Christian Hitsch: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Christian Hitsch''' (*[[1951]] in Salzburg) ist ein Salzburger Bildhauer und Architekt.
'''Christian Hitsch''' (* [[1951]] in der [[Stadt Salzburg]]) ist ein Salzburger Bildhauer und Architekt.
 
==Leben==
==Leben==
Hitsch absolvierte das Studium der Bildhauerei an der freien Kunsthochschule in Ottersberg (Niedersachsen, Deutschland). Er war Werk- und Kunstlehrer in Wien Mauer an der R. Steiner Schule. Ebenso war er Mitbegründer der Goetheanistischen Studienstätte und von [[1983]] bis [[1989]] ihr Leiter. Ab 1989 ist er als freischaffender Bildhauer und Architekt tätig. Zu seinen Werken als Architekt zählt u. a. das Seniorenwohnheim in Puch.
Hitsch absolvierte das Studium der Bildhauerei an der freien Kunsthochschule in Ottersberg (Niedersachsen, [[Deutschland]]). Er war Werk- und Kunstlehrer in [[Wien]] Mauer an der Rudolf Steiner Schule. Ebenso war er Mitbegründer der Goetheanistischen Studienstätte und von [[1983]] bis [[1989]] ihr Leiter. Seit 1989 ist er als freischaffender Bildhauer und Architekt tätig. Zu seinen Werken als Architekt zählt u. a. das Seniorenwohnheim und das [[Kulturzentrum St. Jakob|Kulturzentrum in St. Jakob am Thurn]] in [[Puch bei Hallein]].
==Quelle==
 
[https://rudolf-steiner-haus-stuttgart.de/tag/christian-hitsch/ Rudolf Steiner-Haus Stuttgart]
== Salzburger Architekt Christian Hitsch baut in Ägypten ==
=== Geburt einer Schule am Ufer des Nils ===
 
Es klingt wie ein Märchen aus "1001 Nacht" und dennoch ist es Realität. Von einer ehemaligen Schülerin erfährt der international renommierte Salzburger Architekt Christian Hitsch von der dramatischen Schulsituation in der Region Luxor in [[Ägypten]]. Spontan entschließt er sich zu helfen, entwirft die Pläne für ein Schuldorf und betreut den Baufortschritt. Mittlerweile (Stand Sommer 2021) ist eine sechsklassige Schule samt Kindergarten und Nebenbauten entstanden. Am Donnerstag, 19. August ab 18:30 Uhr ist Christian Hitsch auf Einladung des Vereins "Kultur in Gstaig" zu Gast in seiner Wahlheimat [[Feldkirchen bei Mattighofen]] und erzählt im 'Gasthaus Maria vom Guten Rat' (Eintritt frei, Spenden für das Schulprojekt erbeten) über dieses faszinierende Projekt.
 
Ägypten gehört zu den Ländern mit dem niedrigsten Schulniveau der Welt. Man schätzt, dass mehr als die Hälfte der Kinder trotz Schulpflicht keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen haben. Mit internationaler Hilfe wurde nach dem Vorbild der Waldorf-Schulen das gemeinnützige Projekt "Hebet el-Nil" – zu Deutsch "Gabe des Nils" ins Leben gerufen. In der Wüste am Ufer des Nils entstand ganz im Sinne der traditionellen Lehmziegel-Architektur und der Technik des Kuppelbaus ein Schuldorf, das sich nahtlos in die ägyptische Bauweise einfügt. Vom Kindergarten bis zur Berufsschule erhalten damit auch Kinder aus ärmeren Familien die Chance auf Bildung.
 
Für den gebürtigen Salzburger Christian Hitsch ist dieses Schulprojekt eine Herzensangelegenheit, das er selbstverständlich ehrenamtlich betreut. Mehrmals reiste er nach Ägypten, betreute die Baustelle und überprüfte den Baufortschritt. Den Gebäudekomplex bezeichnet er selbst als "künstlerisch gestalteten Zweckbau", der zum Unterschied von vielen anderen modernen Gebäuden die Kultur der Region widerspiegelt. Dieser architektonische Grundsatz zieht sich durch alle Gebäude, die Christian Hitsch entwirft, seien es nun heimische Projekte wie das Seniorenheim in Puch oder das Kulturzentrum St. Jakob oder auch internationale Aufträge wie ein Schulbau in [[Libanon]] oder eine AIDS-Station in Afrika.
 
Bei seiner von beeindruckenden Bildern umrahmten spannenden Erzählung über das Schulprojekt in Luxor lässt Christian Hitsch für seine Zuhörer die Entstehung des Projektes Revue passieren und nimmt sie mit auf eine Reise ins Land am Nil.
 
== Bildergalerie ==
; Bilder vom Schuldorf in Ägypten
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200">
Hebet el nil Christian Hitsch 01.jpg|Das Schuldorf "Hebet el-Nil" in Luxor in Ägypten.
Hebet el nil Christian Hitsch 02.jpg|Kinder der Schule.
Hebet el nil Christian Hitsch 03.jpg|Ein Klassenraum der Schule.
</gallery>
 
; Ein in Bilder umgewandeltes pdf mit Informationen über das Schuldorf
<gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200">
Hebet el nil Christian Hitsch 04.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 05.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 06.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 07.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 08.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 09.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 10.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 11.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 12.jpg
Hebet el nil Christian Hitsch 13.jpg
</gallery>
 
== Text des pdf ==
=== Die Geburt der Waldofschule "Hebet-el-Nil" in Ägypten ===
Am Fusse der Königsgräber bei Luxor erntet
ein Bauer seine Karotten. Sein Bruder
kocht sie. Ein anderer Bruder stellt am Ufer
des Nils ein paar Tische und Stühle hin.
Fertig ist das Restaurant. Als ich, Nathalie
Kux, Sprachgestalterin und Schauspielerin,
mich hier nach einer Kulturreise im Sommer
2015 am Mangosaft erfrische, kommt
auch eine Flasche Olivenöl aus Sekem
(www.sekem.com) auf den Tisch.
Mohamed ist vor 2 Jahren dort gewesen:
« Ganz Ägypten sollte so sein! », träumt
er - oder zumindest soll etwas in diesem
Sinne auf seinem gepachteten Land für die
zahllosen Kinder entstehen.
 
An so einem schönen Wunsch kann ich
nicht vorübergehen ohne zu überprüfen,
ob er einen Weg in die Realität findet. So
fahren wir nach Sekem und lassen uns die
ersten Schritte für eine Schulgründung erklären
und wie es mit der Waldorflehrerausbildung
in Ägypten aussieht.
 
Diese verläuft für diplomierte Staatsschullehrerinnen
auf rein praktische Weise, indem
sie es tun und dabei begleitet und zu
erweiterten Unterrichtsmethoden angeregt
werden.
 
Wir machen uns also auf die Suche nach
einem Waldorflehrer in der Schweiz und
auf die Suche nach Staatsschullehrerinnen
in Luxor. In Ägypten besteht Schulpflicht,
doch nur etwa 1/3 der Kinder geht
zur Schule. Dort sitzen 70 in einer Klasse,
vorne steht der Lehrer mit dem Stock in
der Hand, es wird im Chor gebrüllt, wenn
nötig geschlagen. Das Bildungsniveau ist
eines der tiefsten auf der Welt. Einige der
frustrierten Lehrerinnen, mit denen wir ins
Gespräch kommen, wollen etwas Neues
probieren, etwas wo von der Beziehung
zwischen Lehrer und Schüler ausgegangen
wird und wo das Lernen Freude macht.
Der ägyptische Verein Hebet ei-Nil (Gabe
des Nils) Foundation for developement
wird gegründet.
 
Aus der Schweiz kommt Roland Steinemann,
der weitgereiste Waldorflehrer,
auch Marina Meier, die junge dynamische
Kindergärtnerin. Sie geben Seminare über
die Entwicklung des Kindes, zeigen praktisch
kreative, freilassende Unterrichtsmethoden,
und ich rege die acht Lehrerinnen
zu künstlerisChen Übungen an.
 
Im Sommer 2016 wird eine Villa mit 4
Räumen gemietet und die Genehmigung
für den Kindergarten erteilt. Kaum ist ausgesprochen,
dass Kinder aufgenommen
werden, kommen sie mit ihren Eltern aus
allen Winkeln angeeilt. Wir müssen uns
schweren Herzens auf 60 beschränken.
Es ist jeder Tag ein Fest! Ein Fest der Entdeckung
von Entwicklungsmöglichkeiten.
Alles ist neu, das Malen, Singen, Tanzen,
Balancieren und Schaukeln, die Bauklötze,
Puppen, Geschichten, der Sand mit Wasser...
Die Eltern verstehen zunächst nicht,
warum die Kinder nicht schon mit vier
Jahren lesen und schreiben lernen. Doch
bald staunen sie, wie ihr Kind sich als Persönlichkeit
und im Sozialen entwickelt. Es
springt schon vor Sonnenaufgang aus dem
Bett und abends erzählt der Vater seiner
Tochter eine Geschichte - wenn sie ihm
wieder dieses schöne Lied aus dem Kindergarten
singt.
 
Ein Wandertag wird eingeführt. Die Dorfbewohner
kommen aus ihren Ställen und
von ihren Feldern, um der fröhlichen
Kinderschar zuzuwinken, wenn sie am
Nil entlang zu den Bananenfeldern zieht.
Abends fragen die Eltern ob der fantasievollen
Erzählungen ihrer Kinder besorgt
bei der Lehrerin nach: «Wo gibt es denn
hier Giraffen und Löwen?»
Damit die Schulgenehmigung erteilt wird,
muss sich das Grundstück für die geplante
Schule im Besitz des Schulvereins befinden.
Innert vier Jahren muss das Schulgebäude
errichtet werden.
 
Dank eines freigiebigen, idealistischen
Bauern und einer grossen Spende aus Österreich
konnte der Schulverein im Frühjahr
2017 ein Grundstück von 2&nbsp;600 Quadratmetern
erwerben.
 
Die Schulgenehmigung als «community
school » für die 1. - 6. Klasse wurde erteilt!
Am 9. September begannen 24 Kinder mit
ihrer Lehrerin die 1. Klasse an der Hebet
ei-Nil Schule!
 
Sie darf nur noch kurze Zeit in der gemieteten
Villa bleiben. Mit einem lokalen Architekten
wird ein Gebäude für die ersten drei
Klassen und eines für den Kindergarten
entworfen und ausgeführt; es wird durch
Spenden finanziert. Um die Genehmigung
für eine Gesamtschule zu erhalten, muss
die Finanzierung des Schulbaus bis zur 12.
Klasse gesichert sein. Darum suchen wir
im kommenden Jahr Unterstützung in der
Höhe von ca. 60'000 Franken.
 
Alle laufenden Kosten müssen derzeit noch
aus Europa gedeckt werden, da ägyptische
Subventionen erst nach dreijährigem Bestehen
beantragt werden dürfen.
 
Nur die Hälfte der 75 Kinder können das
Schulgeld von jährlich 90 Franken bezahlen.
Ein Lehrerinnengehalt beträgt monatlich 80
Franken. Die dankbaren Kinder, Lehrerinnen
und Initiantinnen rufen ihren Unterstützerinnen
in Europa ein herzliches «Shokran» zu! Jeder Beitrag ist willkommen!
=== Die Hebet-el-Nil Waldorfschule wächst und gedeiht, nach innen wie nach außen ===
 
«Hadanti je Hadanti - halas ja tipki hagiga
- habniki tuba tuba - wa el helm hajibga
hagigaa»
 
«Kindergarten! Mein Kindergarten - bald
bist Du fertig - Ziegel auf Ziegel werd ich
Dich bauen - mein Traum wird Wirklichkeit
werden»
 
Die Kindergarten-Kinder sind zum neuen
Schulgelände bei den Bananenfeldern gewandert,
um den Bauarbeitern Mut und
Dank zu singen und für sie zu tanzen.
Bei glühender Sonne helfen alle kleinen
Hände mit Begeisterung mit, tragen die
Balken für das Holzgerüst von hier nach
dort, werfen die Ziegelsteine von oben
nach unten in die Baugrube, dürfen den
Mörtel aufstreichen und die nächste Reihe
Ziegel auflegen. Sie sind selig und stolz, an
ihrer neuen Schule mitzubauen!
Die Arbeiter und Architekten freuen sich
über dieses Geschenk und verstehen jetzt
besser, welcher Geist in diese Räumen einziehen
will.
 
Im Frühjahr 2018 konnte mit dem Bau der
Umfassungsmauer und des Kindergartens
begonnen werden. Mittlerweile wird auch
an dem Administrationshäuschen gebaut,
welches als Provisorium für die 1. und 2.
Klasse dienen soll, wenn im November alle
Kinder aus der gemieteten Villa ausziehen
müssen. Der Bau für die 1. - 6. Klasse der
Grundschule sowie ein Gebetshaus sind
für Winter 2018/2019 geplant. Der österreichische
Architekt Chnstian Hitsch hat in
Anlehnung an den ägyptischen Architekten
Hassan Fathy (1900 - 1989) ein kleines
Schuldörfchen entworfen, das ganz im
Stile des Landes und zugleich ein Ausdruck
der intendierten Pädagogik ist.
Alle Gebäude haben einen Dreiklang in sich,
jedes ist einzigartig in seiner Form und alle
zusammen bilden doch einen gemeinsamen
Stil. So wird der Kindergarten aus zwei Kuppelräumen
bestehen, was hier sehr üblich ist
Der Schultrakt wird aus Sechsecken gebildet,
der spätere Handwerkstrakt mit Saal
besteht aus Arkaden unten und einem
Tonnengewölbe oben. Es wird mit Ziegel
und Lehm gebaut, doppelwandig, sodass
es innen rc kühler ist als aussen, mit Augenmerk
auf Schattenbereiche und Durchzugsmöglichkeiten.
 
Das «Tajeb Construction Office» in Luxor
wird von drei Architekten geleitet. Sie haben
die Bauausführung übernommen. Es besteht
eine wunderbare anregende Zusammenarbeit
zwischen allen Beteiligten. Ein besonderer
Segen liegt über dem ganzen Unternehmen
insofern, als zwei der Architekten
Sohn und Neffe des geistigen Oberhauptes
des sunnitischen Islams Scheich Ahmad Mohammad
al-Tayyeb sind, der im Nachbarort
der Schule lebt. Zwei spirituelle Strömungen
begegnen und befruchten sich - in der Liebe
zu dem künstlerischen Bau von Räumen,
welche der Entwicklung zum Menschen dienen
sollen. Es herrscht ein inniger Austausch
untereinander. Islam, Sufismus, Christentum,
Anthroposophie; es zeigt sich alles in sehr berührender
Weise miteinander verwandt.
 
In Kindergarten und Schule gibt es in dem
neuen Schuljahr mittlerweile 96 Kinderl
Und eine lange Warteliste... Ob auf der
West-oder Ostseite des Nils - die Hebet
ei-Nil Schule ist eine Berühmtheit. Manch
ein Bauer kommt und erklärt «er habe
auch Land» «ob die Foundation dort
nicht auch eine Schule bauen möchte?»
Die Inspektoren vom Unterrichtsministerium
sind sprachlos, wie so ein gutes Benehmen,
eine Lernfreude und handwerkliche
Geschicklichkeit sowohl bei den Kindern
als auch bei den Lehrerinnen erreicht
werden kann - ohne Stockschläge, ohne
Auswendiglernen und ohne Computer?
Sie wollen die Lehrerinnen abwerben, damit
sie ihre Kolleginnen in den staatlichen
Schulen fortbilden!
 
Doch da müssen sie noch ein paar Jahre warten.
Nun wollen diese selber erst noch mehr
lernen und vertiefen. Karin Eckstein (Klassenlehrerin
im Ruhestand der Rudolf Steiner
Schule Basel) hat die Weiterbildung in Waldorfpädagogik
übernommen. Sie kommt
regelmässig und arbeitet mit den Lehrerinnen
am Unterstufenlehrstoff sowie am Methodisch-
Didaktischen. Auch Marina Meier,
die Kindergärtnerin, begleitet weiterhin den
Kindergarten mit Rat und Tat. Aus Sekem ist
der Eurythmie- und Sportlehrer Waghie für
eine Woche gekommen. Nissma, eine Hebet
ei-Nil Lehrerin, geht regelmässig nach
Sekem und erhält da Anregungen für ihren
Unterricht in «schöner Bewegung». Auch
die künstlerischen Übungen in Sprache,
Bewegung, Malen, Musizieren pflegen die
Lehrerinnen täglich weiter. Und mit einem
jungen ägyptischen Lehrer Mohamed Mawazini
aus Kairo, Student am Lehrerseminar
in Stuttgart, haben sie im Sommer begonnen,
die ersten Vorträge aus der «Allgemeinen
Menschenkunde» von Rudolf Steiner
ins arabisch zu übersetzten. Eine WeItpremiere.
Nun dringen sie ganz anders, viel
intensiver in die Inhalte der anthroposophischen
Pädagogik und Menschenkunde ein.
Sie finden Antworten, Richtungen für ihre
Fragen und Parallelen zu den ihnen wertvollen
Inhalten aus dem Koran. Sie beginnen
selbständig Wurzel zu fassen in ihrem Innern
für die Inhalte ihrer Schule. Es eröffnen sich
der Hebet- ei-Nil Gemeinschaft neue Räume
- nach innen - nach aussen - zu ihrem
«Tempel-Bau».
 
Möge ihnen der Mut und die Hingabe erhalten
bleiben - mögen sie weiterhin Freunde
und Förderer in Europa linden! Diesen sei
vom Nil aus der herzlichste Dank gesendet!
Durch Preiserhöhung im ganzen Land haben
sich seit Juli die Baukosten verdoppelt.
Für die Grundschule werden noch 160.000
Franken benötigt.
 
110 Franken beträgt ein monatliches Lehrergehalt.
Schulgebühren für ein Kind betragen jährlich
150 Franken.
 
Nathalie Kux: nathalie.kux@gmail.com
 
www.hebet-el-nil.org
 
Spendenvermerk: Hebet ei-Nil Ägypten
 
=== Schulprojekt-Beschreibung "Hebet ei-Nil" Luxor Ägypten ===
Auf einer Kulturreise durch Ägypten im Sommer 2015 komme ich in Kontakt mit Bauern in AI-Ba'irat einer
Ansammlung von 8 Dörfern im Umfeld von Luxor. Aufgrund der unbefriedigenden Schulbildung in
Ägypten entsteht unter ihnen die Initiative, eine Schule mit erweiterter Pädagogik zu gründen. Viele
Menschen sind Analphabeten. Ägypten gehört zu den Ländern mit dem niedrigsten Schulniveau der Welt.
April 2016: Die NGO "Hebet ei-Nil Foundation for Development" wird gegründet.
("Hebet ei-Nil" heisst auf arabisch "Gabe des Nils") siehe www.hebet-el-nil.org
 
Es sollen folgende Vereinsziele realisiert werden: Betreiben eines Kindergartens, einer Grundschule, einer
Mittelschule und einer Berufsschule. Dazu auch Verbesserung des Gesundheitswesens und des
Umweltbewusstseins. Evtl. eine Einrichtung für Menschen mit besonderen Anforderungen und
Beeinträchtigungen.
 
Die Initiatoren sind der Vereinsvorstand Mohamed Amin Mohamed Hassan (Abteilungsleiter der
Gesundheitsbehörde), Hala Amin Mohamed Hassan (Lehrerin und Bibliothekarin) und Abd el-Rahim Hassan
Mohamed (Lehrer und Buchhalter) aus Ägypten, sowie Nathalie Kux (Schauspielerin) aus der Schweiz.
Das Schukprojekt wird kurz darauf in AI Ba'irat bei Luxor realisiert durch die Foundation, das
Lehrerkollegium, die Elternschaft, den Board of Trustees mit der Unterstützung der "Freunde der
Erziehungskunst" und dem Verein "Acacia" in Europa.
 
17.09.2016: Eröffnung des Kindergartens "Hadana Hebet ei-Nil" mit 60 Kindern der ärmeren
Landbevölkerung in Räumen einer gemieteten Villa.
 
Frühjahr 2017: Die amtliche IDARA-Studie wird erstellt, um statistisch die Schulsituation von Al-Ba'irat
aufzuzeigen und den Bedarf einer neuen Schule zu dokumentieren.
 
27.3.2017: Erwerb des 2600 m' grossen Grundstückes durch eine private Spende aus Österreich in Höhe von
43.500 €.
 
Juli 2017: Die Genehmigung für eine Community-School (Schule für die Armen) wird vom ägyptischen
Unterrichtsministerium erteilt.
 
09.09.2017: Eröffnung der Community School "Madressa Hebet ei-Nil" mit 21 Kindern in der l.Klasse.
Die Hebet ei-Nil Schule wird von ägyptischen diplomierten StaatschullehrerInnen auf arabisch betrieben.
Diese erhalten regelmässig und kontinuierlich Fortbildungen in erweiterten Unterrichtsmethoden durch einen
Waldorflehrer und eine Kindergärtnerin aus der Schweiz und arbeiten an ihrer eigenen Entwicklung durch
fortlaufende künstlerische Tätigkeit und Kinderbeobachtung.
 
Die Schule von Sekem in Bilbeis, nördlich von Kairo arbeitet eng mit der Hebet ei-Nil Schule zusammen. Es
kommen GastlehrerInnen von dort nach Luxor, die LehrerInnen aus Luxor gehen in die Sekem-Schule zur
Hospitation. Die staatlichen Inspektoren begrüssen die Unterrichtsweise der Hebet ei-Nil Schule und
möchten Teile davon in das staatliche Schulwesen übernehmen.
 
Die Hebet ei-Nil Foundation for Development und die Hebet ei-Nil Schule sind dem ägyptischen Ministry Of
Social Solidarity unterstellt.
 
Die Gehälter für die 9 LehrerInnen sind für 3 Jahre (2017-2020) gesichert (27.000 €). Sie kommen von
privaten Spendern aus Europa. Evtl. ist es nach 3 Jahren möglich, von Stiftungen in Ägypten Zuschüsse zu
erhalten. Vom Staat sind derzeit keine Subventionen zu erwarten.
 
Es werden jährlich 24 neue Kinder aufgenommen. Die Schulgebühren der Kinder kommen zu 50% von den
Familien, zu 50% aus Patenschaften von Europa über die "Freunde der ErziehungskullSt" in Berlin,
"Acacia - Fonds für Entwicklungszusammenarbeit" in Basel sowie "Hermes-Österreich"in Salzburg.
 
Die Jahres-Rechnungen 2016 sowie 2017 und 2018 sind positiv.
 
Nächstes Ziel war die Erstellung des Kindergarten - und Schulbaues auf dem eigenen Gelände.
Es fanden folgende Schritte dazu statt:
 
Im Oktober 2017 wurde mit der ägyptischen Architektin Ms. Eng. Shaima Yassin eine Machbarkeitsstudie
mit ersten Plänen und Kostenrechnungen erstellt.
 
Im Januar 2018 wurden die Entwürfe für den Bau des Schulkomplexes durch Christian Hitsch entworfen.
Von dem ägyptischen Architekten Mr. Eng. Muhandis Machmoud bei "Tajeb Construction Office"
EgyptlLuxorrrelevisionstreet werden daraus die Baupläne und die Bau-Kostenrechnung fertiggestellt .
Die Hebet ei-Nil Foundation beauftragt dieses Baubüro mit der Bauplanung und der Bauausführung.
Im März wurde ein 1000 m2 grosses Stück Land dazu gekauft zum Preis von 26.500 Euro.
 
Im Apri 12018 wurde die Gründstücksmauer errichtet.
 
Im Mai 2018 wurde mit dem Kindergartenbau begonnen.
 
Im August 2018 wurde mit dem Bau von Administration und Mensa begonnen, welches bis zur
Fertigstellung des Schulgebäudes als provisorische Klassenräume für 2-3 Klassen genutzt wird.
 
25. November 2018 Einzug in die neuen Gebäude.
 
1. Juli 2019 Baubeginn der Grundschule (1.- 6. Klasse).
 
Im Winter 202112022 soll mit dem Bau für Mittelstufe, Handwerk, Theatersaal begonnen werden.
 
Nathalie Kux, Oktober 2019
 
:Bankverbindungen:
:Spendenkonto in Deutschland:
:Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, Weinmeisterstr. 16, D-10178 Berlin
:bei der GLS Gemeinschaftsbank, Bochum, Deutschland
:IBAN DE47 4306 0967 0013 0420 10
:BIC GENODEM1GLS
:Verwendungszweck: Hebet ei-Nil Schule Luxor
 
:Spendenkonto in der Schweiz:
:ACACIA - Fonds für Entwicklungszusammenarbeit, Eisengasee 5, CH-4051 Basel
:bei der Freien Gemeinschaftsbank BCL, CH-4001 Basel
:IBAN CH93 0839 2000 0040 0800 6
:BIC BLKBCH22
:Verwendungszweck: Hebet ei-Nil Schule Luxor
 
:Spendenkonto in Österreich:
:HERMES - Österreich beim Bankhaus Spängier in SaIzburg
:Konto: AT86 1953 0001 0063 0000
:Verwendungszweck: Hebet ei-Nil Schule Luxor
 
== Quellen ==
* [https://rudolf-steiner-haus-stuttgart.de/tag/christian-hitsch/ Rudolf Steiner-Haus Stuttgart]
* Presseaussendung [[ReiWo - Wolfgang Reindl]] am 4. August 2021
 
{{SORTIERUNG: Hitsch, Christian }}
{{SORTIERUNG: Hitsch, Christian }}
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Geschichte (Person)]]
[[Kategorie:Person (Kunst)]]
[[Kategorie:Person (Kunst)]]
[[Kategorie:Bildhauer]]
[[Kategorie:Bildhauer]]
[[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]]
[[Kategorie:Töchter und Söhne der Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Geboren 1951]]

Aktuelle Version vom 25. Februar 2023, 21:50 Uhr

Christian Hitsch (* 1951 in der Stadt Salzburg) ist ein Salzburger Bildhauer und Architekt.

Leben

Hitsch absolvierte das Studium der Bildhauerei an der freien Kunsthochschule in Ottersberg (Niedersachsen, Deutschland). Er war Werk- und Kunstlehrer in Wien Mauer an der Rudolf Steiner Schule. Ebenso war er Mitbegründer der Goetheanistischen Studienstätte und von 1983 bis 1989 ihr Leiter. Seit 1989 ist er als freischaffender Bildhauer und Architekt tätig. Zu seinen Werken als Architekt zählt u. a. das Seniorenwohnheim und das Kulturzentrum in St. Jakob am Thurn in Puch bei Hallein.

Salzburger Architekt Christian Hitsch baut in Ägypten

Geburt einer Schule am Ufer des Nils

Es klingt wie ein Märchen aus "1001 Nacht" und dennoch ist es Realität. Von einer ehemaligen Schülerin erfährt der international renommierte Salzburger Architekt Christian Hitsch von der dramatischen Schulsituation in der Region Luxor in Ägypten. Spontan entschließt er sich zu helfen, entwirft die Pläne für ein Schuldorf und betreut den Baufortschritt. Mittlerweile (Stand Sommer 2021) ist eine sechsklassige Schule samt Kindergarten und Nebenbauten entstanden. Am Donnerstag, 19. August ab 18:30 Uhr ist Christian Hitsch auf Einladung des Vereins "Kultur in Gstaig" zu Gast in seiner Wahlheimat Feldkirchen bei Mattighofen und erzählt im 'Gasthaus Maria vom Guten Rat' (Eintritt frei, Spenden für das Schulprojekt erbeten) über dieses faszinierende Projekt.

Ägypten gehört zu den Ländern mit dem niedrigsten Schulniveau der Welt. Man schätzt, dass mehr als die Hälfte der Kinder trotz Schulpflicht keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen haben. Mit internationaler Hilfe wurde nach dem Vorbild der Waldorf-Schulen das gemeinnützige Projekt "Hebet el-Nil" – zu Deutsch "Gabe des Nils" ins Leben gerufen. In der Wüste am Ufer des Nils entstand ganz im Sinne der traditionellen Lehmziegel-Architektur und der Technik des Kuppelbaus ein Schuldorf, das sich nahtlos in die ägyptische Bauweise einfügt. Vom Kindergarten bis zur Berufsschule erhalten damit auch Kinder aus ärmeren Familien die Chance auf Bildung.

Für den gebürtigen Salzburger Christian Hitsch ist dieses Schulprojekt eine Herzensangelegenheit, das er selbstverständlich ehrenamtlich betreut. Mehrmals reiste er nach Ägypten, betreute die Baustelle und überprüfte den Baufortschritt. Den Gebäudekomplex bezeichnet er selbst als "künstlerisch gestalteten Zweckbau", der zum Unterschied von vielen anderen modernen Gebäuden die Kultur der Region widerspiegelt. Dieser architektonische Grundsatz zieht sich durch alle Gebäude, die Christian Hitsch entwirft, seien es nun heimische Projekte wie das Seniorenheim in Puch oder das Kulturzentrum St. Jakob oder auch internationale Aufträge wie ein Schulbau in Libanon oder eine AIDS-Station in Afrika.

Bei seiner von beeindruckenden Bildern umrahmten spannenden Erzählung über das Schulprojekt in Luxor lässt Christian Hitsch für seine Zuhörer die Entstehung des Projektes Revue passieren und nimmt sie mit auf eine Reise ins Land am Nil.

Bildergalerie

Bilder vom Schuldorf in Ägypten
Ein in Bilder umgewandeltes pdf mit Informationen über das Schuldorf

Text des pdf

Die Geburt der Waldofschule "Hebet-el-Nil" in Ägypten

Am Fusse der Königsgräber bei Luxor erntet ein Bauer seine Karotten. Sein Bruder kocht sie. Ein anderer Bruder stellt am Ufer des Nils ein paar Tische und Stühle hin. Fertig ist das Restaurant. Als ich, Nathalie Kux, Sprachgestalterin und Schauspielerin, mich hier nach einer Kulturreise im Sommer 2015 am Mangosaft erfrische, kommt auch eine Flasche Olivenöl aus Sekem (www.sekem.com) auf den Tisch. Mohamed ist vor 2 Jahren dort gewesen: « Ganz Ägypten sollte so sein! », träumt er - oder zumindest soll etwas in diesem Sinne auf seinem gepachteten Land für die zahllosen Kinder entstehen.

An so einem schönen Wunsch kann ich nicht vorübergehen ohne zu überprüfen, ob er einen Weg in die Realität findet. So fahren wir nach Sekem und lassen uns die ersten Schritte für eine Schulgründung erklären und wie es mit der Waldorflehrerausbildung in Ägypten aussieht.

Diese verläuft für diplomierte Staatsschullehrerinnen auf rein praktische Weise, indem sie es tun und dabei begleitet und zu erweiterten Unterrichtsmethoden angeregt werden.

Wir machen uns also auf die Suche nach einem Waldorflehrer in der Schweiz und auf die Suche nach Staatsschullehrerinnen in Luxor. In Ägypten besteht Schulpflicht, doch nur etwa 1/3 der Kinder geht zur Schule. Dort sitzen 70 in einer Klasse, vorne steht der Lehrer mit dem Stock in der Hand, es wird im Chor gebrüllt, wenn nötig geschlagen. Das Bildungsniveau ist eines der tiefsten auf der Welt. Einige der frustrierten Lehrerinnen, mit denen wir ins Gespräch kommen, wollen etwas Neues probieren, etwas wo von der Beziehung zwischen Lehrer und Schüler ausgegangen wird und wo das Lernen Freude macht. Der ägyptische Verein Hebet ei-Nil (Gabe des Nils) Foundation for developement wird gegründet.

Aus der Schweiz kommt Roland Steinemann, der weitgereiste Waldorflehrer, auch Marina Meier, die junge dynamische Kindergärtnerin. Sie geben Seminare über die Entwicklung des Kindes, zeigen praktisch kreative, freilassende Unterrichtsmethoden, und ich rege die acht Lehrerinnen zu künstlerisChen Übungen an.

Im Sommer 2016 wird eine Villa mit 4 Räumen gemietet und die Genehmigung für den Kindergarten erteilt. Kaum ist ausgesprochen, dass Kinder aufgenommen werden, kommen sie mit ihren Eltern aus allen Winkeln angeeilt. Wir müssen uns schweren Herzens auf 60 beschränken. Es ist jeder Tag ein Fest! Ein Fest der Entdeckung von Entwicklungsmöglichkeiten. Alles ist neu, das Malen, Singen, Tanzen, Balancieren und Schaukeln, die Bauklötze, Puppen, Geschichten, der Sand mit Wasser... Die Eltern verstehen zunächst nicht, warum die Kinder nicht schon mit vier Jahren lesen und schreiben lernen. Doch bald staunen sie, wie ihr Kind sich als Persönlichkeit und im Sozialen entwickelt. Es springt schon vor Sonnenaufgang aus dem Bett und abends erzählt der Vater seiner Tochter eine Geschichte - wenn sie ihm wieder dieses schöne Lied aus dem Kindergarten singt.

Ein Wandertag wird eingeführt. Die Dorfbewohner kommen aus ihren Ställen und von ihren Feldern, um der fröhlichen Kinderschar zuzuwinken, wenn sie am Nil entlang zu den Bananenfeldern zieht. Abends fragen die Eltern ob der fantasievollen Erzählungen ihrer Kinder besorgt bei der Lehrerin nach: «Wo gibt es denn hier Giraffen und Löwen?» Damit die Schulgenehmigung erteilt wird, muss sich das Grundstück für die geplante Schule im Besitz des Schulvereins befinden. Innert vier Jahren muss das Schulgebäude errichtet werden.

Dank eines freigiebigen, idealistischen Bauern und einer grossen Spende aus Österreich konnte der Schulverein im Frühjahr 2017 ein Grundstück von 2 600 Quadratmetern erwerben.

Die Schulgenehmigung als «community school » für die 1. - 6. Klasse wurde erteilt! Am 9. September begannen 24 Kinder mit ihrer Lehrerin die 1. Klasse an der Hebet ei-Nil Schule!

Sie darf nur noch kurze Zeit in der gemieteten Villa bleiben. Mit einem lokalen Architekten wird ein Gebäude für die ersten drei Klassen und eines für den Kindergarten entworfen und ausgeführt; es wird durch Spenden finanziert. Um die Genehmigung für eine Gesamtschule zu erhalten, muss die Finanzierung des Schulbaus bis zur 12. Klasse gesichert sein. Darum suchen wir im kommenden Jahr Unterstützung in der Höhe von ca. 60'000 Franken.

Alle laufenden Kosten müssen derzeit noch aus Europa gedeckt werden, da ägyptische Subventionen erst nach dreijährigem Bestehen beantragt werden dürfen.

Nur die Hälfte der 75 Kinder können das Schulgeld von jährlich 90 Franken bezahlen. Ein Lehrerinnengehalt beträgt monatlich 80 Franken. Die dankbaren Kinder, Lehrerinnen und Initiantinnen rufen ihren Unterstützerinnen in Europa ein herzliches «Shokran» zu! Jeder Beitrag ist willkommen!

Die Hebet-el-Nil Waldorfschule wächst und gedeiht, nach innen wie nach außen

«Hadanti je Hadanti - halas ja tipki hagiga - habniki tuba tuba - wa el helm hajibga hagigaa»

«Kindergarten! Mein Kindergarten - bald bist Du fertig - Ziegel auf Ziegel werd ich Dich bauen - mein Traum wird Wirklichkeit werden»

Die Kindergarten-Kinder sind zum neuen Schulgelände bei den Bananenfeldern gewandert, um den Bauarbeitern Mut und Dank zu singen und für sie zu tanzen. Bei glühender Sonne helfen alle kleinen Hände mit Begeisterung mit, tragen die Balken für das Holzgerüst von hier nach dort, werfen die Ziegelsteine von oben nach unten in die Baugrube, dürfen den Mörtel aufstreichen und die nächste Reihe Ziegel auflegen. Sie sind selig und stolz, an ihrer neuen Schule mitzubauen! Die Arbeiter und Architekten freuen sich über dieses Geschenk und verstehen jetzt besser, welcher Geist in diese Räumen einziehen will.

Im Frühjahr 2018 konnte mit dem Bau der Umfassungsmauer und des Kindergartens begonnen werden. Mittlerweile wird auch an dem Administrationshäuschen gebaut, welches als Provisorium für die 1. und 2. Klasse dienen soll, wenn im November alle Kinder aus der gemieteten Villa ausziehen müssen. Der Bau für die 1. - 6. Klasse der Grundschule sowie ein Gebetshaus sind für Winter 2018/2019 geplant. Der österreichische Architekt Chnstian Hitsch hat in Anlehnung an den ägyptischen Architekten Hassan Fathy (1900 - 1989) ein kleines Schuldörfchen entworfen, das ganz im Stile des Landes und zugleich ein Ausdruck der intendierten Pädagogik ist. Alle Gebäude haben einen Dreiklang in sich, jedes ist einzigartig in seiner Form und alle zusammen bilden doch einen gemeinsamen Stil. So wird der Kindergarten aus zwei Kuppelräumen bestehen, was hier sehr üblich ist Der Schultrakt wird aus Sechsecken gebildet, der spätere Handwerkstrakt mit Saal besteht aus Arkaden unten und einem Tonnengewölbe oben. Es wird mit Ziegel und Lehm gebaut, doppelwandig, sodass es innen rc kühler ist als aussen, mit Augenmerk auf Schattenbereiche und Durchzugsmöglichkeiten.

Das «Tajeb Construction Office» in Luxor wird von drei Architekten geleitet. Sie haben die Bauausführung übernommen. Es besteht eine wunderbare anregende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten. Ein besonderer Segen liegt über dem ganzen Unternehmen insofern, als zwei der Architekten Sohn und Neffe des geistigen Oberhauptes des sunnitischen Islams Scheich Ahmad Mohammad al-Tayyeb sind, der im Nachbarort der Schule lebt. Zwei spirituelle Strömungen begegnen und befruchten sich - in der Liebe zu dem künstlerischen Bau von Räumen, welche der Entwicklung zum Menschen dienen sollen. Es herrscht ein inniger Austausch untereinander. Islam, Sufismus, Christentum, Anthroposophie; es zeigt sich alles in sehr berührender Weise miteinander verwandt.

In Kindergarten und Schule gibt es in dem neuen Schuljahr mittlerweile 96 Kinderl Und eine lange Warteliste... Ob auf der West-oder Ostseite des Nils - die Hebet ei-Nil Schule ist eine Berühmtheit. Manch ein Bauer kommt und erklärt «er habe auch Land» «ob die Foundation dort nicht auch eine Schule bauen möchte?» Die Inspektoren vom Unterrichtsministerium sind sprachlos, wie so ein gutes Benehmen, eine Lernfreude und handwerkliche Geschicklichkeit sowohl bei den Kindern als auch bei den Lehrerinnen erreicht werden kann - ohne Stockschläge, ohne Auswendiglernen und ohne Computer? Sie wollen die Lehrerinnen abwerben, damit sie ihre Kolleginnen in den staatlichen Schulen fortbilden!

Doch da müssen sie noch ein paar Jahre warten. Nun wollen diese selber erst noch mehr lernen und vertiefen. Karin Eckstein (Klassenlehrerin im Ruhestand der Rudolf Steiner Schule Basel) hat die Weiterbildung in Waldorfpädagogik übernommen. Sie kommt regelmässig und arbeitet mit den Lehrerinnen am Unterstufenlehrstoff sowie am Methodisch- Didaktischen. Auch Marina Meier, die Kindergärtnerin, begleitet weiterhin den Kindergarten mit Rat und Tat. Aus Sekem ist der Eurythmie- und Sportlehrer Waghie für eine Woche gekommen. Nissma, eine Hebet ei-Nil Lehrerin, geht regelmässig nach Sekem und erhält da Anregungen für ihren Unterricht in «schöner Bewegung». Auch die künstlerischen Übungen in Sprache, Bewegung, Malen, Musizieren pflegen die Lehrerinnen täglich weiter. Und mit einem jungen ägyptischen Lehrer Mohamed Mawazini aus Kairo, Student am Lehrerseminar in Stuttgart, haben sie im Sommer begonnen, die ersten Vorträge aus der «Allgemeinen Menschenkunde» von Rudolf Steiner ins arabisch zu übersetzten. Eine WeItpremiere. Nun dringen sie ganz anders, viel intensiver in die Inhalte der anthroposophischen Pädagogik und Menschenkunde ein. Sie finden Antworten, Richtungen für ihre Fragen und Parallelen zu den ihnen wertvollen Inhalten aus dem Koran. Sie beginnen selbständig Wurzel zu fassen in ihrem Innern für die Inhalte ihrer Schule. Es eröffnen sich der Hebet- ei-Nil Gemeinschaft neue Räume - nach innen - nach aussen - zu ihrem «Tempel-Bau».

Möge ihnen der Mut und die Hingabe erhalten bleiben - mögen sie weiterhin Freunde und Förderer in Europa linden! Diesen sei vom Nil aus der herzlichste Dank gesendet! Durch Preiserhöhung im ganzen Land haben sich seit Juli die Baukosten verdoppelt. Für die Grundschule werden noch 160.000 Franken benötigt.

110 Franken beträgt ein monatliches Lehrergehalt. Schulgebühren für ein Kind betragen jährlich 150 Franken.

Nathalie Kux: nathalie.kux@gmail.com

www.hebet-el-nil.org

Spendenvermerk: Hebet ei-Nil Ägypten

Schulprojekt-Beschreibung "Hebet ei-Nil" Luxor Ägypten

Auf einer Kulturreise durch Ägypten im Sommer 2015 komme ich in Kontakt mit Bauern in AI-Ba'irat einer Ansammlung von 8 Dörfern im Umfeld von Luxor. Aufgrund der unbefriedigenden Schulbildung in Ägypten entsteht unter ihnen die Initiative, eine Schule mit erweiterter Pädagogik zu gründen. Viele Menschen sind Analphabeten. Ägypten gehört zu den Ländern mit dem niedrigsten Schulniveau der Welt. April 2016: Die NGO "Hebet ei-Nil Foundation for Development" wird gegründet. ("Hebet ei-Nil" heisst auf arabisch "Gabe des Nils") siehe www.hebet-el-nil.org

Es sollen folgende Vereinsziele realisiert werden: Betreiben eines Kindergartens, einer Grundschule, einer Mittelschule und einer Berufsschule. Dazu auch Verbesserung des Gesundheitswesens und des Umweltbewusstseins. Evtl. eine Einrichtung für Menschen mit besonderen Anforderungen und Beeinträchtigungen.

Die Initiatoren sind der Vereinsvorstand Mohamed Amin Mohamed Hassan (Abteilungsleiter der Gesundheitsbehörde), Hala Amin Mohamed Hassan (Lehrerin und Bibliothekarin) und Abd el-Rahim Hassan Mohamed (Lehrer und Buchhalter) aus Ägypten, sowie Nathalie Kux (Schauspielerin) aus der Schweiz. Das Schukprojekt wird kurz darauf in AI Ba'irat bei Luxor realisiert durch die Foundation, das Lehrerkollegium, die Elternschaft, den Board of Trustees mit der Unterstützung der "Freunde der Erziehungskunst" und dem Verein "Acacia" in Europa.

17.09.2016: Eröffnung des Kindergartens "Hadana Hebet ei-Nil" mit 60 Kindern der ärmeren Landbevölkerung in Räumen einer gemieteten Villa.

Frühjahr 2017: Die amtliche IDARA-Studie wird erstellt, um statistisch die Schulsituation von Al-Ba'irat aufzuzeigen und den Bedarf einer neuen Schule zu dokumentieren.

27.3.2017: Erwerb des 2600 m' grossen Grundstückes durch eine private Spende aus Österreich in Höhe von 43.500 €.

Juli 2017: Die Genehmigung für eine Community-School (Schule für die Armen) wird vom ägyptischen Unterrichtsministerium erteilt.

09.09.2017: Eröffnung der Community School "Madressa Hebet ei-Nil" mit 21 Kindern in der l.Klasse. Die Hebet ei-Nil Schule wird von ägyptischen diplomierten StaatschullehrerInnen auf arabisch betrieben. Diese erhalten regelmässig und kontinuierlich Fortbildungen in erweiterten Unterrichtsmethoden durch einen Waldorflehrer und eine Kindergärtnerin aus der Schweiz und arbeiten an ihrer eigenen Entwicklung durch fortlaufende künstlerische Tätigkeit und Kinderbeobachtung.

Die Schule von Sekem in Bilbeis, nördlich von Kairo arbeitet eng mit der Hebet ei-Nil Schule zusammen. Es kommen GastlehrerInnen von dort nach Luxor, die LehrerInnen aus Luxor gehen in die Sekem-Schule zur Hospitation. Die staatlichen Inspektoren begrüssen die Unterrichtsweise der Hebet ei-Nil Schule und möchten Teile davon in das staatliche Schulwesen übernehmen.

Die Hebet ei-Nil Foundation for Development und die Hebet ei-Nil Schule sind dem ägyptischen Ministry Of Social Solidarity unterstellt.

Die Gehälter für die 9 LehrerInnen sind für 3 Jahre (2017-2020) gesichert (27.000 €). Sie kommen von privaten Spendern aus Europa. Evtl. ist es nach 3 Jahren möglich, von Stiftungen in Ägypten Zuschüsse zu erhalten. Vom Staat sind derzeit keine Subventionen zu erwarten.

Es werden jährlich 24 neue Kinder aufgenommen. Die Schulgebühren der Kinder kommen zu 50% von den Familien, zu 50% aus Patenschaften von Europa über die "Freunde der ErziehungskullSt" in Berlin, "Acacia - Fonds für Entwicklungszusammenarbeit" in Basel sowie "Hermes-Österreich"in Salzburg.

Die Jahres-Rechnungen 2016 sowie 2017 und 2018 sind positiv.

Nächstes Ziel war die Erstellung des Kindergarten - und Schulbaues auf dem eigenen Gelände. Es fanden folgende Schritte dazu statt:

Im Oktober 2017 wurde mit der ägyptischen Architektin Ms. Eng. Shaima Yassin eine Machbarkeitsstudie mit ersten Plänen und Kostenrechnungen erstellt.

Im Januar 2018 wurden die Entwürfe für den Bau des Schulkomplexes durch Christian Hitsch entworfen. Von dem ägyptischen Architekten Mr. Eng. Muhandis Machmoud bei "Tajeb Construction Office" EgyptlLuxorrrelevisionstreet werden daraus die Baupläne und die Bau-Kostenrechnung fertiggestellt . Die Hebet ei-Nil Foundation beauftragt dieses Baubüro mit der Bauplanung und der Bauausführung. Im März wurde ein 1000 m2 grosses Stück Land dazu gekauft zum Preis von 26.500 Euro.

Im Apri 12018 wurde die Gründstücksmauer errichtet.

Im Mai 2018 wurde mit dem Kindergartenbau begonnen.

Im August 2018 wurde mit dem Bau von Administration und Mensa begonnen, welches bis zur Fertigstellung des Schulgebäudes als provisorische Klassenräume für 2-3 Klassen genutzt wird.

25. November 2018 Einzug in die neuen Gebäude.

1. Juli 2019 Baubeginn der Grundschule (1.- 6. Klasse).

Im Winter 202112022 soll mit dem Bau für Mittelstufe, Handwerk, Theatersaal begonnen werden.

Nathalie Kux, Oktober 2019

Bankverbindungen:
Spendenkonto in Deutschland:
Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners, Weinmeisterstr. 16, D-10178 Berlin
bei der GLS Gemeinschaftsbank, Bochum, Deutschland
IBAN DE47 4306 0967 0013 0420 10
BIC GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Hebet ei-Nil Schule Luxor
Spendenkonto in der Schweiz:
ACACIA - Fonds für Entwicklungszusammenarbeit, Eisengasee 5, CH-4051 Basel
bei der Freien Gemeinschaftsbank BCL, CH-4001 Basel
IBAN CH93 0839 2000 0040 0800 6
BIC BLKBCH22
Verwendungszweck: Hebet ei-Nil Schule Luxor
Spendenkonto in Österreich:
HERMES - Österreich beim Bankhaus Spängier in SaIzburg
Konto: AT86 1953 0001 0063 0000
Verwendungszweck: Hebet ei-Nil Schule Luxor

Quellen