Kollmanns Fischereikarte von Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Kollmanns Fischereikarte von Salzburg''' ist eine [[1898]] vollendete Fischwasser-Karte des [[Bundesland Salzburg|Landes Salzburg]], in der die Fischereirechte, die Fischzucht-Anstalten und die wirtschaftlich bedeutenden Fischarten verzeichnet sind.
'''Kollmanns Fischereikarte von Salzburg''' ist eine [[1898]] vollendete Fischwasser-Karte des [[Bundesland Salzburg|Landes Salzburg]], in der die [[Fischerei]]rechte, die Fischzucht-Anstalten und die wirtschaftlich bedeutenden [[Fische|Fischarten]] verzeichnet sind.


==Entstehung der Karte==
==Entstehung der Karte==
Die Karte wurde in den [[1890er]] Jahren von Fischereidirektor [[Josef Kollmann]] erstellt. Eine wesentliche Quelle waren Erhebungsbögen, die an alle Gemeinden des Landes Salzburg verschickt wurden. In diese Erhebungsbögen waren folgende Daten einzutragen:  
Die Karte wurde in den [[1890er]]-Jahren von Fischereidirektor [[Josef Kollmann]] erstellt. Eine wesentliche Quelle waren Erhebungsbögen, die an alle [[Gemeinden]] des [[Bundesland Salzburg|Landes Salzburg]] verschickt wurden. In diese Erhebungsbögen waren folgende Daten einzutragen:  


*Name des Gewässers
*Name des Gewässers
*Hauptsächlich vorkommende Fischarten, Krebse und Muscheln (diese waren aus einer beigefügten Liste auszuwählen)
*Hauptsächlich vorkommende Fischarten, [[Krebse]] und [[Muscheln]] (diese waren aus einer beigefügten Liste auszuwählen)
*Name und Wohnort des Fischereirechtsbesitzers, ggf. Angaben über künstliche Fischzucht
*Name und Wohnort des Fischereirechtsbesitzers, ggf. Angaben über künstliche Fischzucht
*Anfang und Ende des Fischereirechts, dessen Grenzbezeichnungen und die jeweiligen Steuergemeinden
*Anfang und Ende des Fischereirechts, dessen Grenzbezeichnungen und die jeweiligen Steuergemeinden
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1898 wurde die Fischereikarte fertiggestellt. Neben der Karte wurde auch ein umfangreicher Fischereikataster angelegt. Ein erhaltenes Exemplar dieses [[Salzburger Fischereikataster]]s (aus dem Jahr 1904) wird im [[Salzburger Landesarchiv]] aufbewahrt.
1898 wurde die Fischereikarte fertiggestellt. Neben der Karte wurde auch ein umfangreicher Fischereikataster angelegt. Ein erhaltenes Exemplar dieses [[Salzburger Fischereikataster]]s (aus dem Jahr 1904) wird im [[Salzburger Landesarchiv]] aufbewahrt.


Die Fischereikarte und der Fischereikataster wurden im September 1900 auf der Allgemeinen Fischereiausstellung in Salzburg erstmals öffentlich vorgestellt, errangen den „Ehrenpreis Sr. Majestät“ ([[Kaiser Franz Joseph]]) und dienten zur damaligen Zeit als Mustervorlage für andere Länder.
Die Fischereikarte und der Fischereikataster wurden im September 1900 auf der Allgemeinen Fischereiausstellung in Salzburg erstmals öffentlich vorgestellt, errangen den "Ehrenpreis Sr. Majestät" ([[Kaiser Franz Joseph]]) und dienten zur damaligen Zeit als Mustervorlage für andere Länder.


==Erhaltene Exemplare==
==Erhaltene Exemplare==
Die originale Erhebungskarte mit den handschriftlichen Eintragungen Kollmanns ist nur noch als Fragment erhalten (der nördliche Teil mit dem [[Flachgau]] fehlt) und wird im [[Salzburg Museum]] aufbewahrt.
Die originale Erhebungskarte mit den handschriftlichen Eintragungen Kollmanns ist nur noch als Fragment erhalten (der nördliche Teil mit dem [[Flachgau]] fehlt) und wird im [[Salzburg Museum]] aufbewahrt.


Eine Reproduktion der Reinzeichnung (aus dem Nachlass von Josef Kollmann) befindet sich als Dauerleihgabe im [[Archiv der Stadt Salzburg]], wo die Karte fachgerecht restauriert wurde. Die Karte im Maßstab 1:200.000 besteht aus fixiertem Fotopapier und ist auf Leinen geklebt. Sie ist in 16 Blätter geschnitten und im Wanderkartenformat faltbar. Die Fischarten sind mit Symbolen in der Karte eingetragen, Fischereirechte sind mit Nummern verzeichnet. Die Karte wurde 2003 digitalisiert und georeferenziert.
Eine Reproduktion der Reinzeichnung (aus dem Nachlass von Josef Kollmann) befindet sich als Dauerleihgabe im [[Stadtarchiv Salzburg]], wo die Karte fachgerecht restauriert wurde. Die Karte im Maßstab 1:200.000 besteht aus fixiertem Fotopapier und ist auf Leinen geklebt. Sie ist in 16 Blätter geschnitten und im Wanderkartenformat faltbar. Die Fischarten sind mit Symbolen in der Karte eingetragen, Fischereirechte sind mit Nummern verzeichnet. Die Karte wurde 2003 digitalisiert und georeferenziert.


==Fischereihistorischer Wert==
==Fischereihistorischer Wert==
Kollmanns Fischereikarte ist – zusammen mit dem Salzburger Fischereikataster - eine wertvolle Quelle zur Fischerei im Bundesland Salzburg gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Karte entstand zu einer Zeit, als die Gewässer noch nicht weitgehend verbaut, reguliert und durch zahlreiche Querbauwerke unterbrochen waren.
Kollmanns Fischereikarte ist – zusammen mit dem Salzburger Fischereikataster - eine wertvolle Quelle zur Fischerei im Bundesland Salzburg gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Karte entstand zu einer Zeit, als die Gewässer noch nicht weitgehend verbaut, reguliert und durch zahlreiche Querbauwerke unterbrochen waren.


Die Fischereikarte und der Fischereikataster wurden mehrfach als Informationsquelle für Abhandlungen über den historischen Fischbestand des Bundeslandes Salzburg genutzt. In einigen Fällen können Fischarten aufgrund des Zustands des Dokuments nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Manche Vorkommen sind zudem als unplausibel einzustufen, (z.B. der Perlfisch, ''Rutilus meidingeri'', im [[Rotgüldensee]] oder der Zobel, ''Ballerus sapa'', in der [[Salzach]]), da einzelne Angaben der Fischereiberechtigten unkritisch übernommen wurden.
Die Fischereikarte und der Fischereikataster wurden mehrfach als Informationsquelle für Abhandlungen über den historischen Fischbestand des Bundeslandes Salzburg genutzt. In einigen Fällen können Fischarten aufgrund des Zustands des Dokuments nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Manche Vorkommen sind zudem als unplausibel einzustufen, (z. B. der [[Perlfisch]], ''Rutilus meidingeri'', im [[Rotgüldensee]] oder der [[Zobel]], ''Ballerus sapa'', in der [[Salzach]]), da einzelne Angaben der Fischereiberechtigten unkritisch übernommen wurden.


==Literatur und Quellen==
==Literatur und Quellen==
*Anonym: ''Fischereidirektor Josef Kollmann''. In: Österreichische Fischerei-Zeitung, 9. Jahrgang, 1912. Seite 105 - 107  
*Anonym: ''Fischereidirektor Josef Kollmann''. In: Österreichische Fischerei-Zeitung, 9. Jahrgang, 1912. Seite 105 - 107  
*Paul Jäger & Ingrid Schillinger: ''Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Stand 1898''. In:  Österreichs Fischerei, Jahrgang 41, 1988. Seite 202 - 209  
*[[Paul Jäger]] & [[Ingrid Schillinger]]: ''Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Stand 1898''. In:  Österreichs Fischerei, Jahrgang 41, 1988. Seite 202 - 209  
*Paul Jäger & Ingrid Schillinger: ''Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Fische in Salzburgs Gewässern, Stand 1898''. Digitale Aufbereitung des Kartenthemas auf CD-ROM. Kartensammlung Gewässerschutz, Thema 1, 10 Sectionen, 1 Gesamtblatt. Land Salzburg, Gewässerschutz, 2003
*Paul Jäger & Ingrid Schillinger: ''Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Fische in Salzburgs Gewässern, Stand 1898''. Digitale Aufbereitung des Kartenthemas auf CD-ROM. Kartensammlung Gewässerschutz, Thema 1, 10 Sectionen, 1 Gesamtblatt. Land Salzburg, Gewässerschutz, 2003
*Regina Petz-Glechner & Wolfgang Petz: ''Die historische Fischfauna Salzburgs''. In: Ber. nat.-med. Ver. Salzburg, Band 14, 2004. Seite 95 – 120  
*[[Regina Petz-Glechner]] & [[Wolfgang Petz]]: ''Die historische Fischfauna Salzburgs''. In: Ber. nat.-med. Ver. Salzburg, Band 14, 2004. Seite 95 – 120  
*Salzburger Landesarchiv (SLA), LR 1890/99 XII C 10 Fischerei (Akten über die Anlage einer Fischwasserkarte und eines Fischereikatasters)
*Salzburger Landesarchiv (SLA), LR 1890/99 XII C 10 Fischerei (Akten über die Anlage einer Fischwasserkarte und eines Fischereikatasters)
*[[Bernhard Schmall]] & Clemens Ratschan: ''Die Fische der Salzach – ein Vergleich mit dem Inn''. In: Beitr. Naturk. Oberösterreichs, Jahrgang 21, 2011, Seite 55 - 191  
*[[Bernhard Schmall]] & Clemens Ratschan: ''Die Fische der [[Salzach]] – ein Vergleich mit dem [[Inn]]''. In: Beiträge zur Naturkunde Oberösterreichs, Jahrgang 21, 2011, Seite 55 - 191  


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[[Kategorie:Fischerei]]
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[[Kategorie:Geschichte]]
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Aktuelle Version vom 1. März 2023, 21:38 Uhr

Kollmanns Fischereikarte von Salzburg ist eine 1898 vollendete Fischwasser-Karte des Landes Salzburg, in der die Fischereirechte, die Fischzucht-Anstalten und die wirtschaftlich bedeutenden Fischarten verzeichnet sind.

Entstehung der Karte

Die Karte wurde in den 1890er-Jahren von Fischereidirektor Josef Kollmann erstellt. Eine wesentliche Quelle waren Erhebungsbögen, die an alle Gemeinden des Landes Salzburg verschickt wurden. In diese Erhebungsbögen waren folgende Daten einzutragen:

  • Name des Gewässers
  • Hauptsächlich vorkommende Fischarten, Krebse und Muscheln (diese waren aus einer beigefügten Liste auszuwählen)
  • Name und Wohnort des Fischereirechtsbesitzers, ggf. Angaben über künstliche Fischzucht
  • Anfang und Ende des Fischereirechts, dessen Grenzbezeichnungen und die jeweiligen Steuergemeinden

1898 wurde die Fischereikarte fertiggestellt. Neben der Karte wurde auch ein umfangreicher Fischereikataster angelegt. Ein erhaltenes Exemplar dieses Salzburger Fischereikatasters (aus dem Jahr 1904) wird im Salzburger Landesarchiv aufbewahrt.

Die Fischereikarte und der Fischereikataster wurden im September 1900 auf der Allgemeinen Fischereiausstellung in Salzburg erstmals öffentlich vorgestellt, errangen den "Ehrenpreis Sr. Majestät" (Kaiser Franz Joseph) und dienten zur damaligen Zeit als Mustervorlage für andere Länder.

Erhaltene Exemplare

Die originale Erhebungskarte mit den handschriftlichen Eintragungen Kollmanns ist nur noch als Fragment erhalten (der nördliche Teil mit dem Flachgau fehlt) und wird im Salzburg Museum aufbewahrt.

Eine Reproduktion der Reinzeichnung (aus dem Nachlass von Josef Kollmann) befindet sich als Dauerleihgabe im Stadtarchiv Salzburg, wo die Karte fachgerecht restauriert wurde. Die Karte im Maßstab 1:200.000 besteht aus fixiertem Fotopapier und ist auf Leinen geklebt. Sie ist in 16 Blätter geschnitten und im Wanderkartenformat faltbar. Die Fischarten sind mit Symbolen in der Karte eingetragen, Fischereirechte sind mit Nummern verzeichnet. Die Karte wurde 2003 digitalisiert und georeferenziert.

Fischereihistorischer Wert

Kollmanns Fischereikarte ist – zusammen mit dem Salzburger Fischereikataster - eine wertvolle Quelle zur Fischerei im Bundesland Salzburg gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die Karte entstand zu einer Zeit, als die Gewässer noch nicht weitgehend verbaut, reguliert und durch zahlreiche Querbauwerke unterbrochen waren.

Die Fischereikarte und der Fischereikataster wurden mehrfach als Informationsquelle für Abhandlungen über den historischen Fischbestand des Bundeslandes Salzburg genutzt. In einigen Fällen können Fischarten aufgrund des Zustands des Dokuments nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Manche Vorkommen sind zudem als unplausibel einzustufen, (z. B. der Perlfisch, Rutilus meidingeri, im Rotgüldensee oder der Zobel, Ballerus sapa, in der Salzach), da einzelne Angaben der Fischereiberechtigten unkritisch übernommen wurden.

Literatur und Quellen

  • Anonym: Fischereidirektor Josef Kollmann. In: Österreichische Fischerei-Zeitung, 9. Jahrgang, 1912. Seite 105 - 107
  • Paul Jäger & Ingrid Schillinger: Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Stand 1898. In: Österreichs Fischerei, Jahrgang 41, 1988. Seite 202 - 209
  • Paul Jäger & Ingrid Schillinger: Kollmanns Fischereikarte von Salzburg, Fische in Salzburgs Gewässern, Stand 1898. Digitale Aufbereitung des Kartenthemas auf CD-ROM. Kartensammlung Gewässerschutz, Thema 1, 10 Sectionen, 1 Gesamtblatt. Land Salzburg, Gewässerschutz, 2003
  • Regina Petz-Glechner & Wolfgang Petz: Die historische Fischfauna Salzburgs. In: Ber. nat.-med. Ver. Salzburg, Band 14, 2004. Seite 95 – 120
  • Salzburger Landesarchiv (SLA), LR 1890/99 XII C 10 Fischerei (Akten über die Anlage einer Fischwasserkarte und eines Fischereikatasters)
  • Bernhard Schmall & Clemens Ratschan: Die Fische der Salzach – ein Vergleich mit dem Inn. In: Beiträge zur Naturkunde Oberösterreichs, Jahrgang 21, 2011, Seite 55 - 191