Norman Dyhrenfurth

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Norman G. Dyhrenfurth

Norman G. Dyhrenfurth (* 7. Mai 1918 in Breslau, Polen) ist Bergfilmpionier.

Vorgestellt

Ein Ausflug in das Sigl-Haus in St. Georgen bei Oberndorf lohnt sich nicht nur für Bergfreunde. Bis zum 17. Oktober 2010 ist jedes Wochenende (Samstag 14 bis 16, Sonntag 11 bis 16 Uhr) die Ausstellung Norman G. Dyhrenfurth, Wozu ein Himmel, sonst? zu sehen. Die Filme des Bergsteigers und Regisseurs sowie Bilder und Erinnerungsstücke lassen einige Jahrzehnte Geschichte lebendig werden.

Im letzten Jahr des ersten Weltkriegs auf Schloss Carlowitz bei Breslau geboren, zog er mit seinen Eltern als Bub 1923 für zwei Jahre nach Salzburg, wo die Familie am Fuße des Plainbergs lebte. 1925 zog Dyhrenfurth weiter in die Schweiz. Nach Kriegsende wird Norman Dyhrenfurth Professor und Leiter der "Film-Abteilung" an der University of California, Los Angeles, später als Bergfilmpionier berühmt: Das Schicksal hat mit Norman G. Dyhrenfurth viel vorgehabt. "Wir waren die Ersten, die auf den Gipfeln gefilmt haben", erzählt der groß gewachsene 92-Jährige, der um mindestens zwanzig Jahre jünger wirkt.

Mit Gipfeln meint Dyhrenfurth die eisigen Regionen des Mount Everest (1952 als Kameramann der 2. Schweizer Mount Everest Expedition), des Lhotse (1955 erstmals als Expeditionsleiter) oder des Dhaulagiri (8167m), wo 1960 auch der Salzburger Kurt Diemberger zur Seilschaft gehört hatte.

Seit 1970 lebt der Sohn des Bergsteigerpaars Günter und Hettie Dyhrenfurth (Olympiagold 1936 in der Sparte Alpinismus) wieder in Salzburg. Das aktive Bergsteigen gab er auf. Vorträge hält er nach wie vor und Michael Bilic vom Filmkulturzentrum "Das Kino" schätzt Dyhrenfurths Beratung bei den Vorbereitungen zum alljährlichen Bergfilmfestival. 1986 drehte Norman G. Dyhrenfurth bei der Herrligkoffer-Karakorum-Expedition zum K2 und Broad Peak einen Dokumentarfilm für das Westdeutsche Fernsehen. Insgesamt schuf er mehr als 100 Dokumentarfilme.

Beim jüngsten Festival knüpfte Dyhrenfurth den Kontakt zu Hiltrud Oman vom Heimatmuseum Sigl-Haus. Breiten Raum nimmt die American Mount Everest Expedition 1963 ein, bei der Dyhrenfurth die erste Überschreitung von Westgrat und Südostgrat leitete. "Danach wurden wir in den Medien groß gefeiert, ja, wir waren so etwas wie Stars. Präsident John F. Kennedy überreichte uns die selten verliehene Hubbard-Medaille der National Geographic Society." Auch der Yeti, das Wesen im Himalaya, spielt in Dyhrenfurths Leben eine Rolle: "Er ist mehr als eine Sage. Wir haben eine drei Tage alte Spur des Yeti fotografiert." Als Beobachter der Bergsteigerszene übt Dyhrenfurth Kritik am modernen Alpinismus. "Es ist gut, dass viele Leute in die Berge gehen", sagt er, "nur fehlt oft die Liebe zu den Bergen. Die Kameradschaft ist aus der Mode gekommen, das Orientieren am Langsamsten in der Seilschaft. Die Leute klettern allein. Dann dieser Drang zu den Achttausendern. Da zahlen sie 65.000 Dollar für einen Aufstieg auf den Mount Everest und haben im Leben nie zuvor einen Pickel gesehen. Zu Hause lassen sie sich als Held feiern – wenn sie überhaupt nach Hause kommen."

Quellen