Zementwerk Leube GmbH
Die Zementwerk Leube GmbH feierte im Mai 2008 den 200. Geburtstag des Firmengründers Ernst Gustav Leube.
Geschichte
1848 kaufte Evelyn Freiin von Hammer-Purgstall Schloss Gartenau. Ihr Gatte, Adolf von Berndt, begann mit der Zementgewinnung. 1864 erwarb Ernst Gustav Leube das Schloss, den Mergelsteinbruch und die Werksanlagen in Gartenau, das heute zur Stadtgemeinde Hallein gehört.
Heute gilt das Unternehmen als ältestes Zementunternehmen der Welt, das noch immer von der Gründerfamilie geführt wird. Denn der Geschäftsführer, Rudolf Zrost, ist der Urururenkel des Gründers.
Unternehmensgruppe
Zur Unternehmensgruppe gehören neben dem Zementwerk Leube in Gartenau auch das Kalkwerk Tagger in Golling, die Vertriebsgesellschaft Leube Baustoffe Nfg[1] Gmbh & Co KG und die Ebenseer Betonwerke GmbH & Co KG in St. Leonhard sowie die Lusit Betonelemente GmbH & Co KG in St. Martin im Innkreis in Oberösterreich.
2007 erwirtschaftete die Unternehmensgruppe rund 96 Mill. Euro, um fünf Millionen mehr als 2006 und beschäftigt 370 Mitarbeiter.
Beitrag zum Klimaschutz
Im Oktober 2010 nahm das Unternehmen die neue Klinkerproduktionsanlage in Betrieb. Voran gegangen waren Investitionen in der Höhe von 31 Millionen Euro, die größten des Unternehmens in den letzten 50 Jahren. Neben zahlreichen Erneuerungen wurde auch ein Klinkerkühler samt Entstaubungsanlage und ein fünfstufiger Wärmetauscherturm von einhundert Meter Höhe errichtet. Das Gebläse wurde in den Keller des Turms verlegt, um den Lärm für die Anrainer zu reduzieren.
Im Turm wird das Steinmehl mit Abwärme aus dem Ein-Ofen-System bis auf 1.100 Grad Celsius vorgewärmt werden. Dann erst wird es im Ofen bei 1.450 Grad Celsius gebracht. Im Vergleich: die alten zwei Drehrohröfen brachten es lediglich auf 800 Grad Celsius Vorwärmetemperatur. Durch die effizientere Nutzung der Wärme im neuen Wärmetauscherturm können nun pro Jahr rund 8.000 Tonnen Kohle gespart werden, was einem durchschnittlichen Wärmeverbrauch von 2.500 Einfamilienhäusern entspricht. Eine weitere Reduktion betrifft die bisherigen 320 Lkw-Fahrten pro Jahr. Der Ausstoß an Kohlendioxid wird nun um 30.000 Tonnen pro Jahr sinken.
Zusätzlich wurde an der Königsseeache ein betriebseigenes Kleinkraftwerk und eine Stromtankstelle errichtet. Da die Fließgeschwindigkeit der Königsseeache nicht für die Stromerzeugung mit herkömmlichen Turbinen ausreicht, kommt die spezielle Hamann-Turbine zum Einsatz. Diese Turbine hat einen Durchmesser von 2,5 Meter und ist sechs Meter lang. Sie versorgt die Stromtankstelle und bis zu 100.000 Kilometer pro Jahr können mit dem erzeugten Strom dann zurück gelegt werden.
Brand
Am 8. Februar 2011 kam es am späten Nachmittag zu einem Glimmbrand im Kohlestaubsilo. Nach Eintreffen der Feuerwehr kommt es zu einer Staubexplosion und es wird Großalarm ausgelöst. Gegen 19:30 Uhr war dann der Brand unter Kontrolle. Es waren dann Löschmannschaften der Freiwilligen Feuerwehr Hallein, Freiwilligen Feuerwehr Bad Dürrnberg, Freiwilligen Feuerwehr Niederalm, Freiwilligen Feuerwehr Anif, Freiwilligen Feuerwehr Golling und Freiwilligen Feuerwehr Eugendorf bis 2.30 Uhr des 10. Februars mit dem Löschen beschäftigt. Allein die Freiwilligen Feuerwehr Hallein hatte 59 Personen im Einsatz. Zwei Feuerwehrleute und ein Arbeiter des Unternehmens wurden bei der Staubexplosion verletzt.
Ausgebrochen war der Brand bei Reinigungsarbeiten in einem Brennstoffsilo.
Weblink
Quellen
- Salzburger Wirtschaft, 30. Mai 2008 und 5. November 2010
- Salzburger Nachrichten, 9. und 10. Februar 2011
Fußnote
- ↑ Nfg = Nachfolgegesellschaft, eine neue Rechtsform eines Unternehmens