dafür. Gott sei Dank, daß es Dir mit Deiner Gesundheit wieder besser geht; hast Du nun doch keine Schmerzen mehr im Rücken, und ist dieser lästige Gürtelausschlag nun doch ganz gut? ich bitte Dich liebe Großmutter nimm Dich nur vor Verkühlung stets recht in Acht, damit Du nicht wieder krank wirst;'' […] / […] / (Medikamente) ''theurer wie in Salzburg, dieses Grein wird mir so zuwieder [!], weil alles theurer ist wie in einer Großstadt. Denk‘ Dir nur liebe Großmutter der Metzen Erdäpfel von der besten Gattung kostet bey uns 2 f 40 kr'' [florin = Gulden, Kreuzer] ''und so ist Alles und Jedes theurer als anderswo;'' […] ''seit ich von Salzburg zurück bin, heißt es immer ein paar Gulden zusetzen, daß macht mich oft ganz traurig.'' […] / […] ''Jetzt bleibt er'' [der Ehemann] ''auch wieder gerne zu Hause, und hat sich das Gasthausgehen mehr abgewöhnt, es muß auch sein, denn es heißt sparen, daß Winterholz kostet 18 f einen neuen Mantel Hose und Gilet hat er bekommen kostet 32 f das sind große Ausgaben für unser kleines Einkommen, doch wenn wir nur gesund bleiben und keinen Doktor brauchen, wird mit Gotteshilfe alles recht werden! Wilhelm'' [Kobler, ihr Bruder] ''hat das Bräuhaus von Hr. Greisenegger in Harrachsthal<ref>Harrachstal, Ortsteil von Weitersfelden, Oberösterreich. Zum "Schloss Harrachstal" gehörte im Ort als Haus Nr. 5 seit 1802 das "Brauhaus" (vgl. Wikipedia.de). Ein Karl Greisenegger war 1864 bis 1873 und wieder bis 1880 Gemeindevorstand in Weitersfelden. Vgl. Brief vom 10. April 1881.]</ref> gekauft, die Schwägerin schrieb mir es wäre Alles in Richtigkeit und sie haben es zu vortheilhaften Bedingnissen bekommen, aber jetzt ist die Sorge ob sie bald einen Pächter für Steyeregg bekommen den sonst können sie nicht fort''<ref>Im "Welt-Adressenbuch", Band 2 für Nieder-Österreich, Ober-Österreich und Salzburg, 4. Ausgabe, Wien 1879, S. 200, steht Wilhelm Kobler weiterhin als Brauer in Steyregg.</ref> […] ''Bitte die Familie Schlegel, dan Frau v. Spängler die Theres Frau v Klausnitz'' […] ''zu grüßen. Dich küßt im Geiste Deine dankbare Betti Katzinger''
 
''Grein am 25. Okt. 880. Liebe Großmutter! Von Deiner Hand ein Briefchen zu erhalten war für mich eine recht freudige Ueberraschung, ich danke Dir herzlichst dafür. Gott sei Dank, daß es Dir mit Deiner Gesundheit wieder besser geht; hast Du nun doch keine Schmerzen mehr im Rücken, und ist dieser lästige Gürtelausschlag nun doch ganz gut? ich bitte Dich liebe Großmutter nimm Dich nur vor Verkühlung stets recht in Acht, damit Du nicht wieder krank wirst;'' […] / […] / (Medikamente) ''theurer wie in Salzburg, dieses Grein wird mir so zuwieder [!], weil alles theurer ist wie in einer Großstadt. Denk‘ Dir nur liebe Großmutter der Metzen Erdäpfel von der besten Gattung kostet bey uns 2 f 40 kr'' [florin = Gulden, Kreuzer] ''und so ist Alles und Jedes theurer als anderswo;'' […] ''seit ich von Salzburg zurück bin, heißt es immer ein paar Gulden zusetzen, daß macht mich oft ganz traurig.'' […] / […] ''Jetzt bleibt er'' [der Ehemann] ''auch wieder gerne zu Hause, und hat sich das Gasthausgehen mehr abgewöhnt, es muß auch sein, denn es heißt sparen, daß Winterholz kostet 18 f einen neuen Mantel Hose und Gilet hat er bekommen kostet 32 f das sind große Ausgaben für unser kleines Einkommen, doch wenn wir nur gesund bleiben und keinen Doktor brauchen, wird mit Gotteshilfe alles recht werden! Wilhelm'' [Kobler, ihr Bruder] ''hat das Bräuhaus von Hr. Greisenegger in Harrachsthal<ref>Harrachstal, Ortsteil von Weitersfelden, Oberösterreich. Zum "Schloss Harrachstal" gehörte im Ort als Haus Nr. 5 seit 1802 das "Brauhaus" (vgl. Wikipedia.de). Ein Karl Greisenegger war 1864 bis 1873 und wieder bis 1880 Gemeindevorstand in Weitersfelden. Vgl. Brief vom 10. April 1881.]</ref> gekauft, die Schwägerin schrieb mir es wäre Alles in Richtigkeit und sie haben es zu vortheilhaften Bedingnissen bekommen, aber jetzt ist die Sorge ob sie bald einen Pächter für Steyeregg bekommen den sonst können sie nicht fort''<ref>Im "Welt-Adressenbuch", Band 2 für Nieder-Österreich, Ober-Österreich und Salzburg, 4. Ausgabe, Wien 1879, S. 200, steht Wilhelm Kobler weiterhin als Brauer in Steyregg.</ref> […] ''Bitte die Familie Schlegel, dan Frau v. Spängler die Theres Frau v Klausnitz'' […] ''zu grüßen. Dich küßt im Geiste Deine dankbare Betti Katzinger''
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==== Brief vom 1. November 1880 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein kleinerer Bogen; roter Prägebuchstabe "A" mit Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br />
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''Salzburg den 1 te[n]. /11 1880 Meine lieben Theuren! Schon lange wollte ich an Euch scheiben, kamm aber nie dazu, weil ich immer abwarten wolte, wie es sich entscheidet wegen der Rosa'' [Hausangestellte von Antonia Spängler, Anm.] ''. Da aber der Vater, leider sich gar nicht behaglich fühlt, und dermalen sich sehr schwach fühlt, ist für dermalen keine Außsicht, das Rosa fort'' [von zu Hause, Anm.] ''kömmt. Ich glaube sie würde kaum 3 Tage fort sein, so würde sie wider, / zurück beruffen werden, den unter diesen Verhältnüßen ist sie zu Hauße unentbährlich, kanst dir leicht dencken wie weh mir dieser Gedanncke, das Rosa nicht hinunter'' [nach Wien, Anm.] ''wird gehen könen, '' [gestrichen: ''weh''] ''thut, fu[ü]r Euch meine lieben. Die Mutter ist auch sehr angegrieffen. Ich denncke Ihr werdet am beßten thun, eine 2 te Magd zu nehmen, damit die Fany für die letzte Zeit vor den Wochenbett, und die erste Zeit nach, / den Wochenbett, daheim hülfe hat. Jetzt möchte ich um 8 bis 10 Jahre jünger sein, dan hätte ich mich gleich angebothen, aber so kann ich nichts mehr leisten. Ich dencke Ihr werdet wohl doch gewiß jemand ord[ent]lichen finden; viel=leicht [!]<ref>Sonst schreibt sie stets ''vieleicht'', hier in der Trennung ll.</ref> weiß die Frau Patsche jemmand.''
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''Ich dancke herzlich für den letzten Brief durch Otto. Otto sagte mir das die Kinder sehr lieb sind, Gottlob das doch die Kindlein gesund und brav sind, daß Ihr doch weniger Sorgen habt. / Bey uns ist Gottlob alles zimmlich wohl, nur die kleine Emile hat etwas Husten. Die Großmamma ist am Sammstag Nachmittag von Inspruck mit Emile zurück gekommen die Marieta [?] Meninger feyert am 15 dieß ihre Vermählung mit Hern v Grünburg. Dieß ist ein großes Glück. Die Frau von Anton'' [klein darüber: ''Sattle[r]''] ''hat mir sehr gut gefahlen, sie ist sehr freundlich. Lebt nun recht wohl, seit herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer Euch herzlich liebenden Mutter Spángler Otto Louise die großmutter lassen Euch herzlich grüßen.''
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==== Brief vom 7. November 1880 von der Mutter Antonia Spängler, an die Familie Franz II. Xaver Gregor Spängler in Wien ====
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Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein kleinerer Bogen; lila Prägebuchstabe "A" mit Verzierung; / = Seitenwechsel (Leseabsatz eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br />
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''Salzburg den 7/11 [18]80. Meine inigstgeliebten Theuren! Wie sehr überrascht, und erfreut war ich zu hören das du nun doch endlich zum Bezirksrichter ernant bist, und zuletzt ganz schnel gegangen ist. Ich wünsche Euch Tausend Glück dazu. Es soll wie ich von mehreren Leuten höre ein ganz hüb[sch]er Ort sein<ref>Pottenstein an der Triesting, Niederösterreich. Der Ort war damals Sitz eines Gerichtsbezirks, heute Baden.</ref>, und im Sommer sehr gesellig. Es ist nur sehr unangenehm wenn Rosa nicht hinunter könnte während den Wochenbett. O meine lieben, meine / Gedancken sind immer bey Euch, wie viel wird es Euch zu schaffen machen, bis Ihr Euch alles außgedacht habt wie machen. Franz wird es gewiß auch nicht taugen so lange allein zu sein. Es ist jetzt gerade recht ungelegen, das in diesen Zeitpunckt, die Beförderung eingetretten, aber es läßt sich nicht ändern. Eine ganze menge Glückswünsche habe ich dir zu entrichten. Alle Spángler Sauter Guttenberg Duregger, Toda, Mali, Fräulein Rosalie, Günzenberger [?] und noch eine menge andere. Es scheint das keine Bezirkswohnung vorhanden ist. Ihr werdet gewiß / einmal hinauß fahren, um Euch, um eine ordentliche Wohnung umzusehen. Wer hier den Ort kent, sagen alle, er sey recht hübsch, ich freue mich mit Euch. Die Landluft wird Euch allen wohl thuen. Hat Franz einen Adiuackten [Adjutant?], oder nur einen Auskultanten<ref>(österreichisch) Anwärter auf das Richteramt</ref>? damit er doch nicht gar so sehr angehängt ist. Ich freue mich von Franz selbst inmal zu hören wie es ihm dort gefählt.''
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''Bey Schlegl [Schlegel, Anm.] geht es abwechselnt gestern war die Nacht sehr gut, vieleicht giebt es sich wider, das nur der Ubergang vom Herbst auf Winter ihm sehr weh gethan hat. / Die Kindlein werden sich ob der Veränderung freuen. Die Franzi wird dieses schon verstehen, Toni nicht. Die Kindlein bitte ich von mir recht herzlich zu küßen. Die Großmutter sagt wen die Rosa hinunter reißt, zur Ubersiedlung oder Wochenbett, so zahlt sie recht gerne einmal die Reise, ich habe gleich zur Rosa gesagt, wir nehmen sie beim Wort. Lebt recht wohl von allen Bekanten viele herzliche Grüße. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Toni [!] Spángler.''
 
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