Kitzsteinhornstraße (Haltestelle)
Kitzsteinhornstraße ist die Bezeichnung für eine Haltestelle der Pinzgauer Lokalbahn, die sich östlich der gleichnamigen Straße im Ortsteil Schüttdorf befindet. Es ist dies die zweite Haltestelle westlich des Ausgangsbahnhofes Zell am See. Auf Grund ihrer Lage inmitten des größten Siedlungsgebietes der Stadtgemeinde ist sie für Schüler und Schülerinnen, für Berufstätige und für Touristen gleichermaßen von großer Bedeutung.
Baumaßnahmen 2016
Die Haltestelle Kitzsteinhornstraße befindet sich zwischen der gleichnamigen Straße und dem Schüttbach, den die Pinzgauer Lokalbahnzüge über die dort befindliche Brücke queren. Diese Brücke ist in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Dies nahm man zum Anlass, um auch die Haltestelle etwas in Richtung Schüttbach (nach Osten) zu verlegen, damit die Schranken im Bereich der Kitzsteinhornstraße nach dem Einfahren der Züge in Hinkunft schneller wieder geöffnet werden können als bisher.
Einstellung des Zugbetriebes
Nach entsprechender Planung und Bauvorbereitung wurde am 29. September 2016 der Bahnbetrieb komplett eingestellt und der Personentransport mittels Schienenersatzverkehr durchgeführt. Nach dem Abriss der alten Bahnbrücke über den Schüttbach wurde diese mit etwas erweitertem und erhöhtem Profil zwecks eines besseren Durchflusses des Schüttbaches - ein Wildbach, der ja schon mehrfach große Hochwasserschäden angerichtet hat - neu erbaut. Doch damit war es nicht getan. Dazu musste der Bahndamm ebenfalls entsprechend erhöht werden, was auch die Erneuerung des Ober- und Unterbaues, d. h. auch die Neuverlegung von Schwellen und Geleisen bedeutete. Unmittelbar südlich dieser Bahnbrücke befindet sich zu dem noch eine weitere Brücke, über die ein für Schüttdorf wichtiger Fuß- und Radweg über den Schüttbach verläuft. Auch diese wurde abgerissen und neu errichtet. Brückenbau und Haltestellenverlegung erforderten nicht nur den für alle sichtbaren Abbau des Haltestellenhäuschens, sondern auch die Neuverlegung von zahlreichen Leitungen, die für den Laien im Verborgenen verlaufen, aber für den Bahnbetrieb und vor allem für die Sicherheit der dort befindlichen Schrankenanlage unentbehrlich sind. Allerletzte Vorbereitungsmaßnahmen für die Wiederaufnahme des Fahrbetriebes wurden noch am Sonntag, dem 16. Oktober 2016 erledigt. Die neu verlegten Gleise wurden punktuell mit einem Schmierstoff versehen, der das Gleiten der Räder verbessert und den Abrieb von Rädern und Schienen vermindert.
Wiederaufnahme des Zugverkehrs
Nach Fertigstellung der Arbeiten, die unmittelbar den Bahndamm betreffen, kann der Betrieb am Montag, dem 17. Oktober 2016, wieder aufgenommen werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass nun alle Arbeiten erledigt sind. Begleitende Baumaßnahmen, die nicht unmittelbar den Bahndamm und die damit verbundenen Versorgungsstränge betreffen, können aus Zeitgründen erst nach der Wiederaufnahme des Zugbetriebes fertig gestellt werden. Das betrifft das Wartehäuschen und den südlich an den Bahndamm anschließenden Wegbereich samt Fußgängerbrücke über den Schüttbach, sowie die Errichtung eines Zaunes, der das in diesem Bereich aus Abkürzungsgründen häufig erfolgte illegale Überschreiten des Bahndammes zukünftig erschweren soll. Während der Einstellung des Fahrbetriebes wurden auf dem betroffenen Streckenabschnitt noch andere Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen gesetzt, die hier im Einzelnen nicht aufgezählt werden können. Zusammenfassend bedeuten die hier gesetzten Baumaßnahmen einen weiteren wesentlichen Schritt zur Absicherung der Erfolgsgeschichte der Pinzgauer Lokalbahn.
Die folgenden Bilder zeigen Ausschnitte aus den Arbeiten im Bereich der Haltestelle, vor allem an den Brücken und am Gleiskörper.
Bildergalerie
Das Flämmen und Verschweißen von Bitumen-Schweißbahnen zur Abdichtung der neuen Fußgänger- und Radfahrerbrücke.
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Bitumen-Schweißbahnen werden geflämmt und zwecks Abdichtung auf die neu betonierte Fußgängerbrücke aufgebracht.
Das aluminothermische Schweißen der neu verlegten Eisenbahnschienen.
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Der noch unverschweißte Schienenstoß.
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Das Bearbeiten der Schienenenden.
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Letztes Einrichten der Schienenenden.
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Die über dem Schienenstoß aufgebaute Form wird abgedichtet.
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Schienenenden samt Form werden mittels Gasflamme getrocknet und vorgewärmt.
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Der Schmelztiegel (heute ein fertig gefüllter Einweg-Blechkübel) mit Schamotteauskleidung wird genau über dem Einguss positioniert. Sicherheitshalber wird erst dann ein Zünder, eine Zündkirsche mit Zündschnur oder ein schon angezündetes Zündstäbchen, hinzugefügt.
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Früher wurde der Guss händisch ausgelöst, heute autonom. Der flüssige Stahl rinnt dabei in die Form, füllt sie und läuft an Steigkanälen über, wobei die Schienenenden etwas aufgeschmolzen werden.
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Die Gussform wird manuell entfernt.
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Die Gussrückstände an der noch glutroten Schweißstelle wurden maschinell abgeschabt.
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Zuletzt wird die Schweißstelle oben und an beiden Seiten gründlich abgeschliffen.
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Nach dem Abschleifen.
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Der fertig verschweißte und nachbehandelte Schienenstoß.
Quellen
- Eigene Beobachtung und Gespräche mit am Umbau beteiligten Personen.