Niederhof

Aus SALZBURGWIKI
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Der Niederhof in Hallein am Ursulaplatz und das Wohnhaus von Anton Eggl.

Geschichte

Nach den überlieferten schriftlichen Quellen und den daraus ableitbaren historischen Zusammenhängen lässt sich zur Entwicklung der Gebäude am Ursulaplatz Folgendes sagen:

Bereits im Jahr 1207 erhielt das Zisterzienserkloster Raitenhaslach vom Salzburger Erzbischof Eberhard II. das Recht, in Hallein Salz zu sieden. Ein ähnliches Privileg war sechs Jahre zuvor dem Mutterkloster Salmansweiler am Bodensee eingeräumt worden. Die Anwesenheit der Zisterzienser in Hallein dürfte mit dem Ziel verbunden gewesen sein, deren Kenntnisse im Bergbau zu nutzen; nach heutiger Forschung könnten sie den unterirdischen Salzabbau und das fortschrittliche Laugverfahren am Dürrnberg eingeführt haben.

Gemäß der Ordensregel, wirtschaftliche Besitzungen selbst zu bewirtschaften, entstanden in Hallein zwei größere klösterliche Wirtschaftshöfe. Vermutlich wurden diese von Laienbrüdern geführt, die zwar dem Orden angehörten, aber keine Priesterweihe besaßen und für die praktischen Arbeiten zuständig waren.

Zur Unterscheidung der beiden Betriebe setzte sich die Bezeichnung Oberhof für den Sudbetrieb des Klosters Salmansweiler und Niederhof für jenen von Raitenhaslach durch. Neben den Sudhäusern als zentralen Produktionsstätten gehörten zu diesen Höfen weitere Gebäude wie Arbeiterunterkünfte, Lagerräume und Stallungen. Beide Wirtschaftshöfe verfügten über eigene Kapellen: die Pankrazkapelle im Oberhof und die St.-Ursula-Kapelle im Niederhof.

Im 15. Jahrhundert zog Fürsterzbischof Sigismund I. das Salzsiederecht des Klosters Raitenhaslach ein, nachdem es zuvor bereits an die Erzbischöfe verpachtet worden war.

Das Sudhaus des Niederhofs wurde 1790 abgetragen. Andere Gebäude des Niederhof‑Komplexes blieben bestehen und erhielten neue Funktionen. So diente das heutige Haus Niederhofgasse 2 bis 1860 als Dörrhaus des Sudbetriebs Neugoldegg. Ein weiteres, an der Wichtelhuberstraße gelegenes Gebäude wurde als "Habernkasten" bezeichnet und diente als Hafermagazin.

Im Jahr 1868 erwarb der Halleiner Maler und städtische Waagmeister Anton Eggl sowohl dieses Getreidemagazin als auch das ehemalige Dörrhaus um insgesamt 800 Gulden. Das Dörrhaus überließ er dem Riemermeister Jakob Adrian für 300 Gulden, während er den Habernkasten zu Wohn- und Arbeitszwecken umbauen ließ. Das Gebäude entspricht dem heutigen Haus Wichtelhuberstraße 2, an der Einmündung zum Kornsteinplatz. Im Erdgeschoss führte eine gewölbte Passage von der Wichtelhuberstraße zum Ursulaplatz.

Aus der Familie Adrian stammt später der Salzburger Bürgerschullehrer Karl Adrian, der gemeinsam mit Sebastian Greiderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Grundstock der volkskundlichen Sammlung des Salzburg Museums schuf.

Eggl hatte bereits um 1854 geschäftliche Interessen am Kornsteinplatz. Ein zeitgenössischer Bericht erwähnt, dass er dort sein großes Halleiner Panorama ausgestellt habe, das regen Zulauf fand. Das Rundbild wurde später in mehrere Teile zerlegt und im Rathaussaal angebracht. Aus den Rathausprotokollen geht hervor, dass Eggl sich im November 1854 um die Pacht der städtischen Waage bewarb, die ihm ab 1855 übertragen wurde. Vermutlich verlegte er damals seinen Wohnsitz von der Gamperstraße in das Waaghaus, bevor er schließlich den salinarischen Haberkasten erwarb, der zu seinem dauerhaften Wohnsitz wurde.

Quelle