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| | Der '''Eisenhammer Sinnhub''' war ein [[Hammerwerk]] zur Herstellung von Eisenwaren in der [[Riedenburg]] in der [[Stadt Salzburg]]. | | Der '''Eisenhammer Sinnhub''' war ein [[Hammerwerk]] zur Herstellung von Eisenwaren in der [[Riedenburg]] in der [[Stadt Salzburg]]. |
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| − | == Geschichte == | + | ==Geschichte== |
| − | Vor dem Jahre 1500 stand an diesem Ort eine [[Pulverstampf]].
| + | Der Eisenhammer ging aus einer 1591 erbauten Hammermühle hervor, die 1622 zur Gipsmühle umgestaltet wurde. 1668 schließlich entstand am Sinnhubarm des Almkanales für Jakob [[Sinnhuber]] dann ein Drahtzug, das Hammerwerk und auch eine Schlosserei mit insgesamt drei Gängen (also Mühlrädern). Dieses Hammerwerk wurde meist kurz "Eisenhammer Sinnhub" genannt und hatte bis 1862 Bestand. Die lezte Erbin der Sinnhuber war 1745 aber die Tochter von Josef Sinnhuber, die damals die Gattin des Thaddäus Loes war. Über Erben und Weiterveräußerungen ging das Werk schließlich an die Familie [[Gschnitzer]] über. 1862 erwarb Bürgermeister Matthias Gschnitzer diese Mühle um hier mit Hilfe der mit erworbenen Wasserrechte eine Kunstwollspinnerei neu zu errichten. |
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| − | [[1591]] erhielt [[Nikolaus Sinnhuber]]<ref>[[Benedikt Pillwein]], ''Der Salzburgerkreis'', Seite 336</ref>, ein Drahtzieher aus der [[Gemeinde Gnigl]], von [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] die Bewilligung, südwestlich des ''Ofenlochbergs'' (heute [[Rainberg]]) am [[Neutorarm]] des [[Müllner Arm]]s des [[Almkanal]]s ein Hammerwerk zu errichten und zu betreiben.
| + | ==Literatur== |
| − | | + | Heinz Klachl: Der Almkanal, seine Nutzung einst und jetzt, Eigenverlag, Salzburg, 2002 |
| − | [[1707]] ging das Hammerwerk an den Sohn Josef Sinnhuber über und [[1745]] an dessen Tochter Ursula, die seit 1738 mit Simon Thaddäus Loes verheiratet war. 1808 verkauften die vier Loes'schen Erben den Besitz.
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| − | Um [[1808]] bis um [[1829]] war das Hammerwerk in Besitz des Kaufmanns [[Franz Xaver Mangin]] (Mangin'sche Eisenfabrik).<ref>[https://books.google.at/books?id=DGhOAAAAcAAJ&pg=PA271&dq=Mangin+Riedenburg Benedikt Pillweil], ''"Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer theils verstorbener theils lebender Künstler"'', 1821, Seite 271</ref><ref>[https://books.google.at/books?id=bG8xAQAAIAAJ&pg=PA132&dq=Mangin+Riedenburg Rudolph von Jenny], ''"Handbuch für Reisende in dem österreichischen Kaiserstaate"'', 1821, Seite 132</ref>. Von Anton Zillner<ref>[https://de.wikisource.org/wiki/BLK%C3%96:Zillner,_Anton wikisource.org/Zillner, Anton]</ref> aus Mülln wurde 1808 beim unterschlächtigen Wasserrad die Ankröpfungsmethode eingeführt, wodurch ein doppeltes Messingstreckwerk mit Walzen neu erbaut werden konnte.<ref>[https://books.google.at/books?id=46lBAAAAcAAJ&pg=PA26&dq=Mangin+Riedenburg Wochenblatt des Landwirtschaftlichen Vereins in Bayern, Band 6, 1815]</ref>
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| − | [[1835]] bis um [[1853]] war es die "Eisen-, Sensen- und Drahtfabrik der Gebrüder Dinkelacker" (Karl und Wilhelm).<ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18410524&query=%22Dinkelacker%22+%22sensen%22&seite=10 ANNO], Wiener Zeitung, 24. Mai 1841, Seite 10</ref><ref>[http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18410726&query=%22Dinkelacker%22+%22sensen%22&seite=13 ANNO], Wiener Zeitung, 26. Juli 1841, Seite 13</ref>
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| − | Um [[1854]] war das Eisenwerk in ''Sinnhueb'' im Besitz von [[Heinrich Mitterbacher]].
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| − | == Beschreibung ==
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| − | [[1862]]–[[1863]] wurde das Hammerwerk in [[Sinnhub (Salzburg)|Sinnhub]]<ref>Der Name ''Sinnhub'' hatte sich als [[Flurname|Flurbezeichnung]] auf die dortige Örtlichkeit in der [[Riedenburg]] übertragen und wurde später auf die von dort abgehende Straße zurück nach [[Nonntal]], die [[Sinnhubstraße]] übertragen.</ref> über [[Josef Horner]]'s Kanzlei verkauft.
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| − | Zum Eisenhammer Sinnhub, auch Drahtfabrik Riedenburg genannt, gehörten die Häuser Nr. 34, 35 und 36, sowie ein Grundbesitz von etwa 24 Joch<ref>Umrechnung: 1 Joch = 5 754,642 m²</ref> das entsprach etwa 138 000 Quadratmetern. Die Wasserkraft war stetig und gleichmäßig 42 Pferdestärken stark.
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| − | Das Hammerwerk umfasste folgende Objekte:
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| − | # Das Hammergebäude mit sieben Hämmern, sechs Wasserrädern und sonstigen Fundus, ferner ein Gebläse in einem eigenen Anbau. Der Dachstahl war mit Dach-Filz gedeckt.
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| − | # Die Zeug-Schmiede mit zwei Hämmern, Blasbalg und Wasserrädern, mit dem Rechte, für die Arbeiter auskochen und ausschenken zu dürfen.
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| − | # Die Dreherei mit Drehbank und Bohrmaschinen, sowie einer damit verbundenen Kreissäge, zwei [[Alte_Ma%C3%9Fe_und_Gewichte_(Salzburg)#Zoll_.28Salzburger.29|Zoll]] im Durchmesser.
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| − | # Die Schleiferei mit ein Wasserrad und zwei großen Schleifsteinen.
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| − | # Den Kolben-Stadel.
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| − | # Das Gesellenhaus (für die ledigen Arbeiter) einstöckig, mit sieben heizbaren Zimmern und Waschküche.
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| − | # Den Zimmerstadel mit Zeug-Kammer. Ebenerdig befinden sich abgeteilte Magazine, ober diesen zwei sehr große Böden.
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| − | # Das Gesellenhaus (für die verheirateten Arbeiter) zwei Stock hoch mit vollständigen Wohnungen für sechs Familien.
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| − | # Ein Häuschen, einstöckig, mit einem Zimmer, das sogenannte Uhr-Stöckl.
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| − | # Das Wohnhaus mit Ziegeln gedeckt samt circa ¾ Joch haltendem Zier-, Gemüse- und Obstgarten (etwa 4 316 Quadratmeter). Es befanden sich: ebenerdig vier heizbare Zimmer mit Küche und Speis, im 1. Stocke fünf heizbare Zimmer, unterm Dach eine heizbare Dachstube.
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| − | Der Kaufschilling für das Hammerwerk ohne Wirtschaftsgut betrug 25.000 [[Gulden]] (österreichische Währung), wovon 15.000 Gulden sogleich bezahlt werden müssten, der Rest blieb gegen halbjährige Aufkündung liegen. Sämtliche Gewerbe-Utensilien, Handwerkszeuge, Holz-, Eisen- und dergleichen Vorräte waren gesondert abzulösen.
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| − | == Quellen ==
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| − | * [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18621111&query=%22Riedenburg%22+%22Sinnhub%22&seite=4 [[ANNO]], [[Salzburger Zeitung]], 11. November 1862]
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| − | * [https://www.zobodat.at/pdf/MGSL_95_0001-0049.pdf [[Andreas Mudrich]]], ''Die Riedenburg'', ''Ergänzung der Häuserchronik'', Seite 38 f, sowie ''Genealogischer Anhang'', ''Familie Sinnhuber-Loes'', [[MGSLK]] 95, 1955]
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| − | ==== Einzelnachweise ====
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| − | <references/>
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| | [[Kategorie:Wirtschaft]] | | [[Kategorie:Wirtschaft]] |
Der Eisenhammer Sinnhub war ein Hammerwerk zur Herstellung von Eisenwaren in der Riedenburg in der Stadt Salzburg.
Geschichte
Der Eisenhammer ging aus einer 1591 erbauten Hammermühle hervor, die 1622 zur Gipsmühle umgestaltet wurde. 1668 schließlich entstand am Sinnhubarm des Almkanales für Jakob Sinnhuber dann ein Drahtzug, das Hammerwerk und auch eine Schlosserei mit insgesamt drei Gängen (also Mühlrädern). Dieses Hammerwerk wurde meist kurz "Eisenhammer Sinnhub" genannt und hatte bis 1862 Bestand. Die lezte Erbin der Sinnhuber war 1745 aber die Tochter von Josef Sinnhuber, die damals die Gattin des Thaddäus Loes war. Über Erben und Weiterveräußerungen ging das Werk schließlich an die Familie Gschnitzer über. 1862 erwarb Bürgermeister Matthias Gschnitzer diese Mühle um hier mit Hilfe der mit erworbenen Wasserrechte eine Kunstwollspinnerei neu zu errichten.
Literatur
Heinz Klachl: Der Almkanal, seine Nutzung einst und jetzt, Eigenverlag, Salzburg, 2002