Filialkirche zum hl. Michael: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 1. April 2016, 17:12 Uhr

Datei:Kirche St Michael 01.jpg
St. Michaels Kirche Ansicht: Sud nach Nord
Innenaufnahme der St. Michaels Kirche
Der neue Volksaltar (2015)

Die Kirche zu Ehren des Erzengels Michael, die St. Michaels Kirche, ist die älteste Pfarrkirche der Altstadt der Stadt Salzburg.

Lage

Die St. Michaels Kirche befindet sich am Residenzplatz - Haus Nr.8 - unweit von Mozartplatz und Waagplatz.

Geschichte

Ihre Ursprünge reichen in die Zeit der Karolinger zurück. Die Kirche wurde neben der bayrischen Pfalz, dem herzoglichen Verwaltungssitz der Agilofinger, und dem ältesten Gerichtssitz der Stadt, damals allgemein Schranne genannt, errichtet. Noch vor 800 ist hier "an der Pforte" die älteste Kirche St. Michael nachgewiesen (813), die von Anbeginn eine Filialkirche von St. Peter war. Bis 1223 war die Michaels Kirche zugleich kaiserliche Pfalzkapelle und Pfarrkirche der Bürgerschaft.

So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge und hatte einen Zugang von der Pfalz, das untere Stockwerk war für die Bürger. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und bald auch des Gerichtssitzes lag das Kirchlein nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Auch löste die Marienkirche (heute Franziskanerkirche) und später der Dom die Michaels Kirche als Pfarrkirche ab.

1767 bis 1778 wurde diese Kirche im Auftrag von Abt Beda Seeauer erneut umgebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend neu ausgestaltet. Der heutige Marmorhochaltar mit dem Bildnis des heiligen Michael wurde 1770 verändert.

Zum Abschluss der Innenrestaurierung bekam die Michaels Kirche einen neuen Altar und ein neues Ambo. Am 28. September 2015 segnete Erzabt Korbinian Birnbacher OSB den neuen Ambo und weihte den neuen Altar. Dieser ist sehr transparent gestaltet und steht vor dem Hochaltar.

Weihnachtskrippe

Datei:Krippe Kirche St Michael 01.jpg
Krippe St. Michaels Kirche
Datei:Krippe Kirche St Michael 02.jpg
Krippe St. Michaels Kirche am 24.12.2015

Die Weihnachtskrippe in der St. Michaels Kirche oder Michaeli-Krippe zeigt den biblischen Jahreskreis mit Motiven und Panoramen der Stadt Salzburg. Die Krippe befindet sich unmittelbar der schweren Eingangstüre, rechts in einem Schaukasten hinter Glas. Es ist eine klassische Kastenkrippe. Die Panoramen dafür schuf Bruder Pius der Benediktiner-Erzabtei St. Peter. Die Figuren dazu, oft nur vier Zentimeter groß, schnitzte Josef Klampfer.

In den vielen Kirchen der Stadt Salzburg gibt es zahlreiche Krippen, manche noch größer und vielleicht auch prächtigere.

Das Besondere an der Krippe in der St. Michaels Kirche ist, dass die Weihnachtsgeschichte rund um die Geburt von Jesus en miniature auf dem wohlvertrautem Gelände des Stiftes von St. Peter gezeigt wird. Die Panoramen sind sehr wirklichkeitsnahe. In der Adventszeit kommen viele Salzburger, die Kleinen wie die Großen, immer wieder in die Stadt und suchen diese Krippe auf, in der Hoffnung, dass das Christuskind vielleicht doch schon früher in die Krippe eingezogen ist ... man weiß es ja nie genau oder eigentlich doch, dass das Christuskind kommt, stets am selben Tag zu selben Stunde. Am Weihnachtstag (Bild Nr.02) ist es immer da und in Scharen huldigen ihm die Hirten und Engeln. Ochs und Esel, und viele andere Tiere schauen zu, wie Josef und Maria andächtig das Jesu-Kind anbeten. Zuletzt erscheinen in dieser besonderen Szenerie noch die Heiligen drei Könige.

Kein Salzburger ist, wer dieses Ritual nicht schon seit seiner Kindheit miterlebt hat oder es nicht in dieser Form an seine Kinder und Enkeln weiter gibt. Der Besuch der Krippe in der St. Michaels Kirche ist ein fester Bestandteil im Advent. Als Stärkung für den Weg nach Hause gibt es für die großen und kleinen Salzburger dann heiße Maroni beim Stand am Alten Markt oder vom Salzburger Christkindlmarkt. Dort stehen die Marktkrippe oder die Krippen der Krippenbauvereine. Auch schön anzusehen, doch das sind die Krippen für die Touristen. Die Krippe in der Kirche St. Michael ist die unsere, nur die für Einheimische.

Osterkrippe

Datei:Osterkrippe Kirche St Michael 01.jpg
Osterkrippe St. Michaels Kirche
Datei:Osterkrippe Kirche St Michael 04.jpg
Osterkrippe St. Michaels Kirche

Die Osterkrippe in der St. Michaels Kirche zeigt die Passion von Jesus vor einer Altstadt-Szenerie, bestehend aus Festung Hohensalzburg, Glockenspiel, Stieglkeller und Dom.

Am Karfreitag befindet sich davor eine Kreuzigungsgruppe: Jesus am Kreuz, umgeben von drei Engeln, zwei unwürdigen Gefährten, sowie der klagenden Maria, Maria Magdalena und Johannes, seinem geliebten Jünger. Links steht ein Wachhäuschen, mit zwei Soldaten davor. Rechts steht eine Gruppe von Soldaten; ein Hauptmann, auf dem Pferd sitzen und zwei weitere Soldaten. Rechts dahinter vor dem Dom findet gerade ein Markt statt. Eine Bäuerin bietet Brot, Kartoffeln und Obst zum Kauf an und eine Bürgerin feilscht mit ihr über den Preis. Ein Kaufmann übergibt einer Bürgerin die soeben gekaufte Ware. Ein anderer Kaufmann führt ein Pferd herbei, dass mit lebenden Geflügel und vollen Taschen beladen ist. Die Menschen der Stadt bleiben unbeeindruckt von dem traurigen Geschehen davor.

Am Ostersonntag zeigt die Osterkrippe den lebendigen Jesus Christus, erhöht auf einem mit Lichtkugeln geschmückten Podest stehend vor einem prächtigen Strahlenkranz mit einem Chor von Engeln (Putti) darauf. Davor steht eine musizierende Gruppe von Engeln, einer singend, die anderen Geige, Gitarre und Harfe spielend. Rechts davon, zur menschenleeren Stadt hin gewendet, verkündigt ein großer Engel an Maria Magdalena, die den Kelch des neuen Testament in der Hand hält, dass Jesus vom Tode auferstanden ist.

Bildergalerie

weitere Bilder

 Filialkirche zum hl. Michael – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen