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siehe auch Oktober bis Dezember 1871 „1871 und 1884, 1887“ Briefe [...] Briefe von Kollegen, Salzburg 1887 mit Brief von Fanni in Pottenstein an Franz in Krems mit Umschlag „1887“. Und ebendort Karten-Brief Pottenstein 6. 4. 1887 Fanni an Franz.
 
siehe auch Oktober bis Dezember 1871 „1871 und 1884, 1887“ Briefe [...] Briefe von Kollegen, Salzburg 1887 mit Brief von Fanni in Pottenstein an Franz in Krems mit Umschlag „1887“. Und ebendort Karten-Brief Pottenstein 6. 4. 1887 Fanni an Franz.
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==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
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==== Brief vom 17. April 1887 von Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
 
[Nr. 18<ref>"Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 17. und 18. April 1887:<br />
 
[Nr. 18<ref>"Nr. 18" bezieht sich auf die Kekulé-Sosa-Nummerierung in der Aufstellung des Stammbaums bei 'Geneanet oholzapfel' ([https://de.geneanet.org/profil/oholzapfel de.geneanet.org]).</ref>] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 17. und 18. April 1887:<br />
 
''Krems 17 April 1887/ Liebste Fanni! Ich habe dir heute nur eine Karte geschickt, da ich mit dem Brief aus verschiedenen Gründen nicht fertig zu werden glaube u ich dich nicht ohne Nachricht lassen will. Und nun zur Wohnungsfrage. Ich habe also gestern Abends mit Hauptmann Hartmann conferirt, u. das Resultat ist folgendes: Er behält mit Rücksicht darauf dß er möglicher Weise im Herbste wieder hierher transferirt wird die Wohnung als Miether, ist aber bereit vom Mai-Termin an die Wohnung bis Aug od[er] Nov 1887 zu überlassen; falls er nicht hierher zurückkäme, könnten wir dieselbe dann ganz übernehmen; falls er aber hierher zurückkäme, müßten wir dieselbe räumen. Das ist nun freilich keine angeneme Aussicht! Anderseits wurde mir von mehrer Seiten gesagt, dß, so empfehlenswerth die Wohnung für den Sommer sei, dieselbe doch im Winter wegen der einsamen Lage u des geringen Verkehrs in dieser Gegend der Stadt manches unangenehme habe; da wäre es also vielleicht doch nicht so böse, wenn wir im Herbste in eine andere Wohnung ziehen müßten. - Die gestrige Karte, in der ich dir von der Wohnung in der Alleegaße 25 schrieb, hast du hoffentlich erhalten; diese Wohnung hätte manches für sich; ich füge hier eine Skizze bei, mit f. sind die Fenster, mit t die Thüren bezeichnet, die Alleegasse ist durch die Anlagen von der Stadt getrennt, aber die Entfernung ist auch nicht groß. - [hier ist eine Skizze in den Text eingefügt: 3 Zimmer + Eßzimmer + Küche + Cabinet + Vorzimmer + Vorratsraum (?) + Abort] - Garten ist bei dieser Wohnung freilich keiner, wohl eben ein Hof, in dem sich die Kinder herumtummeln könnten/ Diese Herzog’schen Häuser sollen wie ich hörte auch 2 Unannehmlichkeiten haben, namlich einerseits dß die Wände u. Böden so dünn sind, dß man von einer Wohnung in die andere alles lautere Gespräch hören soll, u. dß die Kanäle dort nur sehr geringes Gefälle haben, u daher im Sommer ziemlich riechen. - Nun ist mir heute von einer Wohnung in der Stadt, in der Gasse zwischen Hirschen u Kreisgericht gesagt worden, die auch bis Mai frei werden soll; hierüber werde ich erst morgen näheres erfahren, u. dann dir gleich darüber schreiben/ Heute habe ich meine Besuche begonnen, u. war bei allen Advokaten (bis auf einen, zu dem ich morgen gehen werde) bei den 2 Notaren, dem Probste, der Frau Präsidentin u. der einen Familie Kreza, aber zufällig gerade bei jener, an welche der Brief nicht gerichtet war. Ich werde überall recht freundlich empfangen, u es haben mir auch die sämtlichen Herren einen ganz günstigen Eindruck gemacht. Die Frau Präsidentin ist eine lebhafte Frau von Anfangs 40, recht freundlich, u. so wie auch der Präsident, durchaus nicht stolz. Sie hat gesagt, dß ich dich gewiß ihr aufführen soll, - (was sich ja von selbst versteht.) Wie ich höre, ladet sie die Frauen der Räthe ab [gestrichen?] öfters zu einer Cafevisite, der Präsident mitunter die Herren für Abends zu einer Spielparthie ein. - Der Probst ist ein einfacher würdiger Herr mit dem sich vielleicht auch ein geselliger Verkehr entwickeln kann. Jene Frau Kreza, die ich besuchte, scheint sehr nobel zu sein, u. kennt Zieken [?] nur oberflächlich; wenn nicht die andere Familie Kreza entgegenkommender ist, wird sich kaum ein näherer Verkehr entwickeln. - Bei Tscheheer [?] war ich schon am Tage deiner Abreise; er ist im Gesundheitszustande besser, als ich erwartet hatte, u. erinnerte sich in freundlicher Weise deines sel. Vaters. - Auch im Gasthause habe ich durch Präsident Schreer [?] u Rath Vogel, welche donnerstags Abends zum Hirschen kommen, u. mit den ich auch gestern Abends in einem anderen Gasthause zusammen war, unsere Herren von hier kennen gelernt, darunter den hiesigen Bürgermeister/ den Gymnasial Direktor (Piarist)/ den Realschuldirektor u. den Bürgerschuldirektor, dann einen ehemaligen Kaufmann Schumacher, Bruder des verstorbenen Professors in Salzburg. Auch ist einer der Direktoren, Namens Eberle, ein Salzburger, u. mit Alexi verwandt. Daneben sich auch 2 Wiener Schulinspektoren hier, die neben mir wohnen u. mit denen ich ebenfalls bekannt wurde. Neulich war ich in Stein, das übrigens ein Nest ersten Ranges ist, u. wo ich mir nicht denken kann, dß ordentliche Wohnungen zu haben wären; ich habe daher dort auch gar nicht nachgefragt - Montag 18 April - Soeben habe ich die Wohnung/ von der ich dir gestern schrieb angesehen. Sie besteht aus einem großen 1 kleineren Zimmer 1 Cabinet 1 Vorzimmner eine finstere Kammer 1 Küche; hat Fußboden mit harten KrXXzen (wie Parquetten), aber mit weißer Füllung, daher ziemlich uneben, schlechte Öfen, in der Küche gehört der Sparherd der Parthei; es ist überhaupt ein altes Haus. Die Wohnung wäre uns jedenfalls zu klein; ob eine der XXßenden Wohnungen, von welchen die eine sich die an einen Professor in Wien verheiratete Hausbesizerin als AbsteigeQuartier vorbehalten hat/ und die andere der Hausmeister innehat, dazr [?] zu bekommen wäre, kann ich erst in einigen Tagen erfahren; da der Advokat D Frestl [?], deshalb an die Hausbesitzerin schrieb/ Uebrigens wäre auch diese Wohnung erst bis August zu haben. - Was soll ich also machen? Soll ich mit Hptm. [Hauptmann] Hartmann auch auf die Gefahr hin bis November ausziehen zu müßen, abschließen? od[er] willst du mit der Uebersiedlung bis August warten? Soll ich den Garten dazu nehmen od[er] nicht? Wenn wir die Hartmann’sche Wohnung nehmen, so müßte die Uebersiedlung in der Woche zwischen 1. u. 8. Mai geschehen, da am 8 Mai d[er] eine der Räthe auf Urlaub geht, u ich daher denselben zu suppliren habe, daher am 8. jedenfalls wieder her sein müßte. - Mit Neunherz [?] habe ich verhandelt, u ich werde ihm wohl die Spedition übertragen; er glaubt, dß wir mit 2 Waggons ausreichen u meint, wir sollen den etwaigen Rest der Sachen - Kisten - als gewöhnliche Fracht aufgeben. - Es ist hohe Zeit, dß wir über die Wohnungsfrage endlich schlüßig werden. Mir wäre es am liebsten, wenn du selbst die noch in Frage stehenden Wohnungen ansehen würdest u. ich mit dir die Sache mündlich besprechen könnte. Wenn es dir also möglich wäre, an einem der nächsten Tage etwa donnerstags hierher zu kommen, wäre es mir sehr angenehm; ich bitte nur in diesem Falle um briefliche, eventuell telegrafische Nachricht/ - NB. Auf dem Schreibtische muß meine Aufs(ch)tellung über die abgesendeten Dankschreiben liegen geblieben sein; vielleicht kannst du sie mir in einem Briefe schiken, od[er] du bringst mir selben mit; auch der Glückwunsch-brief od[er] Karte von Pf Wiegand von Furth fehlt mir; du hast mir denselben eingegeben/ darüber ob Bügelofen u Wäschwelle [Wäschemangel] in der Wehrmannschen Villa vorhanden sind, mag ich erst genau durch Augenschein mich überzeugen gehen, da ich eben wegen der Wohnung dort noch nichts definitives sagen könnte. Deine mir heute zugekommene Karte hast du offenbar im Halbschlaf geschrieben; ich konnte mehreres garnicht lesen. - Daß die beiden Franzeln brav sind, freut mich zu hören; dagegen bin ich mit Rosa sehr unzufrieden, dß sie gar strafweise in der Schule bleiben mußte; ich laße ihr sagen, dß das nicht mehr vorkommen darf. - Sei samt den Kindern herzlich gegrüßt u geküßt von deinem trauen Franz - Krems 18/4 1887''
 
''Krems 17 April 1887/ Liebste Fanni! Ich habe dir heute nur eine Karte geschickt, da ich mit dem Brief aus verschiedenen Gründen nicht fertig zu werden glaube u ich dich nicht ohne Nachricht lassen will. Und nun zur Wohnungsfrage. Ich habe also gestern Abends mit Hauptmann Hartmann conferirt, u. das Resultat ist folgendes: Er behält mit Rücksicht darauf dß er möglicher Weise im Herbste wieder hierher transferirt wird die Wohnung als Miether, ist aber bereit vom Mai-Termin an die Wohnung bis Aug od[er] Nov 1887 zu überlassen; falls er nicht hierher zurückkäme, könnten wir dieselbe dann ganz übernehmen; falls er aber hierher zurückkäme, müßten wir dieselbe räumen. Das ist nun freilich keine angeneme Aussicht! Anderseits wurde mir von mehrer Seiten gesagt, dß, so empfehlenswerth die Wohnung für den Sommer sei, dieselbe doch im Winter wegen der einsamen Lage u des geringen Verkehrs in dieser Gegend der Stadt manches unangenehme habe; da wäre es also vielleicht doch nicht so böse, wenn wir im Herbste in eine andere Wohnung ziehen müßten. - Die gestrige Karte, in der ich dir von der Wohnung in der Alleegaße 25 schrieb, hast du hoffentlich erhalten; diese Wohnung hätte manches für sich; ich füge hier eine Skizze bei, mit f. sind die Fenster, mit t die Thüren bezeichnet, die Alleegasse ist durch die Anlagen von der Stadt getrennt, aber die Entfernung ist auch nicht groß. - [hier ist eine Skizze in den Text eingefügt: 3 Zimmer + Eßzimmer + Küche + Cabinet + Vorzimmer + Vorratsraum (?) + Abort] - Garten ist bei dieser Wohnung freilich keiner, wohl eben ein Hof, in dem sich die Kinder herumtummeln könnten/ Diese Herzog’schen Häuser sollen wie ich hörte auch 2 Unannehmlichkeiten haben, namlich einerseits dß die Wände u. Böden so dünn sind, dß man von einer Wohnung in die andere alles lautere Gespräch hören soll, u. dß die Kanäle dort nur sehr geringes Gefälle haben, u daher im Sommer ziemlich riechen. - Nun ist mir heute von einer Wohnung in der Stadt, in der Gasse zwischen Hirschen u Kreisgericht gesagt worden, die auch bis Mai frei werden soll; hierüber werde ich erst morgen näheres erfahren, u. dann dir gleich darüber schreiben/ Heute habe ich meine Besuche begonnen, u. war bei allen Advokaten (bis auf einen, zu dem ich morgen gehen werde) bei den 2 Notaren, dem Probste, der Frau Präsidentin u. der einen Familie Kreza, aber zufällig gerade bei jener, an welche der Brief nicht gerichtet war. Ich werde überall recht freundlich empfangen, u es haben mir auch die sämtlichen Herren einen ganz günstigen Eindruck gemacht. Die Frau Präsidentin ist eine lebhafte Frau von Anfangs 40, recht freundlich, u. so wie auch der Präsident, durchaus nicht stolz. Sie hat gesagt, dß ich dich gewiß ihr aufführen soll, - (was sich ja von selbst versteht.) Wie ich höre, ladet sie die Frauen der Räthe ab [gestrichen?] öfters zu einer Cafevisite, der Präsident mitunter die Herren für Abends zu einer Spielparthie ein. - Der Probst ist ein einfacher würdiger Herr mit dem sich vielleicht auch ein geselliger Verkehr entwickeln kann. Jene Frau Kreza, die ich besuchte, scheint sehr nobel zu sein, u. kennt Zieken [?] nur oberflächlich; wenn nicht die andere Familie Kreza entgegenkommender ist, wird sich kaum ein näherer Verkehr entwickeln. - Bei Tscheheer [?] war ich schon am Tage deiner Abreise; er ist im Gesundheitszustande besser, als ich erwartet hatte, u. erinnerte sich in freundlicher Weise deines sel. Vaters. - Auch im Gasthause habe ich durch Präsident Schreer [?] u Rath Vogel, welche donnerstags Abends zum Hirschen kommen, u. mit den ich auch gestern Abends in einem anderen Gasthause zusammen war, unsere Herren von hier kennen gelernt, darunter den hiesigen Bürgermeister/ den Gymnasial Direktor (Piarist)/ den Realschuldirektor u. den Bürgerschuldirektor, dann einen ehemaligen Kaufmann Schumacher, Bruder des verstorbenen Professors in Salzburg. Auch ist einer der Direktoren, Namens Eberle, ein Salzburger, u. mit Alexi verwandt. Daneben sich auch 2 Wiener Schulinspektoren hier, die neben mir wohnen u. mit denen ich ebenfalls bekannt wurde. Neulich war ich in Stein, das übrigens ein Nest ersten Ranges ist, u. wo ich mir nicht denken kann, dß ordentliche Wohnungen zu haben wären; ich habe daher dort auch gar nicht nachgefragt - Montag 18 April - Soeben habe ich die Wohnung/ von der ich dir gestern schrieb angesehen. Sie besteht aus einem großen 1 kleineren Zimmer 1 Cabinet 1 Vorzimmner eine finstere Kammer 1 Küche; hat Fußboden mit harten KrXXzen (wie Parquetten), aber mit weißer Füllung, daher ziemlich uneben, schlechte Öfen, in der Küche gehört der Sparherd der Parthei; es ist überhaupt ein altes Haus. Die Wohnung wäre uns jedenfalls zu klein; ob eine der XXßenden Wohnungen, von welchen die eine sich die an einen Professor in Wien verheiratete Hausbesizerin als AbsteigeQuartier vorbehalten hat/ und die andere der Hausmeister innehat, dazr [?] zu bekommen wäre, kann ich erst in einigen Tagen erfahren; da der Advokat D Frestl [?], deshalb an die Hausbesitzerin schrieb/ Uebrigens wäre auch diese Wohnung erst bis August zu haben. - Was soll ich also machen? Soll ich mit Hptm. [Hauptmann] Hartmann auch auf die Gefahr hin bis November ausziehen zu müßen, abschließen? od[er] willst du mit der Uebersiedlung bis August warten? Soll ich den Garten dazu nehmen od[er] nicht? Wenn wir die Hartmann’sche Wohnung nehmen, so müßte die Uebersiedlung in der Woche zwischen 1. u. 8. Mai geschehen, da am 8 Mai d[er] eine der Räthe auf Urlaub geht, u ich daher denselben zu suppliren habe, daher am 8. jedenfalls wieder her sein müßte. - Mit Neunherz [?] habe ich verhandelt, u ich werde ihm wohl die Spedition übertragen; er glaubt, dß wir mit 2 Waggons ausreichen u meint, wir sollen den etwaigen Rest der Sachen - Kisten - als gewöhnliche Fracht aufgeben. - Es ist hohe Zeit, dß wir über die Wohnungsfrage endlich schlüßig werden. Mir wäre es am liebsten, wenn du selbst die noch in Frage stehenden Wohnungen ansehen würdest u. ich mit dir die Sache mündlich besprechen könnte. Wenn es dir also möglich wäre, an einem der nächsten Tage etwa donnerstags hierher zu kommen, wäre es mir sehr angenehm; ich bitte nur in diesem Falle um briefliche, eventuell telegrafische Nachricht/ - NB. Auf dem Schreibtische muß meine Aufs(ch)tellung über die abgesendeten Dankschreiben liegen geblieben sein; vielleicht kannst du sie mir in einem Briefe schiken, od[er] du bringst mir selben mit; auch der Glückwunsch-brief od[er] Karte von Pf Wiegand von Furth fehlt mir; du hast mir denselben eingegeben/ darüber ob Bügelofen u Wäschwelle [Wäschemangel] in der Wehrmannschen Villa vorhanden sind, mag ich erst genau durch Augenschein mich überzeugen gehen, da ich eben wegen der Wohnung dort noch nichts definitives sagen könnte. Deine mir heute zugekommene Karte hast du offenbar im Halbschlaf geschrieben; ich konnte mehreres garnicht lesen. - Daß die beiden Franzeln brav sind, freut mich zu hören; dagegen bin ich mit Rosa sehr unzufrieden, dß sie gar strafweise in der Schule bleiben mußte; ich laße ihr sagen, dß das nicht mehr vorkommen darf. - Sei samt den Kindern herzlich gegrüßt u geküßt von deinem trauen Franz - Krems 18/4 1887''
    
Dr. Spängler und Familie sind 1887 eben dabei, nach Krems umzuziehen; der erste von drei fortlaufenden Briefen innerhalb weniger Tage (siehe auch die folgenden beiden Briefe). Vor allem bei der Schreibung einiger Familiennamen bin ich unsicher. Insgesamt ist die Schrift reichlich flüchtig, häufig abgekürzt, vielfach sind mehrere Wörter zusammengeschrieben; oft scheinen Wörter für den Zusammenhang zu fehlen, manches ist auch angeschrieben und dann ausgestrichen (hier nicht vermerkt). - „die beiden Franzeln“: Franziska, geb. 1877; Franz Xaver, geb. 1883; „Rosa“ geb. 1880.
 
Dr. Spängler und Familie sind 1887 eben dabei, nach Krems umzuziehen; der erste von drei fortlaufenden Briefen innerhalb weniger Tage (siehe auch die folgenden beiden Briefe). Vor allem bei der Schreibung einiger Familiennamen bin ich unsicher. Insgesamt ist die Schrift reichlich flüchtig, häufig abgekürzt, vielfach sind mehrere Wörter zusammengeschrieben; oft scheinen Wörter für den Zusammenhang zu fehlen, manches ist auch angeschrieben und dann ausgestrichen (hier nicht vermerkt). - „die beiden Franzeln“: Franziska, geb. 1877; Franz Xaver, geb. 1883; „Rosa“ geb. 1880.
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==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
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==== Brief vom 20. April 1887 von Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
 
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 20. April 1887:<br />
 
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler am 20. April 1887:<br />
 
''Liebste Fanni! Ich habe dir heute morgen hierherkommend nicht telegrafirt, weil ich wegen der Linde’schen Wohnung mich noch umsehen u. dir darüber schreiben wollte. - Ich habe selbe nun angesehen, u. berichte dir folgendes. - Die Wohnung ist im 2.Stocke in der Nähe der Realschule in einem ziemlich neugebauten Hause, hoch, hell troken, u mit schöner Aussicht; die Stiegen sind jedoch von Holz, u. daher eventuell feuergefährlich. Die Wohnung selbst besteht aus einem großen 2fenstrigen Zimmer, 2 Cabineten welche als solche ziemlich geräumig sind, einem Vorzimmer, sehr geräumer [?] heller Küche, u. einem abgesonderten kleinen Cabinete, ist also wohl ziemlich klein, wäre aber sogleich zu beziehen u. kostet inclusive Zinskreuzer 220 fl. [Gulden] - Ich füge auch hier eine Planskizze bei. [hier Skizze] Jedes Cabinet ist heizbar. Es ist wohl beim Hause ein kleiner Garten aber nicht zur Benutzung. Dagegen ist gerade vom Hause gegenüber der Park, der zwischen Realschule u Turnhalle liegt. - Der Abort ist ein gewöhnlicher, ist außerhalb der Wohnung u. stinkt, wie ich mich heute überzeugte, sehr stark. Die Wohnung würde nur sehr knapp für uns ausreichen. - Ich soll innerhalb einiger Tage dem LGR Linde Antwort geben. - Wie es bezüglich der Möglichkeit der Vergrößerung der Wohnung am „täglichen Markte“ von der ich dir auch schrieb, stehe, habe ich noch nichts erfahren. - Also was thun? Kanst du freitags kommen, so wäre es mir sehr recht; denn wenn die Uebersiedlung in der 1.Mai-Woche geschehen soll, muß die Wohnungsfrage baldigst erledigt werden u. die Vereinbarung mit dem Spediteur getroffen werden. - Ich bitte dich, mir morgen nach Erhalt dieses Briefes baldmöglich zu telgrafiren, ob du am Freitag kommst; dann würde ich, wenn du kommst, mit dem Abschluße mit dem Hauptmann bis Freitag warten; andernfalls würde ich morgen oder freitags also doch mit Hptm Hartmann od dessen Frau abschließen. Was den Preis betrifft, so wird wohl schwerlich etwas abzuhandeln sein, besonders da wir ja hinsichtlich der Wohnung im Gedränge sind. Wegen der Wohnung Alleegasse 25 muß dich noch aufmerksam machen, dß nicht ungewiß, sondern nur wahrscheinlich ist, dß sie bis August frei wird; ich kann also bezüglich dieser Wohnung vorläufig nicht abschließen, habe aber von der Hptmannsfrau u von der Hausverwaltung das Versprechen, dß ich sofort verständigt werde, wenn die Wohnung wirklich frei wird. - Noch muß ich beifügen, dß es mir auch hinsichtlich der Uebersiedlung selbst angenehm wäre, wenn ich mit dir u. Neueferz [?] die Sache besprechen könnte. Wenn es dir also möglich ist, so komm freitags. Fahrst du aber nicht lieber über St Pölten? Du könntest dann am Rückweg dich in Wien aufhalten u zu Mina gehen. - Nun lebe wohl für heute! Hoffentlich übermorgen auf Wiedersehen. Morgen habe ich die 1. Verhandlung als Vorsizender zu führen! Dich und die Kinder herzlich grüßend und küßend - dein treuer Franz - Krems 20/4 1887''
 
''Liebste Fanni! Ich habe dir heute morgen hierherkommend nicht telegrafirt, weil ich wegen der Linde’schen Wohnung mich noch umsehen u. dir darüber schreiben wollte. - Ich habe selbe nun angesehen, u. berichte dir folgendes. - Die Wohnung ist im 2.Stocke in der Nähe der Realschule in einem ziemlich neugebauten Hause, hoch, hell troken, u mit schöner Aussicht; die Stiegen sind jedoch von Holz, u. daher eventuell feuergefährlich. Die Wohnung selbst besteht aus einem großen 2fenstrigen Zimmer, 2 Cabineten welche als solche ziemlich geräumig sind, einem Vorzimmer, sehr geräumer [?] heller Küche, u. einem abgesonderten kleinen Cabinete, ist also wohl ziemlich klein, wäre aber sogleich zu beziehen u. kostet inclusive Zinskreuzer 220 fl. [Gulden] - Ich füge auch hier eine Planskizze bei. [hier Skizze] Jedes Cabinet ist heizbar. Es ist wohl beim Hause ein kleiner Garten aber nicht zur Benutzung. Dagegen ist gerade vom Hause gegenüber der Park, der zwischen Realschule u Turnhalle liegt. - Der Abort ist ein gewöhnlicher, ist außerhalb der Wohnung u. stinkt, wie ich mich heute überzeugte, sehr stark. Die Wohnung würde nur sehr knapp für uns ausreichen. - Ich soll innerhalb einiger Tage dem LGR Linde Antwort geben. - Wie es bezüglich der Möglichkeit der Vergrößerung der Wohnung am „täglichen Markte“ von der ich dir auch schrieb, stehe, habe ich noch nichts erfahren. - Also was thun? Kanst du freitags kommen, so wäre es mir sehr recht; denn wenn die Uebersiedlung in der 1.Mai-Woche geschehen soll, muß die Wohnungsfrage baldigst erledigt werden u. die Vereinbarung mit dem Spediteur getroffen werden. - Ich bitte dich, mir morgen nach Erhalt dieses Briefes baldmöglich zu telgrafiren, ob du am Freitag kommst; dann würde ich, wenn du kommst, mit dem Abschluße mit dem Hauptmann bis Freitag warten; andernfalls würde ich morgen oder freitags also doch mit Hptm Hartmann od dessen Frau abschließen. Was den Preis betrifft, so wird wohl schwerlich etwas abzuhandeln sein, besonders da wir ja hinsichtlich der Wohnung im Gedränge sind. Wegen der Wohnung Alleegasse 25 muß dich noch aufmerksam machen, dß nicht ungewiß, sondern nur wahrscheinlich ist, dß sie bis August frei wird; ich kann also bezüglich dieser Wohnung vorläufig nicht abschließen, habe aber von der Hptmannsfrau u von der Hausverwaltung das Versprechen, dß ich sofort verständigt werde, wenn die Wohnung wirklich frei wird. - Noch muß ich beifügen, dß es mir auch hinsichtlich der Uebersiedlung selbst angenehm wäre, wenn ich mit dir u. Neueferz [?] die Sache besprechen könnte. Wenn es dir also möglich ist, so komm freitags. Fahrst du aber nicht lieber über St Pölten? Du könntest dann am Rückweg dich in Wien aufhalten u zu Mina gehen. - Nun lebe wohl für heute! Hoffentlich übermorgen auf Wiedersehen. Morgen habe ich die 1. Verhandlung als Vorsizender zu führen! Dich und die Kinder herzlich grüßend und küßend - dein treuer Franz - Krems 20/4 1887''
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==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
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==== Brief vom 27. April 1887 von Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
 
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 27. April 1887, Brief aus Krems an Fanni: „Heute habe ich gar keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich hoffen, daß du sammt den Kindern wohl bist...“ verschicken einer Kiste, Schlüssel, Koffer... „Was die Geldesendung betrifft, so möchte ich gerne dir am 1. aus meinem Gehalte den Betrag von 100 fl. schicken; ich glaube es wird ja auch früh genug sein, so brauche ich nicht vor dem 1.5. Geld aus dem Postsparkassenbuch herauszunehmen, u. verliere daher auch keine Zinsen. Solltest du aber das Geld früher und mehr benöthigen, so schreibe es mir.“ ... „Dieser Tage habe ich an Otto und auch an die Mutter Schlegel geschrieben u. ihr ausführlich berichtet.“ ... „Dich und die Kinder herzlichst grüßen u. küßend dein treuer Franz.“
 
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 27. April 1887, Brief aus Krems an Fanni: „Heute habe ich gar keine Nachricht von dir erhalten, doch will ich hoffen, daß du sammt den Kindern wohl bist...“ verschicken einer Kiste, Schlüssel, Koffer... „Was die Geldesendung betrifft, so möchte ich gerne dir am 1. aus meinem Gehalte den Betrag von 100 fl. schicken; ich glaube es wird ja auch früh genug sein, so brauche ich nicht vor dem 1.5. Geld aus dem Postsparkassenbuch herauszunehmen, u. verliere daher auch keine Zinsen. Solltest du aber das Geld früher und mehr benöthigen, so schreibe es mir.“ ... „Dieser Tage habe ich an Otto und auch an die Mutter Schlegel geschrieben u. ihr ausführlich berichtet.“ ... „Dich und die Kinder herzlichst grüßen u. küßend dein treuer Franz.“
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==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
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==== Brief vom 29. April 1887 von Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1888 1.jpg|thumb|Die Familie des [[Franz (II.) Xaver Gregor Spängler]] in Krems an der Donau ca. 1888/1889.]]
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1888 1.jpg|thumb|Die Familie des [[Franz (II.) Xaver Gregor Spängler]] in Krems an der Donau ca. 1888/1889.]]
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1888 2.jpg|thumb|Die Rückseite des Bildes mit Beschreibung der abgebildeten Personen.]]
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1887 bis 1888 2.jpg|thumb|Die Rückseite des Bildes mit Beschreibung der abgebildeten Personen.]]
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Foto der Familie mit den sechs Kindern, um 1888/89; Beschriftung hinten von Traudl Saska:
 
Foto der Familie mit den sechs Kindern, um 1888/89; Beschriftung hinten von Traudl Saska:
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==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====  
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==== Karten-Brief vom 18. August 1887 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====  
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 18] an Franz Spängler: Krems, Kreisgericht, aus Salzburg Karten-Brief vom 18. August 1887:<br />
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 18] an Franz Spängler: Krems, Kreisgericht, aus Salzburg Karten-Brief vom 18. August 1887:<br />
 
''Liebster Mann! [Briefmarke herausgeschnitten] ...sind Gott sei Dank glücklich und ohne Abentheuer [hier] angelangt. Vor der Hand konnten wir nur ein Zimmer mit 5 Betten bekommen. Hoffentlich wird morgen das 2te Zimmer frei. Wie bist du heim gekommen? Ich bin schon neugierig, zu hören wie es mit der Arbeit in der Wohnung steht? Bist du bei der Heimfahrt doch nicht recht naß geworden? Heute sah ich Vetter Julius und Rudolfine. Tante Lida mit Mann u. Kinder ist hier, ich traf sie auch schon. Die Kinder und ich haben jetzt geschlafen; die Nacht war zwar gut, wir konnten bis Salzburg I. Klasse fahren, aber müde waren wir doch. Du Liebster, wie ich mich freue, wenn du kommst, kann ich dir nicht sagen! Das Wetter ist unfreundlich, gebe Gott, daß es schöner wird. Behüt dich Gott, morgen hoffe ich von dir zu hören. Grüße Maria von uns allen und sei geküßt von deiner Alten.''
 
''Liebster Mann! [Briefmarke herausgeschnitten] ...sind Gott sei Dank glücklich und ohne Abentheuer [hier] angelangt. Vor der Hand konnten wir nur ein Zimmer mit 5 Betten bekommen. Hoffentlich wird morgen das 2te Zimmer frei. Wie bist du heim gekommen? Ich bin schon neugierig, zu hören wie es mit der Arbeit in der Wohnung steht? Bist du bei der Heimfahrt doch nicht recht naß geworden? Heute sah ich Vetter Julius und Rudolfine. Tante Lida mit Mann u. Kinder ist hier, ich traf sie auch schon. Die Kinder und ich haben jetzt geschlafen; die Nacht war zwar gut, wir konnten bis Salzburg I. Klasse fahren, aber müde waren wir doch. Du Liebster, wie ich mich freue, wenn du kommst, kann ich dir nicht sagen! Das Wetter ist unfreundlich, gebe Gott, daß es schöner wird. Behüt dich Gott, morgen hoffe ich von dir zu hören. Grüße Maria von uns allen und sei geküßt von deiner Alten.''
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dito 20. August [1887]: ''Lieber Mann! [...] bitte dich um Vergebung, daß ich die erste [Karte] so spät schrieb, ich war gar so müde und schlief bis gegen 5 Uhr am Donnerstag. Heute ist wol schon der recommandierte Brief in deiner Hand, Maria wird gleichzeitig auch den Brief ihres Vaters bekommen haben, der schon einige Tage bei Otto lag. Ich schrieb auf dessen Außenseite, ob Maria vielleicht lieber für die Zeit unseres Hierseins nach Hause fahren will. Wenn die Arme recht traurig ist wegen des Todes ihrer Mutter, so soll sie allenfalls nach Hause fahren, das Reisegeld wird ziemlich gleich viel sein, und ich komme mit Anna ganz gut hier aus. Laß es also Maria wählen, wohin sie fahren will. Ob es gehen wird, die Böden der ganzen Wohnung zu streichen weiß ich doch nicht recht. Halte Maria nicht mehr zu lange auf, sonst steht es nicht dafür, daß sie weg fährt, und wenn sie hieher kommt habe ich es recht bequem. Sonst geht es uns gut, heute ist es schön, wir waren heute auf dem Friedhof von St:Sebastian am Grabe meiner guten Großmutter. Die Grabstätte sieht recht hübsch aus. Dann gingen wir in den Curpark, dort war Emma, Lina und Frau Leopoldine Gotter. Emma sieht sehr mager aus, Frau Gotter ist noch immer sehr hübsch, ihre jüngster Tochter sieht ihr ganz gleich, ihr Sohn hat schon die Matura gemacht und geht gänzlich zum Militair. Möglicher Weise fahren wir heute nach Hellbrunn oder gehen schwimmen. Für morgen ist großer Kinderausflug Schumacher Gantenberg Spängler in Kreuzbrückl. Gearbeitet habe ich noch nicht viel. Wie freue ich mich auf dein Kommen! Bis dahin sei 10 000 mal gegrüßt von den Kindern und deiner Alten.''
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==== Brief vom 20. August 1887 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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20. August [1887]: ''Lieber Mann! [...] bitte dich um Vergebung, daß ich die erste [Karte] so spät schrieb, ich war gar so müde und schlief bis gegen 5 Uhr am Donnerstag. Heute ist wol schon der recommandierte Brief in deiner Hand, Maria wird gleichzeitig auch den Brief ihres Vaters bekommen haben, der schon einige Tage bei Otto lag. Ich schrieb auf dessen Außenseite, ob Maria vielleicht lieber für die Zeit unseres Hierseins nach Hause fahren will. Wenn die Arme recht traurig ist wegen des Todes ihrer Mutter, so soll sie allenfalls nach Hause fahren, das Reisegeld wird ziemlich gleich viel sein, und ich komme mit Anna ganz gut hier aus. Laß es also Maria wählen, wohin sie fahren will. Ob es gehen wird, die Böden der ganzen Wohnung zu streichen weiß ich doch nicht recht. Halte Maria nicht mehr zu lange auf, sonst steht es nicht dafür, daß sie weg fährt, und wenn sie hieher kommt habe ich es recht bequem. Sonst geht es uns gut, heute ist es schön, wir waren heute auf dem Friedhof von St:Sebastian am Grabe meiner guten Großmutter. Die Grabstätte sieht recht hübsch aus. Dann gingen wir in den Curpark, dort war Emma, Lina und Frau Leopoldine Gotter. Emma sieht sehr mager aus, Frau Gotter ist noch immer sehr hübsch, ihre jüngster Tochter sieht ihr ganz gleich, ihr Sohn hat schon die Matura gemacht und geht gänzlich zum Militair. Möglicher Weise fahren wir heute nach Hellbrunn oder gehen schwimmen. Für morgen ist großer Kinderausflug Schumacher Gantenberg Spängler in Kreuzbrückl. Gearbeitet habe ich noch nicht viel. Wie freue ich mich auf dein Kommen! Bis dahin sei 10 000 mal gegrüßt von den Kindern und deiner Alten.''
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dito 21. August [1887]: ''[Lieb]er Mann! [...] trostloses Sauwetter könnte mich [...]tig machen. Es regnet, als wollte nie mehr die Sonne scheinen, die Kinder sind auch zuwider, ich kann nichts machen, als über das Wetter schimpfen und die Kinder prügeln. Besonders Toni ist unausstehlich. Wenn nur du dann die wenigen Tage welche du hier sein kannst, beßeres Wetter hast! O wie ich mich freue, wenn wir wieder Alle beisammen sein werden! Und wenn dann Ordnung sein wird bei uns. Ich bin schon neugierig, wann Maria kommt, denn jetzt, wo Anna allein bei den Kindern ist, bin ich natürlich ganz angehängt. Wir Alle grüßen Maria herzlich. Paula’s Vermählung ist am 12 Oktober. Otto u. Luis[e] sind ganz allein. Mittwoch kommen Otto jun. Paula u. Luise heim. So werden wir auch dießmal Otto’s Familie hier nicht sehen. Heute speiste Tante Pepi mit uns bei d. Hölle. Sie grüßt dich. Gestern waren wir in Leopoldskron. Das Bad war höchst erfrischend. Behüt dich Gott und behalte lieb deine Alte.''
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==== Brief vom 21. August 1887 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====
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21. August [1887]: ''[Lieb]er Mann! [...] trostloses Sauwetter könnte mich [...]tig machen. Es regnet, als wollte nie mehr die Sonne scheinen, die Kinder sind auch zuwider, ich kann nichts machen, als über das Wetter schimpfen und die Kinder prügeln. Besonders Toni ist unausstehlich. Wenn nur du dann die wenigen Tage welche du hier sein kannst, beßeres Wetter hast! O wie ich mich freue, wenn wir wieder Alle beisammen sein werden! Und wenn dann Ordnung sein wird bei uns. Ich bin schon neugierig, wann Maria kommt, denn jetzt, wo Anna allein bei den Kindern ist, bin ich natürlich ganz angehängt. Wir Alle grüßen Maria herzlich. Paula’s Vermählung ist am 12 Oktober. Otto u. Luis[e] sind ganz allein. Mittwoch kommen Otto jun. Paula u. Luise heim. So werden wir auch dießmal Otto’s Familie hier nicht sehen. Heute speiste Tante Pepi mit uns bei d. Hölle. Sie grüßt dich. Gestern waren wir in Leopoldskron. Das Bad war höchst erfrischend. Behüt dich Gott und behalte lieb deine Alte.''
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==== Fanni Spängler an Franz Spängler ====  
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==== Postkarte vom 22. August 1887 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====  
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 1] Franz Spängler, Correspondenz-Karte, Marke herausgeschnitten, an Franz Spängler, Krems, aus Salzburg 22. August [1887]:<br />
 
[Nr. 19] Fanni Spängler an [Nr. 1] Franz Spängler, Correspondenz-Karte, Marke herausgeschnitten, an Franz Spängler, Krems, aus Salzburg 22. August [1887]:<br />
 
''[...] hatte ich mehr Nachrichten gehofft. [...] [u]msonst. Hier ist große Überschwem[mung. D]ie Salzach ist ganz ausgetreten, bei der Hölle ([[Höllbräu]]) steht das Sudwerk [Brauerei], weil alles voll Wasser ist. Bei Taxenbach soll ein Wolkenbruch nieder gegangen sein. Der Bahnverkehr über Hallein ist unterbrochen, weil bei Glasenbach eine Brücke weggerissen wurde. Nonnthal sitzt im Wasser, die Localbahn verkehrt nicht. Soll ich dir Mittwoch Nachts einen Wagen zur Bahn schicken? Die Kellnerin sagt wol, daß ohnehin Wagen beim Eilzug seien. Uns geht es sonst gut nur Regen ohne Ende. Grüße Maria. Deine Alte.''
 
''[...] hatte ich mehr Nachrichten gehofft. [...] [u]msonst. Hier ist große Überschwem[mung. D]ie Salzach ist ganz ausgetreten, bei der Hölle ([[Höllbräu]]) steht das Sudwerk [Brauerei], weil alles voll Wasser ist. Bei Taxenbach soll ein Wolkenbruch nieder gegangen sein. Der Bahnverkehr über Hallein ist unterbrochen, weil bei Glasenbach eine Brücke weggerissen wurde. Nonnthal sitzt im Wasser, die Localbahn verkehrt nicht. Soll ich dir Mittwoch Nachts einen Wagen zur Bahn schicken? Die Kellnerin sagt wol, daß ohnehin Wagen beim Eilzug seien. Uns geht es sonst gut nur Regen ohne Ende. Grüße Maria. Deine Alte.''
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==== Postkarte vom 23. August 1887 von Fanni Spängler an Franz Spängler ====
 
dito 23. August [1887]:<br />
 
dito 23. August [1887]:<br />
 
''[...]ter Mann! [...] [wa]ren heute den ganzen Tag mit [...] Schwester in Maria Plein, komme daher erst jezt 8 Uhr Abends zum Schreiben. Mir ist Leid, daß noch keine Ordnung zu hoffen ist. Die erste Nacht müßen wir halt allenfalls auf dem Boden schlafen. So Gott will übermorgen auf Wiedersehen bis dahin 1000 Grüße deine Alte.''
 
''[...]ter Mann! [...] [wa]ren heute den ganzen Tag mit [...] Schwester in Maria Plein, komme daher erst jezt 8 Uhr Abends zum Schreiben. Mir ist Leid, daß noch keine Ordnung zu hoffen ist. Die erste Nacht müßen wir halt allenfalls auf dem Boden schlafen. So Gott will übermorgen auf Wiedersehen bis dahin 1000 Grüße deine Alte.''
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==== Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
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==== Kartenbriefe vom 20. August 1887 von Franz Spängler an Fanni Spängler ====  
 
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 20. August 1887, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten] aus Krems an Fanni in Salzburg, Gasthof zum Höllbräuer: Franz schreibt aus der Kanzlei, im Besuchszimmer [zu Hause] sind Arbeiten begonnen, die Küche ist fertig, Kammerl und Vorzimmer ebenso, Hofzimmer in Ordnung, ebenso im Abort die „Spänglerarbeiten“ [!]. Marias [wohl Dienstmädchen] Mutter in Salzburg gestorben, will aber nicht nach Hause fahren. - - 22. 8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - dito ohne Datum, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - 23. 8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: Franz reist morgen ab, Arbeiten langsam, der Mal hat das Zimmer „mehr chokolatfarb als XXgrün gemacht“; Eßzimmer, das Zimmer der Kinder und das Cabinet gestrichen; keinen Wagen zum Eilzug schicken, da er nicht bestimmt weiß, wann er ankommt, Eilzug oder Postzug, wird einen Hotelwagen draußen finden [der Bahnhof liegt etwas außerhalb der Innenstadt], dein treuer Franz
 
[Nr. 18] Franz Spängler an [Nr. 19] Fanni Spängler: 20. August 1887, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten] aus Krems an Fanni in Salzburg, Gasthof zum Höllbräuer: Franz schreibt aus der Kanzlei, im Besuchszimmer [zu Hause] sind Arbeiten begonnen, die Küche ist fertig, Kammerl und Vorzimmer ebenso, Hofzimmer in Ordnung, ebenso im Abort die „Spänglerarbeiten“ [!]. Marias [wohl Dienstmädchen] Mutter in Salzburg gestorben, will aber nicht nach Hause fahren. - - 22. 8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - dito ohne Datum, Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: [nicht gelesen] - - 23. 8., Kartenbrief [Briefmarke herausgeschnitten]: Franz reist morgen ab, Arbeiten langsam, der Mal hat das Zimmer „mehr chokolatfarb als XXgrün gemacht“; Eßzimmer, das Zimmer der Kinder und das Cabinet gestrichen; keinen Wagen zum Eilzug schicken, da er nicht bestimmt weiß, wann er ankommt, Eilzug oder Postzug, wird einen Hotelwagen draußen finden [der Bahnhof liegt etwas außerhalb der Innenstadt], dein treuer Franz
  

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