Matthias Stöckl

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Den auf mehreren Bildern dargestellten und in Bramberg verorteten Bauernführer Matthias Stöckl hat es als historische Person nicht gegeben.

Allgemeines

So verwies der Salzburger Historiker Fritz Koller in der Chronik von Bramberg die »Stöckl-Saga rund um Mathias und dessen Bruder in das Reich der Legende. Koller hielt bis ins Detail gehend fest, dass dem Bruderpaar im Verlauf der Jahrhunderte nach und nach durch das Hinzufügen immer neuer Einzelheiten die maßgebliche Rolle beim Ausbruch des Salzburger Bauernkrieges 1525 nur angedichtet worden sei.

In sämtlichen zeitgenössischen Verhörprotokollen sind weder ein Matthias noch ein Stöckl anderen Vornamens erwähnt. Zudem sei der Familienname Stöckl in Bramberg für diese Zeit gar nicht nachweisbar. Somit beruhe auch die auf den Gemälden des 18. und 19. Jahrhunderts dargestellte Bauernführerschaft Matthias Stöckls nicht auf authentischen Quellen.

Bild

Von dem Salzburger Bauernführer Matthias Stöckl ist eine votivbildartige Darstellung erhalten, das aus der Zeit um 1820 stammt, aber wohl auf ältere historische Vorlagen zurückgreift. Stöckl ist hier im Raum Mönchsberg auf einem Schimmel vor der Festung Hohensalzburg reitend mit voller Rüstung und mit Schwert in der Hand abgebildet. Auf dem Boden liegen vier hölzerne Kanonen, mit denen die schlecht ausgerüsteten Bauern damals vergeblich versuchten, die Festung zu erobern. Neben Stöckl sind verschiedene Stichwaffen, eine Fahne und ein Legatenkreuz zu erkennen. Die Ritterrüstung des Bauernführers und die im Bildtext erwähnten 33 000 kämpfenden Rebellen entsprechen wohl nicht den Tatsachen. Auch waren die Hasengrabenbasteien, das dortige Zeughaus der Festung, sowie die neuzeitliche Katze mit dem Inneren Schartentor damals noch nicht erbaut.

Quellen und Literatur

  • Koller, Fritz (1993): Die Brüder Stöckl – Die »Stöckl-Saga«. In: Hans Hönigschmid (1993): Bramberg am Wildkogel. Hg. von der Gemeinde Bramberg am Wildkogel; S. 481–488.
  • Schautafeln zur Ausstellung Heroisch und verklärt. Der Bauernkrieg im Spiegel von Kunst und Diktatur; Sonderausstellung des Salzburgs Museum im Domquartier vom 8.11.2025 bis 27.4.2026.
  • Hochhold, Rainer (2. Auflage 2025): Geschichte des Pinzgaus. Verlag Anton Pustet Salzburg; Kapitel: Im Zeichen der Bauernaufstände, Justizverbrechen und Protestantenvertreibungen.
  • Heinz Dopsch, Hans Spatzenegger: Geschichte Salzburgs, Verlag Anton Pustet, 1995, Band II, Neuzeit und Zeitgeschichte 1. Teil, S. 55ff.