Winterdienst am Salzburger Flughafen
Dieser Artikel berichtet über den Winterdienst am Salzburger Flughafen.
Über den Winterdienst
Mit einer Räumbreite von 40 Metern benötigt das Winterdienstteam rund zehn Minuten für die gesamte Piste. Zuerst wird die Start- und Landebahn geräumt, danach Rollwege und Vorfeld.
Der Operations Airside Duty Manager' (ADM) kontrolliert regelmäßig die Bedingungen und entscheidet mithilfe eines Skiddometers über nötige Einsätze. Eine Glatteiswarnanlage mit drei Sensoren liefert zusätzliche Temperatur- und Feuchtedaten. Vor jedem Einsatz erfolgt eine enge Abstimmung zwischen Austro Control und dem ADM.
Winterdienst-Fuhrpark
Dem Winterdienstteam stehen aktuell (Winter 2025/2026) 17 Fahrzeuge für die mechanische Flächenreinigung zur Verfügung. Die eigentliche Räumkolonne umfasst neun Kehrblasgeräte, eine Hochleistungsfräse, eine Handschneefräse sowie einen Unimog und wird von einem Räumkommandanten geführt. Ergänzend kommen große Schneefräsen zum Einsatz, die angesammelten Schnee verteilen oder für den Abtransport auf Lkw verladen. Die Schneemassen gelangen anschließend auf Abtauflächen innerhalb des Flughafens. Bei Bedarf arbeiten diese Geräte durchgehend rund um die Uhr. Verschiedene Kleingeräte für Detailarbeiten, etwa in den Hangars (GAC) oder auf Vorfeldparkflächen, ergänzen den Fuhrpark.
Enteisungsdienst
Im Enteisungsdienst arbeiten pro Schicht zwölf Personen; über die gesamte Wintersaison hinweg sind rund vierzig Mitarbeitende für die Flugzeugenteisung vorgesehen. Für diese Einsätze stehen vier Fahrzeuge des Typs Vestergaard Beta Elephant bereit. Die benötigte Zeit pro Enteisung variiert je nach Art und Stärke der Ablagerungen am Luftfahrzeug, etwa bei Eis, Schnee oder Reif, und liegt üblicherweise zwischen vier und fünfzehn Minuten. Im Jahresdurchschnitt werden etwa 650 Enteisungen durchgeführt.
Da der Flughafen Salzburg im Winter besonders stark ausgelastet ist, stellen Tage mit hohem Verkehrsaufkommen und gleichzeitigen Schneefällen eine besondere Herausforderung dar. Der Verbrauch an Enteisungsmitteln muss im Voraus sorgfältig abgeschätzt und die Lagerhaltung entsprechend geplant werden. Die Behandlung der Flugzeuge erfolgt direkt an der jeweiligen Abstellposition. Die eingesetzten Enteisungsflüssigkeiten sind zu 99 % biologisch abbaubar.
Wo immer es möglich ist, werden die Verkehrsflächen rein mechanisch gereinigt, also ohne den Einsatz von Taumitteln. Wenn chemische Unterstützung erforderlich ist, kommen geringe Mengen Kaliumformiat (KFOR), Urea (Harnstoff) oder Natriumformiat (NAFO) zum Einsatz; alle drei Stoffe sind biologisch abbaubar. Flüssige Taumittel werden mittels Großflächensprühern mit 40‑ bzw. 22‑Meter-Arbeitsbreite und GPS-Steuerung ausgebracht.
Die Räum- und Streuarbeiten auf den landseitigen Bereichen des Flughafens übernimmt ein extern beauftragtes Unternehmen.
- Erklärung zur Enteisung von Flugzeugen
Bereits geringe Mengen von Schnee, Eis oder Reif auf Tragflächen oder Leitwerk können die aerodynamischen Eigenschaften eines Flugzeugs deutlich beeinträchtigen. Gefrorene Ablagerungen machen die Oberfläche uneben, wodurch die Luftströmung früher abreißt. In der Folge sinkt der erzeugte Auftrieb, während der Widerstand zunimmt. Unter ungünstigen Bedingungen kann dies dazu führen, dass das Flugzeug schon bei vergleichsweise niedriger Geschwindigkeit in einen Strömungsabriss gerät.
Daher werden Flugzeuge im Winter vor dem Abflug zunächst von einer sich bereits gebildeten Eisschicht befreit. Das dabei verwendete Mittel wird von einem speziellen Fahrzeug aus über die Tragflächen, das Leitwerk und die Fluggastzelle gesprüht. Im nächsten Arbeitsschritt wird die Oberfläche mit einem speziellen Mittel behandelt, das einen schützenden Film bildet und so verhindert, dass sich bis zum Abflug erneut Eis ansetzt.
- Können Flugzeuge während des Flugs nicht ebenfalls vereisen?
Grundsätzlich kann sich auch in der Luft wieder Eis an einem Flugzeug bilden. Um dies zu verhindern, stehen dafür spezielle Systeme zur Verfügung: Anti-Ice- und De-Ice-Einrichtungen, etwa beheizte Vorderkanten der Tragflächen oder elektrisch erwärmte Cockpitscheiben und Sensoren. Diese Technik ist ausschließlich für den Einsatz im Flug vorgesehen und eignet sich nicht, um ein am Boden vereistes Flugzeug startbereit zu machen. Zudem unterscheidet sich die Vereisung am Boden häufig deutlich von der Eisbildung, die in Wolken entsteht.
- Winterdienstfahrzeuge
Bild 1 und 2: Ein Spezialreinigungsfahrzeug.
Bildergalerie
- 8. Jänner 2026
- Ein Tag im Winterdienst
Bild 1: 8. Jänner 2026: 06:00 Uhr, eine Lufthansa-Maschine wird startbereit gemacht, die kurz nach 6 Uhr starten wird.
Bild 2: 8. Jänner 2026: 06:10 Uhr, der Winterdienst ist bereit auf den Pisten in Aktion.
Bild 1: 8. Jänner 2026: 08:30 Uhr, die Fahrzeuge des Winterdienstes räumen das Vorfeld.
Bild 2: 8. Jänner 2026: 08:40 Uhr, das Vorfeld ist bereits fast geräumt.
Bild 3: 8. Jänner 2026: 08:50 Uhr, finale Räumarbeiten auf dem Vorfeld
Bild 1: 8. Jänner 2026: 16:50 Uhr, Schneefall hat eingesetzt. Der Winterdienst wartet auf seinen Einsatz.
Bild 2: 8. Jänner 2026: 18:50 Uhr, die Räumkolonne ist auf dem Vorfeld unterwegs.
Bild 3: 8. Jänner 2026: 19:40 Uhr, auf dem Vorfeld wird eine Maschine "enteist".
- Einzelbilder
Bild 1:
Bild 2:
Bild 3:
Bilder
Winterdienst am Salzburger Flughafen – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- salzburg-airport.com
- Webcam auf dem Salzburger Flughafen
- 20min.ch
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