Ladübertragen: Unterschied zwischen den Versionen
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Beim Ladübertragen handelt es sich um einen uralten Brauch, bei dem eine Truhe vom alten zum neuen Bürgermeister übertragen wird. Früher befanden sich in dieser Lade wichtige Schriften, Urkunden und Bücher sowie die Gemeindekassa. Da es damals noch kein Gemeindeamt gab, wurden diese Dinge vom Bürgermeister in der Truhe aufbewahrt. Da das heute nicht mehr der Fall ist, befinden sich nun Anliegen von Vereinen und Brauchtumsgruppen in der Lade, die zum Amtswechsel an das neue Gemeindeoberhaupt gerichtet werden. Diese Tradition wird nur noch in der Gemeinde Ramingstein aufrechterhalten. Dabei wird die Truhe vom Haus des alten zur Liegenschaft des neuen Bürgermeisters gebracht. 2004 nahmen 28 Gruppen teil, die dort zur Ehre des neuen Gemeindeoberhauptes Darbietungen verschiedenster Art zum Besten geben. | Beim Ladübertragen handelt es sich um einen uralten Brauch, bei dem eine Truhe vom alten zum neuen Bürgermeister übertragen wird. Früher befanden sich in dieser Lade wichtige Schriften, Urkunden und Bücher sowie die Gemeindekassa. Da es damals noch kein Gemeindeamt gab, wurden diese Dinge vom Bürgermeister in der Truhe aufbewahrt. Da das heute nicht mehr der Fall ist, befinden sich nun Anliegen von Vereinen und Brauchtumsgruppen in der Lade, die zum Amtswechsel an das neue Gemeindeoberhaupt gerichtet werden. Diese Tradition wird nur noch in der Gemeinde Ramingstein aufrechterhalten. Dabei wird die Truhe vom Haus des alten zur Liegenschaft des neuen Bürgermeisters gebracht. 2004 nahmen 28 Gruppen teil, die dort zur Ehre des neuen Gemeindeoberhauptes Darbietungen verschiedenster Art zum Besten geben. | ||
| − | Wichtiger Bestandteil der Ladübertragung ist das "Beschlagen" des Bürgermeisters. Dabei wird ein Hufeisen mit drei Nägeln - sie repräsentieren die drei Katastralgemeinden Ramingstein, [[Mitterberg]] und [[Mignitz]] - an der Schuhsohle befestigt. So soll das neue Oberhaupt einen guten Stand für seine Amtszeit haben. Daraufhin wird der Schlüssel übergeben und die Truhe in das Haus getragen. Der Festzug begibt sich zum Dorfplatz, wo der Umzug endet. Anschließend werden die Mitwirkenden vom Bürgermeister zu Speise und Trank eingeladen. Anlässlich des Ladübertragens erscheint auch die Zeitschrift "Kiebitz", worin die "Untaten" der Ramingsteiner Gemeindebürger während der letzten Jahre in humorvoller Art auf das Korn genommen werden. | + | Wichtiger Bestandteil der Ladübertragung ist das "Beschlagen" des Bürgermeisters. Dabei wird ein Hufeisen mit drei Nägeln - sie repräsentieren die drei Katastralgemeinden Ramingstein, [[Mitterberg (Ramingstein)|Mitterberg]] und [[Mignitz]] - an der Schuhsohle befestigt. So soll das neue Oberhaupt einen guten Stand für seine Amtszeit haben. Daraufhin wird der Schlüssel übergeben und die Truhe in das Haus getragen. Der Festzug begibt sich zum Dorfplatz, wo der Umzug endet. Anschließend werden die Mitwirkenden vom Bürgermeister zu Speise und Trank eingeladen. Anlässlich des Ladübertragens erscheint auch die Zeitschrift "Kiebitz", worin die "Untaten" der Ramingsteiner Gemeindebürger während der letzten Jahre in humorvoller Art auf das Korn genommen werden. |
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Version vom 28. Februar 2011, 15:12 Uhr
Das Ladübertragen ist ein alter Ramingsteiner Brauch.
Allgemeines
Das Ladübertragen wird in der Lungauer Gemeinde Ramingstein immer dann gefeiert, wenn ein Bürgermeisterwechsel stattfindet. Zuletzt fand es am 25. September 2004 statt, als der ausgehende ÖVP-Bürgermeister Johann Bogensberger an seinen SPÖ-Nachfolger Franz Winkler übergab.
Beim Ladübertragen handelt es sich um einen uralten Brauch, bei dem eine Truhe vom alten zum neuen Bürgermeister übertragen wird. Früher befanden sich in dieser Lade wichtige Schriften, Urkunden und Bücher sowie die Gemeindekassa. Da es damals noch kein Gemeindeamt gab, wurden diese Dinge vom Bürgermeister in der Truhe aufbewahrt. Da das heute nicht mehr der Fall ist, befinden sich nun Anliegen von Vereinen und Brauchtumsgruppen in der Lade, die zum Amtswechsel an das neue Gemeindeoberhaupt gerichtet werden. Diese Tradition wird nur noch in der Gemeinde Ramingstein aufrechterhalten. Dabei wird die Truhe vom Haus des alten zur Liegenschaft des neuen Bürgermeisters gebracht. 2004 nahmen 28 Gruppen teil, die dort zur Ehre des neuen Gemeindeoberhauptes Darbietungen verschiedenster Art zum Besten geben.
Wichtiger Bestandteil der Ladübertragung ist das "Beschlagen" des Bürgermeisters. Dabei wird ein Hufeisen mit drei Nägeln - sie repräsentieren die drei Katastralgemeinden Ramingstein, Mitterberg und Mignitz - an der Schuhsohle befestigt. So soll das neue Oberhaupt einen guten Stand für seine Amtszeit haben. Daraufhin wird der Schlüssel übergeben und die Truhe in das Haus getragen. Der Festzug begibt sich zum Dorfplatz, wo der Umzug endet. Anschließend werden die Mitwirkenden vom Bürgermeister zu Speise und Trank eingeladen. Anlässlich des Ladübertragens erscheint auch die Zeitschrift "Kiebitz", worin die "Untaten" der Ramingsteiner Gemeindebürger während der letzten Jahre in humorvoller Art auf das Korn genommen werden.
Quelle
- Salzburger Nachrichten