Sumpf-Siegwurz: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Sumpf-Siegwurz ist in Salzburg als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste 1) eingestuft. Der Hauptgrund dafür liegt im Verlust und in der Veränderung ihrer Lebensräume (insbesondere Umwandlung von extensiv bewirtschafteten [[Streuwiesen]] in Intensivgrünland oder Fichtenforste, Nutzungsaufgabe und anschließende Verbrachung und Verbuschung der letzten verbliebenen Standorte). Nur durch gezielte, fachlich fundierte Pflegemaßnahmen, wie sie beispielsweise die Biotopschutzgruppe [[Halm]] seit vielen Jahren durchführt, ist eine positive Bestandesentwicklung möglich.
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Die Sumpf-Siegwurz ist in Salzburg als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste 1) eingestuft. Der Hauptgrund dafür liegt im Verlust und in der Veränderung ihrer Lebensräume (insbesondere Umwandlung von extensiv bewirtschafteten [[Streuwiese]]n in Intensivgrünland oder Fichtenforste, Nutzungsaufgabe und anschließende Verbrachung und Verbuschung der letzten verbliebenen Standorte). Nur durch gezielte, fachlich fundierte Pflegemaßnahmen, wie sie beispielsweise die Biotopschutzgruppe [[Halm]] seit vielen Jahren durchführt, ist eine positive Bestandesentwicklung möglich.
  
  

Version vom 14. Mai 2016, 08:51 Uhr

Sumpf-Siegwurz (Gladiolus palustris). Foto: Claudia Arming

Die Sumpf-Siegwurz oder Sumpf-Gladiole (Gladiolus palustris) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Gladiolen (Gladiolus) innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae).

Beschreibung

Die Sumpf-Siegwurz ist eine ausdauernde, bis 80 cm (selten bis 95 cm) hohe Pflanze. Als Überdauerungs- bzw. Speicherorgan fungiert eine bis 2,5 cm lange Sprossknolle, die von einer derben Knollenhülle umschlossen wird, deren Fasern im oberen Teil netzartig untereinander verbundenen sind. Die Sprossknolle wird jedes Jahr neu gebildet, wobei die alte Knolle unter der neuen noch lange erhalten bleibt. Im Frühjahr erscheinen 2-3 schwertförmige, bis 40 cm lange und 0,4-1,0 cm (selten bis 1,9 cm) breite Blätter. Die Blütezeit fällt in die Monate Juni und Juli. Die Blüten sind am oberen Abschnitt des aufrechten Blütenstängels in einer einseitswendigen Ähre angeordnet und entspringen aus der Achsel eines bis 2,5 cm langen Tragblattes. Zwischen Blüte und Abstammungsachse ist ein Vorblatt eingeschaltet, das stets kleiner ist als das Tragblatt. Pro Blütenstand werden 2-8 (selten 9) nickende Blüten gebildet, die von unten nach oben aufblühen, wobei nie mehr als 4 gleichzeitig geöffnet sind. Die 6 Blütenhüllblätter sind 25-40 mm lang, am Grund zu einem gebogenen Trichter verwachsen und etwas unregelmäßig zweilippig. Sie besitzen eine leuchtend purpurrote Grundfarbe (es treten fallweise auch lila Varianten auf, siehe Detailfoto links), wobei die unteren Blütenhüllblätter innen einen weißen, dunkelrot umrandeten Längsstreifen aufweisen (Anlockung und Orientierungshilfe für Bestäuber). Die Bestäubung erfolgt üblicherweise durch Hummeln; auch eine Selbstbestäubung ist möglich. Die Samenreife tritt im August/September ein. Als Frucht wird eine etwa 14-16 mm lange, an der Spitze abgerundete, zur Reife dreilappig aufspringende Kapsel gebildet. Die ca. 5 mm großen, ringsum stark geflügelten und gut schwimmfähigen Samen werden durch Stoß- bzw. Schüttelausbreitung entlassen.

Standorte

Als Standorte werden grasreiche Schneeheide-Kiefernwälder (vermutlich der ursprüngliche Lebensraum), Pfeifengras-Streuwiesen, Kalk-Flachmoore und Kalk-Halbtrockenrasen genannt.

Verbreitung im Bundesland Salzburg

Vorkommen im nördlichen Flachgau bei Holzhausen und im Pinzgauer Saalachtal bei Lofer sind seit Langem erloschen. Die Art kommt im Bundesland Salzburg nur noch in kleinen, isolierten Restpopulationen im Vorfeld des Untersberges (in den Gemeinden Großgmain, Wals-Siezenheim, Grödig sowie im Süden der Stadt Salzburg) vor.

Gefährdung und Schutz

Die Sumpf-Siegwurz ist in Salzburg als „vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste 1) eingestuft. Der Hauptgrund dafür liegt im Verlust und in der Veränderung ihrer Lebensräume (insbesondere Umwandlung von extensiv bewirtschafteten Streuwiesen in Intensivgrünland oder Fichtenforste, Nutzungsaufgabe und anschließende Verbrachung und Verbuschung der letzten verbliebenen Standorte). Nur durch gezielte, fachlich fundierte Pflegemaßnahmen, wie sie beispielsweise die Biotopschutzgruppe Halm seit vielen Jahren durchführt, ist eine positive Bestandesentwicklung möglich.