Infektionskrankheit Covid-19

Aus SALZBURGWIKI
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Die Infektioinskrankheit Covid-19, genannt Corona-Virus, ist eine Krankheit, die Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war.

Beschreibung

Der Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (24. Februar 2020) wird der Virus ursprünglich in China durch Tiere auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind.

Geschichte

Bis 24. Februar 2020 zählte man rund 78 400 registrierte Erkrankungsfälle, davon rund 76 900 in China. Dabei gab es bisher 2 442 Todesfälle, 19 davon in anderen Ländern als China.

Das im Hafen von Yokohama (Japan) liegende Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" mit 3 700 Passagieren an Bord und das im Hafen von Hongkong liegende Kreuzfahrtschiff "World Dream" mit 1 800 Passagieren an Bord wurden unter Quarantäne gestellt.

Am Wochenende 22.-23. Februar 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registiert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.

In den betroffenen italienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt.

Der Virus und das Bundesland Salzburg

Die vier Corona-Verdachtsfälle, die im Universitätsklinikum Salzburg Ende Jänner 2020 behandelt wurden, hatten sich nicht bestätigt. Am 11. Februar 2020 wurde bekannt, dass die in Thalgau im Flachgau beheimtatete Firma Procomcure selbst entwickelten Corona-Schnelltest auf den Markt bringen will. Geschäftsführer Kamil Önder hatte mit seinen zehn Mitarbeitern diesen Schnelltest schneller entwickelt als milliardenschwere Pharmariesen. Bereits im Stadium des Zulassungsverfahren lag eine Bestellung aus Wuhan, China, über 50 000 Schnelltests vor. Das Produkt namens „Phoenix Dx“ werde knapp über dem Selbstkostenpreis abgegeben, sagt Önder.

Mitte Februar 2020 erhielt dann das Unternehmen die Zulassungsgenehmigung für den Schnelltest.

Dass die Salzburger Landeskliniken (SALK) auf die Produkte aus Thalgau verzichten, bezeichnet Önder als tragikomisch. „Das Produkt ist gut genug für das Ausland, aber nicht für die Region.“ Er habe den SALK angeboten, kostenlos so viele Packungen zu liefernwie gewünscht. Das sei abgelehnt worden. Stattdessen habe man von ausländischen Pharmafirmen alle Präparate zugekauft, um weitaus umständlicher im Labor testen zu können. Eine SALK-Sprecherin sagt, das Angebot sei zu spät gekommen. „Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt schon für einen anderen Weg entschieden.“ Procomcure habe nicht kostenlos, sondern nur verbilligt angeboten.

Corona-Virus: Das Land ist vorbereitet

Ob es in Salzburg zu einer Epidemie kommt, lässt sich im Moment nicht beantworten. „Jedenfalls beträgt die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch, in der Regel zwischen zwei und 14 Tagen“, informiert Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion. „Eine Infektion lässt sich durch einen Test feststellen, der derzeit in Salzburg am Uniklinikum durchgeführt werden kann. Bei einer Erkrankung können sich die typischen Krankheitssymptome wie Fieber, Husten und Atemnot zeigen“, so der Mediziner.

Derzeit (24. Februar 2020) werden Verdachtsfälle zentral an der dritten Medizinischen Abteilung am Uniklinikum in Salzburg abgeklärt. „Bei einer Ausweitung stehen auch in den Kliniken in den Bezirken Isolierzimmer bereit, die übrigens auch bei schweren Grippefällen genutzt werden. Bei einer großen Anzahl an Erkrankten wird zwischen leichten und schweren Fällen unterschieden. Die leichten Fälle werden dann auch zuhause unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen betreut“, informiert Oberfeld.

Für die Rettungsdienste gibt es klare Vorgaben für Krankentransporte“, sagt Oberfeld. „So wie bei ähnlichen Fällen wie etwa der Vogelgrippe sind wir in der Lage, binnen einer Woche eine Quarantänestation einzurichten. Zur Zeit wird die weitere Vorgehensweise des Bundes in Wien besprochen. Danach werden wir uns richten“, beschreibt Markus Kurcz vom Katastrophenschutz des Landes die Möglichkeiten, auf eine große Zahl von Erkrankten zu reagieren.

Wichtige Tipps für die Bevölkerung

Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion fasst im Interview mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) die wichtigsten Fakten und Tipps zusammen.

LMZ: Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Grippesaison. Wie weiß ich bei Fieber, ob ich mit dem Corona-Virus infiziert bin?

Oberfeld: Entscheidend ist, ob man Kontakt mit erkrankten Personen aus Risikogebieten, das ist derzeit China, hatte. Zeitlich sind die vergangenen 14 Tage von Bedeutung.

LMZ: Gibt es einen Test? Wo wird er durchgeführt?

Oberfeld: An den großen Spitalsstandorten in Österreich ist ein Test zur Feststellung vorhanden, in Salzburg am Uniklinikum. Jedenfalls ist bei Krankheitsanzeichen zuerst der Hausarzt telefonisch zu verständigen. Wichtig ist, nicht selber in die Praxis zu gehen, um weitere eventuelle Ansteckungen zu vermeiden. Das Ergebnis des Tests liegt nach einigen Stunden vor.

LMZ: Wie schütze ich mich am besten?

Oberfeld: Bei einem Abstand von mehr als zwei Metern ist eine Tröpfcheninfektion unwahrscheinlich. Wenn man bei sich selber grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Husten feststellt, am besten zuhause bleiben. Und noch einmal der Tipp: Beim Hausarzt bitte zuerst anrufen, nicht gleich hingehen.

LMZ: Helfen diese Schutzmasken, die man so oft im Fernsehen sieht?

Oberfeld: Bedingt. Die einfachen Masken, die man sich in der Apotheke kaufen kann, verhindern, dass beim Husten Tröpfchen direkt weitergegeben werden. Sie sind aber kein Schutz vor Ansteckung. Dafür gibt es Spezialmasken.

LMZ: Was ist bei der Hygiene zu beachten?

Oberfeld: Häufiges und gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife vermeidet die unbewusste Übertragung über die Hände. Mit ungewaschenen Händen sollte man weder essen noch sich ins Gesicht fahren. Fehlen Seife oder Wasser, helfen alkoholische Handdesinfektionsmittel. Je glatter die Oberfläche, desto leichter kann das Virus weitergegeben werden.

LMZ: Wo bekomme ich weitere Informationen?

Auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/corona-virus finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Vorgaben zu Meldepflichten. Neben den Hausärzten steht die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 rund um die Uhr und die Telefon-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621 von Montag bis Freitag von 09 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Quellen