Widerbart: Unterschied zwischen den Versionen

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== Vorkommen im Bundesland Salzburg==
== Vorkommen im Bundesland Salzburg==


Schon in der Vergangenheit galt die Pflanze als extrem selten. Der bekannte salzburger Botaniker [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]] schreibt noch im Jahr [[1864]] in den "''Beiträgen zur Flora Salzburgs und Ober-Oesterreichs''":<ref>Anton Eleutherius Sauter (1864): Beiträge zur Flora Salzburgs und Ober-Oesterreichs. – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien – 14: 93 - 98.</ref>
Schon in der Vergangenheit galt die Pflanze als extrem selten. Der bekannte Salzburger Botaniker [[Anton Sauter (Botaniker)|Anton Sauter]] schreibt noch im Jahr [[1864]] in den "Beiträgen zur Flora Salzburgs und Ober-Oesterreichs":<ref>Anton Eleutherius Sauter (1864): Beiträge zur Flora Salzburgs und Ober-Oesterreichs. – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien – 14: 93–98.</ref>


<blockquote>Anacamptis pyramidalis und Epipogium Gmelini scheinen im Herzogthume Salzburg zu fehlen.</blockquote>
<blockquote>Anacamptis pyramidalis und Epipogium Gmelini scheinen im Herzogthume Salzburg zu fehlen.</blockquote>


(''Epipogium Gmelini'' war der damalige wissenschaftliche Name.) Zwei Jahre später im Jahr [[1866]] erwähnt Sauter dann in seiner "''Flora des Herzogtums Salzburg''":<ref>Anton Eleutherius Sauter (1866): Flora des Herzogthums Salzburg. – Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde – 6: 169 - 234.</ref>
(''Epipogium Gmelini'' war der damalige wissenschaftliche Name.) Zwei Jahre später im Jahr [[1866]] erwähnt Sauter dann in seiner "Flora des [[Herzogtum Salzburg|Herzogtums Salzburg]]":<ref>Anton Eleutherius Sauter (1866): Flora des Herzogthums Salzburg. – [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde|Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] – 6: 169–234.</ref>


<blockquote>Dr. Dietrich aus Prag fand am [[Gaisberg_(Berg)|Gaisberge]] das sehr seltene Epipogium.</blockquote>
<blockquote>Dr. Dietrich aus Prag fand am [[Gaisberg_(Berg)|Gaisberge]] das sehr seltene Epipogium.</blockquote>
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Die Ausgabe der Österreichischen Botanischen Zeitschrift von [[1858]] erwähnt auch einen Fund am [[Kapuzinerberg]] durch einen Prof. Döttl.<ref>Oesterreichische botanische Zeitschrift. Vol. 42, A. Skofitz, 1858</ref>
Die Ausgabe der Österreichischen Botanischen Zeitschrift von [[1858]] erwähnt auch einen Fund am [[Kapuzinerberg]] durch einen Prof. Döttl.<ref>Oesterreichische botanische Zeitschrift. Vol. 42, A. Skofitz, 1858</ref>


Heute sind die möglichen Standorte für den Widerbart sehr eingeschränkt, da es nicht mehr viele Wälder mit altem Baumbestand und Totholz gibt. Ein Bericht des [[Haus der Natur]] aus dem Jahr 2019 erwähnt Sichtungen auf dem [[Lidaunberg]] in [[Faistenau]], im [[Hinterthal]] bei [[Maria Alm]], auf dem Weg zur Samalm in [[Krimml]], zur Igltalalm im [[Großarltal]] und in der Nähe des Ennslehen im [[Ennstal]].<ref>Georg Pflugbeil, Peter Pilsl, Susanne Popp-Kohlweiss (2019): Dactylis polygama, Hippophaë rhamnoides
Heute sind die möglichen Standorte für den Widerbart sehr eingeschränkt, da es nicht mehr viele Wälder mit altem Baumbestand und Totholz gibt. Ein Bericht des [[Haus der Natur]] aus dem Jahr 2019 erwähnt Sichtungen auf dem [[Lidaunberg]] in [[Faistenau]], im [[Hinterthal]] in [[Maria Alm]], auf dem Weg zur Samalm in [[Krimml]], zur Igltalalm im [[Großarltal]] und in der Nähe des Ennslehens im [[Ennstal]].<ref>Georg Pflugbeil, Peter Pilsl, Susanne Popp-Kohlweiss (2019): Dactylis polygama, Hippophaë rhamnoides ssp. fluviatilis, Phyteuma ovatum, Rosa sherardii und Trifolium thalii: Neu bzw.
ssp. fluviatilis, Phyteuma ovatum, Rosa
wiederentdeckt im Bundesland Salzburg, sowie weitere Besonderheiten der indigenen Flora - Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg – 25: 71–93.</ref>
sherardii und Trifolium thalii: Neu bzw.
wiederentdeckt im Bundesland
Salzburg, sowie weitere Besonderheiten
der indigenen Flora - Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg – 25: 71 - 93.</ref>


An dem am nächsten zur [[Stadt Salzburg]] gelegenen Standort am Lidaun blühen unregelmäßig, im Abstand von mehreren Jahren, wenige Einzelpflanzen, so zum Beispiel zuletzt im Jahr 2023.
An dem am nächsten zur Stadt Salzburg gelegenen Standort am Lidaun blühen unregelmäßig, im Abstand von mehreren Jahren, wenige Einzelpflanzen, so zum Beispiel zuletzt im Jahr 2023.


== Quelle ==
== Quelle ==
*{{Wikipedia-de|Blattloser Widerbart}}
*{{Wikipedia-de|Blattloser Widerbart}}
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references/>
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Aktuelle Version vom 25. März 2026, 17:29 Uhr

Widerbart
Widerbart am Lidaunberg
Basisdaten
Lateinischer Name: Epipogium aphyllum
Familie: Orchidaceae
Volksnamen: Widerbart, Ohnblatt
Blätter: Fehlend
Blüten: Weiß-Gelb
Blütezeit: August, September

Der Widerbart, manchmal auch Ohnblatt genannt, wissenschaftlich Epipogium aphyllum, ist eine sehr seltene Orchideenart.

Allgemeines

Der Widerbart besitzt keine Blätter (und kein Chlorophyll) und benötigt auch kein Licht - er wächst in Wäldern mit altem Baumbestand und viel Totholz, an dunklen Stellen ohne Konkurrenzpflanzen. Sämtliche Nährstoffe werden von Bodenpilzen bezogen. Die Blütezeit ist im Spätsommer, wobei eine Pflanze oft mehrere Jahre komplett unterirdisch lebt bevor sie wieder eine kleine gelblich weiße Blüte erzeugt.

Vorkommen im Bundesland Salzburg

Schon in der Vergangenheit galt die Pflanze als extrem selten. Der bekannte Salzburger Botaniker Anton Sauter schreibt noch im Jahr 1864 in den "Beiträgen zur Flora Salzburgs und Ober-Oesterreichs":[1]

Anacamptis pyramidalis und Epipogium Gmelini scheinen im Herzogthume Salzburg zu fehlen.

(Epipogium Gmelini war der damalige wissenschaftliche Name.) Zwei Jahre später im Jahr 1866 erwähnt Sauter dann in seiner "Flora des Herzogtums Salzburg":[2]

Dr. Dietrich aus Prag fand am Gaisberge das sehr seltene Epipogium.

Die Ausgabe der Österreichischen Botanischen Zeitschrift von 1858 erwähnt auch einen Fund am Kapuzinerberg durch einen Prof. Döttl.[3]

Heute sind die möglichen Standorte für den Widerbart sehr eingeschränkt, da es nicht mehr viele Wälder mit altem Baumbestand und Totholz gibt. Ein Bericht des Haus der Natur aus dem Jahr 2019 erwähnt Sichtungen auf dem Lidaunberg in Faistenau, im Hinterthal in Maria Alm, auf dem Weg zur Samalm in Krimml, zur Igltalalm im Großarltal und in der Nähe des Ennslehens im Ennstal.[4]

An dem am nächsten zur Stadt Salzburg gelegenen Standort am Lidaun blühen unregelmäßig, im Abstand von mehreren Jahren, wenige Einzelpflanzen, so zum Beispiel zuletzt im Jahr 2023.

Quelle

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Widerbart"

Einzelnachweise

  1. Anton Eleutherius Sauter (1864): Beiträge zur Flora Salzburgs und Ober-Oesterreichs. – Verhandlungen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien – 14: 93–98.
  2. Anton Eleutherius Sauter (1866): Flora des Herzogthums Salzburg. – Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde – 6: 169–234.
  3. Oesterreichische botanische Zeitschrift. Vol. 42, A. Skofitz, 1858
  4. Georg Pflugbeil, Peter Pilsl, Susanne Popp-Kohlweiss (2019): Dactylis polygama, Hippophaë rhamnoides ssp. fluviatilis, Phyteuma ovatum, Rosa sherardii und Trifolium thalii: Neu bzw. wiederentdeckt im Bundesland Salzburg, sowie weitere Besonderheiten der indigenen Flora - Mitteilungen aus dem Haus der Natur Salzburg – 25: 71–93.