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== Erste Nennung 994 ==
 
== Erste Nennung 994 ==
[[Datei:Fürstengang Bischöfe 16 - Gottschalk von Hagenau.jpg|miniatur|hochkant|Gottschalk von Hagenau, XVI. Bischof von Freising 994 - 1005]]
   
Aus dem Jahr [[994]] stammt die früheste Nennung des Geschlechts der Hagenauer als "von Hagenau", damals noch eine reine Herkunftsbezeichnung. In dieser Urkunde wird Gottschalk von Hagenau als "Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau" (Gottschalk aus dem edlen Geschlecht von Hagenau) genannt. Die Genealogie und Geschichte der Hagenauer läßt sich nach dem Historiker [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld|Ritter von Koch-Sternfeld]] anhand von Freisinger Urkunden und Handschriften noch weiter zurückverfolgen. Er führte, mittels der frühesten Leitnamen (Reginbert, Erchenbert, Hartwich etc.) und anhand der Lage der Erbgüter, die Geschichte der Familie bis in das Jahr [[764]] zurück. Im Jahr 764 wurde ein Reginbert (Reginperht) als Gründer und erster Abt des Klosters Scharnitz genannt, er war an der Isar, im Rotthale und an der Gurten begütert. Sein mit ihm in einer Urkunde genannte Bruder Irmenfried hatte mehrere Nachkommen. Ebenso gehörten Erchenbert (Erchenwert) am Inn sowie Hartwig (Hartwich) zu Seeon und jenseits der Drau dem Geschlecht an. [[927]] wird Reginbert comes mit dessen Sohn Radolt genannt, sowie ein Reginbert mit seiner Ehefrau Rosmut. Im Jahr [[963]] taucht Rapoto als Sohn des Fridericus in einer Urkunde auf. ([[Hagenauer - ihre Herkunft #Einleitung|siehe auch Kapitel Herkunft]]).
 
Aus dem Jahr [[994]] stammt die früheste Nennung des Geschlechts der Hagenauer als "von Hagenau", damals noch eine reine Herkunftsbezeichnung. In dieser Urkunde wird Gottschalk von Hagenau als "Gottschalcus ex stirpe nobilium de Hagenau" (Gottschalk aus dem edlen Geschlecht von Hagenau) genannt. Die Genealogie und Geschichte der Hagenauer läßt sich nach dem Historiker [[Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld|Ritter von Koch-Sternfeld]] anhand von Freisinger Urkunden und Handschriften noch weiter zurückverfolgen. Er führte, mittels der frühesten Leitnamen (Reginbert, Erchenbert, Hartwich etc.) und anhand der Lage der Erbgüter, die Geschichte der Familie bis in das Jahr [[764]] zurück. Im Jahr 764 wurde ein Reginbert (Reginperht) als Gründer und erster Abt des Klosters Scharnitz genannt, er war an der Isar, im Rotthale und an der Gurten begütert. Sein mit ihm in einer Urkunde genannte Bruder Irmenfried hatte mehrere Nachkommen. Ebenso gehörten Erchenbert (Erchenwert) am Inn sowie Hartwig (Hartwich) zu Seeon und jenseits der Drau dem Geschlecht an. [[927]] wird Reginbert comes mit dessen Sohn Radolt genannt, sowie ein Reginbert mit seiner Ehefrau Rosmut. Im Jahr [[963]] taucht Rapoto als Sohn des Fridericus in einer Urkunde auf. ([[Hagenauer - ihre Herkunft #Einleitung|siehe auch Kapitel Herkunft]]).
    
== Der Aufstieg der Hagenauer ==
 
== Der Aufstieg der Hagenauer ==
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[[Datei:Fürstengang Bischöfe 16 - Gottschalk von Hagenau.jpg|miniatur|Gottschalk von Hagenau, XVI. Bischof von Freising 994 - 1005]]
 
Mit dem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau begann der einstweilige Aufstieg der Hagenauer. Gottschalk von Hagenau (auch Gottschalk von Freising genannt) wurde zusammen mit den späteren Bischöfen Albin von Brixen, Godehard von Hildesheim und Theoderich (Dietrich) II. von Minden im Kloster Niederaltaich (Bayern) erzogen. Die erste urkundliche Erwähnung Gottschalks stammt aus dem Jahr 994, in der er mit dem Edlen Gerolt Liegenschaften zu Notzing gegen andere zu Biberbach tauschte. Im Jahr [[996]] nahm Bischof Gottschalk am ersten Italienfeldzug Ottos III. und an dessen Kaiserkrönung in Rom teil. Dort führten Bischof Gottschalk von Freising und Erzbischof [[Hartwig]] von Salzburg den gemeinsamen Vorsitz auf der Krönungssynode Ottos III.. Dabei gewährte Kaiser Otto III. auf Rat und mit Zustimmung des Papstes Gregor V. sowohl Bischof Gottschalk als auch Erzbischof Hartwig Marktprivilegien, die das [[Salzburger Märkte|Marktrecht]] am jeweiligen Domort (Freising und Salzburg), das [[Salzburger Münze|Münzrecht]] sowie königlichen Schutz für die Marktkaufleute beinhalteten. Im November desselben Jahres erhielt Gottschalk von Hagenau von Kaiser Otto III. die Schenkung eines Gebietes in "Ostarrichi" (erste urkundliche Erwähnung Österreichs) von ca. 1000 Hektar bei Neuhofen an der Ybbs (südlich von Amstetten in [[Niederösterreich]]) für sein Bistum Freising. Ferner hatte er bis zu seinem Tod im Jahr [[1005]] urkundlich belegten engen Kontakt zum [[Bayern]]-Herzog Heinrich II., dem späteren Kaiser. Zwischen den Jahren [[1006]] und [[1039]] wird im Stammgebiet der Hagenauer bei Freising mehrmals ein Guntpolt als Zeuge bei Tauschhandlungen nördlich von Freising genannt. 30 Jahre später wird ebenfalls ein Guntpolt von Hagenau (wahrscheinlich sein Enkelsohn) im Freisinger Raum genannt, dessen Bruder Hartwich von Hagenau im Jahr [[1068]] eine Urkunde als Vogt von [[Eichstätt]] bezeugte. Zwischen den Jahren [[1078]] und [[1098]] werden in zahlreichen Urkunden Guntpolt (der Jüngere) und Sigipolt von Hagenau bei Freising erwähnt, die sich in manchen Urkunden auch "von Aigelsdorf" nannten, wo sie Besitzungen hatten. Guntpolt von Hagenau (und Aigelsdorf) scheint im Jahr 1078 als Vogt des Klosters Neustift bei [[Brixen]] auf. Er hatte vier Kinder namens Liutold, Guntpolt, Herrant (Domherr in Freising) und Erkenbert von Hagenau.
 
Mit dem Freisinger Bischof Gottschalk von Hagenau begann der einstweilige Aufstieg der Hagenauer. Gottschalk von Hagenau (auch Gottschalk von Freising genannt) wurde zusammen mit den späteren Bischöfen Albin von Brixen, Godehard von Hildesheim und Theoderich (Dietrich) II. von Minden im Kloster Niederaltaich (Bayern) erzogen. Die erste urkundliche Erwähnung Gottschalks stammt aus dem Jahr 994, in der er mit dem Edlen Gerolt Liegenschaften zu Notzing gegen andere zu Biberbach tauschte. Im Jahr [[996]] nahm Bischof Gottschalk am ersten Italienfeldzug Ottos III. und an dessen Kaiserkrönung in Rom teil. Dort führten Bischof Gottschalk von Freising und Erzbischof [[Hartwig]] von Salzburg den gemeinsamen Vorsitz auf der Krönungssynode Ottos III.. Dabei gewährte Kaiser Otto III. auf Rat und mit Zustimmung des Papstes Gregor V. sowohl Bischof Gottschalk als auch Erzbischof Hartwig Marktprivilegien, die das [[Salzburger Märkte|Marktrecht]] am jeweiligen Domort (Freising und Salzburg), das [[Salzburger Münze|Münzrecht]] sowie königlichen Schutz für die Marktkaufleute beinhalteten. Im November desselben Jahres erhielt Gottschalk von Hagenau von Kaiser Otto III. die Schenkung eines Gebietes in "Ostarrichi" (erste urkundliche Erwähnung Österreichs) von ca. 1000 Hektar bei Neuhofen an der Ybbs (südlich von Amstetten in [[Niederösterreich]]) für sein Bistum Freising. Ferner hatte er bis zu seinem Tod im Jahr [[1005]] urkundlich belegten engen Kontakt zum [[Bayern]]-Herzog Heinrich II., dem späteren Kaiser. Zwischen den Jahren [[1006]] und [[1039]] wird im Stammgebiet der Hagenauer bei Freising mehrmals ein Guntpolt als Zeuge bei Tauschhandlungen nördlich von Freising genannt. 30 Jahre später wird ebenfalls ein Guntpolt von Hagenau (wahrscheinlich sein Enkelsohn) im Freisinger Raum genannt, dessen Bruder Hartwich von Hagenau im Jahr [[1068]] eine Urkunde als Vogt von [[Eichstätt]] bezeugte. Zwischen den Jahren [[1078]] und [[1098]] werden in zahlreichen Urkunden Guntpolt (der Jüngere) und Sigipolt von Hagenau bei Freising erwähnt, die sich in manchen Urkunden auch "von Aigelsdorf" nannten, wo sie Besitzungen hatten. Guntpolt von Hagenau (und Aigelsdorf) scheint im Jahr 1078 als Vogt des Klosters Neustift bei [[Brixen]] auf. Er hatte vier Kinder namens Liutold, Guntpolt, Herrant (Domherr in Freising) und Erkenbert von Hagenau.
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[[Datei:Engelszell Stiftskirche - Hochaltar 4 Reginbert.jpg|miniatur|Reginbert von Hagenau als Bannerträger im 2. Kreuzug, XXV. Bischof von Passau 1138 - 1148]]
 
Im Zuge der Missionieng, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten Ende des [[11. Jahrhundert]]s einige Edelfreie Hagenauer, von ihrem bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nördlich von Freising) kommend, in Richtung südöstlicher Grenze. Sie bekleideten Ämter der [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümer]] Salzburgs als Vögte des Hochstiftes [[Freising]], des Hochstiftes [[Regensburg]] und zumeist des Hochstiftes [[Passau]]. Um [[1080]] wird in einer alten Chronik Guntpolt (Gumpoldus) von Hagenau auf seinem Lehen in Neuburg am Inn (bei Vornbach südlich von Passau) genannt. Guntpolts Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, wird im Jahr [[1088]] auf seinem Stammsitz der Burg Hagenau bei Braunau in [[Oberösterreich]] (50 km südwestlich von Neuburg am Inn) genannt, wo er im Auftrag des Hochstiftes Passau saß. Auf dem dritten Stammsitz der Hagenauer, der Veste Hagenau-Kasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich (200 km östlich von Neuburg am Inn), wird der Sohn Hartwigs und ebenfalls aus Freising stammende Domvogt von Passau, Reimprecht (oder Reginbert I.) von Hagenau, im Jahr [[1098]] erstmals erwähnt. Der Witwer Reimprecht von Hagenau heiratete [[1108]] die ebenso verwitwete Helena von Lanzendorf (geborene von Stille und Heft), deren vermögender Mann Lanzo ermordet worden war. Mit seinem Schwager, dem Edelfreien Udalschalk von Stille und Heft, wird er als Mitstifter des Klosters Seitenstetten gesehen. Reimprecht hatte fünf Kinder namens Werinhart (Sohn aus erster Ehe und Vogt von Mondsee), Hartwig (Sitz in Braunau, Vogt in Vöcklabruck), Richarda (Stieftochter und Nonne in Seitenstetten), Reginbert II. (Bischof von Passau) und Odalricus (Ulrich). Reimprecht selbst war von [[1110]] bis [[1114]] Vogt des [[Regensburg]]er [[Kloster Mondsee|Klosters Mondsee]], dessen Vogtamt sein Sohn Werinhart übertragen bekam. Ein "angeheirateter" Verwandter Reimprechts (der Halbbruder des verstorbenen ersten Mannes seiner Frau Helena) war der Passauer Bischof Ulrich I. (auch Ulrich von Passau), der zwischen [[1092]] und [[1121]] das Passauer Bischofs-Amt inne hatte. Reimprechts zweitgeborener Sohn Reginbert II. (auch Reginbert der Jüngere) sollte 17 Jahre später von [[1138]] bis [[1148]] (übernächster) Bischof von Passau werden. Durch ihn erwarb die niederösterreichische Linie der Herren von Hagenau weitere Ämter (z.B. Vogt von Vöcklabruck), Lehen und Eigenbesitz in Oberösterreich und Salzburg.
 
Im Zuge der Missionieng, Erschließung und Rodung neuer Territorien des altbayrischen Stammesgebietes siedelten Ende des [[11. Jahrhundert]]s einige Edelfreie Hagenauer, von ihrem bayrischen Stammsitz Hagenau bei Schrobenhausen (nördlich von Freising) kommend, in Richtung südöstlicher Grenze. Sie bekleideten Ämter der [[Salzburger Kirchenprovinz|Suffraganbistümer]] Salzburgs als Vögte des Hochstiftes [[Freising]], des Hochstiftes [[Regensburg]] und zumeist des Hochstiftes [[Passau]]. Um [[1080]] wird in einer alten Chronik Guntpolt (Gumpoldus) von Hagenau auf seinem Lehen in Neuburg am Inn (bei Vornbach südlich von Passau) genannt. Guntpolts Bruder, der Edle Hartwicus von Hagenau, wird im Jahr [[1088]] auf seinem Stammsitz der Burg Hagenau bei Braunau in [[Oberösterreich]] (50 km südwestlich von Neuburg am Inn) genannt, wo er im Auftrag des Hochstiftes Passau saß. Auf dem dritten Stammsitz der Hagenauer, der Veste Hagenau-Kasten bei Böheimkirchen in Niederösterreich (200 km östlich von Neuburg am Inn), wird der Sohn Hartwigs und ebenfalls aus Freising stammende Domvogt von Passau, Reimprecht (oder Reginbert I.) von Hagenau, im Jahr [[1098]] erstmals erwähnt. Der Witwer Reimprecht von Hagenau heiratete [[1108]] die ebenso verwitwete Helena von Lanzendorf (geborene von Stille und Heft), deren vermögender Mann Lanzo ermordet worden war. Mit seinem Schwager, dem Edelfreien Udalschalk von Stille und Heft, wird er als Mitstifter des Klosters Seitenstetten gesehen. Reimprecht hatte fünf Kinder namens Werinhart (Sohn aus erster Ehe und Vogt von Mondsee), Hartwig (Sitz in Braunau, Vogt in Vöcklabruck), Richarda (Stieftochter und Nonne in Seitenstetten), Reginbert II. (Bischof von Passau) und Odalricus (Ulrich). Reimprecht selbst war von [[1110]] bis [[1114]] Vogt des [[Regensburg]]er [[Kloster Mondsee|Klosters Mondsee]], dessen Vogtamt sein Sohn Werinhart übertragen bekam. Ein "angeheirateter" Verwandter Reimprechts (der Halbbruder des verstorbenen ersten Mannes seiner Frau Helena) war der Passauer Bischof Ulrich I. (auch Ulrich von Passau), der zwischen [[1092]] und [[1121]] das Passauer Bischofs-Amt inne hatte. Reimprechts zweitgeborener Sohn Reginbert II. (auch Reginbert der Jüngere) sollte 17 Jahre später von [[1138]] bis [[1148]] (übernächster) Bischof von Passau werden. Durch ihn erwarb die niederösterreichische Linie der Herren von Hagenau weitere Ämter (z.B. Vogt von Vöcklabruck), Lehen und Eigenbesitz in Oberösterreich und Salzburg.
    
== Nach der Familienverzweigung im 11. Jahrhundert ==
 
== Nach der Familienverzweigung im 11. Jahrhundert ==
[[Datei:Engelszell Stiftskirche - Hochaltar 4 Reginbert.jpg|miniatur|hochkant|Reginbert von Hagenau als Bannerträger im 2. Kreuzug, XXV. Bischof von Passau 1138 - 1148]]
   
Nachdem sich die Hagenauer von Hagenau Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt hatten, besaß die "Freisinger Linie" ihren Stammsitz Hagenau vorerst weiterhin bei Schrobenhausen (ab 1348 bei Allershausen) in Bayern. Die "Braunauer Linie" saß auf der Burg Hagenau bei St. Peter am Hart in Oberösterreich und die "Böheimkirchner Linie" hatte ihren Stammsitz auf der Veste Hagenau bei Außerkasten in Niederösterreich. Streng genommen waren es nur zwei Linien, da der oberösterreichische Sitz bald von der Böheimkirchner Linie übernommen wurde. Manche Historiker vermuten jedoch, dass dieses oberösterreichische Lehen Hagenau nach 1150 an ein Ministerialengeschlecht gegeben wurde, das sich nach der Burg Hagenau benannte. Heute existiert von allen diesen ehemaligen Stammsitzen keiner mehr. Selbst das heutige Schloss (Burg) Hagenau in Braunau ist ein späterer Bau neben der 1571 durch Feuer und Hochwasser zerstörten alten Burg Hagenau. Inzwischen waren die Herren von Hagenau zu einem vielverzweigten und weitverbreiteten Geschlecht erblüht. Durch enge Verbindungen zur Kirche, Versippung mit mächtigen Familien, hohe Ämter, Nepotismus und vermehrten Landbesitz waren sie im [[12. Jahrhundert]] einflussreich geworden. ''"Betrachtet man das zahlreiche Auftreten der Freisinger Hagenauer in den Urkunden des 12. Jahrhunderts, so darf man daraus schließen, dass es sich um ein bedeutendes Geschlecht handelte, das eng mit Grafengeschlechtern dieses Jahrhunderts verwandt bzw. eine Seitenlinie eines Grafengeschlechts des 11. Jahrhunderts gewesen sein muß"'' (Dr. Pankraz Fried). Der Regestenforscher [[Willibald Hauthaler]] nahm an, dass die Hagenauer eng mit den [[Grafen von Plain]] verwandt waren, mit denen sie [[1167]] im Auftrag von Kaiser [[Friedrich I. Barbarossa]] gegen Salzburg zogen, um die Reichsacht zu vollziehen. Dabei wurde die Stadt und Festung Salzburg verwüstet und niedergebrannt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht besaßen die Herren von Hagenau etliche Lehen im heutigen Bayern, in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, [[Tirol]], [[Südtirol]], [[Frankreich]] und [[Kroatien]]. In den folgenden Jahrhunderten siegelten und unterzeichneten Mitglieder aus dem Geschlecht der Hagenauer als Bischöfe, Äbte, Vögte, [[Pfleger]], Burggrafen, Stifter, Zeugen oder Lehensnehmer. In manchen Urkunden findet man die Herren von Hagenau auch als Kreuz- oder Raubritter wieder.
 
Nachdem sich die Hagenauer von Hagenau Ende des 11. Jahrhunderts in drei Linien verzweigt hatten, besaß die "Freisinger Linie" ihren Stammsitz Hagenau vorerst weiterhin bei Schrobenhausen (ab 1348 bei Allershausen) in Bayern. Die "Braunauer Linie" saß auf der Burg Hagenau bei St. Peter am Hart in Oberösterreich und die "Böheimkirchner Linie" hatte ihren Stammsitz auf der Veste Hagenau bei Außerkasten in Niederösterreich. Streng genommen waren es nur zwei Linien, da der oberösterreichische Sitz bald von der Böheimkirchner Linie übernommen wurde. Manche Historiker vermuten jedoch, dass dieses oberösterreichische Lehen Hagenau nach 1150 an ein Ministerialengeschlecht gegeben wurde, das sich nach der Burg Hagenau benannte. Heute existiert von allen diesen ehemaligen Stammsitzen keiner mehr. Selbst das heutige Schloss (Burg) Hagenau in Braunau ist ein späterer Bau neben der 1571 durch Feuer und Hochwasser zerstörten alten Burg Hagenau. Inzwischen waren die Herren von Hagenau zu einem vielverzweigten und weitverbreiteten Geschlecht erblüht. Durch enge Verbindungen zur Kirche, Versippung mit mächtigen Familien, hohe Ämter, Nepotismus und vermehrten Landbesitz waren sie im [[12. Jahrhundert]] einflussreich geworden. ''"Betrachtet man das zahlreiche Auftreten der Freisinger Hagenauer in den Urkunden des 12. Jahrhunderts, so darf man daraus schließen, dass es sich um ein bedeutendes Geschlecht handelte, das eng mit Grafengeschlechtern dieses Jahrhunderts verwandt bzw. eine Seitenlinie eines Grafengeschlechts des 11. Jahrhunderts gewesen sein muß"'' (Dr. Pankraz Fried). Der Regestenforscher [[Willibald Hauthaler]] nahm an, dass die Hagenauer eng mit den [[Grafen von Plain]] verwandt waren, mit denen sie [[1167]] im Auftrag von Kaiser [[Friedrich I. Barbarossa]] gegen Salzburg zogen, um die Reichsacht zu vollziehen. Dabei wurde die Stadt und Festung Salzburg verwüstet und niedergebrannt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht besaßen die Herren von Hagenau etliche Lehen im heutigen Bayern, in Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, [[Tirol]], [[Südtirol]], [[Frankreich]] und [[Kroatien]]. In den folgenden Jahrhunderten siegelten und unterzeichneten Mitglieder aus dem Geschlecht der Hagenauer als Bischöfe, Äbte, Vögte, [[Pfleger]], Burggrafen, Stifter, Zeugen oder Lehensnehmer. In manchen Urkunden findet man die Herren von Hagenau auch als Kreuz- oder Raubritter wieder.