Kuriositäten rund um öffentliche Toiletten
Dieser Artikel behandelt Kuriositäten rund um öffentliche Toiletten.
2023: Strobl: Gemeinde baut öffentliches WC um 700.000 Euro
Am Wolfgangsee erregte im Mai 2023 "ein stilles Örtchen" die Gemüter. An der Seepromenade beim Pavillon in Strobl wurde ein neues Toilettenhaus mit einer Netto-Nutzfläche von 42,76 Quadratmetern errichtet. Die Baukosten betrugen etwa 512.354 Euro netto, mit Steuer belaufen sich die Kosten auf 725.000 Euro. Daraus ergibt sich ein stolzer Quadratmeterpreis von mehr als 16.000 Euro.
Bürgermeister Josef Weikinger (ÖVP) begründet die Summe mit den Preissteigerungen im Bausektor. So seien die Kosten um 25 Prozent gegenüber der Planung vor einigen Jahren gestiegen. Dass keine Standardfliesen in dem WC-Haus verlegt werden, bestätigt der Ortschef: "Die Toiletten befinden sich nun an einem prominenten Platz an der Promenade. Somit sollen diese auch entsprechend ausgestattet sein."
Dass Strobl eine neue öffentliche Toilette braucht, darüber sind sich alle Fraktionen einig. Die bestehende beim Gemeindeamt sei in die Jahre gekommen, nicht ausreichend barrierefrei und wie Bürgermeister Josef Weikinger sagt, "eines Tourismusorts nicht würdig". Das Gemeindezentrum wird ab Herbst komplett umgebaut. Das Projekt hat sich nun um mehr als ein Jahr verzögert und soll etwa 2,5 Millionen Euro netto kosten. Die Bauzeit beträgt eineinhalb Jahre. Für diese Zeit zieht das Gemeindeamt in die Deutschvilla. Aus Platzgründen muss das öffentliche WC weichen und wandert langfristig an die Seepromenade. Dort soll die Anlage im Sommer 2023 mit sechs Toiletten für Damen, zwei Kabinen und sechs Pissoirs für Herren sowie einem barrierefreien WC und einem Wickeltisch in Betrieb gehen. Ein Teil davon ist allerdings nur bei Veranstaltungen geöffnet.[1]
2013: Eine Toilette um 53.000 Euro
In Saalfelden am Steinernen Meer ging im Oktober 2013 eine öffentliche Toilette bei der Post in Betrieb. Es handelte sich dabei um ein selbstreinigendes Klo, das 53.000 Euro gekostet hatte.
Vandalen hatten immer wieder die frühere öffentliche Toilette verwüstet. Sie war außerdem "zum Fürchten" und "selbst zum Reinigen konnte man da keinen mehr reinschieben" so Kurt Binder vom für die Toilette zuständigen Wirtschaftshof der Stadtgemeinde im Gespräch mit den "Pinzgauer Nachrichten"[2].
Das neue "Häusl" spielt jetzt alle Stückerl − Selbstreinigung mit Hochdruck, Dampf und Hygienemittel. Und − es schmeißt automatisch "Langsitzer" raus. Wer sein Geschäft erledigen will, zahlt 50 Cents. Danach ist das Klo für 45 Sekunden für die Selbstreinigung geschlossen. Wer länger als 30 Minuten braucht, wird "verabschiedet": die Türe öffnet sich dann automatisch.
2010: 390.000-Euro-Toilette bei Busterminal
Im Zuge der Neugestaltung des Busterminals Salzburg Süd in der Stadt Salzburg in Nonntal wurden auch die Toilettenanlagen neu errichtet − um 390.000 Euro. Die rund 100 Quadratmeter Nutzfläche des luxuriösen Toilettenhäuschens bieten aber auch eine Fußbodenheizung und ein Lüftungssystem. Und natürlich sechs Pissoirs und zehn Toiletten, dazu Nebenräume und ein Vordach, wenn es regnet.[3]
Trotz der hohen Kosten seien aber die Frauen benachteiligt, wie Bürgerlistengemeinderätin Barbara Sieberth heftig kritisierte. Beim Busterminal stehen sechs Frauentoiletten drei Toiletten und sechs Pissoirs für die Männer gegenüber[4].
Quellen
- ↑ www.sn.at, 11. Mai 2023
- ↑ "Salzburger Woche", Ausgabe "Pinzgauer Nachrichten", 9. Oktober 2013
- ↑ Quelle sbgv1.orf.at
- ↑ Quelle derstandard.at