Brechelbad in Webersberg

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Das historische Brechelbad, das 2014 abgebrannt war.
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Das Brechelbad in Webersberg, auch Brechelstube, Badstube oder Haarstube genannt, ist ein historisches Gebäude, das 2014 abgebrannt und später wieder aufgebaut wurde. Es steht im Ortsteil Webersberg in der Gemeinde Seeham im Flachgau.

Geschichte

Das Brechelbad im Webersberg gehört zum Anwesen des Paulsepplbauern in Seeham-Webersberg. In den 1880er-Jahren errichteten die Vorfahren Steiners eine Holzhütte. Sie wurde über Generationen zur Verarbeitung von Flachs zu Leinen verwendet. Bis in die 1950er-Jahre wurde dort noch der Flachs gebrechelt, d. h. aufbereitet. Johann Steiner, 'Paulsepplbauer', hatte die Hütte um das Jahr 2000 revitalisiert und darin ein kleines Museum rund um den Flachs und seine Verarbeitung eingerichtet und gleichzeitig einen außergewöhnlichen Veranstaltungsort gestaltet. Von der dortigen Anhöhe bietet sich zudem ein Panorama über den Obertrumer See.

Für seine Eltern hatte das Brechelbad keinen besonderen Stellenwert gehabt. Er erzählt, dass die Flachsverarbeitung mit harter Arbeit verbunden war. Daher war es seinen Eltern nicht so wichtig, dass es erhalten bleibt. Sein Vater habe das Gebäude schließlich zum Lagerplatz für ausgediente landwirtschaftliche Geräte gemacht und wollte "irgendwann" darin Kalbinnen unterbringen.

Mit den Jahren entdeckte Steiner seine Wertschätzung für die alte Hütte. Er hatte den Erzählungen seiner Eltern, die über Jahre in der Hütte geschwitzt und geschuftet hatten, zugehört. Und eine alte Frau, die das ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammende Auszugshaus der Familie bewohnte, aber auch hegte und pflegte, hinterließ bei Johann Steiner einen bleibenden Eindruck.

1999 stand die Entscheidung an: Abreißen oder sanieren. Steiner entschied sich für Letzteres, zerlegte die Hütte in ihre Einzelteile und versetzte sie bei dieser Gelegenheit um ein Stück. Denn ursprünglich gehörte das Brechelbad drei Bauersfamilien, die aber kein Interesse mehr an dem Gebäude hatten.

2000 ging nach aufwendiger Renovierung für den Landwirt ein Traum in Erfüllung. Er machte aus der vormaligen Brechelhütte ein privates Flachsmuseum, in dem er die einzelnen Arbeitsschritte anhand alter Gerätschaften wie dem Schwingrad, dem Flachsbrechel oder dem Riffel veranschaulichte. Bald wurde das Museum weitum bekannt. Auch Veranstaltungen und kleinere Hochzeiten fanden dort statt.

In der Silvesternacht 2014/2015 brannte es bis auf die Grundmauern ab. Bei Vorbereitungen zur Silvesterfeier war der Ofen überhitzt und hatte alles in Schutt und Asche gelegt. Johann Steiner ließ sich aber nicht unterkriegen. Ein Landwirt in Perwang hatte von dem Unglück gehört und bot dem Paulsepplbauer das Holz seiner alten Scheune zum Kauf an. Steiner fand einen Zimmermann, der sich auf die traditionelle Bauweise versteht (es werden nur Holznägel verwendet) und machte sich 2015 mit Helfern im Herbst an den Wiederaufbau. Auch der Innenausbau erfolgte möglichst mit alten Materialien. Kamin und Ofen, das Herzstück eines Brechelbads, wurden neu gesetzt. Die alten Ziegeln hat sich Steiner im Waldviertel besorgt.

2017 konnte Steiner sein Brechelbad wieder eröffnen. Schautafeln informieren nun an den Innenwänden über das Handwerk des Flachsbrechens, alte Leinenwäsche sowie -kleidung – zum Teil von Besuchern gespendet, zum Teil aus dem Fundus des Salzburger Landestheaters – zeigen, was aus dem lila blühenden Flachs letztlich hergestellt wurde.

Erreichbarkeit

Von Obertrum am See kommend zweigt vor dem Ortsteil Matzing nach links die Webersbergstraße ab, die über Gimelsberg nach Webersberg auf etwa 600 m ü. A. hinauf führt.

Weblinks

Quellen

  • sn.at, 27. September 2026: Altes Handwerk vor dem Vergessen bewahrt: In Seeham lebt das Brechelbad weiter. Ein Beitrag von Susanna Berger.