Zygaena filipendulae

(Weitergeleitet von Gemeines Blutströpfchen)

Zygaena filipendulae (Sphinx filipendulae Linné, 1758) ist eine Insektenart aus der Ordnung Lepidoptera (Schmetterlinge), Familie Zygaenidae (Widderchen).

Gemeines Blutströpfchen neben Weg zur Peter-Wiechenthaler-Hütte
Gemeines Blutströpfchen, gesehen am Höhenweg oberhalb der Stegmoosalm in Mühlbach am Hochkönig.
Gemeines Blutströpfchen, gesehen am Weg zur Peter-Wiechenthaler-Hütte
Männchen: Salzburg, Flachgau, Thalgau, 1977.06.07
Falter an Wiesen-Klee (Trifolium pratense) saugend: Salzburg, Flachgau, Eugendorf, 2002.07.25

Volkstümlicher Name

Gemeine Blutströpfchen

Merkmale

Das Gemeine Blutströpfchen weist auffällige Warnfarben auf. Es teilt seine rote Fleckenzeichnung auf den Vorderflügeln mit anderen Arten von "Blutströpfchen". Beim Gemeinen Blutströpfchen sind im Gegensatz zum sehr ähnlich wirkenden Kleewidderchen, das nur über fünf Flecken verfügt, alle Flecken doppelt angelegt und in ihrer Größe vergleichbar. Die Grundfarbe der Flügel ist schwarz. Die Hinterflügel kennzeichnen eine schmal abgesäumte blutrote Färbung, die jedoch in Ruhestellung kaum zu sehen ist. Im Flug kommt diese Färbung voll zur Geltung und bewirkt ein sehr rotes Erscheinungsbild dieses Widderchens. Das Gemeine Blutströpfchen ist etwa 23 mm lang, die Fühler erscheinen spitz-keulenförmig und sie sind hakenartig gekrümmt. Eine sichere Bestimmung ist trotz dieser Merkmale schwierig.

Verbreitung, Lebensraum und Phänologie[1]

Z. filipendulae ist in Salzburg weit verbreitet und wurde bereits in allen Landesteilen nachgewiesen (Embacher et al. 2011). Lediglich aus dem nördlichen Flachgau ist die Art mangels geeigneter Lebensräume nicht bekannt. Die Höhenverbreitung ist mit rund 400 - 2400 m für einen sehr weiten Bereich dokumentiert. Lebensraum der Art sind blumenreiche Wiesen und Wegränder, und zwar sowohl Feucht- als auch trockene Magerwiesen. Zum Teil kann Z. filipendulae sogar auf extensiv genutzten Wirtschafts- und Almwiesen angetroffen werden, vereinzelt fliegt sie auch in Hochstaudenfluren und am Waldrand. Die Imagines treten in einer langgedehnten Generation von Ende Mai bis Anfang September auf (Kurz & Kurz 2014), die Raupen überwintern ein- bis zweimal und verpuppen sich im Mai.

Magere Wiesen, sonnige Hänge und Waldränder sind bevorzugte Lebensräume. Im Salzburger Bergland auch über feuchten Wiesen und bis in 2 000 m Höhe anzutreffen. Dieses Widderchen ist weit verbreitet, kommt häufiger aber nur örtlich vor, wobei das Vorkommen des Gemeinen Blutströpfchen fast überall zurück geht.

Lebensweise

Seine Raupe wird bis über zwei cm lang, ist gelb gefärbt und weist eine breite schwarze Längsstreifung, unterbrochen durch die Körpersegmente, auf. Die Raupe findet sich von September bis Juni (mit Überwinterung) auf Hornklee und Bergkronwicke. Der Schmetterling enthält Gift und riecht nach Blausäure und kommt in einer Generation pro Jahr vor. Das Gemeine Blutströpfchen kann man in den Monaten Juli und August beobachten. Der Flug des Gemeinen Bluttröpfchens erscheint langsam und schwirrend. Wenn es sich auf Blüten nieder gelassen hat, kann man es nachhaltig und aus der Nähe betrachten und aufnehmen.

Biologie und Gefährdung

Wie bei ihren Verwandten sind auch bei Z. filipendulae die Imagines tagaktiv und heliophil, fliegen also am liebsten im vollen Sonnenschein. Beobachtungen liegen zwischen 10 und 18 Uhr MEZ vor, wobei sich Flug und Nahrungsaufnahme über den ganzen Tag erstrecken. Als Nektarpflanzen der Falter wurden bisher folgende Pflanzen dokumentiert (Kurz & Kurz 2014, neben weiteren, nicht näher bestimmten Arten): Adenostyles alliariae (Grauer Alpendost), Cirsium palustre (Sumpf-Kratzdistel), Cirsium vulgare (Gewöhnliche Kratzdistel), Knautia arvensis (Acker-Witwenblume), Succisa pratensis (Teufelsabbiss), Origanum vulgare (Wilder Dost) und Trifolium pratense (Wiesenklee). Hierbei wurde mehrfach Konkurrenz zu anderen Schmetterlingen, besonders verschiedenen Tagfaltern, aber auch anderen Zygaena-Arten beobachtet. Die Raupen fressen in erster Linie am Gewöhnlichen Hornklee (Lotus corniculatus), nach Forster und Wohlfahrt (1960) aber auch an Coronilla- und Onobrychis-Arten. Als Parasit an den Raupen fungieren unter anderem Brackwespen (Aleiodes sp.). Der spindelförmige Kokon ist oben gelb, unten mehr weißlich und wird an Grasstengeln und dergleichen angesponnen. Z. filipendulae ist die häufigste Art unter den heimischen Blutströpfen und wird weder bei Embacher (1996), noch Embacher (1998) als gefährdet eingestuft.

Weiterführende Informationen

Über das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora
Das SALZBURGWIKI-Projekt Fauna und Flora möchte eine Übersicht über alle Pflanzen-, Pilz- und Tierarten des Landes Salzburg erstellen. Wer eine Art beschreiben will, kann sich die hier hinterlegte Formatvorlage kopieren und für einen neuen Artikel verwenden. Im Abschnitt "Material und Methoden" wird erklärt, wann deutsche und wann lateinische Namen als Artikelnamen verwendet werden sollen.

Bilder

  Zygaena filipendulae – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
  Zygaena filipendulae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quelle

  • Joseph H. Reichholf: "Schmetterlinge", blv-Naturführer
  • Embacher, G. 1996. Rote Liste der Großschmetterlinge Salzburgs. 3., neu bearbeitete Auflage. - Amt der Salzburger Landesregierung, Referat 13/02. Naturschutzbeiträge 7/96: 1-43.
  • Embacher, G. 1998. Die Blutströpfchen des Landes Salzburg (Lepidoptera: Zygaenidae, Zygaeninae). - Stapfia, O.Ö. Landesmuseum Linz. 55: 85-96.
  • Forster, W. & Th. A. Wohlfahrt 1960. Die Schmetterlinge Mitteleuropas. Bd. III Spinner und Schwärmer (Bombyces und Sphinges). Franckh´sche Verlagshandlung, Stuttgart, 239 pp., 8 SW-Tafeln, 28 Farbtafeln.
  • Kurz, M. A. & Kurz, M. E. 2000–2014. Naturkundliches Informationssystem. – URL: http://www.nkis.info [online 13 Oktober 2014].

Fußnote