Konrad I. von Abenberg
Konrad I. von Abensberg (* um 1075) war von 1106 bis 1147 Salzburger Erzbischof.
Leben
Seine Herkunft bleibt umstritten: ob vom bayerischen Geschlecht der Abensberger oder vom fränkischen Geschlecht der Grafen von Abendsberg. Seine Brüder wollten ihm das väterliche Erbe vorenthalten, es kam zu einem Streit und Konrad floh Hilfe suchend zu Kaiser Heinrich IV, wo er Aufnahme in dessen Hofkapelle fand.
Heinrich IV. seinerseits hatte Streit mit seinem Sohn. Konrad, der schon durch Kritik an den Sitten am Kaiserhof aufgefallen war, stellte sich auf die Seite des jungen Heinrich V. Als Belohnung für diese Unterstützung wurde Konrad von Heinrich am Reichstag von Mainz im Jänner 1106 zum Erzbischof von Salzburg gewählt.
Der Gegen-Erzbischof
Im Salzburger Erzbistum (Überblick) saß aber zu jener Zeit Berthold von Moosburg, der von Heinrich IV. 1077 gegen den päpstlich gesinnten Erzbischof Gebhard zum Gegen-Erzbischof ernannt wurde. zwar konnte sich Berthold sowohl gegen Gebhard als auch gegen seinen Nachfolger, Thiemo, durchsetzen, aber mit Konrad ging das nicht. Bereits am 25. Jänner 1106 zog Konrad in Salzburg ein. Begleitet wurde er von tausend Soldaten, die den sich in die Festung Hohensalzburg zurück gezogen Berthold dann doch zu viele waren. Er zog sich auf seinen Stammsitz nach Moosburg zurück, wo er schon bald verstarb.
=Wieder in Salzburg
Konrad war dann oft unterwegs. Einige Vorgänge ließen ihn bei dem mittlerweile zum Kaiser gekrönten Heinrich V. in Ungnade fallen. In Salzburg intregierte man gegen den abwesenden Erzbischof. Heinrich V. wollte auch den unbequemen Erzbischof los werden. Als er im Mai 1112 wieder nach Salzburg zurück kam, konnte er sich nur durch die Macht seiner Familie und deren Waffengewalt halten. Aber Mitte des Jahres ging er dann doch ins Exil. Er ging zur Markgräfin Mathilde von Tuszien, wo er bis zu ihrem Tod drei Jahren Schutz fand. Eine Rückkehr nach Salzburg scheiterte aber am Domkapitel des Erzstifts.
Auf der Flucht
Er fand Aufnahme in der Steiermark bei Markgraf Otakar IV, hielt sich in Garsten und Benediktbeuern und im Stift Admont auf. Aber niemals war er sicher. So erzählen Aufzeichnungen über sein Leben, dass er einmal sich ein halbes Jahr in einer Berghöhle verstecken musste, einmal 16 Wochen im Keller von Stift Admont lebte und auf der Flucht vor seinen Feinden einen ganzen Tag lang bis zum Kinn in einem Fluss stehend verstecken.
Quellen
- Salzburg Archiv Lebensbilder Salzburger Erzbischöfe aus zwölf Jahrhunderten, Schriftenreihe des Vereins Freunde der Salzburger Geschichte, Band 24, 1998m, Beitrag Herwig Wolfram