| | + | ''Salzburg den 14/12 1875<ref>"1875": "5" undeutlich, könnte auch eine "6" sein; der Brief liegt aber in diesem Bündel und die "6" bei den Briefen für 1876 wird eindeutig anders geschrieben.</ref> Meine inigst geliebten Theuren! Endlich komme ich heute dazu Eure lieben 3 Briefe zu beantworten, es ist zwar meine Hand noch zitternd, aber ich will es doch nicht mehr verschieben, und von mir Euch ein Lebenszeichen geben. Es geht mir gottlob im ganzen gut, aber an kraft fehlt noch viel, das merke ich nur zu gut, ob sie sich noch ersetzen wird, ist meine große Frage; ich dencke ich werde um mich zu erhollen und für den Winter vorzusorgen gewiß auf ein paar Monnathe in eine Gebürgsluft wandern müßen, hat es mir in den frühern Jahren immer so gut gethan. Der liebe Gott wird es richten, wie es zu / meinen beßten ist. Gerade am selben Tag wurde ich krank als ich Eure[n] lieben Brief beantworten wollte, mir scheint es sind, nun bald 4 Wochen seit ich kranck geworden bin. 9 Tage hatte ich eine Kreutzschwester zur Bedienung welche sehr lieb war. Nun kann ich mir im Zimmer das nöthigste schon selbst thun, was mir sehr angenehm ist. Gestern wolte ich zum erstenmal außgehen, und da Otto dieß hörte, und er ohnedieß einen weg aufs land machen mußte so nahm er einen Wagen, und wir fuhren, wenigstens eine Stunde herum, was mir sehr gut gethan hat. Otto und Louise waren wohl sehr gut, und sorgsam gegen mich, auch versorgten sie die Kreutzschwester ganz, bis Abends bekamm sie die Kost von F v Duregger, so durfte ich / mich nicht sorgen weil die Anna doch noch so wenig kann.'' |
| | + | ''Recht herzlich danke ich für die guten Wünsche zum Hochzeitstag es war eigentlich ein recht schwerer Tag war mir ja der erste Hochzeitstag<ref>14. November 1826</ref> noch so frisch im Gedächtniß, aber man muß alles ertragen. Tausend Erinnerungen glücklicher Zeiten – – kammen auß den innersten des Herzens. O meine lieben ich glaube – und hoffe es sicher zu errathen, das Ihr nun [gestrichen:] sicher wider Hoffnung habt, [euch] eines Nachkömling zu erfreuen Gott gebe das es ein recht kräftiges Kindlein werde, O liebe Fany thue ja alles um dich recht kräf[t]ig zu erhollen, vergiß auch ja nicht, öfter Schwarzkirschenwasser zu nehmen. Ich habe eine große Freude, aber ich sagte niemand etwas davon außer zur Großmutter welche sich im / stillen mit mir freute. Ob ich das Glück das Kindlein mit Euch zum ersten [mal] in meine Arme zu schließen, theilen kan mit Euch daß muß ich den lieben Gott anheim stellen, – noch darf ich nicht daran dencken. Louise bekömmt auch schon im May wider ein kleines – die Koch im Juny – bey dir würde ich es bis ende Juny außrechnen. Recht herzlich danke ich für das hübsche Tuch welches mir im Winter gewiß recht gut taugen wird. Liebe Fany was könnte wohl dir zum Glüst[cks]kind einige Freude bereiten ich bitte dich recht schön es zu schreiben Franz bitte ich in meinen Nahmen 6 Krägen zu kauffen diese kann er immer brauchen. Ich dancke recht sehr für die vielen Nachfragen Lebt wohl mit 1000 Küßen Euch gute Feyertage w[ü]nschend verbleibe, ich Eure Euch herzlichliebende Mutter Spángler'' |