Salzburger Adventsingen
Das Salzburger Adventsingen ist eine alljährliche musikalische Veranstaltung im Advent in der Stadt Salzburg.
Geschichte
Tobias Reiser d. Ä., begnadeter Musikant, Sänger und Heimatpfleger, versammelt im Dezember 1946 erstmals Freunde und Bekannte zu einem gemeinsamen adventlichen Singen und Musizieren. An die 40 Zuhörer haben sich in den ungeheizten Räumen des Gemeinschafterheims zusammengefunden, um den Liedern und Weisen von Tobi Reiser und seinen Freunden zu lauschen.
Der Zuhörerkreis wird rasch größer. 1950 findet die erste offizielle Veranstaltung im Kaisersaal der Residenz statt. Doch auch dieser Rahmen kann das begeisterte Publikum bald nicht mehr fassen. Deshalb übersiedelt das Salzburger Adventsingen im Jahr 1952 in die Aula Academica der Universität Salzburg.
Der Dichter Karl Heinrich Waggerl ist erstmals unter den Spielleuten auf der Bühne. Ein Paar wollener Fäustlinge aus dem Salzburger Heimatwerk und die unbedingte Zusage, nicht singen oder Zither spielen zu müssen, sichern das Arrangement. Seine heiter-besinnlichen Lesungen begeistern das Publikum durch Jahrzehnte hindurch, wenngleich sie nicht immer gänzlich unumstritten aufgenommen wurden (Geschichte vom „Christkind mit dem Floh im Ohr“).
Die in ihrer Art wohl einmalige, von Salzburger und bayrischen Musikanten, Sängern und Schauspielern getragene Veranstaltung fasziniert mehr und mehr Besucher. 1960 kommt der Augenblick, da der Sprung ins Große Festspielhaus gewagt wird. Spätestens seit dieser Zeit ist das Salzburger Adventsingen eine international bedeutende Institution. Mitte der 1970er Jahre sterben die beiden Protagonisten Tobi Reiser d. Ä. und Karl Heinrich Waggerl.
Eine neue Ära beginnt mit Tobias Reiser d. J.. Behutsam versucht er eine Weiterentwicklung, einen Brückenschlag von der Tradition zum Zeitgeist. Mit klassisch – modernen Bühnenbildern, eindrucksvoller Lichtregie, volksmusikalisch neu interpretierten Kompositionen und gut durchdachten Texten einsteht eine neue Form des Salzburger Adventsingens, welches alljährlich rund 36 000 Besucher begeistert.
Nach dem plötzlichen Tod von Tobias Reiser d. J. im Jahre 1999 beginnt die dritte Ära. Hans Köhl und Stefan Sperr übernehmen als Vorstände des Veranstalters Salzburger Heimatwerk und als langjährige Weggefährten die Gesamtleitung. Sie führen dieses einzigartige Erbe „Salzburger Adventsingen“ gemeinsam mit kompetenten Künstlern und der großen Schar von über 200 Mitwirkenden erfolgreich weiter.
2010 war das Salzburger Adventsingen mit 36.000 Besuchern bei 16 Vorstellungen zu 100 Prozent ausverkauft gewesen.
Inszenierungen
1963: erstmals Einbindung einer zeitgenössischen Komposition, einer Kantate von Anton Dawidowicz
1964: Kantate Die Wölfe werden bei den Lämmern wohnen von Wilhelm Keller
1975: Siezenheimer Herbergssuche
1980: Neue Bühnengestaltung – Bühnenbild, Projektionen und Licht: Siegwulf Turek, Regie: Tobias Reiser
1986 - 1988: A Liacht is aufkemma – Musik: Wilhelm Keller, Bühne, Licht und Projektionen: Siegwulf Turek, Buch: Rolf Bengert und Tobias Reiser, Regie: Tobias Reiser
1989 - 1991, 1995: Sonst bliebe es ein Traum – Musik: Klemens Vereno, Bühnenbild, Licht und Projektionen: Siegwulf Turek, Buch und Regie: Tobias Reiser
1992 - 1994: Das ist die stillste Zeit im Jahr
1996 - 1998: Es ward der Engel Gabriel – Musik: Wilhelm Keller, Bühnenbild, Licht, Projektionen: Siegwulf Turek, Buch und Regie: Tobias Reiser
1999 und 2000: Då håt vor dem Ståll der Äpfibam bliaht – Musik: Shane Woodborne, Bühnenbild, Licht, Projektionen: Siegwulf Turek, Buch: Tobias Reiser (1999), Charly Rabanser (2000), Gesamtleitung: Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2001 und 2002: Siehe, ich bin des Herrn Magd – Musik: Shane Woodborne, Gesamtleitung: Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2003 und 2004: ... denn Gott ist die Liebe – Musik: Peter Wesenauer, Text: Uli Brée, Charly Rabanser, Gesamtleitung:Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2005: Sonst bliebe es ein Traum – Musik: Klemens Vereno, Dirigent: Herbert Böck, Bühnenbild, Projektionen, Licht: Dietmar Solt, Inszenierung: Charly Rabanser, Gesamtleitung:Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2006: Zum 60-Jahr-Jubiläum: Jetzt fangen wir zum Singen an – Musik: Klemens Vereno, Dirigent: Herbert Böck, Bühnenbild, Projektionen, Licht: Dietmar Solt, Inszenierung: Charly Rabanser, Gesamtleitung:Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2007: Da hat vorm Stall der Äpfibam bliaht – Musik: Shane Woodborne, Dirigent: Herbert Böck, Bühnenbild, Projektionen, Licht: Dietmar Solt, Inszenierung: Charly Rabanser, Gesamtleitung:Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2008: Sie haben uns a Botschaft bracht von einer Stillen, Heil'gen Nacht! – Musik und Texte der Vokalwerke: Klemens Vereno, Dirigent: Herbert Böck, Bühnenbild, Projektionen, Licht: Dietmar Solt, Inszenierung: Charly Rabanser, Gesamtleitung: Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
2009: "Maria" - Musik: Shane Woodborne, Dirigent:Herbert Böck, Textbuch und Schauspielregie:Charly Rabanser, Kostüme und Masken:Hellmut Hölzl, Bühnenbild und Projektionen:Dietmar Solt, Gesamtleitung:Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter:[Salzburger Heimatwerk]
2010: "Wer klopfet an" - Musik und Texte der Vokalwerke: Klemens Vereno, Dirigent: Herbert Böck, Schauspiel- und Lichtregie: Veronika Pernthaner, Kostüme und Masken: Hellmut Hölzl, Bühnenbild und Projektionen:Dietmar Solt, Textbuch: Hans Köhl, Gesamtleitung:Hans Köhl und Stefan Sperr, Veranstalter: Salzburger Heimatwerk
Tonträger des Salzburger Adventsingens
- "Siehe ich bin des Herren Magd",
- "...denn Gott ist die Liebe",
- "Da hat vor dem Stall der Äpfibam bliaht",
- "Maria",
- "Die schönsten Lieder und Weisen, Folge 1"
Weblinks
Quellen
- Salzburger Heimatwerk
- Offizieller Webauftritt "Salzburger Adventsingen"