Günther Heigerth
Em. Univ.-Prof. Dr. Baurat h. c. DI Günther Heigerth (* 11. Dezember 1937 in Wien; † 9. November 2025 in der Stadt Salzburg) war ehemaliger Bauabteilungsleiter der Tauernkraftwerke AG sowie Professor an der Technischen Universität Graz.
Leben
Nach der Übersiedlung nach Salzburg im Jahre 1947 besuchte er das Gymnasium in Salzburg und absolvierte er gleichzeitig eine Klavierausbildung am Mozarteum. Anschließend nahm er das Studium des Bauingenieurwesens mit Schwerpunkt Wasserbau an der Technischen Hochschule Wien auf, das er 1963 abschloss. Acht Jahre später promovierte er dort mit einer Dissertation über "Drossel- und Differentialwasserschlösser von Regelkraftwerken mit freier Betriebsführung" zum Doktor der technischen Wissenschaften.
Seinen beruflichen Einstieg fand Heigerth bei der Tauernkraftwerke AG (Verbund), wo er maßgeblich an der hydraulischen Planung und Realisierung leistungsfähiger Hochdruck-Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke beteiligt war. Durch sein umfassendes Fachwissen, seine Genauigkeit und seine Begeisterung für praxisorientierte technische Lösungen wurde er zu einem anerkannten Spezialisten auf dem Gebiet der Wasserkraft.
Im Jahr 1989 übernahm Heigerth den Lehrstuhl für Konstruktiven Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Technischen Universität Graz als Nachfolger von Prof. Helmut Simmler. Über viele Jahre hinweg setzte er dort entscheidende Impulse in Forschung und Lehre. Er zeichnete sich durch seinen unermüdlichen Forscherdrang und den Anspruch aus, im Ingenieurwesen stets nach der optimalen, zugleich aber praktikablen Lösung zu suchen – nie begnügte er sich mit der nächstliegenden Option, wenn Verbesserungen möglich waren. Neben seiner universitären Tätigkeit engagierte sich Heigerth in hohem Maße in Fachgremien und Verbänden. Er war Mitglied der Staubeckenkommission, leitete als Vorsitzender die Viktor-Kaplan-Gesellschaft und war bis zu seinem 70. Lebensjahr als Experte, Gutachter und Referent im Bereich Wasserbau tätig. Von 1992 bis 2007 stand er dem Österreichischen Nationalkomitee für Talsperren (ATCOLD) als Präsident vor, organisierte zahlreiche Fortbildungen für Talsperrenwärter und -verantwortliche und vertrat Österreich in der International Commission on Large Dams (ICOLD). Von 2008 bis 2012 war er darüber hinaus Präsident des European Club of ICOLD und förderte in dieser Funktion intensiv den internationalen Austausch und die europäische Zusammenarbeit im Bereich des Talsperrenwesens.
Auszeichnungen
Für seine herausragenden Leistungen wurde Heigerth 1974 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet, 2010 mit dem Berufstitel Baurat h.c. geehrt und 2012 mit der Goldenen Ehrennadel des Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverbandes (ÖWAV) bedacht. Diese Ehrungen spiegeln die hohe Wertschätzung wider, die ihm sowohl von wissenschaftlicher als auch von praktischer Seite entgegengebracht.
Quellen
- tugraz.at, Nachruf
- "Salzburger Nachrichten", 13. Dezember 2025, Parte
- sn.at, Trauerportal