Salzburger Güterverzeichnis Breves Notitiae

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Nach dem Salzburger Güterverzeichnis Notitia Arnonis und der folgenden Erhebung Salzburgs zum Erzbistum im Jahre 798 und der Ernennung Arns zum Erzbischof und Metropoliten der bayerischen Kirchenprovinz entstanden die umfangreicheren „Breves Notitiae“ (798 - 800), die auch die Schenkungen des freien bayerischen Adels enthielten.

Einleitung

Mit den Breves Notitiae sind „Wirtschaftsnachrichten“ gemeint (notitiae, die den Charakter des breve als Besitzverzeichnis aufweisen) Bischof (später Erzbischof). Die beiden ältesten Salzburger Güterverzeichnisse geben eine genaue Übersicht über den Kirchenbesitz zur Zeit des Bischofs und Erzbischofs Arns. Sie bieten aber auch Ereignisgeschichte und vermitteln einen Einblick in die Herrschaftsstrukturen, das Sozialgefüge und die Grundherrschaft. Sie zeigen, dass Salzburg das reichste der bayerischen Bistümer war. Dazu kam eine strenge Organisation auf der Grundlage des bischöflichen Eigenkirchenwesens. Von den breves notitiae gibt es vier Abschriften, das Original ist nicht mehr vorhanden. Die älteste Abschrift stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist in Salzburger Privatbesitz (ursprünglich im Benediktinerstift Admont), eine im Archiv von St. Peter und zwei weitere in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. In diesen Breves Notitia wird Elsenwang noch zweimal erwähnt. Neben einer neuerlichen Sicherung des Kirchenbesitzes und des urkundlichen Materials sollten sie vor allem dazu dienen, das Ansehen der neu geschaffenen Metropole Bayerns zu demonstrieren und Rupert als Apostel Bayerns hochzustilisieren.

Aus dem Güterverzeichnis Breves Notitiae

  • Garching an der Alz im Landkreis Altötting, Bayern, der 747/9 an Salzburg geschenkt wurde, ist etwa 798 im Salzburger Güterverzeichnis breves notitiae als Gouvrichingen erstmals urkundlich erwähnt;
  • Nußdorf am Haunsberg wird in der breves notitiae angeführt;
  • Liefering als „Liueringa“;
  • Fuschl am See wird hier als als „ad lacum, stagnum Labusculo“ genannt;
  • Neuerliche Nennung von Zell am See: "et in Bisontio (Wisontio), quod nunc Pinzgo dicitur" ("und in Zell am See (Bisontio), das jetzt Pinzgau genannt wird")[1]

Literatur

  • Friedrich Keinz: Indiculus Arnonis und Breves Notitiae Salzburgenses - nach den bekannten und nach bisher unbenützten Handschriften neu herausgegegeben und mit Erläuterungen versehen, München 1869, online
  • Fritz Lošek, Notitia Arnonis und Breves Notitiae. Die Salzburger Güterverzeichnisse aus der Zeit um 800: Sprachlich-historische Einleitung, Text u. Übersetzung. Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Band 130, 1989
  • Herwig Wolfram: 'Die Notitia Arnonis und ähnliche Formen der Rechtssicherung im nachagilolfingischen Bayern', in: Vorträge und Forschungen 23 115–130, 1977 (Digitalisat, PDF).|Salzburger Güterverzeichnis Breves Notitiae]]
  1. vgl. Quellenangabe zu Zell am See bei der Notitia Arnonis