Südtiroler-Siedlung Liefering: Unterschied zwischen den Versionen
K (+ Kategorie(n)) |
(ergänzt) |
||
| Zeile 10: | Zeile 10: | ||
Die Siedlung sei mit einfachen Materialien und kleinen Grundrissen (31 bis 51 m²) gebaut worden. Die Wohnungen seien nicht barrierefrei, die Energiekennziffern seien schlecht. Es gibt dezentrale Heizungssysteme, von Holzöfen über Ölöfen bis zu Gasthermen. | Die Siedlung sei mit einfachen Materialien und kleinen Grundrissen (31 bis 51 m²) gebaut worden. Die Wohnungen seien nicht barrierefrei, die Energiekennziffern seien schlecht. Es gibt dezentrale Heizungssysteme, von Holzöfen über Ölöfen bis zu Gasthermen. | ||
| − | Die Buwog | + | Die Buwog bot allen Mietern an, nach der geplanten Fertigstellung des Quartiers im Jahr [[2027]] in den Neubau zurückzukehren, und wird bei der Suche nach einem Ersatzquartier behilflich sein. Die Übernahme des bestehenden Mietvertrags für die neue Wohnung sei jedoch nicht möglich. Die Liegenschaft unterliege dem Wohngemeinnützigkeitsgesetz. Die Buwog sei jedoch kein gemeinnütziges Unternehmen. Die derzeitige Miete liegt pro Quadratmeter bei fünf bis sechs Euro, in der neuen Siedlung werden es rund zehn Euro brutto sein. Die Betriebskosten werden jedoch sinken. |
| + | |||
| + | Ein Absatz im jüngsten Schreiben der Buwog Group GmbH an die Mieter im Februar 2023 lässt in der Südtiroler-Siedlung in Liefering die Alarmglocken schrillen. Verwunderung herrscht darüber auch in der Stadtpolitik und beim Salzburger Mieterschutzverband. Wie mehrfach in den "[[Salzburger Nachrichten]]" berichtet, will das ehemals gemeinnützige und seit 2018 gewinnorientierte Immobilienunternehmen die [[1939]] errichtete Siedlung abreißen und neu bauen. Lediglich 20 der 107 Bewohner haben sich bisher mit der Buwog geeinigt und werden vorzeitig ausziehen. Alle Bewohner haben unbefristete Mietverträge. Diese können nur bei Vorliegen der im Mietrechtsgesetz genannten Gründe gekündigt werden. Einer dieser Gründe ist ein von der Bezirksverwaltungsbehörde erlassener Interessenbescheid. Genau einen solchen Bescheid strebt die Buwog nun an. Das teilt sie den Mietern in dem Schreiben mit. Vereinfacht gesagt will die Buwog erreichen, dass die Bezirksverwaltungsbehörde mit Bescheid feststellt, dass ein Neubau im öffentlichen Interesse liegt. Ein rechtskräftiger Interessenbescheid ermöglicht es der Buwog, die unbefristeten Mietverträge gerichtlich aufzukündigen. Die Buwog müsste den Altmietern in diesem Fall eine adäquate Ersatzwohnung beschaffen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/nach-buwog-schreiben-erneut-aufregung-um-suedtiroler-siedlung-in-salzburg-liefering-134330134 www.sn.at], 21. Februar 2023</ref> | ||
== Weblink == | == Weblink == | ||
Version vom 21. Februar 2023, 11:34 Uhr
Die Südtiroler-Siedlung Liefering ist eine der Südtiroler-Siedlungen im Bundesland Salzburg.
Beschreibung
Die Südtiroler-Siedlung Liefering befindet sich in der Stadt Salzburg im Stadtteil Liefering-Lehenau. Das 28 000 Quadratmeter große Areal erstreckt sich zwischen Buchenländerstraße, Banaterstraße, Bessarabierstraße, Gottscheerstraße und Siebenbürgerstraße.
Die 83 Jahre alte Wohnanlage wird durch Neubauten ersetzt. Dies wurde den Bewohnern am 3. März 2022 mitgeteilt. Die Buwog, der die Siedlung seit 1972 gehört, hat entschieden, die Häuser Anfang 2024 abzureißen und ab 2025 Neubauten mit geförderten und frei finanzierten Mietwohnungen zu errichten. Die 1939 während des Zweiten Weltkriegs als Volkswohnanlage errichtete Siedlung ist am Ende des Lebenszyklus angelangt. Mehr als die Hälfte der 220 Wohnungen steht leer.
Die Siedlung sei mit einfachen Materialien und kleinen Grundrissen (31 bis 51 m²) gebaut worden. Die Wohnungen seien nicht barrierefrei, die Energiekennziffern seien schlecht. Es gibt dezentrale Heizungssysteme, von Holzöfen über Ölöfen bis zu Gasthermen.
Die Buwog bot allen Mietern an, nach der geplanten Fertigstellung des Quartiers im Jahr 2027 in den Neubau zurückzukehren, und wird bei der Suche nach einem Ersatzquartier behilflich sein. Die Übernahme des bestehenden Mietvertrags für die neue Wohnung sei jedoch nicht möglich. Die Liegenschaft unterliege dem Wohngemeinnützigkeitsgesetz. Die Buwog sei jedoch kein gemeinnütziges Unternehmen. Die derzeitige Miete liegt pro Quadratmeter bei fünf bis sechs Euro, in der neuen Siedlung werden es rund zehn Euro brutto sein. Die Betriebskosten werden jedoch sinken.
Ein Absatz im jüngsten Schreiben der Buwog Group GmbH an die Mieter im Februar 2023 lässt in der Südtiroler-Siedlung in Liefering die Alarmglocken schrillen. Verwunderung herrscht darüber auch in der Stadtpolitik und beim Salzburger Mieterschutzverband. Wie mehrfach in den "Salzburger Nachrichten" berichtet, will das ehemals gemeinnützige und seit 2018 gewinnorientierte Immobilienunternehmen die 1939 errichtete Siedlung abreißen und neu bauen. Lediglich 20 der 107 Bewohner haben sich bisher mit der Buwog geeinigt und werden vorzeitig ausziehen. Alle Bewohner haben unbefristete Mietverträge. Diese können nur bei Vorliegen der im Mietrechtsgesetz genannten Gründe gekündigt werden. Einer dieser Gründe ist ein von der Bezirksverwaltungsbehörde erlassener Interessenbescheid. Genau einen solchen Bescheid strebt die Buwog nun an. Das teilt sie den Mietern in dem Schreiben mit. Vereinfacht gesagt will die Buwog erreichen, dass die Bezirksverwaltungsbehörde mit Bescheid feststellt, dass ein Neubau im öffentlichen Interesse liegt. Ein rechtskräftiger Interessenbescheid ermöglicht es der Buwog, die unbefristeten Mietverträge gerichtlich aufzukündigen. Die Buwog müsste den Altmietern in diesem Fall eine adäquate Ersatzwohnung beschaffen.[1]
Weblink
- Lage auf www.openstreetmap.org
Quelle
- "Salzburger Nachrichten", 4. März 2022