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| | In diesem Rennen am [[6. Juli]] [[1947]] gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste. | | In diesem Rennen am [[6. Juli]] [[1947]] gewann Krackowizer die Junior-Klasse A bis 250 cm³ auf seiner Rudge in 44:32,8 min, gefolgt von den Salzburgern [[Fritz Walcher]] auf Imperial in 46:43,4 min und [[Richart Kwitt]] auf Puch in 46:43,4 min. Das Rennen führte über 15 Runden, was einer Distanz von 63 Kilometern entsprach (Rundenlänge: 4,2 km). Krackowizer lag dann auch im Senior-Rennen drei Runden in Führung, bevor er wegen eines Defekts aufgeben musste. |
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| − | Dies war der Beginn seiner bis [[1955]] dauernden Rennfahrerkarriere. Das Jahr [[1947]] wurde eines seiner erfolgreichsten Rennjahre. Er fuhr u.a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck beim Hungerburg-Rennen, in Graz-Lazarettsiedlung und Ries-Berg, Pötschenpass, sowie in Liechtenstein - Triesenberg. Rennergebnisse im Jahr [[1947]]: drei 1. Plätze, zwei Klassenrekorde, zwei 2. Plätze, zwei 4. Plätze - erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 cm³. | + | Dies war der Beginn seiner bis [[1955]] dauernden Rennfahrerkarriere. Das Jahr [[1947]] wurde eines seiner erfolgreichsten Rennjahre. Er fuhr u.a. Rennen in Österreich in Rankweil und Lustenau (Vorarlberg), Innsbruck beim Hungerburg-Rennen, in Graz-Lazarettsiedlung und Ries-Berg, Pötschenpass, sowie in Liechtenstein - Triesenberg (Anmerkung von Krackowizer: "''Viel Schotter gab’s und wenig Fränkli! Trotzdem hätte mein gemütlicher 4. Platz bei den Schweizer Experten noch zum Sieg gereicht''"). |
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| − | [[1948]] wollte er an der englischen Tourist Trophy teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Schweizer Grenze. In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen und am Norisring in Nürnberg, Ingolstadt sowie am Hockenheimring. Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil. | + | Seine Erfolgsbilanz [[1947]]: |
| | + | * drei 1. Plätze |
| | + | * zwei Klassenrekorde |
| | + | * zwei 2. Plätze |
| | + | * zwei 4. Plätze |
| | + | * Erfolgreichster Fahrer Österreichs der Klasse A bis 250 ccm |
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| − | Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Velocette KTT MK VIII 350 cm³, BSA "Gold Star", Lohner Roller, Norton, Puch u. a. [[1955]] beendete er dann seine aktive Rennfahrerlaufbahn. | + | [[1948]] wollte er an der englischen Tourist Trophy teilnehmen, scheiterte jedoch an fehlenden Grenzdokumenten an der Grenze zur Schweiz. In den folgenden Jahren fuhr er mit wechselndem Erfolg auch im Ausland, z. B. in Erlen und Olten (Schweiz), beim Schauinsland Bergrennen, Ingolstadt und am Norisring in Nürnberg sowie am Hockenheimring. Daneben nahm Krackowizer an Wertungsfahrten und Bergrennen in Österreich teil. |
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| | + | Zu den beiden Rennen [[1949]] in der Schweiz schreibt Krackowizer: |
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| | + | Erlen: "''...Ich sehe mich noch heute mit meinem Salzburger Freund [[Helmut Volzwinkler|Volzwinkler]], der eine schnelle 350er Norton fuhr, als Schlusslicht am Start stehen, weil wir die ungewohnte Art mit der Flagge von unten nach oben zu starten nicht kannten. Wir fuhren dann zwar bei Regen wie die Berserker dem entschwundenen Feld nach, und was meine Person anlangt, war ich maßlos überrascht, als ich einen Konkurrenten nach dem anderen aufholte und auf einmal sogar Fergus Anderson, der eine neue AJS "Boy Racer" fuhr, hinter mich brachte. Dann begann aber die Kupplung zu rutschen und da man damals noch keine, bei Fahrt von Hand verstellbaren Bodwenzüge besaß, gab ich das Rennen, etwa am fünften Platz liegend, auf, weil mir ohnehin das Wasser schon bei den Stiefeln herauslief...''"<br> |
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| | + | Auch der zweite Start in der Schweiz in Olten brachte ihm kein Glück. Wiederum verspätet vom Start weggekommen, fädelte er mit seiner Velocette 350 KTT MK VIII wie ein Slalomläufer eine Reihe vor ihm liegender Fahrer auf, bevor er sich in einer Kurve verbremste und sich in Holzbrettern wieder fand. Dabei war die Düsennadel aus ihrer Klammer geschleudert worden, und wie der Drehgriff aufzog, hob er nur den Schieber, nicht aber die Vergaser-Düsennadel auf - er musste das Rennen aufgeben. |
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| | + | Diese beiden Vorstellungen schienen den Veranstaltern vom Rennen in Bern Bremgarten 1950 nicht unentdeckt geblieben zu sein, denn sie lehnten freundlich die Anmeldung von Krackowizer ab... |
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| | + | Im Laufe der Jahre fuhr er verschiedene Motorradmarken: Velocette KTT MK III 350 cm³, BSA "Gold Star" 350 cm³, Rudge, Lohner Roller, Norton 500 cm³, AJS, Puch u. a. 1955 beendete er dann seine aktive Rennfahrerlaufbahn. |
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| | == Berufliche Laufbahn == | | == Berufliche Laufbahn == |
| − | Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom [[1951]] an der Wiener Wirtschaftsuni, ein Jahr später zum Titel Doktor der Wirtschaftswissenschaften, zur Fa. Eternit Hatschek in Vöcklabruck und [[1955]] zu [[Porsche]] nach [[Salzburg]] als Werbe- und Pressechef. In dieser Funktion organisierte Krackowizer 1964 einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf dem Kurs in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt. | + | Seine berufliche Laufbahn führte ihn über das Kaufmannsdiplom [[1951]] an der Wiener Wirtschaftsuni, ein Jahr später zum Titel Doktor der Wirtschaftswissenschaften, zur Fa. Eternit Hatschek in Vöcklabruck und [[1955]] zu [[Porsche]] nach [[Salzburg]] als Werbe- und Pressechef. In dieser Funktion organisierte Krackowizer [[1964]] einen Weltrekordversuch mit einem VW 1500 auf dem Kurs in Monza in Italien. Vier Weltrekorde wurden dabei mit dem Serienmodell aufgestellt. |
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| | Später wechselte er zu Mercedes Benz ([[1964]]) und dann zu British Leyland ([[1969]]). Zuletzt, ab [[1976]], war er als Public Relations Manager bei Chrysler Corporation (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) bis zu seiner Pensionierung [[1987]] tätig. | | Später wechselte er zu Mercedes Benz ([[1964]]) und dann zu British Leyland ([[1969]]). Zuletzt, ab [[1976]], war er als Public Relations Manager bei Chrysler Corporation (dann umbenannt in Talbot, schließlich fusioniert mit Peugeot) bis zu seiner Pensionierung [[1987]] tätig. |
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| | == Journalistische Tätigkeit == | | == Journalistische Tätigkeit == |
| − | Schon in seiner aktiven Rennfahrerzeit schrieb Krackowizer für Zeitungen. So war er [[1954]] auf Einladung von NSU am Hockenheim-Ring im Sattel einer Werks-NSU-Rennmaschine, der sogenannten Rennfox, unterwegs; auch eine 250 cm³-KTM -Racing testete er. So begann er im Auftrag von Motorradfirmen und -importeuren Fahrberichte über Motorräder zu schreiben. | + | Schon in seiner aktiven Rennfahrerzeit schrieb Krackowizer für Zeitungen. So war er [[1954]] auf Einladung von NSU am Hockenheim-Ring im Sattel einer Werks-NSU-Rennmaschine, der so genannten Rennfox, unterwegs; auch eine 250 cm³-KTM -Racing testete er. So begann er im Auftrag von Motorradfirmen und -importeuren Fahrberichte über Motorräder zu schreiben. |
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| − | Daneben war er bei vielen Rennen, die damals noch erlaubt waren, der Platzsprecher: Bergrennen auf dem Gaisberg bei Salzburg, bei Engelhartszell an der Donau, am Gmundner Berg, beim [[1. Mai|1.-Mai]]-Rennen auf der Autobahn bei Salzburg u.v.a. | + | Daneben war er bei vielen Rennen, die damals noch erlaubt waren, der Platzsprecher: Bergrennen auf dem [[Gaisbergrennen|Gaisberg]] bei [[Salzburg]], bei Engelhartszell an der Donau, am Gmundner Berg, beim [[1.Mai Rennen]] auf der Autobahn bei Salzburg - [[Liefering]] und andere. |
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| | In den Sechziger Jahren begann Krackowizer zu zeichnen. Er zeichnete Motorräder nach Originalvorlagen in Großformat mit Bleistiften. So entstanden etwa 15 Kunstdruckmappen "Motorrad Meilensteine" mit je vier historischen Rennmotorrädern. Weiters schrieb er Bücher über die Geschichte der Motorräder und Motorradrennen und auch Artikel für Fachzeitungen im deutsch- und englischsprachigen Raum. | | In den Sechziger Jahren begann Krackowizer zu zeichnen. Er zeichnete Motorräder nach Originalvorlagen in Großformat mit Bleistiften. So entstanden etwa 15 Kunstdruckmappen "Motorrad Meilensteine" mit je vier historischen Rennmotorrädern. Weiters schrieb er Bücher über die Geschichte der Motorräder und Motorradrennen und auch Artikel für Fachzeitungen im deutsch- und englischsprachigen Raum. |
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| | Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe von Rennfahrern zu erzählen. Zu seinen Freunden zählten u. a. Sammy Miller, John Surtees, Walter Zeller, Luigi Taveri, Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier, und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim Rudge-Club in England. | | Helmut Krackowizer kannte so gut wie jedes historische Motorrad im Detail, wusste die Geschichten seltener Motorräder und Lebensläufe von Rennfahrern zu erzählen. Zu seinen Freunden zählten u. a. Sammy Miller, John Surtees, Walter Zeller, Luigi Taveri, Hans Haldemann, Georg "Schorsch" Meier, und viele andere aus der Motorrennsportszene. Selbstverständlich war er Mitglied beim Rudge-Club in England. |
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| − | Einen Lebenstraum erfüllte er sich mit den großartigen Motor-Veteranen-Rennen auf dem [[Salzburgring]], den "[[Oldtimer Grand Prix]]", die zwischen [[1975]] und [[1994]] regelmäßig jedes Jahr stattfanden. Stars wie Niki Lauda, Juan Manuel Fangio oder die oben genannten Rennfahrer kamen zu diesem Veteranenrennen für historische Automobile und Motorräder. Weit über 100 Automobile und bis zu 300 Motorräder kamen jedes Jahr zu diesem Ereignis. Mercedes Benz schickte die berühmten Silberpfeile nach Salzburg. | + | Einen Lebenstraum erfüllte er sich mit den großartigen Motor-Veteranen-Rennen auf dem [[Salzburgring]], den "[[Oldtimer Grand Prix]]", die zwischen [[1975]] und [[1994]] regelmäßig jedes Jahr stattfanden. Stars wie Niki Lauda, Juan Manuel Fangio oder die oben genannten Rennfahrer kamen zu diesem Veteranenrennen für historische Automobile und Motorräder. Weit über 100 Automobile und bis zu 300 Motorräder kamen jedes Jahr zu diesem Ereignis. Mercedes Benz schickte die berühmten Silberpfeile nach Salzburg. |
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| | Erfolglos blieben jedoch seine Bemühungen, in Salzburg ein Motorveteranen Museum zu etablieren. Es gab Versuche, den Stadl im Schlosspark von [[Hellbrunn]] dafür umbauen, was aber aus bürokratischen Überlegungen der Stadtgmeinde scheiterte. So gingen einige Sammlungen alter Motorräder und Automobile, deren Besitzer Krackowizer schon für das Projekt gewonnen hatte, dann in ausländische oder andere österreichische Motormuseen. | | Erfolglos blieben jedoch seine Bemühungen, in Salzburg ein Motorveteranen Museum zu etablieren. Es gab Versuche, den Stadl im Schlosspark von [[Hellbrunn]] dafür umbauen, was aber aus bürokratischen Überlegungen der Stadtgmeinde scheiterte. So gingen einige Sammlungen alter Motorräder und Automobile, deren Besitzer Krackowizer schon für das Projekt gewonnen hatte, dann in ausländische oder andere österreichische Motormuseen. |
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| | ==Österreichisches Motorrad-Literatur und -Bild Archiv == | | ==Österreichisches Motorrad-Literatur und -Bild Archiv == |
| | Krackowizer hat im Laufe seines Lebens nicht nur Motorräder gesammelt, sondern auch Bildmaterial, Zeitschriften und Zeitungen, Bücher und andere Dokumentationen über die Geschichte von Motorrädern, Motorradrennfahrer, Motorradrennstrecken und -rennen. Erhalten sind unzählige Manuskripte und eigenes Fotomaterial seiner journalistischen Tätigkeit. | | Krackowizer hat im Laufe seines Lebens nicht nur Motorräder gesammelt, sondern auch Bildmaterial, Zeitschriften und Zeitungen, Bücher und andere Dokumentationen über die Geschichte von Motorrädern, Motorradrennfahrer, Motorradrennstrecken und -rennen. Erhalten sind unzählige Manuskripte und eigenes Fotomaterial seiner journalistischen Tätigkeit. |
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| | + | ==Funktionen im Motorsport== |
| | + | * von [[1947]] bis [[1955]] aktiver Motorrad-Rennfahrer |
| | + | * Zwischen [[1946]] und [[1990]] |
| | + | **Drei Mal Rennleiter beim [[1. Mai Rennen]] in [[Salzburg]] - [[Liefering]] |
| | + | * Von [[1952]] bis [[1975]] nationaler und internationaler Zeitnehmer der OSK, FIM und FIA |
| | + | **Acht Jahre Chefzeitnehmer der OSK für Oberösterreich und [[Salzburg (Bundesland)]] |
| | + | * Gründer des [[Motor Veteranen Club Salzburg]], [[1967]], als dritter Club in Österreich |
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| | == Literatur == | | == Literatur == |