Hans Poelzig (* 30. April 1869 in Berlin; † 14. Juni 1936 ebenda) war ein deutscher Architekt, Maler, Bühnenbildner, Filmarchitekt und Hochschullehrer.[1]

Hans Poelzig, 1927

Salzburgbezug

Nachruf in der "Salzburger Chronik" vom 16. Juni 1936:[2]

Architekt Hans Poelzig gestorben

Salzburg, 16. Juni. In Berlin ist am Sonntag, 14. d. nachmittags im Alter von 67 Jahren Architekt Hans Poelzig nach längerem Leiden gestorben.

Poelzig war ein Berliner, geboren 1869, wurde 1900 Lehrer, 1903 Direktor der Akademie in Breslau, war von 1916 bis 1920 Stadtbaurat in Dresden und leitete seit 1920 ein Meisteratelier für Baukunst an der Berliner Akademie. Poelzig hat seinen Namen verewigt durch eine Reihe von großen Bauten, darunter auch von reinen Zweckbauten, wie eine Talsperre in Klingeberg in Sachsen, einen Wasserturm in Posen u. a. Seine populärsten Schöpfungen sind das Berliner Großkino "Kapitol", der Umbau des Zirkus Schumann und das Theater der Fünftausend, das seinerzeit unter der Direktion Reichardts eröffnet wurde. Seine gewaltigste Schöpfung ist das Verwaltungsgebäude der J.G. Farbenindustrie.

 
Hans Poelzig: Salzburger Festspielhaus in Hellbrunn.

Die Stadt Salzburg bewahrt dem großen deutschen Architekten ein freundliches Andenken für das große Interesse, das er der Stadt und dem Festspielgedanken entgegenbrachte. Er war es, der die Pläne für ein neues monumentales Festspielhaus im Park von Hellbrunn schuf. Wie erinnerlich, nahm dieser Plan immerhin insofern feste Gestalt an, als es zu einer feierlichen Grundsteinlegung kam, der sogar der Bundespräsident beiwohnte. Poelzig, der allerdings selbst allerlei Zweifel hegte, ob sein Projekt je zur Ausführung kommen würde, war in seinen Plänen für unser Festspielhaus nahezu phantastische Wege gegangen, die zu seinen nüchternen Industriebauten in einem seltsamen Gegensatz stehen: er hätte in die zarte, scheue Landschaft am Südostfuß des Hellbrunnerberges, die Gott, sein Fürsterzbischof und dessen Gartenkünstler nach einem Bild Corots geschaffen haben könnten, wenn dieser etwas früher auf die Welt gekommen wäre, einen höchst romantischen Rundbau hingestellt, der sicherlich eine Schöpfung eigenster Art geworden wäre.

 
Hans Poelzig, Festspielhaus-Projekt in Hellbrunn, 1920–22.

Nun ist Poelzig tot. Innerhalb der stillen Wiesen- und Waldgründe des Hellbrunner Parks steht vergessen, und selbst schon ein Stück Romantik geworden, der Grundstein zu jenem imaginären Festspielhaus, das, wäre es je zur Wirklichkeit geworden, zumindest dem Festspielbetrieb schon infolge der räumlichen Entfernung des Hauses von der Stadt erheblich andere Formen aufgedrückt hätte. Der Zwang des Tatsächlichen ließ das kühne Projekt Poelzigs bald zurücktreten und mit Rehrl, Hildmann, Hütter und Holzmeister zog die neue Epoche der Wirklichkeit herauf, die sich in fast ungeahntem Ausmaße bewährt hat. Gerade der große Aufschwung der Salzburger Festspiele aber legt uns die Pflicht auf, pietätvoll des Mannes zu gedenken, der mit beschwingter Phantasie und mit großem Wollen an den ersten Anfängen mitgearbeitet hat.

Quellen

  1. * Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Hans Poelzig"
  2. ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 16. Juni 1936, Seite 4