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Matrei – damals noch „Windisch-Matrei“ oder „Windisch-Matrai“ – gehörte ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts zum [[Erzbistum (Überblick)|Fürsterzbistum Salzburg]] und teilte das politische Schicksal des [[Bundesland Salzburg|Landes Salzburg]] noch bis 1810; nach der Niederringung Napoleons kam es zu Tirol.
 
Matrei – damals noch „Windisch-Matrei“ oder „Windisch-Matrai“ – gehörte ab dem Beginn des 13. Jahrhunderts zum [[Erzbistum (Überblick)|Fürsterzbistum Salzburg]] und teilte das politische Schicksal des [[Bundesland Salzburg|Landes Salzburg]] noch bis 1810; nach der Niederringung Napoleons kam es zu Tirol.
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Als Teil des Fürsterzbistums Salzburg bestand das Land- oder [[Pflegegericht]] Windisch-Matrei noch aus 28 Rotten oder Steuergemeinden, von denen 16 im heutigen Gemeindegebiet (Matrei-Markt und Matrei Land (so die spätere Bezeichnung der [[Katastralgemeinden im Land Salzburg| Katastralgemeinden]]) auch 12 im – vom Iseltal westwärts ansteigenden – Defereggental (das also nur teilweise zu Salzburg gehörte) liegen.
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Als Teil des Fürsterzbistums Salzburg bestand das Land- oder [[Pflegegericht]] Windisch-Matrei noch aus 28 Rotten oder Steuergemeinden, von denen 16 im heutigen Gemeindegebiet (Matrei-Markt und Matrei Land [so die spätere Bezeichnung der [[Katastralgemeinden im Land Salzburg|Katastralgemeinden]]]) und zwölf im – vom Iseltal westwärts ansteigenden – Defereggental (das also nur teilweise zu Salzburg gehörte) liegen.
    
==== Namensgebung ====
 
==== Namensgebung ====
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Kirchlich gehörte Matrei seit der [[811]] durch Karl den Großen erfolgten Festlegung der Diözesangrenzen zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]], weltlich jedoch noch zum Herzogtum Kärnten, genauer zum Lurngau.  
 
Kirchlich gehörte Matrei seit der [[811]] durch Karl den Großen erfolgten Festlegung der Diözesangrenzen zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]], weltlich jedoch noch zum Herzogtum Kärnten, genauer zum Lurngau.  
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Eine Tochter des Grafen Wolfrat II.von Treffen, Wilbirgis, brachte bei ihrer Heirat mit dem Grafen Heinrich von Lechsgemünd, dessen Herrschaftsbereich im [[Oberpinzgau]] lag, die Besitzungen und Burgen von Lengberg und Matrei in die Ehe ein. Nach ihrem Tod verkaufte ihr Gatte all seine Besitzungen im Jahr [[1207]] für 2850 Mark Silber dem [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]]. Nur den Ertrag der Herrschaft Lengberg behielt Heinrich bis zu seinem Tod.  
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Eine Tochter des Grafen Wolfrat II. von Treffen, Wilbirgis, brachte bei ihrer Heirat mit dem Grafen Heinrich von Lechsgemünd, dessen Herrschaftsbereich im [[Oberpinzgau]] lag, die Besitzungen und Burgen von Lengberg und Matrei in die Ehe ein. Nach ihrem Tod verkaufte ihr Gatte all seine Besitzungen im Jahr [[1207]] für 2850 Mark Silber dem [[Salzburger Erzbischöfe|Salzburger Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]]. Nur den Ertrag der Herrschaft Lengberg behielt Heinrich bis zu seinem Tod.  
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Nach dem Tod Heinrichs entbrannte zwischen Salzburg und Aquileia, Friaul, Italien, ein Streit um den Besitz u.a. von Matrei und Lengberg. Ein Schiedsgericht legte schließlich im Jahr [[1212]] fest, dass alle Güter der Kontrahenten an den jeweiligen Inhaber des Diözesangebiets übergehen sollten. Dadurch fielen Matrei und Lengberg, weil im Salzburger Diözesangebiet gelegen, an das [[Erzdiözese Salzburg|Erzbistum Salzburg]].
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Nach dem Tod Heinrichs entbrannte zwischen dem Erzbischof von Salzburg und dem Patriarchen von Aquileia (Friaul, Italien) ein Streit um den Besitz u.a. von Matrei und Lengberg. Ein Schiedsgericht legte schließlich im Jahr [[1212]] fest, dass alle Güter der Kontrahenten an den jeweiligen Inhaber des Diözesangebiets übergehen sollten. Dadurch fielen Matrei und Lengberg, weil im Salzburger Diözesangebiet gelegen, an das [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum Salzburg]].
    
==== Matrei als Teil Salzburgs ====
 
==== Matrei als Teil Salzburgs ====
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Im November und Dezember 1809 verlagerten sich die letzten Gefechte nach Osttirol. Der Matreier Pflegsverwalter Ägidius Kienberger versuchte, die Matreier aus dem herannahenden Kampfgeschehen herauszuhalten, was ihm jedoch nicht gelang. Am [[24. Dezember]] drangen die Franzosen schließlich in Matrei ein und bezogen Quartier im Ort. Da man der gesuchten Schützenführer [[Anton Wallner]] und [[Johann Panzl]] nicht habhaft werden konnte, richtete man stattdessen am [[29. Dezember]] Franz Obersamer und Johann Weber hin.
 
Im November und Dezember 1809 verlagerten sich die letzten Gefechte nach Osttirol. Der Matreier Pflegsverwalter Ägidius Kienberger versuchte, die Matreier aus dem herannahenden Kampfgeschehen herauszuhalten, was ihm jedoch nicht gelang. Am [[24. Dezember]] drangen die Franzosen schließlich in Matrei ein und bezogen Quartier im Ort. Da man der gesuchten Schützenführer [[Anton Wallner]] und [[Johann Panzl]] nicht habhaft werden konnte, richtete man stattdessen am [[29. Dezember]] Franz Obersamer und Johann Weber hin.
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Nachdem Österreich in diesem Krieg (abermals) Napoleon unterlegen war, trennten sich die Wege Salzburgs und Matreis. Napoleon ließ sich unter anderem Salzburg und Kärnten abtreten, wobei er Salzburg gegen Gebiete einzutauschen wünschte, die seinem Verbündeten [[Bayern]] gehörten. Im diesen Gebietsabtausch regelnden Vertrag von Paris gab Bayern u.a. den östlichen Teil auf, und dieser wurde mit Matrei, Kärnten und noch weiter südöstlich gelegenen, von Österreich abgetretenen Gebieten zu den Illyrischen Provinzen Frankreichs vereinigt.
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Nachdem Österreich in diesem Krieg (abermals) Napoleon unterlegen war, trennten sich die Wege Salzburgs und Matreis. Napoleon ließ sich unter anderem Salzburg und Kärnten abtreten, wobei er Salzburg gegen Gebiete einzutauschen wünschte, die seinem Verbündeten [[Bayern]] gehörten. Im diesen Gebietsabtausch regelnden Vertrag von Paris gab Bayern u.a. den östlichen Teil des heutigen Osttirol auf, und dieser wurde mit Matrei, Kärnten und noch weiter südöstlich gelegenen, von Österreich abgetretenen Gebieten zu den Illyrischen Provinzen Frankreichs vereinigt.
    
Damit endet nach sechs Jahrhunderten auch die Zugehörigkeit Matreis zu Salzburg. Matrei wurde 1813 durch österreichische Truppen von der französischen Herrschaft befreit und durch den Wiener Kongress 1815 endgültig Österreich zugesprochen; Kaiser Franz vereinigte es mit Tirol. Salzburg blieb noch bis 1816 bei Bayern.  
 
Damit endet nach sechs Jahrhunderten auch die Zugehörigkeit Matreis zu Salzburg. Matrei wurde 1813 durch österreichische Truppen von der französischen Herrschaft befreit und durch den Wiener Kongress 1815 endgültig Österreich zugesprochen; Kaiser Franz vereinigte es mit Tirol. Salzburg blieb noch bis 1816 bei Bayern.  
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== Quellen ==
 
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Die historischen Ausführungen sind eine sehr gestraffte Fassung des Wikipedia-Artikels „Geschichte_Matreis_in_Osttirol".
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Die historischen Ausführungen sind im Wesentlichen eine sehr gestraffte Fassung des Wikipedia-Artikels „Geschichte Matreis in Osttirol".
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== Weblinks ==
 
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