Joseph Hehenwarter

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Joseph Hehenwarter (* 12. März 1823 in Hallein;[1]9. März 1896 in der Stadt Salzburg)[2] war ein Salzburger Übungsschul⁣lehrer und Bezirksschulinspektor.

Aus seinem Leben

Joseph Hehenwarter, Sohn eines Halleiner Bauamtsgehilfen,[1] Absolvierte in der Stadt Salzburg seine Studien. Nach Ablegung der erforderlichen Prüfungen unterrichtete er im Lungau an der Pfarrschule von Mariapfarr, sodann in der Stadt Salzburg an der k. k. Normal-Hauptschule. Mit dem Inslebentreten des Reichsvolksschulgesetzes wurde er an die k. k. Lehrerbildungsanstalt als Übungsschullehrer übernommen und zugleich zum Bezirksschulinspektor für den Lungau ernannt, "wo er von der Bevölkerung, von Geistlichen und Lehrern, die sich seiner mit Freude erinnerten, mit Jubel und Pöllersalven begrüßt wurde. Diese Anhänglichkeit blieb ihm unvergeßlich. Der sonst stille, wortkarge Mann wurde im Erinnerung an diese Zeit warm, sein mildes Auge leuchtete, wenn im Freundeskreise die Rede auf eine erste Inspektionsreise gelenkt wurde." Neben seiner Lehrtätigkeit waltete Hehenwarter mit äußerster Gewissenhaftigkeit durch Jahrzehnte als Kassier des Lehrer-Witwen- und Waisen-Unterstützungsvereines.

Weiteres über seine Persönlichkeit:

"Sein gutes Herz und seine ganze Kraft gehörten seinem Heimatlande, gehörten der Jugend und der Lehrerschaft Salzburgs. […] Hehenwarter war zum Lehrer geboren. Mit gründlichen Kenntnissen verband er ein vorzügliches Lehrgeschick, gewinnende Freundlichkeit und eine stets gleichmäßige Ruhe in Behandlung der Schüler, kurz er war ein Musterlehrer in des Wortes bestem Sinne, dabei eine bescheidene, selbstlose Natur. Nie hörte man ihn von seinen Verdiensten sprechen, noch wollte er davon hören. Doch sein Wirken blieb nicht unbeachtet. Seine Majestät zeichnete ihn mit dem goldenen Verdienstkreuze aus, seine Vorgesetzten schätzten ihn allezeit hoch, seine Mitbürger ehrten ihn, seine Kollegen kannten seinen Werth. Das schönste Denkmal aber hat er sich in den Herzen seiner zahlreichen Schüler und Freunde selbst gesetzt."

Und über sein Begräbnis auf dem Salzburger Kommunalfriedhof:

"Trotz des weiten Weges hatten sich zahlreiche Leidtragende eingefunden. Wer hätte auch den freundlichen alten Herrn nicht gekannt, und wer ihn kannte, wer hätte ihn nicht geliebt und hochgeschätzt? Das Leichenbegängniß zeigte von der allseitigen Werthschätzung. Außer den schmerzgebeugten Angehörigen, welche in ihm den besorgten Galten und liebevollen Vater beweinten und den tiefergriffenen Verwandten umstanden das offene Grab ehrwürdige Lehrergreise, der Lehrkörper und die Zöglinge der k. k. Lehrerbildungsanstalt, der Bürgermeister, Priester, Beamte, die Lehrerschaft von Stadt und Land, Bürger und Frauen Salzburgs, welche in dem Dahingeschiedenen den aufopfernden Freund, den langjährigen liebenswürdigen Kollegen, den guten Katholiken, den wohlwollenden Lehrer, den wahren Freund betrauerten. War es ein Wunder, daß sich bei dem ergreifenden Grabliede der Lehramtszöglinge manche Thräne selbst über manch ernstes Mannesantlitz stahl? Hehenwarter hatte keinen Feind; seine Güte hätte auch jeden entwaffnet. Sein Andenken bleibe gesegnet!"

Quelle

Einzelnachweise

Zeitfolge
Vorgänger

Bezirksschulinspektor für den Lungau
1869–1875
Nachfolger

Josef Schneider